HR-Sprechstunde Gesunde Ernährung #1

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    HR Sprechstunde Gesunde Ernährung I
    HR-Sprechstunde Gesunde Ernährung #1

    HR-Sprech­stun­de: Weißt du, wel­che Gesund­heits­pro­ble­me dir dro­hen, wenn du zu viel Zucker kon­su­mierst? Ist die medi­ter­ra­ne Ernäh­rung tat­säch­lich so gesund und kannst du dei­ne Nah­rungs­mit­tel­all­er­gie an dei­ne Kin­der ver­er­ben?

     

    In der 1. HR-Sprech­stun­de beant­wor­ten „Mio“ Nguy­en von fre­e­mii und die Öko­tro­pho­lo­gin­nen Dr. Annet­te Weber und Dr. San­dra Ulrich-Rück­ert die Fra­gen, die ihr uns in den letz­ten Tagen geschickt habt.

    War die­se Sprech­stun­de hilf­reich?
    Ja
    Nein

    Was bedeu­tet gesun­de Ernäh­rung? Wel­che Pro­ble­me sind mit einem hohen Zucker­kon­sum ver­bun­den und wel­che Alter­na­ti­ven gibt es? Wel­che Ursa­chen kön­nen All­er­gien und Unver­träg­lich­kei­ten haben und was hat die Ernäh­rung mit Magen- und Darm­er­kran­kun­gen zu tun?

    Alle Ant­wor­ten bekommst du in die­ser Fol­ge.

     
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    Ler­ne die Aus­wir­kun­gen der Ernäh­rung auf dei­nen Kör­per ken­nen und erfah­re, wie du auf die­sem Weg gesund­heit­li­che Pro­blem aus­lö­sen aber auch behan­deln kannst.

    Place­hol­der
    The­ma: Zucker­freie Ernäh­rung
    • Benö­tigt unser Kör­per über­haupt Zucker?
      Kurz & knapp: Nein, der Kör­per benö­tigt an und für sich kei­nen zusätz­li­chen bezie­hungs­wei­se raf­fi­nier­ten Zucker. Es gibt aller­dings ver­schie­de­ne Arten von Zucker, zwi­schen denen man dif­fe­ren­zie­ren muss. Der in Koh­len­hy­dra­ten ent­hal­te­ne Zucker wird bei der Ver­dau­ung in sei­ne Bestand­tei­le zer­legt. Am Ende blei­ben Glu­co­se und Fruc­to­se. Die Glu­co­se geht direkt in das Blut über und sorgt für den Anstieg des Blut­zu­cker­spie­gels. Dies regt die kör­per­ei­ge­ne Insu­lin­pro­duk­ti­on an. Das Insu­lin trans­por­tiert die Glu­co­se in die Zel­len. Fruc­to­se hin­ge­gen wird in der Leber  ver­stoff­wech­selt und falls ein Über­fluss besteht, in der Leber als Fett gespei­chert. In gro­ßen Men­gen, die in der Natur nicht vor­kom­men, ist Fruc­to­se nega­tiv zu bewer­ten. Bei­spiels­wei­se ist es wesent­lich gesün­der, die Früch­te zu essen, anstatt sie als Saft zu trin­ken. Wer eine Frucht im Gan­zen kon­su­miert, isst wesent­lich weni­ger, als wenn er nur den Saft ver­wen­det.

      In der Betrach­tung von Zucker wird zwi­schen dem raf­fi­nier­ten Zucker und Frucht­zu­cker unter­schie­den. Hier­bei ist es wich­tig zu wis­sen, dass der raf­fi­nier­te Zucker wie bei­spiels­wei­se der wei­ße Haus­halts­zu­cker oder Aga­ven­dick­saft weder wert­vol­le Bal­last­stof­fe, Vit­ami­ne noch Nähr­stof­fe ent­hält. Er lie­fert dem Kör­per ledig­lich kurz­fris­tig Ener­gie. Aller­dings benö­tigt der Kör­per für die Umwand­lung von Zucker zu Ener­gie Vit­ami­ne und Mine­ral­stof­fe. Zucker ent­hält jedoch kein oder kaum Vit­ami­ne oder Mine­ral­stof­fe, sodass kör­per­ei­ge­ne “Spei­cher” ange­zapft wer­den. Daher spricht man in die­sem Fall auch von Zucker als Vital­stoff Räu­ber. Zudem stei­gen die Blut­zu­cker­wer­te bei der Auf­nah­me von raf­fi­nier­tem Zucker schnell in die Höhe, wel­ches nach dem Absin­ken des Blut­zu­cker­spie­gels Heiß­hun­ger als Fol­ge mit sich bringt.

      Wird Frucht­zu­cker in Form von fri­schem Obst kon­su­miert, erscheint hin­ge­gen Fruc­to­se in Ver­bin­dung mit Bal­last­stof­fen. In die­ser Kom­bi­na­ti­on mit Bal­last­stof­fen erfolgt der Stoff­wech­sel und die Ver­dau­ung lang­sa­mer. Es kommt daher zu kei­nem abrup­ten Anstieg im Blut­zu­cker­spie­gel. Also ist der Zucker, wel­cher auf natür­li­cher Basis und in Kom­bi­na­ti­on mit Bal­last­stof­fen wie bei­spiels­wei­se in Obst vor­han­den ist, ver­gleichs­wei­se gesün­der für den Kör­per.

       

    • Ist Fruc­to­se gesün­der als der wei­ße Haus­halts­zu­cker?
      Kurz & knapp: Fruc­to­se ist nur in Kom­bi­na­ti­on mit Bal­last­stof­fen und in gerin­gen Men­gen gesün­der als Glu­co­se. Die Gefahr besteht dar­in, dass über­schüs­si­ge Fruc­to­se– im Gegen­satz zu Glu­co­se – nicht gut im Kör­per gespei­chert wer­den kann und vor­wie­gend in Vis­ze­r­al­fett umge­wan­delt wird. Die­ses lagert sich an den Orga­nen an und kann zu Krank­hei­ten füh­ren.

      Bei Fruc­to­se muss man auf die Art der Zufuhr ach­ten. In Form von Aga­ven­dick­saft ohne Ver­bin­dung mit Bal­last­stof­fen, geht Fruc­to­se bei­spiels­wei­se schnell ins Blut. In Kom­bi­na­ti­on mit Bal­last­stof­fen in Form gan­zer Früch­te ist Fruc­to­se deut­lich gesün­der. Dank des satt­ma­chen­den Frucht­flei­sches wer­den übli­cher­wei­se nur ein oder zwei Äpfel bezie­hungs­wei­se Oran­gen kon­su­miert. In die­sen gerin­gen Men­gen wird sie vom Kör­per direkt genutzt und muss nicht ein­ge­la­gert wer­den. Das Kau­en sorgt für einen zusätz­li­chen sät­ti­gen­den Effekt. Trinkt man nur ein Glas Saft, kon­su­miert man schnell die drei- oder vier­fa­che Men­ge an Fruc­to­se. Als Bei­spiel lässt sich hier Apfel- oder Oran­gen­saft anfüh­ren, wel­cher in einem Glas unge­fähr die Fruc­to­se von 6 bis 8 Äpfeln oder Oran­gen ent­hält. Wenn man die­se kon­zen­trier­te Men­ge an Fruc­to­se inner­halb von weni­gen Minu­ten zu sich nimmt, über­for­dert dies unse­ren Stoff­wech­sel und die Fruc­to­se kann nicht ver­ar­bei­tet wer­den. Sie wird in Fett umge­wan­delt, das sich in der Leber ein­la­gert.

      All­ge­mein lässt sich zusam­men­fas­sen, dass die Natur die Men­ge an Zucker, den wir auf gesun­de Art und Wei­se zu uns neh­men und ver­ar­bei­ten kön­nen, vor­gibt. Einer­seits betrifft dies eine aus­ge­wo­ge­ne sai­so­na­le Ernäh­rung und ande­rer­seits auch die Men­ge an Lebens­mit­teln. So wür­den wir nor­ma­ler­wei­se kei­ne 6 bis 8 Äpfel in roher Form zu uns neh­men, da nach 1 bis 2 Früch­ten das Sät­ti­gungs­ge­fühl ein­tritt.

      Das Pro­blem besteht dar­in, dass der Kör­per ledig­lich klei­ne Men­gen an Fruc­to­se in Ener­gie umwan­deln kann und über­schüs­si­ge Fruc­to­se in Fett umwan­delt und als Vis­ze­r­al­fett spei­chert. Die­ses Fett lagert sich um die Orga­ne an und kann Krank­hei­ten wie das Ent­ste­hen einer nicht-alko­ho­li­schen Fett­le­ber begüns­ti­gen. Auf­grund des­sen ist es mög­lich, dass ein Über­kon­sum an fruc­to­se­hal­ti­gen Lebens­mit­teln durch­aus für den Kör­per schäd­lich sein kön­nen. Glu­co­se, wel­ches neben Fruc­to­se in Haus­halts­zu­cker vor­ha­ben ist,  kann im Gegen­satz zu Fruc­to­se gut im Kör­per gespei­chert und in Ener­gie umge­wan­delt wer­den. Aller­dings kann auch die­ser im Über­maß genos­sen, unter ande­rem zu gefähr­li­chem Über­ge­wicht und Dia­be­tes füh­ren.

    • Wel­che gesun­den Alter­na­ti­ven gibt es zum Süßen von Spei­sen?
      Kurz & knapp: Gene­rell sind Früch­te, Reis­si­rup oder Stevia in unver­ar­bei­te­ter Form als gesun­de Alter­na­ti­ve zu emp­feh­len. Jedoch ist auch hier die Men­ge an Süßungs­mit­tel ent­schei­dend.

      Stellt Honig eine gesun­de Alter­na­ti­ve zu wei­ßem Zucker dar? Durch die Wer­bung ver­bin­den wir mit Honig idyl­li­sche Blü­ten­fel­der, sum­men­de Bie­nen und Natur. Aller­dings kann Honig unter Umstän­den ähn­lich „unge­sund” sein wie raf­fi­nier­ter Zucker.

      Denn sobald (Bio) Honig im Her­stel­lungs­pro­zess oder auch bei der Zube­rei­tung mit ande­ren Lebens­mit­teln über 40 Grad erhitzt wird, ver­liert er alle in ihm ent­hal­te­ne wert­vol­le Nähr­stof­fe und Enzy­me. Am Ende bleibt rei­ner Zucker übrig, der sich von sei­nen Inhalts­stof­fen kaum vom wei­ßen Haus­halts­zu­cker unter­schei­det und nur kurz­fris­tig und schnell Ener­gie lie­fert. Daher ist Honig im Tee oder in Kom­bi­na­ti­on mit Zitro­nen­saft und Was­ser bei einer Was­ser­tem­pe­ra­tur von über 40 Grad kei­ne gesün­de­re Alter­na­ti­ve als raf­fi­nier­ter Zucker.

      Obst ist eben­falls ein „gesun­des” Süßungs­mit­tel – ob in getrock­ne­ter oder herkömmlicher/frischer Form. Zum Bei­spiel eig­nen sich Bana­nen oder Dat­teln in ihrer Kom­bi­na­ti­on aus Fruc­to­se und Bal­last­stof­fe als guter Ersatz zum wei­ßen Haus­halts­zu­cker. In Back­wa­ren kann man die­se ide­al zum Süßen ver­wen­den, wie im Bana­nen­brot. Aber auch hier spielt die Men­ge eine ent­schei­den­de Rol­le.

      Eine wei­te­re Zucker­al­ter­na­ti­ve stel­len Reis­si­rup und Stevia dar. Ers­te­rer weist einen gerin­gen Anteil an Fruc­to­se auf. Stevia, eine bra­si­lia­ni­sche Grün­pflan­ze, hin­ge­gen ist laut Mio, Grün­de­rin von “Fre­e­mii”, eher in unver­ar­bei­te­ter Form zu emp­feh­len. Als flüs­si­ges Süßungs­mit­tel oder in Tablet­ten­form unter­läuft Stevia einen che­mi­schen Ver­ar­bei­tungs­pro­zess, wel­cher sich durch den Kauf einer Stevia-Pflan­ze und der Ver­ar­bei­tung der fri­schen Blät­ter im Mör­ser umge­hen lässt. Unver­ar­bei­te­te oder gering ver­ar­bei­te­te Lebens­mit­tel tra­gen gene­rell eher zu einer gesun­den oder gesün­de­ren Ernäh­rung bei, als stark ver­ar­bei­te­te Lebens­mit­tel.

    • Wel­che gesund­heit­li­chen Pro­ble­me dro­hen bei zu hohem Zucker­kon­sum?
       

      Es gibt unter­schied­li­che nega­ti­ve Fol­gen für unse­ren Kör­per, die aus über­mä­ßi­gem Zucker­kon­sum resul­tie­ren kön­nen.

      Zum einen kann zu viel Zucker direk­te und offen­sicht­li­che Fol­gen mit sich brin­gen. Hier­zu gehö­ren bei­spiels­wei­se Stim­mungs­schwan­kun­gen oder auch Migrä­ne. Dies ergibt sich aus dem schwan­ken­den Blut­zu­cker­spie­gel, der sich im Lau­fe des Tages in dem eige­nen Kör­per­be­fin­den und den Gefüh­len reflek­tiert. Mio, die Grün­de­rin von fre­e­mii, kann von einer posi­ti­ven Erfah­rung in Bezug auf das Zusam­men­spiel von gerin­gem Zucker­kon­sum und der Aus­wir­kung auf Migrä­ne­an­fäl­le berich­ten. Seit­dem sie vor 4 Jah­ren mit der Redu­zie­rung ihres Zucker­kon­sums ange­fan­gen hat, lei­det sie nur noch sel­ten und wet­ter­be­dingt unter Migrä­ne.

      Auch Haut­pro­ble­me, Akne oder Haut­al­te­rung kön­nen eine direk­te und sicht­ba­re Kon­se­quenz eines zu hohen Zucker­kon­sums sein. Die­sen Zusam­men­hang erklärt der Der­ma­to­lo­ge  und Pro­mi-Schön­heits­chir­urg Dr. Fred­ric Brandt fol­gen­der­ma­ßen: „Zucker beschleu­nigt den Abbau von Elas­tin und Col­la­gen, zwei wich­ti­gen Haut­pro­te­inen, mit ande­ren Wor­ten trägt tat­kräf­tig zum Alte­rungs­pro­zess bei.” Daher ist es durch­aus sinn­voll anstel­le von äuße­ren Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten, die dem Haut­al­te­rungs­pro­zess ent­ge­gen­wir­ken sol­len, auch die Ursa­che mit der Redu­zie­rung von Zucker bei der Nah­rungs­auf­nah­me in Betracht zu zie­hen.

      Zum Ande­ren kön­nen auch län­ger­fris­ti­ge Krank­hei­ten durch zu hohen Zucker­kon­sum ent­ste­hen. Hier­zu gehö­ren die Spei­che­rung von Vis­ze­r­al­fett an der Leber – umgangs­sprach­lich auch „Fett­le­ber” genannt –, die sich bei­spiels­wei­se durch Müdig­keit und Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che äußern kann.

      Zudem sind auch Über­ge­wicht und Dia­be­tes als Fol­gen denk­bar. Damon Gameau beschreibt in sei­nem Buch „Voll ver­zu­ckert: That Sugar Book” sein Selbst­ex­pe­ri­ment, wel­ches er unter Auf­sicht von Ärz­ten und Psy­cho­lo­gen durch­führ­te. Er nahm für einen Zeit­raum von 4 bis 6 Wochen eine hohe Men­ge an Zucker zu sich. Die­ser über­mä­ßi­ge, für sei­nen Kör­per unge­wohn­te Zucker­kon­sum führ­te nicht nur zu einer Gewicht­zu­nah­me, son­dern auch zu dem Auf­bau von Vis­ze­r­al­fett, wel­ches auf das hohe Maß an Fruc­to­se zurück­zu­füh­ren ist.

      Oft unter­schätzt man die Men­ge an Zucker, die man jeden Tag zu sich nimmt. Neben ein­deu­tig zucker­hal­ti­gen Lebens­mit­teln gibt es zahl­rei­che „Zucker­fal­len”. So ent­hal­ten vie­le Lebens­mit­tel reich­lich „ver­steck­ten” Zucker, wie bei­spiels­wei­se sau­re Gur­ken oder Herings­sa­lat, die den Zucker­kon­sum uner­war­tet in die Höhe schnel­len las­sen. Dies gepaart mit wenig Sport kann wie im Bei­spiel von Damon Gameau zu Über­ge­wicht, einer Fett­le­ber und spä­ter auch Dia­be­tes füh­ren.

      Gera­de in jun­gen Jah­ren und abhän­gig von indi­vi­du­el­len kör­per­li­chen Vor­aus­set­zun­gen, ist der Kör­per in der Lage vie­le Din­ge zu kom­pen­sie­ren und sich auf man­che Situa­tio­nen ein­zu­stel­len, sodass die Fol­gen über­mä­ßi­gen Zucker­kon­sums, wie etwa eine nicht­al­ko­ho­li­sche Fett­le­ber nicht immer sofort offen­sicht­lich sind. Das darf aller­dings nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass län­ger­fris­tig die Gefahr der Ent­ste­hung gra­vie­ren­der Krank­hei­ten besteht.

    • Wel­che Men­ge an Zucker ist unbe­denk­lich?
      Kurz & knapp: Aus eige­ner Erfah­rung rät Mio, die Grün­de­rin von fre­e­mii, soweit es geht, auf wei­ßen Zucker oder ver­ar­bei­te­te Lebens­mit­tel zu ver­zich­ten. Ins­ge­samt kommt es auf die Men­ge an Zucker an, die jeder von uns zu sich nimmt. Daher ist aus ihrer Sicht eine gesun­de und aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung, die idea­ler­wei­se min­des­tens 5 bis 6 Wochen­ta­ge andau­ert, emp­feh­lens­wert. Wer sich über­wie­gend gesund und frisch ernährt, darf manch­mal auch “sün­di­gen”.

      Aus eige­ner Erfah­rung emp­fiehlt Mio, die Grün­de­rin von fre­e­mii, eine gesun­de und abwechs­lungs­rei­che Ernäh­rung. Dabei soll­te man mög­lichst auf wei­ßen Zucker oder ver­ar­bei­te­te Lebens­mit­tel ver­zich­ten. Wer sich so ernährt, darf am Wochen­en­de ger­ne ein­mal zu einem Stück Kuchen grei­fen, dass im Ide­al­fall mit rei­fen Bana­nen oder Dat­teln gesüßt ist.

      Ins­ge­samt kommt es auf die Men­ge an Zucker an, die man zu sich nimmt. Eine Aus­nah­me am Wochen­en­de wie bei­spiels­wei­se ein Stück Kuchen oder ein Cap­puc­ci­no stellt für den eige­nen Kör­per weni­ger ein Pro­blem dar – wenn man sich weit­ge­hend gesund ernährt. Dabei spielt natür­lich die Macht der Gewohn­heit eine gro­ße Rol­le und die Beschaf­fen­heit des eige­nen Kör­pers.

      Eine Ernäh­rung, die aus regel­mä­ßi­gem Zucker­kon­sum in Form von täg­li­chen Cap­puc­ci­ni mit Zucker, Scho­ko­la­den­rie­geln und zusätz­li­chem ver­steck­tem Zucker in herz­haf­ten Lebens­mit­teln wie Herings­sa­lat, Grill­so­ßen, Senf oder sau­ren Gur­ken besteht, ist eine gro­ße Her­aus­for­de­rung für den Kör­per und soll­te des­halb ver­mie­den wer­den.

      Auch Pro­duk­te aus Wei­zen­mehl, ins­be­son­de­re Aus­zugs­mehl des Typs 405 ent­hal­ten Zucker in Form von Koh­len­hy­dra­ten. Die Zahl sagt etwas über den Mine­ral- und Bal­last­stoff­ge­halt des Mehls aus. Je höher die Zahl, des­to mehr Mine­ral- und Bal­last­stof­fe fin­den sich im Mehl. Die­se Pro­duk­te sät­ti­gen bes­ser und län­ger, trei­ben den Blut­zu­cker­spie­gel weni­ger stark in die Höhe und sind grund­sätz­lich güns­ti­ger für eine gesun­de und aus­ge­wo­ge­nen Ernäh­rung. Mehl mit der Typen­be­zeich­nung 405 lässt den Blut­zu­cker­spie­gel schnell anstei­gen und es tritt im Gegen­satz zu Voll­korn­mehl­pro­duk­ten kein län­ger­fris­ti­ges Sät­ti­gungs­ge­fühl ein. Voll­korn ist für den Kör­per durch sei­ne kom­ple­xe Zusam­men­stel­lung schwe­rer zu ver­ar­bei­ten, wes­we­gen das Sät­ti­gungs­ge­fühl län­ger anhält.

    Fra­gen & Ant­wor­ten
    • Ist unse­re Ernäh­rung tat­säch­lich maß­geb­lich ver­ant­wort­lich für unse­re Gesund­heit?
      Durch­aus kann eine zucker­hal­ti­ge und unge­sun­de Ernäh­rung zu der Begüns­ti­gung von Krank­hei­ten wie einer Nicht-alko­ho­li­schen Fett­le­ber, Über­ge­wicht oder Herz-Kreis­lauf-Pro­blem füh­ren. Auch Dia­be­tes, ins­be­son­de­re Typ2, kann eine Fol­ge von unge­sun­der Ernäh­rung mit zu vie­len Koh­len­hy­dra­ten sein.

      In Bezug auf Blut­hoch­druck spielt die Ernäh­rung eben­falls eine Rol­le. Hier wird eine salz­ar­me Ernäh­rung bestehend aus fri­schem Gemü­se und Obst emp­foh­len. Ein erhöh­ter oder regel­mä­ßi­ger Alko­hol­kon­sum wirkt sich eben­falls nega­tiv auf den Blut­hoch­druck aus. So sind mehr als zwei bzw. ein Glas Wein am Tag für Män­ner bzw. Frau­en nicht rat­sam. Aller­dings lässt sich der Blut­hoch­druck am meis­ten durch das Ein­stel­len vom Rau­chen beein­flus­sen, da das Niko­tin die Blut­ge­fä­ße ver­engt.

      Zu Cho­le­ste­rin lässt sich sagen, dass es weit­ge­hend im Kör­per pro­du­ziert wird und ledig­lich ein gerin­ger Anteil über die Nah­rungs­auf­nah­me erfolgt. Eine unge­sun­de und sehr fett­rei­che Ernäh­rung kann unter ande­rem ein Fak­tor sein, der erhöh­te Cho­le­ste­rin­wer­te begüns­ti­gen kann. Ins­be­son­de­re auf gesät­tig­te Fett­säu­ren in tie­ri­schen Pro­duk­ten wie Eier und Fleisch soll­te man ach­ten. Neben regel­mä­ßi­ger Bewe­gung und der Behand­lung mit Medi­ka­men­ten, trägt auch eine Ernäh­rungs­um­stel­lung dazu bei, die Cho­le­ste­rin­wer­te zu sen­ken. In bestimm­ten Maßen eig­nen sich hier­für bei­spiel­wei­se fett­ar­me Milch­pro­duk­te, Voll­korn­pro­duk­te, Hül­sen­früch­te, Nüs­se, Lachs, fri­sches Obst und Gemü­se und kein bzw. wenig Alko­hol und Salz. 

      Bei indi­vi­du­el­len Anlie­gen oder Fra­gen emp­feh­len wir Ihnen, einen Ernäh­rungs­be­ra­ter in Ihrer Nähe zu kon­sul­tie­ren.

    • Wel­che Krebs­ar­ten ste­hen im Zusam­men­hang mit fal­scher Ernäh­rung?
      Eine unge­sun­de Lebens- und Ernäh­rungs­wei­se steht im drin­gen­den Ver­dacht, eine Aus­wir­kung auf die Ent­ste­hung eini­ger Krebs­ar­ten zu haben. Daher kann eine gesun­de und abwechs­lungs­rei­che Ernäh­rung mit vie­len pflanz­li­chen Lebens­mit­teln durch­aus prä­ven­tiv gegen Krebs wir­ken. Aber auch ande­re Ein­flüs­se wie die Ener­gie­bi­lanz, das Kör­per­ge­wicht und Bewe­gung sind von zusätz­li­cher Bedeu­tung.

      Laut der WHO begüns­tigt eine unge­sun­de Ernäh­rungs­wei­se und zu wenig Bewe­gung in der west­li­chen Welt ca. 30 % aller Krebs­fäl­le. Hier­bei wird in einer Stu­die der Inter­na­tio­na­len Krebs­for­schungs­agen­tur ins­be­son­de­re Über­ge­wicht als Ursa­che für eine Risi­ko­er­hö­hung bei 13 unter­schied­li­chen Krebs­ar­ten ange­merkt. Die WHO bringt Über­ge­wicht bei­spiels­wei­se mit der Ent­ste­hung von Darm‑, Leber‑, Prostata‑, Brust‑, Gallenblasen‑, Gebär­mut­ter­kör­per- und Nie­ren­krebs in Zusam­men­hang. Aber auch der Kon­sum von Alko­hol erhöht das Krebs­ri­si­ko in bestimm­ten Kör­per­re­gio­nen wie der Mund­höh­le, dem Rachen­raum, Kehl­kopf, der Spei­se­röh­re, Leber oder der Brust.

      Eine Erkran­kung an Krebs lässt sich lei­der auch trotz einer gesun­den Ernäh­rung nicht voll­kom­men aus­schlie­ßen, da auch ande­re Fak­to­ren wie eine gene­ti­sche Prä­dis­po­si­ti­on eine Rol­le spie­len.

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