Frühjahrsmüdigkeit – Krankheit oder Mythos?

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 21.08.2019 Lesezeit: 7 Minuten

Die Natur erwacht im Früh­ling zu neu­em Leben: Die Tage wer­den all­mäh­lich län­ger, die ers­ten Blüm­chen blü­hen und die ers­ten war­men Son­nen­strah­len locken nach drau­ßen. Die schö­ne Früh­lings­zeit ist eigent­lich ein Grund zur Freu­de, doch nicht weni­ge Men­schen lei­den unter der Wet­ter­um­stel­lung und reagie­ren mit Früh­jahrs­mü­dig­keit. Sie kämp­fen mit Erschöp­fung, Kopf­schmer­zen und Schwin­del­ge­füh­len.

Doch wie ent­steht die Früh­jahrs­mü­dig­keit und was lässt sich dage­gen tun?

Die wich­tigs­ten Tipps gegen Früh­jahrs­mü­dig­keit vor­ab:
  • aus­rei­chend trin­ken
  • Sport trei­ben
  • in der frei­en Natur spa­zie­ren
  • aus­rei­chend schla­fen
  • regel­mä­ßig lüf­ten
  • Alko­hol und Niko­tin ver­mei­den
  • Wech­sel­du­schen
  • viel Son­ne tan­ken
  • ein kur­zes Nicker­chen für mehr Ener­gie machen
  • vit­amin­rei­ches Obst und Gemü­se essen
  • sich an einen fes­ten Tages­rhyth­mus gewöh­nen
Frühjahrsmüdigkeit Symptome
Frühjahrsmüdigkeit – Krankheit oder Mythos?

Frühjahrsmüdigkeit – was steckt dahinter?

Weder Bak­te­ri­en noch Viren ste­cken hin­ter der Früh­jahrs­mü­dig­keit. Die all­ge­mei­ne Abge­schla­gen­heit und Müdig­keit ist viel­mehr eine Anpas­sungs­un­fä­hig­keit des Kör­pers auf die Wet­ter­ver­än­de­rung. Genau­so wie sich auch die Natur schritt­wei­se „erneu­ert“, stellt sich auch der Orga­nis­mus all­mäh­lich vom Win­ter auf den Früh­ling um. Die Son­nen­ein­strah­lung, die wär­me­ren Tem­pe­ra­tu­ren und die hor­mo­nel­len Ver­än­de­run­gen wir­ken bei der Früh­jahrs­mü­dig­keit zusam­men.

Bei der Früh­jahrs­mü­dig­keit han­delt es nicht um eine Erkran­kung, son­dern um ein Phä­no­men, das jeder Mensch sub­jek­tiv emp­fin­det. Es ist eine Mischung aus geis­ti­ger und kör­per­li­cher Erschöp­fung, die sich nicht bei jedem Men­schen in glei­cher Aus­prä­gung äußert.

Welche Ursachen hat die Frühjahrsmüdigkeit?

Die Haupt­ur­sa­chen der Früh­jahrs­mü­dig­keit sind im Wesent­li­chen der Blut­druck und die Hor­mo­ne des Men­schen:

In den Früh­lings­mo­na­ten März und April bewirkt das Son­nen­licht eine ver­mehr­te Sero­to­nin-Pro­duk­ti­on, ein stim­mungs­auf­hel­len­des Hor­mon. Gleich­zei­tig ist im Orga­nis­mus jedoch auch noch das Schlaf­hor­mon Mela­to­nin in einem hohen Maße vor­han­den und aktiv. Das Zusam­men­spiel die­ser bei­den Hor­mo­ne sorgt dafür, dass ein Gefühl der Müdig­keit und Träg­heit ent­steht. Der Kör­per stellt sich nur lang­sam um: Die Früh­jahrs­mü­dig­keit macht sich bemerk­bar.

Wis­sen­schaft­ler haben noch eine ande­re Erklä­rung für die Ent­ste­hung der Früh­jahrs­mü­dig­keit, basie­rend auf dem Hor­mon­haus­halt.

Sie gehen davon aus, dass nach den lan­gen und dunk­len Win­ter­mo­na­ten die kör­per­ei­ge­nen Sero­ton­in­spei­cher kom­plett auf­ge­braucht sind. Es nimmt eini­ge Tage in Anspruch, bis die lee­ren Depots durch das Licht der Son­ne wie­der auf­ge­füllt wer­den kön­nen. Gleich­zei­tig ist der Mela­to­nin-Spei­cher des Kör­pers jedoch noch voll. Die­ses Hor­mon wird vom Orga­nis­mus bei Dun­kel­heit aus­ge­schüt­tet und sorgt für einen guten und erhol­sa­men Schlaf. Da Mela­to­nin in höhe­rer Men­ge vor­han­den ist als Sero­to­nin, über­wiegt die Müdig­keit.

Men­schen, die sich im Win­ter nur sehr wenig in der frei­en Natur bewe­gen und viel Zeit im Haus, bei wenig Licht ver­brin­gen, sind häu­fi­ger von der Früh­jahrs­mü­dig­keit betrof­fen als ande­re.

Auch dem Blut­druck kommt als aus­lö­sen­der Fak­tor eine wesent­li­che Rol­le zu.

Die stei­gen­den Außen­tem­pe­ra­tu­ren wir­ken sich auch auf die Kör­per­tem­pe­ra­tur des Men­schen aus. Die Blut­ge­fä­ße wei­ten sich und infol­ge des­sen sinkt auch der Blut­druck. Es ent­ste­hen Kreis­lauf­pro­ble­me und Müdig­keits­er­schei­nun­gen.

Im Win­ter zie­hen sich die Blut­ge­fä­ße hin­ge­gen eher zusam­men, sodass das Blut nicht so gut hin­durch­strö­men kann. Durch die Käl­te ist der Blut­druck in den Win­ter­mo­na­ten also ten­den­zi­ell etwas höher.

Men­schen, die unter Herz-Kreis­lauf-Beschwer­den lei­den, emp­fin­den star­ke Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen zwi­schen den ein­zel­nen Jah­res­zei­ten als stark belas­tend. Bereits zehn Grad Cel­si­us mehr oder weni­ger kön­nen sich deut­lich aus­wir­ken.

Wei­te­re Grün­de für Müdig­keit im Früh­jahr:

Hin­ter Müdig­keits­er­schei­nun­gen in den Früh­lings­mo­na­ten muss nicht immer eine Früh­jahrs­mü­dig­keit ste­cken. Mög­lich sind auch noch fol­gen­de Ursa­chen:

  • Schlaf­man­gel
  • Eisen­man­gel
  • Vie­len Men­schen macht auch die Zeit­um­stel­lung von der Win­ter- auf die Som­mer­zeit stark zu schaf­fen.
  • Auch eine vital­stoff­ar­me Ernäh­rung in den Win­ter­mo­na­ten – mit nur wenig fri­schem Gemü­se und Obst – kann einen Vit­amin­man­gel und damit ver­bun­de­ne Müdig­keits­er­schei­nun­gen her­vor­ru­fen. Beson­ders ein Man­gel an B-Vit­ami­nen kann dem Orga­nis­mus die Anpas­sung vom Win­ter auf den Früh­ling deut­lich erschwe­ren.

Die Symptome der Frühjahrsmüdigkeit

Trotz aus­rei­chend Schlaf füh­len sich die betrof­fe­nen Per­so­nen dau­er­haft antriebs­los, ver­min­dert leis­tungs­fä­hig, gereizt und müde. Häu­fig lei­den sie zusätz­lich noch unter Kreis­lauf­be­schwer­den und Schwin­del­ge­füh­len.

Der Orga­nis­mus scheint sich im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes noch im Win­ter­schlaf-Modus zu befin­den und braucht noch ein wenig Zeit, um rich­tig in Schwung zu kom­men.

Eine Früh­jahrs­mü­dig­keit macht sich durch fol­gen­de Sym­pto­me bemerk­bar:
  • Schläf­rig­keit
  • Müdig­keit und Abge­schla­gen­heit
  • Schwin­del­ge­füh­le
  • Kreis­lauf­be­schwer­den
  • Reiz­bar­keit
  • Antriebs­lo­sig­keit
  • Kopf­schmer­zen
  • Stim­mungs­schwan­kun­gen
  • Wet­ter­füh­lig­keit

Frühjahrsmüdigkeit und Frühjahrsdepression – worin besteht der Unterschied?

Es dau­ert unge­fähr vier­zehn Tage bis sich der Kör­per vom Win­ter- in den Früh­jahrs­mo­dus umge­stellt hat.

Doch was ist eigent­lich, wenn die belas­ten­de Müdig­keit und Erschöp­fung ein­fach nicht ver­schwin­den wol­len? Wenn sich die­ser Zustand über meh­re­re Wochen hin­zieht und kör­per­li­che Ursa­chen für die Übel­lau­nig­keit aus­ge­schlos­sen sind, kön­nen die Sym­pto­me auf eine begin­nen­de Früh­jahrs­de­pres­si­on hin­deu­ten. Der wesent­li­che Unter­schied zwi­schen einer nor­ma­len Früh­jahrs­mü­dig­keit und einer Früh­jahrs­de­pres­si­on sind die Dau­er sowie die Inten­si­tät der Sym­pto­me.

Die Sym­pto­me der Früh­jahrs­mü­dig­keit äußern sich, wie bereits erwähnt, über einen Zeit­raum von etwa zwei Wochen. Nach die­ser Zeit müss­te sich eine deut­li­che Bes­se­rung ein­stel­len. Die Sym­pto­me der Früh­jahrs­de­pres­si­on sind hin­ge­gen vehe­men­ter und wer­den zudem häu­fig von star­ken Selbst­zwei­feln und/oder Schlaf­stö­run­gen beglei­tet.

Betrof­fe­ne Per­so­nen, die das gan­ze Jahr über unter depres­si­ven Ver­stim­mun­gen lei­den, erle­ben in den Früh­lings­mo­na­ten oft­mals eine Ver­schlech­te­rung ihrer Sym­pto­me.

Auch bei der Früh­jahrs­de­pres­si­on spie­len bio­che­mi­sche Pro­zes­se rund um den eige­nen Hor­mon­haus­halt infol­ge der ver­än­der­ten Wär­me- und Licht­ver­hält­nis­se eine zen­tra­le Rol­le. Zudem kommt den psy­cho­lo­gi­schen Grün­den eine wesent­li­che Bedeu­tung zu. Die gute Lau­ne und die Akti­vi­tät ande­rer Mit­men­schen wer­den für Betrof­fe­ne zu einer ech­ten Belas­tung. Sie füh­len sich zur „Teil­nah­me am schö­nen Leben“ gezwun­gen und ver­pflich­tet, emp­fin­den jedoch tat­säch­lich über­haupt kei­ne Glücks­ge­füh­le.

Was kann gegen die Symptome der Frühjahrsmüdigkeit getan werden?

  • Ernäh­rung umstel­len: Vit­ami­ne sind grund­sätz­lich die bes­te Medi­zin gegen die Früh­jahrs­mü­dig­keit. In der kal­ten Jah­res­zeit ernäh­ren wir uns sehr vital­stoff­arm und fett­reich. Zudem füh­ren bei­spiels­wei­se vor­weih­nacht­li­che Lecke­rei­en auch dazu, dass in zu gro­ßen Men­gen geges­sen wird. Die­se Ernäh­rungs­wei­se rächt sich lei­der bit­ter in den Früh­lings­mo­na­ten. Die kör­per­ei­ge­nen Vit­amin­spei­cher sind kom­plett leer, das Immun­sys­tem geschwächt und somit deut­lich anfäl­li­ger für aller­lei Infek­te. Um dem Orga­nis­mus die sai­so­na­le Umstel­lung zu erleich­tern, ist eine Ände­rung der Ernäh­rungs­ge­wohn­hei­ten von grund­le­gen­der Bedeu­tung: Fri­sches Gemü­se und Obst müs­sen ganz oben auf dem Spei­se­plan ste­hen. Grü­ne Blatt­sa­la­te, Lauch, Früh­lings­zwie­beln und exo­ti­sche Süd­früch­te wie Kiwi, Ana­nas und Zitrus­früch­te ver­sor­gen den Kör­per mit wert­vol­len Vit­ami­nen, Enzy­men und Bal­last­stof­fen. Die kräf­ti­gen Far­ben die­ser Lebens­mit­tel sor­gen zudem im Gehirn für eine zusätz­li­che Sti­mu­la­ti­on.
  • Aktiv gegen Kreis­lauf­be­schwer­den vor­ge­hen: Über die lan­gen Win­ter­mo­na­te wer­den vie­le Men­schen zu einer rich­ti­gen Couch-Pota­to. Stun­den­lang unun­ter­bro­chen zu sit­zen ist eine ech­te Qual für Geist und Kör­per. Bewe­gung an der fri­schen Luft bringt Sauer­stoff in den gesam­ten Kör­per und regt die Hor­mon­pro­duk­ti­on der Neben­nie­ren­rin­de an. Spa­zier­gän­ge in der frei­en Natur stär­ken den Kreis­lauf und das Herz und unter­stüt­zen somit die Immun­ab­wehr­kräf­te. Auch ein­fa­che Gym­nas­tik­übun­gen oder ein geziel­tes Stret­ching Pro­gramm bringt den Kreis­lauf auf Trab.
  • Die Haut früh­lings­fit pfle­gen: Bewe­gung tut nicht nur dem Herz-Kreis­lauf gut, son­dern regt auch die Durch­blu­tung der Haut an. Die Haut ist das größ­te Organ des Men­schen und ver­fügt über unzäh­li­ge Sen­so­ren, die unse­re Umwelt exakt wahr­neh­men. Eine gut durch­blu­te­te Haut strahlt nicht nur frisch und schön, son­dern macht auch ins­ge­samt wacher. Wech­sel­du­schen und anre­gen­de Mas­sa­gen sind zudem ide­al geeig­net, um die Durch­blu­tung anzu­re­gen und die Gefä­ße zu trai­nie­ren: Durch die Kon­trak­tio­nen in den Gefäß­wän­den wer­den die Venen­klap­pen in ihrer Funk­ti­ons­wei­se unter­stützt und der Blut­fluss in Gang gebracht.
  • Fes­ten Tag-Nacht-Rhyth­mus pfle­gen: Im Ide­al­fall soll­ten Sie sich nach der Son­ne aus­rich­ten, denn das Son­nen­licht regt die Vit­amin-D-Pro­duk­ti­on im Kör­per an, die sehr wich­tig für die Gesund­heit ist. Am bes­ten mit den ers­ten Son­nen­strah­len auf­ste­hen, um mög­lichst viel Son­nen­licht auf­neh­men zu kön­nen.
  • Auf die eige­nen Stär­ken set­zen: Die eige­nen Talen­te und Stär­ken kön­nen der Früh­jahrs­mü­dig­keit eben­falls den Kampf ansa­gen. Wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en haben zei­gen kön­nen, dass Men­schen, die Din­ge tun, die sie glück­lich machen, wesent­lich mehr Ener­gie haben und sich weit weni­ger müde und gestresst füh­len.
  • Power­nap­ping: Ein kur­zes Nicker­chen ist ide­al geeig­net, um fri­sche Ener­gie zu tan­ken. Der Schlaf soll­te aller­dings nicht län­ger als eine hal­be Stun­de dau­ern, sonst kann das die Müdig­keit nur noch mehr ver­stär­ken.



Wer ist von der Frühjahrsmüdigkeit betroffen?

Die­ses Phä­no­men ist recht weit ver­brei­tet: Rund 54 Pro­zent der Män­ner und etwa 60 Pro­zent der Frau­en füh­len sich in den Früh­lings­mo­na­ten müde und erschöpft.

Fünf wirksame Tipps gegen die Frühjahrsmüdigkeit – so beugen Sie vor

  1. Vie­le Spa­zier­gän­ge und aus­rei­chend Bewe­gung an der fri­schen Luft sor­gen für einen aus­ge­gli­che­nen Hor­mon­haus­halt.
  2. Wech­sel­du­schen stär­ken das Herz, die Gefä­ße und das Immun­sys­tem und machen so fit für den Früh­lings­an­fang.
  3. For­dern, aber nicht über­for­dern: Ein akti­ver, ereig­nis­rei­cher Tag soll­te mit einem gemüt­li­chen Abend­pro­gramm been­det wer­den.
  4. Bei anhal­ten­der Müdig­keit, Kon­zen­tra­ti­ons­pro­ble­men und Erschöp­fung kann eine Sup­ple­men­tie­rung mit Mine­ral­stof­fen, Vit­ami­nen und Spu­ren­ele­men­ten hel­fen.
  5. Eine gesun­de Ernäh­rungs­wei­se mit viel fri­schem Gemü­se, Früch­ten, Voll­korn­pro­duk­ten, Hül­sen­früch­ten und mage­rem Fleisch ver­drängt nicht nur den Win­ter­speck, son­dern füllt auch lee­re Vit­amin­spei­cher auf. So kön­nen Sie im Früh­ling aktiv durch­star­ten!

Fazit – mit guter Laune und aktiv in den Frühling starten

Ein Mythos ist die Früh­jahrs­mü­dig­keit nicht, doch es gibt vie­le wirk­sa­me Mög­lich­kei­ten, ihr vor­zu­ge­hen. Die Ursa­che der Mat­tig­keit liegt vor allem in kör­per­in­ter­nen hor­mo­nel­len Pro­zes­sen. Mit einem gesun­den, abwechs­lungs­rei­chen und aus­ge­wo­ge­nen Ess­ver­hal­ten sowie eini­gen Tipps, kön­nen Sie die Früh­lings­zeit in vol­len Zügen genie­ßen.

Früh­jahrs­mü­dig­keit – Krank­heit oder Mythos?

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