Bewegung im Alltag hält fit

Mann benutzt Treppe auf dem Weg zur Arbeit

Bewegung im Alltag hält fit

„10.000 Schrit­te sollst du tun am Tag“, besagt eine alte Weis­heit. Tat­säch­lich schaf­fen es aber nicht ein­mal ein Drit­tel aller Deut­schen, sich aus­rei­chend zu bewe­gen. Dabei muss es nicht immer gleich der Gang ins Fit­ness­stu­dio sein. Mit ein biss­chen Dis­zi­plin und Krea­ti­vi­tät lässt sich aus­rei­chend Bewe­gung in Ihren All­tag inte­grie­ren.

Warum Bewegung wichtig ist.

Auch wenn man es heut­zu­ta­ge kaum noch glau­ben mag: Der Mensch ist von Natur aus ein Bewe­gungs­tier. Unse­re Urah­nen lie­fen frü­her im Schnitt zehn Kilo­me­ter am Tag. Dass die meis­ten von uns nicht ein­mal mehr annä­hernd auf die emp­foh­le­nen zehn­tau­send Schrit­te täg­lich kom­men, sagt schon viel über unse­re Gesell­schaft aus. Ob im Auto, im Büro oder abends auf dem Sofa: Wir sit­zen viel zu viel.

Dabei ist Bewe­gung nicht nur für unse­re phy­si­sche Gesund­heit wich­tig, son­dern auch für unser psy­chi­sches Wohl­be­fin­den. Men­schen, die sich regel­mä­ßig bewe­gen, sind deut­lich stress­re­sis­ten­ter als Bewe­gungs­muf­fel. Zudem setzt phy­si­sche Akti­vi­tät in uns das Glücks­hor­mon Endor­phin frei. Wer sich öfter bewegt, ist also auch zufrie­de­ner. Davon abge­se­hen hat Bewe­gung einen enorm wich­ti­gen Ein­fluss auf unse­re Gesund­heit. Schon wer sich wöchent­lich zwei Stun­den mode­rat bewegt, senkt das Risi­ko, einen Schlag­an­fall zu erlei­den um ein Vier­tel. Nach­ge­wie­sen ist auch, dass Bewe­gung die Wahr­schein­lich­keit an Demenz zu erkran­ken redu­ziert. Sogar vor Brust-, Lun­gen- und Darm­krebs kann regel­mä­ßi­ges Aktiv­sein bis zu einem gewis­sen Grad schüt­zen. Ganz zu schwei­gen von dem posi­ti­ven Ein­fluss auf das Gewicht und alle damit ver­bun­de­nen Fak­to­ren. Kurz­um, wer sich bewegt, stärkt sein gan­zes Immun­sys­tem!

Sie haben kei­ne Zeit oder Lust, in Ihrer Frei­zeit Sport zu trei­ben? Wir zei­gen Ihnen, wie Sie sich ohne gro­ßen Auf­wand in Ihrem All­tag fit und gesund hal­ten kön­nen!

Laufen ist die natürlichste Bewegung.

Auf dem Weg zur Arbeit

Opti­mal wäre es, wenn Sie Ihren Arbeits­weg zu Fuß oder mit dem Rad zurück­le­gen. So kom­men Sie gleich mor­gens in Schwung, tun etwas für Ihre Fit­ness und scho­nen gleich­zei­tig noch die Umwelt. Auch das läs­ti­ge Park­platz­su­chen oder die Abhän­gig­keit von den öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln ent­fal­len. Zu viel des Guten? Wenn Ihnen die Umstel­lung zu schwer­fällt, legen Sie zu Beginn einen Tag pro Wochen fest, an dem Sie das Auto ste­hen las­sen.

Soll­te Ihr Arbeits­weg nicht ohne Auto oder Bahn zu bewäl­ti­gen sein, kön­nen Sie Kom­pro­mis­se ein­ge­hen. Stei­gen Sie ein oder zwei Bus- oder Bahn­sta­tio­nen eher aus als nor­mal. So star­ten Sie gleich fit in den Tag und brin­gen Ihren Kreis­lauf in Schwung. Auch Auto­fah­rer kön­nen die­sen Trick anwen­den. Nicht das Auto gleich in die Tief­ga­ra­ge am Arbeits­ort abstel­len. Par­ken Sie etwas außer­halb und gehen Sie den Rest zu Fuß.

Trep­pen stei­gen

Ja, so ein Auf­zug ist ver­lo­ckend. Doch sei­en Sie froh, dass Ihnen Bei­ne gege­ben sind, die funk­tio­nie­ren! Auf­zü­ge sind wich­tig für Men­schen mit Beein­träch­ti­gung. Aber wenn Sie zu den glück­li­chen Men­schen mit gesun­den Bei­nen gehö­ren, soll­ten Sie die­se auch benut­zen. Trep­pen­stei­gen gehört zu den effek­tivs­ten Work­outs über­haupt, da es die gesam­te Bein- und Gesäß­mus­ku­la­tur trai­niert. Also über­win­den Sie Ihren inne­ren Schwei­ne­hund und igno­rie­ren Sie in Zukunft den Auf­zug. Wet­ten, dass Sie zu Fuß sogar schnel­ler sind?

Kur­ze Wege zu Fuß gehen

Wie war noch ein­mal der Name des gest­ri­gen Kun­den? Wer geht wo Essen in der Mit­tags­pau­se? Prak­tisch, so ein Tele­fon. Doch auch tele­fo­nie­ren macht uns faul. War­um zum Hörer grei­fen, wenn der Kol­le­ge oder die Kol­le­gin zwei Zim­mer wei­ter sit­zen? Gera­de im Büro sind es die klei­nen Schrit­te, die den Anfang machen. Län­ger als eine Stun­de am Stü­cke soll­te der mensch­li­che Kör­per nicht sit­zen. Freu­en Sie sich also, wenn Sie etwas mit einem Kol­le­gen bespre­chen müs­sen, und erhe­ben Sie sich dafür aus Ihrem Stuhl! Per­sön­li­che Gesprä­che sind viel ange­neh­mer als Tele­fo­na­te und ber­gen weni­ger Poten­zi­al für Miss­ver­ständ­nis­se.

Ver­dau­ungs­spa­zier­gän­ge

So viel zu tun, dass Sie Ihr Mit­tag­essen beim Lie­fer­ser­vice bestel­len und vor dem Com­pu­ter neben­bei essen? Mit­tags­pau­sen vor dem PC soll­ten die Aus­nah­me, nicht die Regel sein. Neh­men Sie sich Zeit für Ihr Mit­tag­essen. Am bes­ten ist es, wenn Sie die­ses außer­halb des Büros zu sich neh­men, sei es in der Büro­kü­che, in der Kan­ti­ne oder beim Ita­lie­ner um die Ecke. Damit Sie nach dem Essen nicht in ein Food-Koma ver­fal­len, emp­fiehlt es sich, einen Ver­dau­ungs­spa­zier­gang zu machen. Fra­gen Sie Ihre Kol­le­gen, ob sie Sie nicht beglei­ten möch­ten. So tun Sie nicht nur etwas für Ihre Gesund­heit, son­dern auch für Ihre sozia­len Kon­tak­te.

In Bewegung bleiben beugt zahlreichen Krankheiten vor

Klei­ne Übun­gen für zwi­schen­durch

Gera­de, wer im Büro sitzt, neigt dazu, einen krum­men Rücken zu machen oder auf sei­nem Stuhl ein­zu­sa­cken. Schluss damit! Ver­su­chen Sie, ein­mal stünd­lich ein klei­nes Work­out zu machen. Kei­ne Sor­ge, das müs­sen nicht gleich Knie­beu­gen oder Lie­ge­stütz sein. Es reicht schon, wenn Sie kurz auf­ste­hen und sich nach allen Sei­ten stre­cken. Wenn Sie etwas muti­ger sind, kön­nen Sie auch Ihre Arme und Bei­ne krei­sen. Sie sind gera­de so in Ihre Arbeit ver­tieft, dass Sie es nicht schaf­fen, auf­zu­ste­hen? Zie­hen Sie Ihre Zehen abwech­selnd zu sich her­an. Die­se klei­ne, aber ein­fa­che Übung sorgt dafür, dass Ihre Bei­ne gut durch­blu­tet wer­den. Eine Anschaf­fung, die sich zudem lohnt, ist ein Gym­nas­tik­ball. Die­sen kön­nen Sie bei­spiels­wei­se nach der Mit­tags­pau­se durch Ihren Büro­stuhl tau­schen. Durch die Feder­be­we­gung wird Ihr Rücken ent­las­tet. Zudem kann man sich auf den Bäl­len wun­der­bar abrol­len und so den kom­plet­ten Rücken ent­span­nen und die ent­spre­chen­de Mus­ku­la­tur stär­ken.

Aktiv blei­ben

Egal ob Haus­putz, Gärt­nern oder Spa­zier­gän­ge mir Ihrem Part­ner oder Hund. Las­sen Sie sich nach Fei­er­abend nicht sofort auf die Couch fal­len, son­dern blei­ben Sie aktiv! Sind Sie ver­ab­re­det oder haben Sie noch einen Ter­min zu erle­di­gen, ver­su­chen Sie, das Fahr­rad zu neh­men oder zu Fuß zu gehen. Sie woll­ten schon ganz lan­ge mal mit einem alten Freund oder einer guten Freun­din tele­fo­nie­ren? Dann neh­men Sie Ihr Han­dy mit nach drau­ßen und rufen Sie ihn oder sie an! Die meis­ten Men­schen lau­fen ohne­hin lie­ber, als dass sie sit­zen, wenn sie tele­fo­nie­ren.

Zur Bewegung motivieren: Fitness-Armbänder und Smartphone Apps

Bewe­gungs-Apps als Hel­fer

Zu guter Letzt gibt es noch eini­ge tech­ni­sche Hel­fer, die Sie bei Ihrem Ver­such, sich mehr zu bewe­gen, unter­stüt­zen kön­nen. Inzwi­schen gibt es von zahl­rei­chen Anbie­tern kos­ten­lo­se Schritt­zäh­ler Apps für Smart­pho­nes oder, wer es ger­ne etwas aus­führ­li­cher mag, Fit­ness-Arm­bän­der, die die unter­schied­li­chen Mess­wer­te an eine eigens ent­wi­ckel­te App an ein ver­bun­de­nes Smart­pho­ne schickt. Die­se mes­sen Ihre Schritt­län­ge und zäh­len dann die Schrit­te, wel­che Sie tag­täg­lich zurück­le­gen. Dar­über hin­aus kann man noch die Herz­fre­quenz, den Schlafrhyth­mus und die zurück­ge­leg­te Stre­cke tra­cken. Zehn­tau­send Schrit­te täg­lich soll­ten es min­des­tens sein, das ent­spricht in  etwa fünf bis acht Kilo­me­ter. Gera­de am Anfang kön­nen sol­che Apps span­nend sein. Oft­mals bewe­gen wir uns viel weni­ger, als wir anneh­men.

Eine Fra­ge der Ein­stel­lung

Wie Sie sehen, ist sich im All­tag fit zu hal­ten, kei­ne Fra­ge der Zeit. Gesund zu leben ist vor allem Ein­stel­lungs­sa­che. Wenn Sie möch­ten, bie­ten sich Ihnen zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten, Bewe­gung in Ihren All­tag zu inte­grie­ren. Sie müs­sen nur Ihren Schwei­ne­hund über­win­den! Aller Anfang ist schwer. Ver­su­chen Sie daher nicht, gleich alle Tipps auf ein­mal umzu­set­zen. Suchen Sie sich das Ein­fachs­te aus und stei­gern Sie Ihr Pen­sum, wenn Sie mer­ken, dass es gut läuft! Haben Sie sich ein­mal umge­stellt, läuft Vie­les von selbst. Nicht zuletzt auch des­halb, weil Sie mer­ken wer­den, wie gut Ihnen die Bewe­gung tut.