Adipositas (Fettsucht)

Adipositas (Fettsucht)

Was bedeutet Adipositas?

Der Begriff Adi­po­si­tas stammt aus dem Latei­ni­schen und steht für Fett­lei­big­keit oder Fett­sucht. Es han­delt sich um eine Stoff­wech­sel­er­kran­kung in Ver­bin­dung mit star­kem Über­ge­wicht. Die Krank­heit gilt als chro­nisch und kann schwer­wie­gen­de Fol­ge­er­kran­kun­gen aus­lö­sen. Weil die ver­stärk­te Fett­an­samm­lung im Kör­per mit einem unge­sun­den Ess­ver­hal­ten zusam­men­hängt, kann auch von einer Ernäh­rungs­krank­heit gespro­chen wer­den.

Das Leben adi­pö­ser Men­schen kann auf­grund des kör­per­li­chen Umfangs stark ein­ge­schränkt sein. Ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 kg/m² gel­ten über­ge­wich­ti­ge Men­schen als adi­pös. Der BMI unter­liegt der Defi­ni­ti­on der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO). Es gibt drei unter­schied­li­che Schwe­re­gra­de, die über den Body-Mass-Index bestimmt wer­den. Dabei spie­len Bauch­um­fang und das Tail­le-Hüft-Ver­hält­nis eine Rol­le. In der Regel ist die Lebens­er­war­tung adi­pö­ser Men­schen nicht sehr hoch. Sowohl Erwach­se­ne als auch Kin­der und Jugend­li­che kön­nen unter star­kem Über­ge­wicht lei­den.

Welche Stufen der Adipositas gibt es?

Der Body-Mass-Index bestimmt den Grad der Adi­po­si­tas. Ins­ge­samt gibt es drei Schwe­re­gra­de und eine Vor­stu­fe, die Präa­di­po­si­tas genannt wird.

Präa­di­po­si­tas

Die Vor­stu­fe Präa­di­po­si­tas liegt bei einem Body-Mass-Index-Wert zwi­schen 25 und 29,9 kg/m². Obwohl das Risi­ko für eine Fol­ge­er­kran­kung als gering erhöht ein­ge­stuft wird, soll­te das Risi­ko nicht unter­schätzt wer­den. Dies hängt mit dem Tail­len­um­fang zusam­men. Auch wenn die­ser bei Frau­en unter 30 kg/m² lie­gen mag, ist ein Umfang von 88 cm bei Frau­en und von 102 cm bei Män­nern mög­lich. Der Blut­kreis­lauf und das Blut­ge­fäß­sys­tem kön­nen gestört wer­den. Ist der Anteil von Bauch­fett erhöht, spricht die Medi­zin von einer abdo­mi­na­len Adi­po­si­tas. Hier besteht das Risi­ko für Stoff­wech­sel- und Herz­kreis­lauf­erkran­kun­gen.

Grad I und II

Liegt Grad I und Grad II vor, bewegt sich der BMI-Wert zwi­schen 30 und 34,9 kg/m² (Grad I) und 35 kg/m² bis knapp vor 40 kg/m² (Grad II). Das Risi­ko für Fol­ge­er­kran­kun­gen stuft die Deut­sche Adi­po­si­tas-Gesell­schaft als hoch ein.

Grad III

Ab einem BMI-Wert von 40 kg/m² liegt eine schwer­wie­gen­de Form der Adi­po­si­tas vor, die Adi­po­si­tas per­ma­gna oder mor­bi­de Adi­po­si­tas genannt wird. Die Ver­wirk­li­chung von Fol­ge­er­kran­kun­gen ist hier sehr wahr­schein­lich.

Falsches Essverhalten oder genetische Veranlagungen?

Die Krank­heit Adi­po­si­tas kann meh­re­re Ursa­chen haben.

Ernäh­rung und Bewe­gungs­man­gel

Unter Über­ge­wicht auf­grund kalo­ri­en­rei­cher Ernäh­rung lei­den vie­le Men­schen. Den­noch sind sie nicht gleich adi­pös. Auch wenn man­geln­de Bewe­gung hin­zu­kommt, muss nicht gleich auf eine Fett­sucht geschlos­sen wer­den. Bei Vor­lie­gen der Erkran­kung kann eine Ver­flech­tung von meh­re­ren unter­schied­li­chen Ursa­chen bestehen. Sicher ist, dass es nicht per se um kalo­ri­en­hal­ti­ge Nah­rungs­mit­tel geht, son­dern um die Zusam­men­set­zung ihrer Nähr­stof­fe.

Gene­ti­sche Ursa­chen

Die Ten­denz im Leben über­ge­wich­tig zu wer­den, kann ver­erbt wer­den. Eine bestimm­te Kon­stel­la­ti­on der Gene führt zu weni­ger Ener­gie­ver­brauch. Der Stoff­wech­sel ver­braucht nicht das, was er soll. Die Fol­ge: Über­ge­wicht.

Für das gestör­te Ess­ver­hal­ten kann auch eine Stö­rung in bestimm­ten Gehirn­re­gio­nen ver­ant­wort­lich sein. Eine Stö­rung des Hypo­tha­la­mus im Gehirn kann näm­lich für ein gestei­ger­tes Hun­ger­ge­fühl sor­gen.

Ver­hal­tens­psy­cho­lo­gi­sche Fak­to­ren

Schon Kin­der kön­nen über­ge­wich­tig sein. Dies kann an ihrem Umfeld lie­gen, in dem sie auf­wach­sen. Ess­ge­wohn­hei­ten hän­gen auch mit der Prä­gung zusam­men, die in das Kin­des- und Jugend­al­ter fällt. Der rich­ti­ge Umgang mit Nah­rung muss erlernt wer­den. Das ist nicht in jeder Fami­lie der Fall. Der Kör­per braucht Ess­pau­sen, damit ein gesun­des Hun­ger­ge­fühl und ein natür­li­cher Rhyth­mus erhal­ten blei­ben. Der dau­er­haf­te Zugang zu Süßig­kei­ten stört das nor­ma­le Ess­ver­hal­ten.

Welche gesundheitlichen Risiken gehen mit Adipositas einher?

Bestimm­te Fol­ge­er­kran­kun­gen sind bei Vor­lie­gen einer Adi­po­si­tas prä­de­sti­niert:

  • Dia­be­tes
  • Fett­stoff­wech­sel­stö­run­gen
  • Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen

Etwa 80 % der an Adi­po­si­tas erkrank­ten Men­schen lei­den unter Dia­be­tes Typ 2. Auf­grund der erhöh­ten Nah­rungs­auf­nah­me steigt der Blut­zu­cker.

Sind Männer oder Frauen häufiger betroffen?

Die Ergeb­nis­se des 13. DGE-Ernäh­rungs­be­richts (Deut­sche Gesell­schaft für Ernäh­rung) zei­gen eine Zunah­me über­ge­wich­ti­ger Men­schen. Dabei füh­ren die Män­ner die Spit­ze mit 59 % an, gefolgt von den Frau­en mit 37 %. Im Zeit­al­ter der Digi­ta­li­sie­rung nimmt auch die Ten­denz bei über­ge­wich­ti­gen Jun­gen und Mäd­chen zu.

Die dicksten Nationen?

Wer glaubt, die USA lie­gen auf dem ers­ten Platz, der irrt. Zu den dicks­ten Län­dern der Welt gehö­ren die Pazi­fik­in­seln. Die ers­ten drei Plät­ze bele­gen:

  • 1. Ame­ri­can Samoa
  • 2. Nau­ru
  • 3. Cook Islands

Was tun gegen Adipositas?

Bei Adi­po­si­tas kann eine Magen­ver­klei­ne­rung hel­fen. Die­ser ope­ra­ti­ve Ein­griff ist zwar mit Risi­ken ver­bun­den, aber er kann tat­säch­lich hel­fen. Die Ver­klei­ne­rung des Magens bewirkt, dass das Sät­ti­gungs­ge­fühl frü­her ein­setzt. Beim Schlauch­ma­gen wer­den acht­zig bis neun­zig Pro­zent des Magens ent­fernt. Schlauch­ma­gen heißt der Magen dann, weil ein schlauch­ar­ti­ger Rest übrig bleibt. Beim Magen­bypass trennt der Chir­urg ein Stück vom Magen ab. Den Rest ver­bin­det er mit einer Dünn­darm­schlin­ge.

Auch ein Magen­band kann hel­fen. Dies besteht aus einem Sili­kon­band, der um den obe­ren Teil des Magens gelegt wird. Durch die Tren­nung ent­steht ein Vor­ma­gen, der zu einem frü­hen Sät­ti­gungs­ge­fühl führt und des­halb den Hun­ger recht­zei­tig stoppt.

Dane­ben gibt es noch den Magen­bal­lon, der in den Magen ein­ge­setzt wird. Er besteht ent­we­der aus Sili­kon oder Kunst­stoff. Im Magen wird dadurch ein künst­li­ches Sät­ti­gungs­ge­fühl erzeugt.