Fettstoffwechselstörung

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 16.05.2019 Lesezeit: 3 Minuten
Fettstoffwechselstörung
Fettstoffwechselstörung

Gestörter Fettstoffwechsel gefährdet Herz und Kreislauf

Eine Fett­stoff­wech­sel­stö­rung führt in vie­len Fäl­len zur Ver­en­gung der Blut­ge­fä­ße und begüns­tigt daher Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen. Gestört sein kön­nen die Her­stel­lung, Ver­ar­bei­tung oder der Trans­port von ver­schie­de­nen Fet­ten im Kör­per. Die Gefä­ße ver­stop­fen und bewir­ken so ein erhöh­tes Risi­ko für Herz­in­fark­te und Schlag­an­fäl­le. Nach Schät­zun­gen hat jeder zwei­te Bewoh­ner der west­li­chen Indus­trie­län­der im Alter jen­seits von 40 Jah­ren zu hohe Blut­fett­wer­te.

Die Blut­fet­te wer­den in Tri­gly­ce­ri­de und Cho­le­ste­ri­ne unter­teilt. Ent­we­der wer­den sie mit der Nah­rung auf­ge­nom­men oder im Kör­per selbst gebil­det. Der eigent­li­che Ener­gie­spen­der für Fett- und Mus­kel­zel­len sind die Tri­gly­ce­ri­de. Cho­le­ste­ri­ne wer­den vom Kör­per in aus­rei­chen­der Men­ge selbst pro­du­ziert. Sie sind wich­tig als Bau­stei­ne der Zell­wän­de und bil­den das Grund­ge­rüst von ver­schie­de­nen Hor­mo­nen, des Vit­amins D sowie der Gal­len­säu­re.

Risiko steigt bei ungesunder Ernährung und zu wenig Bewegung

Eine gene­tisch ver­ur­sach­te Stö­rung des Fett­stoff­wech­sels wird als pri­mä­re Stö­rung bezeich­net. Sie muss trotz Vor­be­las­tung nicht zwangs­läu­fig aus­bre­chen. Zu wenig kör­per­li­che Bewe­gung und unpas­sen­de Ernäh­rung kön­nen ein Auf­tre­ten jedoch för­dern. Die­se Fak­to­ren wer­den unter dem Begriff sekun­dä­re Fett­stoff­wech­sel­stö­rung zusam­men­ge­fasst. Ihr Zusam­men­spiel mit der pri­mä­ren Fett­stoff­wech­sel­stö­rung ist nicht genau abzu­gren­zen. Grund­er­kran­kun­gen wie Dia­be­tes oder Schild­drü­sen­un­ter­funk­ti­on sowie die Fak­to­ren Über­ge­wicht, Stress und star­ker Alko­hol­kon­sum begüns­ti­gen eine erwor­be­ne Fett­stoff­wech­sel­stö­rung. Die­se führt meist zu einem erhöh­ten Auf­kom­men von Tri­gly­ce­ri­den, der pri­mä­re Fett­stoff­wech­sel­de­fekt wie­der­um beför­dert den Cho­le­ste­rin­über­schuss. Es gibt exak­te Richt­wer­te, die dar­über Aus­kunft geben, wann ein Blut­fett­spie­gel noch nor­mal oder zu hoch ist. Jeder Arzt oder Apo­the­ker gibt dar­über Aus­kunft.

Tie­ri­sche Fet­te trei­ben die Wer­te eher in die Höhe als pflanz­li­che. Schäd­lich ist vor allem häu­fi­ger Ver­zehr von fet­ti­gem Schwei­ne­fleisch. Bevor­zugt wer­den soll­ten unge­sät­tig­te Fett­säu­ren, wie sie zum Bei­spiel in Oli­ven­öl vor­kom­men. Im täg­li­chen Ernäh­rungs­plan dür­fen auch bal­last­stoff­rei­che Kost sowie Obst und Gemü­se nicht feh­len. Vor­sicht gebo­ten ist bei mehr als drei Eiern pro Woche. Regel­mä­ßi­ger Sport und täg­li­che akti­ve Bewe­gung beein­flus­sen die Fett­wer­te posi­tiv. Aus­dau­er­sport hat dies­be­züg­lich noch grö­ße­re Vor­tei­le als der gele­gent­li­che Besuch im Kraft­raum des Fit­ness-Stu­di­os.

Ballaststoffe und Omega-3-Fettsäuren bieten viele Vorteile

Gute Blut­fett­wer­te las­sen sich auf vor­teil­haf­te Wei­se mit einer bal­last­stoff­rei­chen Ernäh­rung errei­chen und bewah­ren. Bal­last­stof­fe sind haupt­säch­lich in Nah­rungs­mit­teln pflanz­li­cher Her­kunft anzu­tref­fen. Hier ragen Getrei­de­pro­duk­te wie Rog­gen, Wei­zen und Hafer her­aus. Reich an Bal­last­stof­fen sind auch wei­ße Boh­nen, Erb­sen, Möh­ren, Lin­sen, Voll­korn­reis und -nudeln. Lebens­mit­tel, die bal­last­stoff­reich sind, kür­zen den Ver­dau­ungs­pro­zess ab. Somit wer­den weni­ger Cho­le­ste­ri­ne im Darm­trakt auf­ge­nom­men. Dane­ben redu­ziert sich auf natür­li­che Wei­se die Wie­der­auf­nah­me von Gal­len­säu­re.

Äußerst posi­tiv machen sich Ome­ga-3-Fett­säu­ren hin­sicht­lich einer Blut­fett­sen­kung bemerk­bar. Sie wer­den aus­schließ­lich über die Nah­rung zuge­führt und kom­men reich­lich in See­fi­schen oder zum Bei­spiel Lein­sa­men vor. Ome­ga-3-Fett­säu­ren kön­nen glei­cher­ma­ßen einer Erhö­hung von Cho­le­ste­ri­nen und Tri­gly­ce­ri­den ent­ge­gen­wir­ken. Damit beu­gen sie einer Ver­en­gung oder einem Ver­schluss von Gefä­ßen vor. Das Risi­ko für Durch­blu­tungs­stö­run­gen, Herz­in­fark­te und Schlag­an­fäl­le sinkt.

Fettablagerungen drohen bereits im frühen Kindesalter

Eine Fett­stoff­wech­sel­stö­rung kann ange­bo­ren sein. In schwe­ren Fäl­len lagert sich bereits im frü­hen Kin­des­al­ter Fett ab. Damit wird eine Grund­la­ge für Gefäß­ver­kal­kun­gen gelegt, die das Herz betref­fen kön­nen. Viel­fach blei­ben Stö­run­gen des Fett­stoff­wech­sels im Erwach­se­nen­al­ter lan­ge Zeit ohne kla­re Sym­pto­me. Direkt spür­ba­re Beein­träch­ti­gun­gen oder Schmer­zen feh­len oft­mals. Erst wenn Fol­ge­er­kran­kun­gen auf­tre­ten, rücken erhöh­te Blut­fett­wer­te in das Bewusst­sein. Dann machen sich auch äußer­lich Fol­gen bemerk­bar. Unter der Haut bil­den sich Fett­knöt­chen, beson­ders an den Hän­den, Gelen­ken, im Gesäß­be­reich und um die Augen her­um. Die Horn­haut des Auges wird unter Umstän­den von grau­gelb­li­chen Trü­bun­gen umge­ben.

Spe­zi­ell eine star­ke Zunah­me von Tri­gly­ce­ri­den im Blut führt unter Umstän­den zu wie­der­hol­ten Ent­zün­dun­gen der Bauch­spei­chel­drü­se. Häu­fig kommt auch Ver­fet­tung der Leber hin­zu, die sich mit hef­ti­gen Schmer­zen im rech­ten Ober­bauch­be­reich äußern kann. Nicht sel­ten stellt sich eine Angi­na Pec­to­ris (Brust­en­ge) ein. Der gestör­te Fett­stoff­wech­sel zieht häu­fig auch Krib­beln in Hän­den und Füßen sowie Taub­heits­ge­füh­le nach sich. Die Bei­ne kön­nen beim Gehen schmer­zen und brau­chen oft Pau­sen. Wenn sich die­se Sym­pto­me ein­stel­len, hat der Fett­stoff­wech­sel­de­fekt bereits dras­tisch in den Blut­kreis­lauf ein­ge­grif­fen. Des­halb wird vom 35. Lebens­jahr an alle 24 Mona­te eine Blut­fett­un­ter­su­chung durch den Haus­arzt emp­foh­len.

Medikamente können begleitend gute Wirkungen zeigen

In der The­ra­pie wird ein beson­de­rer Wert auf das Besei­ti­gen von Risi­ko­fak­to­ren gelegt, die eine Stö­rung des Fett­stoff­wech­sels begüns­ti­gen. Das bedeu­tet an ers­ter Stel­le die grund­le­gen­de Reform der Lebens­ge­wohn­hei­ten. Zudem ste­hen gesun­de Ernäh­rung, Stress­ver­mei­dung, mehr Bewe­gung und Sport, weni­ger Niko­tin sowie Mäßi­gung des Alko­hol­kon­sums weit vorn auf dem Pro­gramm. Damit ein­her geht die Behand­lung eines zu hohen Blut­drucks. Die Ein­nah­me von Medi­ka­men­ten soll jedoch mög­lichst sekun­där blei­ben. Nur wenn die Lebens­um­stel­lun­gen im All­tag nicht aus­rei­chen, wer­den gezielt Arz­nei­mit­tel ver­schrie­ben.

Der Ein­satz von Medi­ka­men­ten für die The­ra­pie gegen Stoff­wech­sel­stö­run­gen ist in aller Regel lang­wie­rig und bedeu­tet oft die Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner Wirk­stof­fe. Für die Regu­lie­rung der Blut­fett­wer­te sind Sta­ti­ne, Gal­len­säu­re­bin­der, Fibra­te, Cho­le­ste­ri­n­auf­nah­me­hem­mer und Nico­tin­säu­re bedeut­sam. Die Sta­ti­ne ver­rin­gern den Cho­le­ste­rin­spie­gel stark und schüt­zen wirk­sam vor Gefäß­ver­kal­kung. Aller­dings müs­sen in der Ein­stel­lungs­pha­se regel­mä­ßi­ge Kon­trol­len erfol­gen. Dem­ge­gen­über hel­fen Gal­len­säu­re­bin­der bei der Aus­schei­dung von Gal­len­säu­re, kön­nen jedoch mit Medi­ka­men­ten wech­sel­wir­ken und die Auf­nah­me von Nähr­stof­fen beein­flus­sen. Hin­ge­gen sen­ken Fibra­te die Tri­gly­ce­ri­de die Wirk­kraft von Mit­teln gegen Dia­be­tes sowie Blut­ver­dün­nern und soll­ten auch nicht bei Nie­ren- und Leber­er­kran­kun­gen ein­ge­nom­men wer­den. Des Wei­te­ren kommt Nico­tin­säu­re vor allem dann zur Anwen­dung, wenn Cho­le­ste­ri­ne und Tri­gly­ce­ri­de in kom­bi­nier­ter Form für den Anstieg der Blut­fett­wer­te ver­ant­wort­lich sind.

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