Osteoporose — Wenn der Knochen schwindet

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 10.07.2019 Lesezeit: 3 Minuten

Sicher hat jeder das Wort schon ein­mal gehört: Osteo­po­ro­se. Doch was ver­birgt sich dahin­ter?

Unse­re Kno­chen bestehen aus einem eng­ma­schi­gen Gerüst, das stoff­wech­sel­be­dingt einem stän­di­gen Umbau unter­liegt. Sind wir gesund, dann sind unse­re Kno­chen dicht gebaut und kön­nen rela­tiv hohen Druck­be­las­tun­gen stand­hal­ten. Aller­dings gibt es Fak­to­ren, die das Gleich­ge­wicht zwi­schen Kno­chen­auf­bau und Kno­chen­ab­bau stö­ren kön­nen. Zudem sind gera­de Cal­ci­um und Vit­amin D beson­ders wich­tig, um die Kno­chen zu stär­ken. Bei leich­ten Stö­run­gen und einer leicht ver­min­der­ten Kno­chen­dich­te kommt es zur soge­nann­ten Osteo­pe­nie, dem Vor­läu­fer der Osteo­po­ro­se. Sobald die Kno­chen eine bestimm­te Dich­te unter­schrei­ten, spricht man von Osteo­po­ro­se.

Die Ursa­chen kön­nen viel­fäl­tig sein. Da häu­fig Hor­mo­ne eine Rol­le spie­len, sind Frau­en dop­pelt so häu­fig betrof­fen wie Män­ner.

Osteoporose Alter
Osteoporose - Wenn der Knochen schwindet

Symptome

Sind die Kno­chen zu Beginn noch recht sta­bil, ver­ur­sacht die Erkran­kung im Anfangs­sta­di­um häu­fig kei­ne merk­ba­ren Sym­pto­me. Wer­den die Kno­chen aller­dings mit der Zeit immer insta­bi­ler, kommt es ver­mehrt und bereits unter gerin­ger Belas­tung zu Brü­chen (Frak­tu­ren). Zudem füh­ren die Ver­än­de­run­gen oft zu Schmer­zen in den Kno­chen, was den All­tag zur Qual wer­den las­sen kann. Gera­de unser Rücken ist tag­täg­lich enor­men Belas­tun­gen aus­ge­setzt. Wir­bel­kör­per kön­nen stau­chen oder bre­chen und es scheint, als wür­de die betrof­fe­ne Per­son schrump­fen. Neben einer Abnah­me der Kör­per­grö­ße kann es zu Ver­for­mun­gen am Ske­lett kom­men und ein Buckel oder Rund­rü­cken ist meist die Fol­ge.

Ursachen von Osteoporose

Man unter­schei­det zwi­schen einer pri­mä­ren und einer sekun­dä­ren Osteo­po­ro­se. Bei der pri­mä­ren Form tritt die Osteo­po­ro­se ohne erkenn­ba­re Ursa­che als eigen­stän­di­ge Erkran­kung auf. Der sekun­dä­ren Form lie­gen ver­schie­de­ne Erkran­kun­gen zugrun­de.

Primäre Osteoporose

Zu den pri­mä­ren For­men gehört die Osteo­po­ro­se im Jugend- und jun­gen Erwach­se­nen­al­ter (juve­nil), die Abnah­me der Kno­chen­dich­te nach den Wech­sel­jah­ren bei der Frau (post­me­no­pau­sal) oder die ver­min­der­te Kno­chen­dich­te im Alter (senil).

Sekundäre Osteoporose

Die häu­figs­ten Grund­er­kran­kun­gen bei sekun­dä­rer Osteo­po­ro­se kann wie folgt ein­ge­teilt wer­den:

Hormonell- und Stoffwechselbedingt

Vie­le Hor­mo­ne und Stoff­wech­sel­vor­gän­ge neh­men Ein­fluss auf die Beschaf­fen­heit unse­rer Kno­chen. Daher kön­nen Erkran­kun­gen wie eine Schild­drü­sen­über­funk­ti­on, ein Mor­bus Cus­hing oder ein Dia­be­tes mel­li­tus eine Osteo­po­ro­se zur Fol­ge haben.

Immunologische Grunderkrankungen

Eine Rei­he an Auto­im­mun­erkran­kun­gen kann auch unse­re Kno­chen aus der Balan­ce brin­gen. Zum Bei­spiel kann eine chro­ni­sche Poly­ar­thri­tis die Kno­chen brü­chig wer­den las­sen.

Mechanische Ursachen

Im Grun­de genom­men sind unse­re Kno­chen, was Belas­tung angeht wie unse­re Mus­keln: Wer­den sie häu­fig genutzt, bau­en sie Mas­se auf und sind belast­ba­rer. Fehlt die­ser mecha­ni­sche Reiz bei­spiels­wei­se durch lan­ges Lie­gen im Kran­ken­haus, wer­den die Kno­chen auf Dau­er brü­chig.

Tumorerkrankungen

Sowohl bös­ar­ti­ge als auch gut­ar­ti­ge Wuche­run­gen in den Kno­chen kön­nen die­se insta­bil machen. Das heißt: Sowohl Kno­ch­en­zys­ten als auch Kno­chen­krebs oder Meta­sta­sen im Ske­lett­sys­tem kön­nen die Sta­tik beein­träch­ti­gen und zu einer Osteo­po­ro­se füh­ren.

Medikamentenbedingt

Eine lan­ge Lis­te an Medi­ka­men­ten kann die Kno­chen­dich­te ver­min­dern. Vor allem Medi­ka­men­te, die den Hor­mon­haus­halt und den Stoff­wech­sel beein­flus­sen, zäh­len mit in die­se Rei­he. Jedoch auch Medi­ka­men­te, von denen man es nicht erwar­ten wür­de, kön­nen als Neben­wir­kung oder bei über­mä­ßi­gem und fal­schem Gebrauch den glei­chen Effekt haben. Zum Bei­spiel ver­min­dern Abführ­mit­tel die effi­zi­en­te Auf­nah­me von Vit­amin D und füh­ren zu dem Ver­lust von wich­ti­gen Mine­ral­stof­fen, was auf Dau­er den Kno­chen scha­den kann.

Untersucht bis auf die Knochen

Ver­mu­tet der Arzt eine Osteo­po­ro­se, muss zunächst geschaut wer­den, ob Grund­er­kran­kun­gen bestehen und bestimm­te Medi­ka­men­te ein­ge­nom­men wer­den, die die Sym­pto­me ver­ur­sa­chen kön­nen. Neben einer aus­führ­li­chen Ana­mne­se kön­nen Blut­un­ter­su­chun­gen und bild­ge­ben­de Ver­fah­ren wie das Rönt­gen Auf­schluss über die Ursa­che geben.

Die Kno­chen­dich­te kann mit­tels Ultra­schall oder Com­pu­ter­to­mo­gra­fie gemes­sen wer­den. Zur Beur­tei­lung der Kno­chen­dich­te dient der T-Score. Als Nor­mal gilt der sta­tis­ti­sche Mit­tel­wert unter gesun­den Frau­en vor den Wech­sel­jah­ren. Liegt das Ergeb­nis 1,0 bis 2,5 Stan­dard­ab­wei­chun­gen unter­halb die­ses Mit­tel­werts, spricht man von einer ver­min­der­ten Kno­chen­dich­te, also einer Osteo­pe­nie. Bei mehr als 2,5 Stan­dard­ab­wei­chun­gen unter­halb des Mit­tel­werts liegt eine Osteo­po­ro­se vor.

Steht die Fra­ge im Raum, ob ein gut- oder bös­ar­ti­ger Tumor die Ursa­che sein könn­te, so kann auch eine Pro­be­ent­nah­me (Biop­sie) des Kno­chens erfol­gen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die The­ra­pie ist davon abhän­gig, ob eine pri­mä­re oder eine sekun­dä­re Osteo­po­ro­se vor­liegt und wie stark die Kno­chen­dich­te ver­min­dert ist. Liegt eine Grund­er­kran­kung vor, muss die­se auf jeden Fall best­mög­lichst behan­delt wer­den, um den gewünsch­ten Erfolg zu erzie­len.

In den meis­ten Fäl­len wer­den zur Stär­kung der Kno­chen Prä­pa­ra­te mit Cal­ci­um und Vit­amin D ein­ge­setzt. Auch sol­che als Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel frei zugäng­li­chen Mit­tel soll­ten vor Ein­nah­me immer mit dem Arzt abge­spro­chen wer­den, da ein Zuviel zu uner­wünsch­ten Neben­wir­kun­gen und sogar Ver­gif­tun­gen füh­ren kann.

In schwe­re­ren Fäl­len wer­den wei­te­re Medi­ka­men­te ein­ge­setzt, die in den Hor­mon­haus­halt oder direkt in den Kno­chen­stoff­wech­sel ein­grei­fen. Dazu gehö­ren unter ande­rem Bis­phos­pho­na­te, Östro­ge­ne, Cal­ci­to­nin, bestimm­te Ana­bo­li­ka und neu­er­dings auch mono­k­lo­na­le Anti­kör­per wie Deno­sum­ab.

Quellen

Osteo­po­ro­se — Wenn der Kno­chen schwin­det

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