Was ist Physiotherapie und wobei kann sie helfen?

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den

Rund 22 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land lei­den unter immer wie­der­keh­ren­den Gelenk­be­schwer­den und Rücken­schmer­zen. Behand­lungs­for­men wie eine medi­ka­men­tö­se Behand­lung oder ope­ra­ti­ve Ein­grif­fe sind oft sehr ris­kant und mit Neben­wir­kun­gen ver­bun­den. Eine Phy­sio­the­ra­pie kann die­se Metho­den sanft unter­stüt­zen oder sie sogar kom­plett über­flüs­sig machen.

Die ver­schie­de­nen Teil­be­rei­che der Phy­sio­the­ra­pie kön­nen bei Erkran­kun­gen des Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes, der Ner­ven und sogar der inne­ren Orga­ne Lin­de­rung ver­schaf­fen und deren Funk­ti­ons­fä­hig­keit ver­bes­sern. Wel­che Metho­den es gibt und in wel­chen Fäl­len die­se zum Ein­satz kom­men, ist im Fol­gen­den zu lesen.

Das Wich­tigs­te in Kür­ze:
  • Die Kran­ken­gym­nas­tik und die phy­si­ka­li­sche The­ra­pie bil­den die zwei Säu­len der Phy­sio­the­ra­pie.
  • Die Manu­el­le The­ra­pie ist eine Son­der­form der Kran­ken­gym­nas­tik.
  • Phy­sio­the­ra­pie hilft nicht nur bei Rücken­schmer­zen, son­dern auch bei Ner­ven­schä­den und Funk­ti­ons­stö­run­gen der Orga­ne.
  • Im Regel­fall wer­den zunächst 6 bis 10 Sit­zun­gen ver­ord­net.
männlicher Patient hat Physiotherapie bei junger Frau
Spezielle Übungen steigern die Beweglichkeit.

Was ist Physiotherapie?

Die Phy­sio­the­ra­pie ist ein natür­li­ches Heil­ver­fah­ren, wel­ches mit­tels spe­zi­el­ler Trai­nings­ein­hei­ten und äußer­li­cher Rei­ze gestör­te Kör­per­funk­tio­nen behan­delt. Auch wenn die Phy­sio­the­ra­pie ein gro­ßes Behand­lungs­spek­trum auf­weist, wird sie doch zu einem Groß­teil bei Erkran­kun­gen und Ver­let­zun­gen der Wir­bel­säu­le und der Gelen­ke ange­wandt. Eine phy­sio­the­ra­peu­ti­sche Behand­lung kann eine Ergän­zung oder Alter­na­ti­ve zu Medi­ka­men­ten oder Ope­ra­tio­nen dar­stel­len.

Die Behand­lung durch einen Phy­sio­the­ra­peu­ten erfolgt stets nach ärzt­li­cher Anord­nung. Zie­le sind dabei Schmerz­lin­de­rung, Anre­gung der Durch­blu­tung und des Stoff­wech­sels sowie die Ver­bes­se­rung von Kraft, Aus­dau­er, Koor­di­na­ti­on und Beweg­lich­keit. Mus­ku­lä­re Ver­span­nun­gen, Blo­cka­den und Dys­ba­lan­cen wer­den durch akti­ve (Pati­ent bewegt sich aus eige­ner Kraft), pas­si­ve (Phy­sio­the­ra­peut lei­tet Bewe­gun­gen des Pati­en­ten) oder resis­ti­ve (Pati­ent übt Gegen­druck gegen ein Gerät oder Was­ser aus) Übun­gen signi­fi­kant ver­bes­sert. Die Wir­kungs­grund­la­ge sind dabei die Anpas­sungs­me­cha­nis­men des mensch­li­chen Kör­pers. Durch wie­der­hol­te Bewe­gungs­ab­läu­fe „gewöh­nen“ sich Seh­nen, Bän­der, Mus­keln und Fas­zi­en an eine neue kor­rek­te Posi­ti­on. Die Leis­tungs­fä­hig­keit des Orga­nis­mus kann dadurch gestei­gert wer­den.

Eine wei­te­re Säu­le der Phy­sio­the­ra­pie ist die Anlei­tung zur Selbst­hil­fe. Dem Pati­en­ten wer­den spe­zi­el­le Tech­ni­ken bei­gebracht, wel­che die­ser leicht zu Hau­se nach­ma­chen kann. Neben der Behand­lung in einer Pra­xis ist es näm­lich essen­zi­ell, auch regel­mä­ßig für sich selbst zu trai­nie­ren, um schnel­le­re The­ra­pie­er­fol­ge erzie­len zu kön­nen.

Phy­sio­the­ra­pie wird sta­tio­när in der kura­ti­ven Medi­zin in Kran­ken­häu­sern oder zur Reha­bi­li­ta­ti­on in einer ambu­lan­ten Pra­xis durch­ge­führt. Pati­en­ten, die unter einer Ein­schrän­kung ihrer Beweg­lich­keit lei­den, haben die Mög­lich­keit der mobi­len Behand­lung, bei der ent­spannt in der hei­mi­schen Umge­bung trai­niert wer­den kann.

Begriffliche Abgrenzung

Phy­sio­the­ra­pie wird oft mit dem  Begriff der Kran­ken­gym­nas­tik ver­wech­selt.

Dies ist zwar nicht kom­plett falsch, aber: Die Kran­ken­gym­nas­tik und die phy­si­ka­li­sche The­ra­pie sind die zwei Säu­len der Phy­sio­the­ra­pie. Phy­sio­the­ra­pie ist also als eine Art Ober­be­griff für ver­schie­de­ne Metho­den anzu­se­hen.

                     Kran­ken­gym­nas­tik + phy­si­ka­li­sche The­ra­pie = Phy­sio­the­ra­pie

Die Manu­el­le The­ra­pie wie­der­um ist eine spe­zi­el­le Vari­an­te der Kran­ken­gym­nas­tik. Bei­de Berei­che kann man dem Begriff der Bewe­gungs­the­ra­pie zuord­nen.

Physikalische Therapie

Unter die­sem Teil­be­reich der Phy­sio­the­ra­pie ver­steht man eine Behand­lung mit phy­si­ka­li­schen Mit­teln bezie­hungs­wei­se äuße­ren Rei­zen, die eine bestimm­te Kör­per­re­ak­ti­on her­vor­ru­fen sol­len. Die phy­si­ka­li­sche The­ra­pie wird meist als Ergän­zung zur Bewe­gungs­the­ra­pie ein­ge­setzt und ver­stärkt die posi­ti­ven Effek­te sel­bi­ger. Eine rei­ne phy­si­ka­li­sche The­ra­pie kann neben Phy­sio­the­ra­peu­ten auch von Mas­seu­ren durch­ge­führt wer­den.

Zu den ver­schie­de­nen Metho­den gehö­ren unter ande­rem fol­gen­de The­ra­pie­for­men:

Massagetherapie

Um Ver­span­nun­gen und Schmer­zen zu lin­dern, wen­den Phy­sio­the­ra­peu­ten häu­fig zusätz­li­che Mas­sa­gen bei ihren Pati­en­ten an. Die­se las­sen sich in drei Berei­che auf­tei­len: Die klas­si­sche Mas­sa­ge dient in ers­ter Linie zur Locke­rung von ver­här­te­ter Mus­ku­la­tur und zur Durch­blu­tungs­stei­ge­rung. Der Fokus liegt dabei haupt­säch­lich auf Rücken und Nacken. Die Reflex­zo­nen­mas­sa­ge basiert auf der Annah­me, dass von außen sti­mu­lier­te Area­le durch Ner­ven­strän­ge mit inne­ren Orga­nen ver­bun­den sind. Anwen­dun­gen wie die Fuß­re­flex­zo­nen­mas­sa­ge und Bin­de­ge­webs­mas­sa­ge sol­len so bei­spiels­wei­se auch bei Magen-Darm-Beschwer­den hel­fen kön­nen. Eine spe­zi­el­le Form der Mas­sa­ge ist die Lymph­drai­na­ge. Hier för­dern fes­te manu­el­le „Aus­strei­chun­gen“ den Abtrans­port von über­schüs­si­ger Lymph­flüs­sig­keit. Nach einer Knie­ope­ra­ti­on kann eine Lymph­drai­na­ge bei­spiels­wei­se Schwel­lun­gen und Schmer­zen redu­zie­ren.

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Balneotherapie

Unter der Bal­neo­the­ra­pie ver­steht man die heil­sa­me Wir­kung von Bädern, Trink­ku­ren und Inha­la­ti­on. Neben der wohl­tu­en­den Wär­me der Bäder haben vor allem die dar­in gelös­ten Stof­fe (Koh­len­säu­re, Koh­len­di­oxid, Jod, Schwe­fel, Magne­si­um, Eisen) eine posi­ti­ve Wir­kung auf vie­le Beschwer­den. Gera­de bei rheu­ma­ti­schen Erkran­kun­gen und Haut­er­kran­kun­gen (Neu­ro­der­mi­tis) kann die Bäder­the­ra­pie Lin­de­rung ver­schaf­fen. Auch Bäder in Schlamm oder Algen kom­men zum Ein­satz. Bei der Inha­la­ti­ons­the­ra­pie wird Was­ser­dampf mit Medi­ka­men­ten oder Lösun­gen (Kamil­le, Koch­salz) ver­setzt und vom Pati­en­ten ein­ge­at­met. So tritt vor allem bei Atem­wegs­er­kran­kun­gen wie Asth­ma oder Muko­vis­zi­do­se eine Bes­se­rung der Sym­pto­me ein.

Hydrotherapie

Eng ver­bun­den mit der Bal­neo­the­ra­pie ist die Hydro­the­ra­pie. Hier­bei nutzt der Phy­sio­the­ra­peut war­mes und kal­tes Was­ser (meist im Wech­sel) als Heil­mit­tel. Beson­ders bekannt sind hier­bei die Kneipp-Bäder, bei denen Pati­en­ten durch kal­tes Was­ser waten. Hier­durch wer­den das Herz-Kreis­lauf-Sys­tem und die Venen gestärkt. Des Wei­te­ren wird in der Hydro­the­ra­pie mit Güs­sen und Wickeln gear­bei­tet.

Thermotherapie

Die Ther­mo­the­ra­pie umfasst die Wär­me- und Käl­te­the­ra­pie. Bei der Wär­me­the­ra­pie wer­den Mus­ku­la­tur, Gelen­ke und Kno­chen mit­hil­fe von Wickeln, Bädern, Heiß­luft, Fan­go­pa­ckun­gen oder einem Ultra­schall­ge­rät erwärmt, um die Durch­blu­tung zu stei­gern und Ver­span­nun­gen zu lösen. Die Käl­te­the­ra­pie wie­der­um arbei­tet mit Kalt­luft, Eis­kom­pres­sen oder Käl­te­kam­mern. Die­se Anwen­dun­gen eig­nen sich beson­ders für Sport­ver­let­zun­gen und Schwel­lun­gen.

Elektrotherapie

Phy­sio­the­ra­peu­ten nut­zen nie­der­fre­quen­te Reiz­strö­me oder mit­tel­fre­quen­te Wech­sel­strö­me, um bestimm­te Hei­lungs­pro­zes­se im Kör­per zu akti­vie­ren. Strom­im­pul­se füh­ren Kon­trak­tio­nen der Mus­ku­la­tur her­bei und kön­nen somit bei Läh­mun­gen oder geschwäch­ten Mus­keln hel­fen. Auch bei Tin­ni­tus und Harn­in­kon­ti­nenz fin­det die Elek­tro­the­ra­pie Anwen­dung.

Heliotherapie

Die Helio­the­ra­pie, auch Licht­the­ra­pie genannt, beschreibt die Behand­lung mit Son­nen­strah­lung (UVB-Strah­lung). Ziel ist dabei unter ande­rem die Stei­ge­rung des Vit­amin-D-Spie­gels im Blut. Die Behand­lung wird mit knap­per Beklei­dung an der fri­schen Luft durch­ge­führt. Alter­na­tiv dazu kommt bei schlech­tem Wet­ter künst­li­ches Licht zum Ein­satz. Anwen­dungs­ge­bie­te sind Haut­er­kran­kun­gen, Osteo­po­ro­se und sai­so­na­le Depres­sio­nen. Die benö­tig­te Licht-Dosis soll­te vor­her genau mit einem Arzt bespro­chen wer­den, um Son­nen­brand zu ver­mei­den. Nach einer Bestrah­lungs­se­rie soll­te eine Pau­se von Wochen oder sogar Mona­ten ein­ge­hal­ten wer­den.

Krankengymnastik

Die Kran­ken­gym­nas­tik ist die wohl bekann­tes­te und am meis­ten ver­ord­ne­te Form der Phy­sio­the­ra­pie wes­halb die bei­den Begrif­fe oft syn­onym ver­wen­det wer­den. Im Gegen­satz zur phy­si­ka­li­schen The­ra­pie gehört die Kran­ken­gym­nas­tik der Bewe­gungs­the­ra­pie an. Meist wir­ken hier­bei die Pati­en­ten aktiv bei dem Trai­ning mit oder der Phy­sio­the­ra­peut assis­tiert dabei. Auch Übun­gen mit Gerä­ten wie Ball oder Band kom­men zum Ein­satz. Kran­ken­gym­nas­tik ist auf vie­le ver­schie­de­ne Beschwer­den hin indi­vi­dua­li­sier­bar, wird jedoch haupt­säch­lich bei Dys­ba­lan­cen der Wir­bel­säu­le, Kno­chen­brü­chen, Sport­ver­let­zun­gen, Ampu­ta­tio­nen und nach Unfäl­len oder Schlag­an­fäl­len ein­ge­setzt. In Kom­bi­na­ti­on mit einer phy­si­ka­li­schen The­ra­pie kön­nen Behand­lungs­er­fol­ge noch maxi­miert wer­den. Kran­ken­gym­nas­tik darf nur von aus­ge­bil­de­ten Phy­sio­the­ra­peu­ten ange­bo­ten und durch­ge­führt wer­den.

Manuelle Therapie

Wäh­rend bei der Kran­ken­gym­nas­tik der Pati­ent aktiv mit­wirkt, bleibt er bei der manu­el­len The­ra­pie eher pas­siv. Der Manu­al­the­ra­peut ertas­tet mit sei­nen Hän­den Blo­cka­den, Ver­span­nun­gen und Fehl­stel­lun­gen und behebt die­se mit spe­zi­el­len Mobi­li­sa­ti­ons­tech­ni­ken und Hand­grif­fen. Grund­la­ge hier­bei sind Druck und Deh­nung. Ziel ist die Wie­der­her­stel­lung eines per­fek­ten Zusam­men­spiels von Gelen­ken, Mus­keln und Ner­ven.

Bei der Mobi­li­sa­ti­on führt der The­ra­peut wie­der­holt eine Bewe­gung durch, womit der Bewe­gungs­spiel­raum eines Gelenks ste­tig erwei­tert wird. Bei der Mani­pu­la­ti­on wird eine klei­ne und schnel­le Bewe­gung mit dem ent­spre­chen­den Kör­per­teil aus­ge­führt, um die Funk­ti­ons­fä­hig­keit zu stei­gern. Die Adjus­tie­rung beschreibt das Zurück­brin­gen von Wir­beln in ihre kor­rek­te Posi­ti­on. Die­se Tech­nik wird meis­tens bei einem Hexen­schuss ange­wandt. Die Gren­zen von der Manu­el­len The­ra­pie hin zur Chi­ro­prak­tik oder Osteo­pa­thie sind oft flie­ßend.

Die Manu­el­le The­ra­pie hat nichts mit Mas­sa­ge zu tun und erfor­dert eine mehr­jäh­ri­ge Aus­bil­dung. Ein Phy­sio­the­ra­peut, wel­cher eine Zulas­sung zum Kran­ken­gym­nast hat, muss rund wei­te­re 400 Stun­den an zusätz­li­cher Aus­bil­dung inves­tie­ren, um eine Zulas­sung zur Manu­al­the­ra­pie zu erhal­ten. Die Manu­el­le The­ra­pie soll­te nicht bei aku­ten Ver­let­zun­gen zur Anwen­dung kom­men.

Besondere Methoden der Physiotherapie

Physiotherapie nach Bobath

Die Kran­ken­gym­nas­tik nach Bobath rich­tet sich vor­ran­gig an Pati­en­ten mit ange­bo­re­nen oder erwor­be­nen neu­ro­lo­gi­schen Schä­den. Dazu zäh­len Men­schen, die einen Schlag­an­fall erlit­ten haben, oder Neu­ge­bo­re­ne mit Bewe­gungs­ein­schrän­kun­gen. Bestimm­te Bewe­gungs­ab­läu­fe wer­den ste­tig wie­der­holt, um die Neu­bil­dung von Ner­ven und Syn­ap­sen anzu­re­gen.

Physiotherapie nach Schroth

Die Kran­ken­gym­nas­tik nach Schroth ist vor allem für Men­schen mit Sko­lio­se (Ver­for­mung der Wir­bel­säu­le) geeig­net. Bestimm­te Deh­nun­gen und die Kräf­ti­gung der Mus­ku­la­tur sol­len Schmer­zen lin­dern und eine wei­te­re Ver­for­mung ver­hin­dern. Das Trai­ning zielt auf eine gera­de und auf­rech­te Kör­per­hal­tung ab, die auch im All­tag von den Betrof­fe­nen beach­tet wer­den soll­te.

Physiotherapie nach Vojta

Beim Ver­fah­ren nach Voj­ta spielt ein bewusst aus­ge­üb­ter Druck sei­tens des The­ra­peu­ten eine Rol­le. Die akti­vier­ten Druck­punk­te lösen Refle­xe aus, wel­che wie­der­um die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Mus­ku­la­tur stär­ken.

Physiotherapie am Gerät

Die gerä­te­ba­sier­te Kran­ken­gym­nas­tik hat das Ziel, Kraft, Aus­dau­er und Koor­di­na­ti­on des Pati­en­ten zu stei­gern. Neben Bäl­len und Bän­dern kom­men vor allem Gerä­te, wie sie auch im Fit­ness­stu­dio zu fin­den sind, zum Ein­satz. Dazu gehö­ren Kraft­trai­nings­ge­rä­te, Fahr­ra­der­go­me­ter und Zug­ap­pa­ra­tu­ren.

Physiotherapie bei CMD

CMD ist die Abkür­zung für cra­nio­man­di­bu­lä­re Dys­funk­ti­on und beschreibt eine Fehl­stel­lung des Kie­fers. Die­se führt zu Funk­ti­ons­stö­run­gen beim Kau­en, Kopf­schmer­zen, Nacken­schmer­zen, Zäh­ne­knir­schen und sogar Tin­ni­tus. Auch hier­bei kann eine spe­zi­el­le Phy­sio­the­ra­pie hel­fen.

Sportphysiotherapie

Die­ses Ver­fah­ren rich­tet sich an Sport­ler und ihre spe­zi­el­len Bedürf­nis­se. Es geht zum einen dar­um, durch rich­ti­ges Deh­nen und Auf­wär­men das Ver­let­zungs­ri­si­ko zu mini­mie­ren. Neben der Prä­ven­ti­on ist auch der Umgang mit schon vor­han­de­nen Sport­ver­let­zun­gen und deren Hei­lung Inhalt die­ser The­ra­pie­form.

Atemtherapie

Auch die Atem­gym­nas­tik ist ein Teil der Phy­sio­the­ra­pie. Pati­en­ten mit Asth­ma oder ande­ren Lun­gen­er­kran­kun­gen ler­nen, wie sie ihren eige­nen Kör­per bes­ser wahr­neh­men und wie sie gezielt ihre Atem­mus­ku­la­tur stär­ken kön­nen. Das Atmen soll durch das Trai­ning auf Dau­er erleich­tert wer­den. Die­ses Heil­ver­fah­ren ist beson­ders aus Geburts­vor­be­rei­tungs­kur­sen bekannt.

Rückentraining

Das Rücken­trai­ning ist sowohl zur Prä­ven­ti­on als auch zur Reha­bi­li­ta­ti­on von Rücken­be­schwer­den geeig­net. Mit Abläu­fen, wel­che man auch zu Hau­se anwen­den kann, wird die Rücken­mus­ku­la­tur gestärkt, Schmer­zen gelin­dert und Fehl­hal­tun­gen kor­ri­giert. Durch Rücken­gym­nas­tik bezie­hungs­wei­se Wir­bel­säu­len­gym­nas­tik erhält und ver­bes­sert man die eige­ne Beweg­lich­keit und das Wohl­be­fin­den.

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Bei welchen Beschwerden kann Physiotherapie helfen?

Die Phy­sio­the­ra­pie kann Lin­de­rung der ver­schie­dens­ten Beschwer­den ver­schaf­fen. Das Behand­lungs­spek­trum umfasst:

Stütz- und Bewegungsapparat

Beson­ders die Ortho­pä­die nutzt Metho­den der Phy­sio­the­ra­pie. Hier ste­hen die Mus­keln, Seh­nen, Bän­der und Gelen­ke von Rücken und Extre­mi­tä­ten im Fokus. Behan­delt wer­den das HWS-Syn­drom, Band­schei­ben­vor­fäl­le, Sko­lio­sen, Rheu­ma und Sport­ver­let­zun­gen. Auch nach Ope­ra­tio­nen oder Unfäl­len kann die Phy­sio­the­ra­pie eine unter­stüt­zen­de Maß­nah­me sein.

Nervensystem

Die Sym­pto­me neu­ro­lo­gi­scher Erkran­kun­gen wie Mul­ti­ple Skle­ro­se oder ALS kön­nen durch phy­sio­the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­men gelin­dert und der Ver­lauf der Krank­heit ver­lang­samt wer­den. Bei Quer­schnitts­läh­mun­gen oder nach Schlag­an­fäl­len besteht sogar eine Chan­ce auf teil­wei­se oder voll­stän­di­ge Reha­bi­li­ta­ti­on des Ner­ven­sys­tems.

Innere Organe

Auch wenn man es zuerst nicht ver­mu­ten mag: Phy­sio­the­ra­pie ist nicht nur für den Bewe­gungs­ap­pa­rat zustän­dig, son­dern kann auch die Funk­ti­on inne­rer Orga­ne beein­flus­sen. Durch geziel­tes Trai­ning oder manuelle/physikalische Sti­mu­la­ti­on kön­nen Atem­wegs­er­kran­kun­gen, Herz-Kreis­lauf-Beschwer­den und sogar Magen-Darm-Pro­ble­me the­ra­peu­tisch unter­stützt und Kör­per­funk­tio­nen ange­regt wer­den.

Chronische Erkrankungen

Phy­sio­the­ra­pie kann auch bei eini­gen chro­ni­schen Erkran­kun­gen Unter­stüt­zung bie­tet und ein­zel­ne Beschwer­den lin­dern. Zu die­sen Krank­hei­ten gehö­ren bei­spiels­wei­se Par­kin­son, Fibro­my­al­gie und das Down-Syn­drom.

Wie läuft eine Behandlung ab?

Der behan­deln­de Arzt legt vor­ab die Art der Phy­sio­the­ra­pie fest und schreibt die Dia­gno­se auf den Über­wei­sungs­zet­tel. Ein guter Phy­sio­the­ra­peut soll­te die­se Dia­gno­se jedoch kri­tisch hin­ter­fra­gen und mit geziel­ten Grif­fen über­prü­fen und die Schmer­zen genau loka­li­sie­ren.

Am Anfang des ers­ten Besu­ches soll­te stets ein aus­führ­li­ches Ana­mne­se­ge­spräch statt­fin­den. Nur wenn der The­ra­peut die Krank­heits­ge­schich­te und Lebens­um­stän­de des Pati­en­ten kennt, kann er eine pas­sen­de Behand­lung fest­le­gen. Nach der Ana­mne­se über­prüft der The­ra­peut den All­ge­mein­zu­stand, Kraft und Beweg­lich­keit des Pati­en­ten, um zu bewer­ten, wie belast­bar die­ser ist. Dar­auf­hin folgt die Erstel­lung eines The­ra­pie­plans und die Bespre­chung der gemein­sa­men Zie­le. Je nach Art der Beschwer­den wer­den akti­ve, pas­si­ve oder resis­ti­ve (gegen Gerä­te) Bewe­gun­gen aus­ge­führt, wel­che mit der Zeit immer leicht in Fre­quenz und Inten­si­tät gestei­gert wer­den.

Des Wei­te­ren soll­ten dem Pati­en­ten Übun­gen mit an die Hand gege­ben wer­den, wel­che die­ser auch zu Hau­se allei­ne aus­füh­ren kann. Dadurch beschleu­nigt sich der The­ra­pie­er­folg sowie der Hei­lungs­pro­zess enorm.

Wie, wann und wie oft bekommt man Physiotherapie verschrieben?

Grund­sätz­lich wird Phy­sio­the­ra­pie vom behan­deln­den (Haus-) Arzt oder Ortho­pä­den ver­schrie­ben. Im Fal­le einer cra­nio­man­di­bu­lä­re Dys­funk­ti­on (CMD) kann auch der Zahn­arzt oder Kie­fer­or­tho­pä­de eine Über­wei­sung aus­stel­len.

Kran­ken­gym­nas­ti­sche Anwen­dun­gen sind immer durch ein Bud­get begrenzt. Ob man die Kri­te­ri­en für eine Behand­lung erfüllt und wie vie­le Sit­zun­gen einem „im Regel­fall“ zuste­hen, legt der Heil­mit­tel­ka­ta­log fest. Der Kata­log sieht als Regel­fall 6 bis maxi­mal 10 Anwen­dun­gen vor. Ist das The­ra­pie­ziel danach nicht erreicht, kann der Arzt noch zwei Fol­ge­ver­ord­nun­gen aus­stel­len. Dafür wird jedoch ein The­ra­pie­be­richt des Phy­sio­the­ra­peu­ten benö­tigt. Ist noch kei­ne Bes­se­rung nach den Fol­ge­ver­ord­nun­gen zu ver­mer­ken, muss der Pati­ent einen neu­en „Regel­fall“ eröff­nen. Dafür braucht er ein neu­es Rezept und muss eine 12-wöchi­ge Pau­se ein­le­gen. Stellt sich wäh­rend der Phy­sio­the­ra­pie eine wei­te­re Dia­gno­se her­aus, kann hier­für ein neu­er „Regel­fall“ eröff­net wer­den. Wer eine Phy­sio­the­ra­pie außer­halb des Regel­fal­les wahr­neh­men möch­te, braucht hier­für eine Geneh­mi­gung sei­ner jewei­li­gen Kran­ken­kas­se.

Schwer­wie­gend chro­nisch Erkrank­te bil­den eine Aus­nah­me und kön­nen Phy­sio­the­ra­pie auf Lebens­zeit ver­ord­net bekom­men.

Birgt eine physiotherapeutische Behandlung Risiken?

Wenn man sich in den Hän­den eines erfah­re­nen Phy­sio­the­ra­peu­ten befin­det, bestehen so gut wie kei­ne Risi­ken. Maxi­mal kann die Behand­lung zu Blut­ergüs­sen füh­ren. Die meis­ten Men­schen ver­spü­ren gera­de nach den ers­ten Sit­zun­gen einen Mus­kel­ka­ter, was jedoch wün­schens­wert ist, da sich Mus­kel­mas­se auf­baut. Je nach Inten­si­tät des Trai­nings und dem Zustand der eige­nen Gesund­heit ver­spü­ren man­che Pati­en­ten nach der Phy­sio­the­ra­pie Erschöp­fung und Müdig­keit. Dies ist jedoch völ­lig nor­mal und nicht besorg­nis­er­re­gend. Die Erschöp­fungs­zu­stän­de soll­ten jedoch mit der Zeit bes­ser wer­den.

Quellen

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