HWS-Syndrom: gezielte Therapie für die Halswirbelsäule

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 11.07.2019 Lesezeit: 4 Minuten

Das HWS-Syn­drom (Hals­wir­bel­säu­len­syn­drom) wird auch Zer­vi­kal­syn­drom genannt und beschreibt das Auf­tre­ten ver­schie­de­ner, oft schmerz­haf­ter Sym­pto­me im Bereich der Hals­wir­bel­säu­le. Wir zei­gen Ihnen wel­che Sym­pto­me typisch für das HWS-Syn­drom sind, wel­cher Arzt der rich­ti­ge Ansprech­part­ner ist und wie eine effek­ti­ve The­ra­pie aus­sieht.

Das Wich­tigs­te in Kür­ze:
  • Das HWS-Syn­drom (auch Zer­vi­kal­syn­drom genannt) kann akut oder chro­nisch ver­lau­fen und sich durch Sym­pto­me wie Schmer­zen in den Armen, Ver­span­nun­gen, Schwin­del oder gar Seh­stö­run­gen äußern.
  • Viel­fäl­ti­ge Ursa­chen kom­men in Fra­ge, dar­un­ter: Arthro­se, Ver­span­nun­gen, Fehl­hal­tun­gen oder ein Band­schei­ben­vor­fall.
  • Je nach Beschwer­de­bild kom­men ver­schie­de­ne The­ra­pi­en in Fra­ge, wel­che ein Ortho­pä­de opti­mal auf Sie abstim­men kann.
HWS Syndrom Therapie
HWS-Syndrom: gezielte Therapie für die Halswirbelsäule

Was ist das HWS-Syndrom?

Das Hals­wir­bel­säu­len­syn­drom (HWS), auch Zer­vi­kal­syn­drom genannt, fasst als Sym­ptom­kom­plex Beschwer­den zusam­men, wel­che im Bereich der Hals­wir­bel­säu­le ihren Aus­gang neh­men. Das HWS-Syn­drom ist ein in der ortho­pä­di­schen Pra­xis häu­fig auf­tre­ten­des Beschwer­de­bild mit aku­tem oder chro­ni­schem Ver­lauf.

Ins­be­son­de­re Pati­en­ten, wel­che dau­er­haft unter Ein­schrän­kun­gen auf­grund einer Erkran­kung der Hals­wir­bel­säu­le lei­den, sind in ihrem All­tag oft stark beein­träch­tigt. Die über­wie­gen­de Anzahl der Hals­wir­bel­säu­len­syn­dro­me ist mus­ku­lär bedingt.

Ver­span­nun­gen der Mus­ku­la­tur der Hals­wir­bel­säu­le füh­ren in die­sen Fäl­len also zu den typi­schen Beschwer­den. Ver­ur­sacht wer­den die­se vor allem durch Fehl­hal­tun­gen in Beruf oder Frei­zeit. Typisch für mus­ku­lä­re Ver­span­nun­gen der Hals­wir­bel­säu­le sind aus­strah­len­de Beschwer­den im Bereich des Nackens bis hin zu bei­den Schul­tern.

Die Dau­er der Beschwer­den hängt von der jewei­li­gen Form des Zer­vi­kal­syn­droms und der Ursa­che ab und kann daher stark vari­ie­ren.

HSW-Syndrom: die Symptome

Häu­fig tre­ten beim Hals­wir­bel­säu­len-Syn­drom die fol­gen­den Sym­pto­me auf:

  • Schmer­zen in Armen, Schul­tern und Nacken
  • ver­spann­te Mus­ku­la­tur
  • Kopf­schmer­zen und Schwin­del
  • Seh­stö­run­gen
  • Hör­stö­run­gen (Tin­ni­tus)
  • Funk­ti­ons­stö­run­gen der Gelen­ke
  • Krib­beln in Armen und Hän­den

Strahlen Beschwerden in die Arme aus, sollte ein Arzt aufgesucht werden

Das HWS-Syn­drom ist also oft mit Sym­pto­men ver­ge­sell­schaf­tet, wie sie typi­scher­wei­se auch beim Span­nungs­kopf­schmerz vor­kom­men. Da die Über­gän­ge der ver­schie­de­nen Kopf­schmerz­for­men und des HWS-Syn­droms in der Pra­xis häu­fig flie­ßend sind, ist trotz auf­wen­di­ger Dia­gnos­tik eine kla­re Dia­gno­se nicht in allen Fäl­len mög­lich.

Häu­fig ver­schwin­den die Beschwer­den nach eini­gen Tagen oder Wochen auch von selbst. Wenn dies nicht der Fall ist, soll­te unbe­dingt der Arzt auf­ge­sucht wer­den. Das gilt auch für alle Beschwer­den im Zusam­men­hang mit der Hals­wir­bel­säu­le, wel­che über rei­ne Mus­kel­ver­span­nun­gen hin­aus­ge­hen.

Sind Ner­ven­ge­flech­te im Bereich der Hals­wir­bel­säu­le irri­tiert und somit an der Schmerz­ent­ste­hung betei­ligt, kommt es häu­fig zur Aus­strah­lung der Beschwer­den in einen oder bei­de Arme. In die­sen Fäl­len spre­chen Ärz­te auch von Zer­vi­ko­bra­chi­al­gie.

Welcher Arzt ist der Richtige bei HWS-Syndrom?

Der rich­ti­ge Arzt für das Hals­wir­bel­säu­len-Syn­drom ist in der Regel der Ortho­pä­de. Vie­le Pati­en­ten konn­ten auch Erfol­ge durch einen Chi­ro­prak­ti­ker ver­zeich­nen, wobei bei aku­ten Beschwer­den zunächst ein Schul­me­di­zi­ner auf­ge­sucht wer­den soll­te, der ver­schie­de­ne Tests durch­führt und eine Dia­gno­se erstellt.


marktplatz


Ursachenforschung beim HWS-Syndrom oft nicht leicht

Trotz bild­ge­ben­der Ver­fah­ren wie Rönt­gen oder Magnet­re­so­nanz­to­mo­gra­fie (MRT) lässt sich nicht immer ein offen­sicht­li­cher Aus­lö­ser für das HWS-Syn­drom her­aus­fin­den.

Die Ursa­chen kön­nen viel­fäl­tig sein. Neben meist unkom­pli­zier­ten, den­noch sehr schmerz­haf­ten mus­ku­lä­ren Ver­span­nun­gen kann sich hin­ter einem HWS-Syn­drom auch eine ange­bo­re­ne Insta­bi­li­tät der Hals­wir­bel­kör­per, eine Arthro­se oder eine unna­tür­li­che Kopf­la­ge­rung in der Schlaf­pha­se ver­ber­gen.

Wer häu­fi­ger unter einem Hals­wir­bel­säu­len­syn­drom lei­det, soll­te unbe­dingt alles dar­an set­zen, den Aus­lö­ser abzu­klä­ren. Denn nur so wird eine kau­sa­le, also ursa­chen­be­zo­ge­ne The­ra­pie mög­lich. Fehl­hal­tun­gen bei der Com­pu­ter­ar­beit, beim Lesen oder beim Fahr­rad­fah­ren kön­nen ein Hals­wir­bel­säu­len­syn­drom eben­so begüns­ti­gen, wie eine Schwan­ger­schaft oder Über­ge­wicht.

Mög­li­che Ursa­chen im Über­blick:

  • Ver­span­nun­gen
  • ange­bo­re­ne Insta­bi­li­tät der Hals­wir­bel­kör­per
  • Arthro­se
  • Fehl­hal­tun­gen
  • Über­ge­wicht
  • Band­schei­ben­vor­fall
  • ver­kleb­te Fas­zi­en
  • Hyper­mo­bi­li­tät
  • äußer­li­che Ein­wir­kun­gen (Unfall)



Chronische Verläufe oft nur noch schwer therapierbar

Auch Per­so­nen mit viel nega­ti­vem Stress oder einer über­trie­be­nen Selbst­be­ob­ach­tung mit Ängst­lich­keit und Nei­gung zu Depres­sio­nen lei­den häu­fi­ger am HWS-Syn­drom.

Wenn die ärzt­li­che Befra­gung, Ana­mne­se, also Hin­wei­se auf psy­chi­sche Aus­lö­ser ergibt, kann oft eine Ver­hal­tens­the­ra­pie dazu bei­tra­gen, die schmerz­haf­ten Ver­span­nun­gen im Bereich der Hals­wir­bel­säu­le dau­er­haft wie­der zu lösen.

Bei einer Psy­cho­the­ra­pie müs­sen die Pati­en­ten jedoch etwas Geduld mit­brin­gen, bis die Beschwer­den dau­er­haft über­wun­den wer­den kön­nen. Obwohl die Selbst­hei­lungs­ten­denz bei Zer­vi­kal­syn­dro­men im Ver­gleich zu ande­ren Schmerz­er­kran­kun­gen recht hoch ist, soll­ten den­noch aku­te Fäl­le immer behan­delt wer­den, um eine Chro­ni­fi­zie­rung zu ver­mei­den.

Tipp: Chro­ni­sche Beschwer­den der Hals­wir­bel­säu­le füh­ren oft ein Eigen­le­ben, auch wenn die eigent­li­che Schmerz­ur­sa­che längst besei­tigt wur­de. Des­halb soll­te mög­lichst früh­zei­tig ein Arzt auf­ge­sucht wer­den.

Quaddeltherapie bei akutem HWS-Syndrom

Wenn ein Pati­ent die Ursa­che sei­ner Beschwer­den an der Hals­wir­bel­säu­le genau kennt, kann prä­ven­tiv, also vor­beu­gend vie­les selbst getan wer­den, damit die Sym­pto­me nicht mehr oder kaum noch auf­tre­ten.

Ursa­chen­be­zo­gen haben sich

  • Chi­ro­the­ra­pie,
  • Kine­sio-Taping,
  • Reiz­strom­be­hand­lun­gen
  • sowie Phy­sio­the­ra­pie mit Mas­sa­ge

als hilf­reich gegen die unter­schied­li­chen For­men des HWS-Syn­droms erwie­sen. Wenn eine Ein­zel­maß­nah­me nicht wei­ter­hilft, kommt häu­fig auch eine Kom­bi­na­ti­on aus ver­schie­de­nen Behand­lungs­me­tho­den zum Ein­satz, um den gewünsch­ten Effekt einer Schmerz­lin­de­rung zu erzie­len.

In aku­ten Fäl­len kann das Set­zen soge­nann­ter Quad­deln im Bereich des Nackens bis zur Schul­ter eine deut­li­che Schmerz­lin­de­rung ver­schaf­fen. Dabei wer­den mit fei­nen Nadeln loka­le Betäu­bungs­mit­tel unter die Haut gespritzt.

HWS-Syndrom

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei HWS-Syndrom

Lang­fris­tig kön­nen Pati­en­ten das Wie­der­auf­tre­ten eines Hals­wir­bel­säu­len­syn­droms durch geziel­te sport­li­che Akti­vi­tät und Stress­ab­bau ver­mei­den. Im Vor­der­grund ste­hen dabei sanf­te Dehn­übun­gen, um auch die tie­fer­lie­gen­den Mus­kel­schich­ten im Bereich der Hals­wir­bel­säu­le zu lockern.

Außer­dem soll­te alles dafür getan wer­den, die Mus­kel­par­ti­en im Bereich des Nackens und der Schul­ter zu kräf­ti­gen. Vie­le Pati­en­ten mit einem Hals­wir­bel­säu­len­syn­drom emp­fin­den eine Behand­lung mit Wär­me als ange­nehm.

Für die­sen Zweck ste­hen bei­spiels­wei­se Rot­licht, Fan­go oder der Auf­ent­halt in einem Becken mit war­mem Ther­mal­was­ser zur Ver­fü­gung. Bei ner­ven­be­ding­ten, ent­zünd­li­chen Ver­än­de­run­gen im Bereich der Hals­wir­bel­säu­le hat sich jedoch die punk­tu­el­le Behand­lung mit Käl­te bes­tens bewährt.

Quellen

  • heilpraxisnet.de/krankheiten/halswirbelsaeulensyndrom-hws-syndrom.php
  • https://static-content.springer.com/pdf/art%3A10.1007%2FBF03368806.pdf?token=1560431232704–1fa9f1fa5fbaf3622556f70f66a219dc21a15cb420ce533ce8291a23ca0a271ea43680b3911216503abb01a7999f5cc9ff13dd10f7b922974a488edcac85e3bf
  • https://www.researchgate.net/publication/235456320_Rehabilitation_Sekundarpravention_und_Dokumentation_beim_chronischen_unspezifischen_HWS-Syndrom

HWS-Syn­drom: geziel­te The­ra­pie für die Hals­wir­bel­säu­le

3.5 (70%) 2 Stimme[n]



Dis­c­lai­mer
Den Shop durchsuchen
Das könnte Sie auch interessieren
    Nichts mehr verpassen. Gesundheitstrends, Ratgeberartikel und vieles mehr direkt im Posteingang.
    Nach oben