Paleo Diät — Essen wie Ötzi

Paleo Diät

Paleo Diät — Essen wie Ötzi

Am 19. Sep­tem­ber 1991 geschah etwas Außer­ge­wöhn­li­ches: Zwei deut­sche Berg­wan­de­rer fan­den durch Zufall die berühm­tes­te Glet­scher­mu­mie der Welt — Ötzi. Bei der Unter­su­chung des Leich­nams konn­ten Wis­sen­schaft­ler fest­stel­len, wie sich Ötzi ernährt hat­te. Die­se Ernäh­rungs­form fin­det heu­te ver­mehrt Anhän­ger und nennt sich Paleo-Diät.

Was ist die Paleo-Diät?

Die Paleo-Diät wird auch Paläo-Diät oder Stein­zeit­er­näh­rung genannt. Der Begriff „Paläo“ lei­tet sich von dem grie­chi­schen Wort „palaiós“ ab, wel­ches alt bedeu­tet. Bei der Paleo-Diät han­delt es sich um eine Ernäh­rungs­form, die sich an der Ernäh­rung unse­rer Vor­fah­ren ori­en­tiert.
Ver­tre­ter die­ser Ernäh­rungs­form argu­men­tie­ren, dass der mensch­li­che Ver­dau­ungs­trakt noch immer wie in der Stein­zeit funk­tio­nie­re und stark ver­ar­bei­te­te Lebens­mit­tel nur schlecht ver­dau­en kön­ne. Die Nähr­stof­fe aus die­sen Lebens­mit­teln kön­nen vom Kör­per nur schlecht auf­ge­nom­men und ver­wer­tet wer­den, wodurch Man­gel­er­schei­nun­gen und Krank­hei­ten ent­ste­hen kön­nen.
Typ-2-Dia­be­tes, Hyper­to­nie (Blut­hoch­druck) und eine Viel­zahl an Erkran­kun­gen der Blut­ge­fä­ße sind Erschei­nun­gen, die erst in der Post­mo­der­ne ver­mehrt auf­tre­ten. Um die­se Krank­hei­ten zu ver­mei­den, wer­den in der Paleo-Diät nur Nah­rungs­mit­tel ver­zehrt, die es schon in der Alt­stein­zeit gab. Die­se kön­nen vom Kör­per pro­blem­los enzy­ma­tisch auf­ge­spal­ten und deren Nähr­stof­fe resor­biert wer­den.

Welche Lebensmittel sind erlaubt und welche nicht?

In der Paleo-Diät sind nur Lebens­mit­tel erlaubt, die es auch in der Alt­stein­zeit gab. Die Defi­ni­ti­on wird in der Pra­xis aller­dings etwas wei­ter gefasst und an die Rea­li­tät ange­passt. In der Stein­zeit­kü­che fin­den vor allem Gemü­se, Obst, Nüs­se, Fleisch, Fisch und Eier Ver­wen­dung. Die Lebens­mit­tel soll­ten mög­lichst unver­ar­bei­tet und roh ver­zehrt wer­den. Fisch, Fleisch und Eier müs­sen selbst­ver­ständ­lich ver­ar­bei­tet wer­den. Milch und Getrei­de sind nicht erlaubt.
Der Gebrauch von Fet­ten und Ölen ist umstrit­ten. Vie­le ver­zich­ten ledig­lich auf eini­ge pflanz­li­che Öle und erset­zen die­se durch tie­ri­sche Fet­te. Hoch­wer­ti­ges Oli­ven­öl und Kokos­öl sind eine Aus­nah­me und dür­fen ver­wen­det wer­den.
Fleisch und Eier bil­den die Pro­te­in­quel­le in der Paleo-Diät. Gemü­se und Obst ver­sor­gen den Kör­per mit Vit­ami­nen und Mine­ral­stof­fen. Nüs­se, fett­rei­ches Fleisch und Fisch ent­hal­ten gesun­des Fett. Grund­sätz­lich wer­den mit der Paleo-Diät mehr Pro­te­ine und weni­ger Koh­len­hy­dra­te auf­ge­nom­men.

Drei Vorteile der Paleo-Diät

Grund­sätz­lich ist die Paleo-Diät für jeden geeig­net, der lang­fris­tig abneh­men oder sich gesün­der ernäh­ren möch­te. Da die Haupt­quel­le für Koh­len­hy­dra­te — Getrei­de und Getrei­de­pro­duk­te — nicht mehr ver­zehrt wer­den, kann die­se Ernäh­rungs­form beim Kampf gegen die Kilos hel­fen. Die Stein­zeit­er­näh­rung hat noch wei­te­re Vor­tei­le.

  1. Die Paleo-Diät hilft beim Abneh­men: Durch die gesun­den Lebens­mit­tel ist es fast nicht mög­lich, zu vie­le Kalo­ri­en auf­zu­neh­men. Ein­zi­ges Tabu ist der Ver­zehr von viel zucker­hal­ti­gem Obst oder Nüs­sen. Die pro­te­in­rei­che Ernäh­rung macht zudem lan­ge satt. Auch der unbe­lieb­te Jo-Jo-Effekt bleibt bei die­ser Diät­form aus, da die­se Ernäh­rung immer prak­ti­ziert wer­den kann, ohne dass es zur einer Man­gel­er­näh­rung kommt.
  2. Mit Paleo zu einem rei­ne­ren Haut­bild: Das vie­le Obst ent­hält eine Viel­zahl ver­schie­de­ner Anti­oxi­dan­ti­en, wel­che die Haut vor frei­en Radi­ka­len schüt­zen. Freie Radi­ka­le las­sen die Haut schnel­ler altern und sind somit an der Fal­ten­bil­dung betei­ligt. Eine Stu­die von Dr. Bodo Mel­nik aus dem Jahr 2015 zeigt, dass sich eine Paleo-Diät posi­tiv auf den Ver­lauf von Akne aus­wir­ken kann.
  3. Bes­se­res Blut­bild: Durch die gesun­de Ernäh­rung ver­bes­sert sich das Blut­bild. Die Ursa­che der Ver­bes­se­rung wird in dem Ver­zicht auf Getrei­de und Getrei­de­pro­duk­ten ver­mu­tet. Die­se Stu­die von 2015 zeigt den Effekt einer Paleo-Diät auf den Cho­le­ste­rin-Spie­gel von zehn Män­nern und zehn Frau­en. Dabei konn­te fest­ge­stellt wer­den, dass sich die Paleo-Diät posi­tiv auf den Cho­le­ste­rin-Spie­gel aus­wirkt.

Eignet sich die Steinzeiternährung als langfristige Ernährungsform?

Ja, die Paleo-Diät kann lang­fris­tig prak­ti­ziert wer­den, denn in der Paleo-Diät sind alle Mikro- und Makro­nähr­stof­fe ent­hal­ten, die der Kör­per benö­tigt. Zudem gelan­gen weni­ger Stof­fe in den Kör­per, die dem Kör­per scha­den. Auch das Ver­hält­nis der Nähr­stof­fe ist aus­ge­gli­chen.
Eine Stu­die konn­te fest­stel­len, dass Frau­en, die sich zwei Jah­re lang an die Paleo-Diät hiel­ten, mehr Gewicht ver­lo­ren als die Ver­gleichs­grup­pe. Zudem konn­ten kei­ne nega­ti­ven Effek­te auf das Blut­bild fest­ge­stellt wer­den.