Spitzwegerich – mögliche Anwendungsgebiete und Wirkungsweisen

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    Spitz­we­ge­rich – Alles, was du über sei­ne Wir­kung wis­sen solltest. 

    Die Blät­ter des Spitz­we­ge­richs sind reich an Vit­amin C und las­sen sich viel­fäl­tig ver­ar­bei­ten. Sie sind bei­spiels­wei­se eine gute Ergän­zung in Wild­kräu­ter­sa­la­ten, Frisch­kä­se oder Pes­to. Als Heil­pflan­ze kommt Spitz­we­ge­rich oft­mals zur Behand­lung von Erkäl­tun­gen und Haut­ent­zün­dun­gen sowie Insek­ten­sti­chen zum Einsatz.

    Steckbrief

    Heilpflanzen-Steckbrief: Spitzwegerich

    Wis­sen­schaft­li­cher Name: Plant­a­go lanceolata
    Auch bekannt als: Heil­we­ge­rich, Heil­blä­rer, Heuf­res­sa, Hund­s­rip­pen, Lägen­blatt, Läm­mer­zun­ge, Lügen­blatt, Lun­gen­blattl, Rip­pen­kraut, Ross­rip­pen, Schaf­zun­ge, Schlan­gen­zun­ge, Sie­ben­rip­pen, Spiess­kraut, Spitz­fe­de­rich, Spitz-Wege­blatt, Wagen­tra­nen­blatt, Weg­brei­te, Weg­reich, Weg­tritt, Wundwegerich
    Ern­te­zeit: Mai bis September
    Anbau und Gewin­nung: Der Spitz­we­ge­rich ist in Euro­pa hei­misch und kann in Deutsch­land ange­baut werden.
    Beson­de­re Nähr- und Inhalts­stof­fe: Iri­do­id­gly­ko­si­de (bis 2,5%TG), Schleim­stof­fe (2%), Gerb­stof­fe (6,5%), Phe­nol­car­bon­säu­ren, Sapo­ni­ne, Fla­vo­no­ide, Kie­sel­säu­re (1,35%)
    Dar­rei­chungs­form: Gur­gel­lö­sung, Saft, Sal­ben, Tee
    Heil­kraft: anti­bak­te­ri­ell, anti­ph­lo­gis­tisch, adstrin­gie­rend, blut­rei­ni­gend, blut­stil­lend, ent­zün­dungs­hem­mend, erwei­chend, harn­trei­bend, immun­sti­mu­lie­rend, Inter­fe­ron­bil­dung för­dernd, leber­schüt­zend, reiz­mil­dernd, schleim­lö­send, wundheilungsfördernd
    Anwen­dung:
    Erkäl­tung Mund­schleim­haut­ent­zün­dung Hus­ten Bron­chi­tis Asth­ma Bla­sen­ent­zün­dung Durch­fall Ent­zünd­li­che Darm­er­kran­kun­gen Magen­krämp­fe Leber­lei­den Insek­ten­sti­che Wun­den Furun­kel Zahn­schmer­zen Ver­stop­fung Ver­bren­nun­gen

    Über Spitzwegerich

    Der Spitz­we­ge­rich ist eigent­lich in Euro­pa hei­misch. Die Pflan­ze ist jedoch sehr wider­stands­fä­hig und ver­mehrt sich schnell. Des­halb ist sie mitt­ler­wei­le in wei­ten Tei­len der Welt zu fin­den. Ins­be­son­de­re an Stand­or­ten mit nähr­stoff­rei­chen und feuch­ten Böden wie Wie­sen und Wald­lich­tun­gen ist Spitz­we­ge­rich ange­sie­delt. Er ist sogar in Höhen von etwa 1800 bis 2100 Metern anzutreffen.

    Bereits im Alter­tum war Spitz­we­ge­rich in der euro­päi­schen Volks­me­di­zin bekannt. Bei den Ger­ma­nen wur­de er Läke­b­lad (Heil­blatt) und bei den Grie­chen Arnoglosson (Lamm­zun­ge) genannt.

    Die Blät­ter des Spitz­we­ge­richs kön­nen bei Erkäl­tungs­krank­hei­ten1) Ver­wen­dung fin­den, bei­spiels­wei­se als selbst her­ge­stell­ter Tee oder als Hus­ten­saft aus der Apo­the­ke. Denn sie kön­nen schleim­lö­send und reiz­mil­dernd wir­ken sowie Ent­zün­dun­gen lindern.

    Wenn man sich zum Bei­spiel beim Wan­dern klei­ne­re Ver­let­zun­gen zuzieht, kann man den Spitz­we­ge­rich auch als „Medi­zin für unter­wegs“ nut­zen. Dazu nimmt man ein sau­be­res Blatt der Pflan­ze zwi­schen die Fin­ger und zer­reibt oder zer­kaut es. Anschlie­ßend legt man es auf die Wun­de, um die­se zu des­in­fi­zie­ren und die Blu­tung zu stop­pen. Die Wun­de kann dann sogar schnel­ler ver­hei­len, weil der Hei­lungs­pro­zess ange­regt wird. Auf die glei­che Wei­se kann die Pflan­ze auch bei Insek­ten­sti­chen ange­wen­det werden.

    Der Spitz­we­ge­rich besitzt auf­grund sei­ner ent­zün­dungs­hem­men­den2) und wund­hei­lungs­för­dern­den Fähig­kei­ten ein brei­tes Anwen­dungs­spek­trum im medi­zi­ni­schen Bereich. Zum Bei­spiel kann er auch bei Bla­sen­ent­zün­dun­gen und ent­zünd­li­chen Darm­er­kran­kun­gen3) ver­wen­det wer­den. Haupt­säch­lich wird er jedoch auf­grund sei­ner anti­bak­te­ri­el­len und schleim­lö­sen­den Wir­kung für die Behand­lung der Haut und der Atem­we­ge eingesetzt.

    Wissenswertes

    Wissenswertes
    Einer Über­lie­fe­rung zufol­ge dien­te der Spitz­we­ge­rich im Mit­tel­al­ter auch als Gegen­mit­tel für uner­wünsch­te Lie­bes­zau­ber. Der deut­sche Name Wege­rich lei­tet sich übri­gens aus dem Alt­hoch­deut­schen ab und bedeu­tet „König des Weges”.

    Quellen

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