Akupunktur – Eine Kraft, die verbindet.

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Aku­punk­tur ist kei­ne Metho­de oder eine Dienst­leis­tung, son­dern Kunst. Um sie zu ver­ste­hen, muss man sich vom Nadel­ste­chen lösen – sagt Dr. med. Micha­el Ham­mes, Fach­arzt für Neu­ro­lo­gie, Arzt für Chi­ne­si­sche Medi­zin und Schmerz­the­ra­peut in Bad Hom­burg.

Lesen Sie hier die wich­tigs­ten Infos zum The­ma Aku­punk­tur sowie unser Exper­ten-Inter­view zwi­schen Jour­na­lis­tin Bet­ti­na Küb­ler und Dr. med. Micha­el Ham­mes und erfah­ren Sie mehr zur unge­ahn­ten Kraft der Aku­punk­tur

Akupunktur ist eine Therapieform der TCM
Akupunktur – Eine Kraft, die verbindet.

Akupunktur-Methode: Entstehung, Ausbildung und Anwendung

Der kul­tu­rel­le Ursprung der Aku­punk­tur-Metho­de ist in Chi­na und den aus­ge­feil­ten Kon­zep­ten der Tra­di­tio­nel­len Chi­ne­si­schen Medi­zin (TCM) zu fin­den.

Die Aku­punk­tur-Metho­de wur­de auch in Japan genutzt, um das Chi – die Lebens­en­er­gie – durch Nade­l­ung bestimm­ter Punk­te auf einem Meri­di­an zu beein­flus­sen.

Ver­mut­lich wur­de die­se Heil­me­tho­de bereits vor meh­re­ren tau­send Jah­ren in Chi­na ent­wi­ckelt und immer mehr ver­fei­nert.

Neben der Aku­punk­tur wer­den in bei­den Län­dern die Aku­pres­sur und die Moxi­bus­ti­on genutzt, um bei­spiels­wei­se

Was ist Moxi­bus­ti­on?
 
Die Moxi­bus­ti­on (auch ein­fach Moxa genannt) arbei­tet mit tief­rei­chen­der Wär­me durch das Ver­bren­nen von getrock­ne­tem Bei­fuß. Die­ser wird ent­we­der direkt auf der Haut, auf einer Unter­la­ge wie etwa Ing­wer, Knob­lauch oder Salz, in einem spe­zi­el­len Kas­ten für grö­ße­re zu behan­deln­de Area­le oder auf dem Ende einer Aku­punk­tur­na­del ver­brannt. Die Moxi­bus­ti­on fin­det immer auf Meri­di­an-Punk­ten statt und ist dazu gedacht die­se mit­tels Wär­me zu sti­mu­lie­ren.

Umfassende Ausbildung ist notwendig

Um die Aku­punk­tur-Metho­de anwen­den zu kön­nen, bedarf es einer umfas­sen­den Aus­bil­dung. Die­se umfasst die genaue Kennt­nis aller Meri­dia­ne, ihrer exak­ten Lage, der exak­ten Lage der 361 Ener­gie-Punk­te und der Mess­me­tho­den, mit denen man die­se an einem Indi­vi­du­um fin­den kann.

Außer­dem müs­sen die chi­ne­si­schen Kon­zep­te der TCM beherrscht wer­den. Wich­tig ist vor allem die Kennt­nis der Zusam­men­hän­ge zwi­schen dem Chi, den Meri­dia­nen und bestimm­ten Organ­tä­tig­kei­ten.

Da in der Aku­punk­tur ver­schie­de­ne Nadeln und Ein­stich­tie­fen ver­wen­det wer­den kön­nen, gehört auch die Kennt­nis des Hand­werks­zeugs und ihrer Hand­ha­bung zur Aus­bil­dung.

Anwendung in Deutschland und Studienlage

In Deutsch­land wird die Aku­punk­tur-Metho­de nur für bestimm­te Krank­heits­bil­der als hilf­rei­che Heil­me­tho­de aner­kannt.

Durch kli­ni­sche Stu­di­en wur­de eine Heil­wir­kung bei

  • schmerz­haf­ten Knie­ge­lenks­ar­thro­sen,
  • chro­ni­schen Rücken­schmer­zen
  • und als Vor­beu­gung gegen Migrä­ne­at­ta­cken nach­ge­wie­sen.
Eini­ge Stu­di­en zeig­ten, dass ein Heil­prak­ti­ker oder Aku­punk­teur mit einer Schein­aku­punk­tur eben­falls Effek­te erzie­len kann.

Das wider­spricht den tra­di­tio­nel­len Kon­zep­ten der Aku­punk­tur, der zu Fol­ge die Aku­punk­tur eine höchst effek­ti­ve und wirk­sa­me Metho­de ist, um Organ­tä­tig­kei­ten, Krank­hei­ten und Sym­pto­me posi­tiv zu beein­flus­sen.

Gemäß der bis­her feh­len­den wis­sen­schaft­li­chen Nach­weis­bar­keit von Heil­wir­kun­gen und der vor­herr­schen­den medi­zi­ni­schen Para­dig­men über­neh­men die Kran­ken­kas­sen in Deutsch­land die Kos­ten für Aku­punk­tur­be­hand­lun­gen meist nur im Rah­men eines schmerz­the­ra­peu­ti­schen Gesamt­kon­zep­tes.

Vie­le Pati­en­ten nut­zen die Aku­punk­tur den­noch, um Lin­de­rung von Schmer­zen und Beschwer­den ver­schie­dens­ter Art zu erfah­ren.

Aktu­el­le Stu­di­en im Über­blick: Wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en der Deut­schen Ärz­te­ge­sell­schaft für Aku­punk­tur

Wie wirkt Akupunktur eigentlich?

Der Pati­ent kann sich hin­le­gen und ent­span­nen, wäh­rend der Aku­punk­teur die dün­nen Nadeln an bestimm­ten Kör­per­stel­len plat­ziert. Hier ver­blei­ben die Nadeln für rund 20–30 Minu­ten, um ihre maxi­ma­le Wir­kung zu ent­fal­ten.

Das wesent­li­che Prin­zip hin­ter der Aku­punk­tur sind soge­nann­te Aku­punk­tur­punk­te, die auf Leit­li­ni­en (den Meri­dia­nen) lie­gen. Auf die­sen Leit­li­ni­en fließt der Theo­rie nach das Qi (Lebens­en­er­gie), wel­ches, wenn es nicht rich­tig flie­ßen kann, zu Beschwer­den und Krank­hei­ten führt.

Wis­sen­schaft­lich aus­ge­drückt kommt die hei­len­de Wir­kung unter ande­rem dadurch zustan­de, dass der sti­mu­lie­ren­de Reiz der Nadeln im Gehirn eine Aus­schüt­tung schmerz­lin­dern­der und stim­mungs­auf­hel­len­der Sub­stan­zen aus­löst — dadurch wirkt Aku­punk­tur zum Bei­spiel:

  • Durch­blu­tungs­för­dernd
  • Schmerz­lin­dernd
  • Psy­chisch anre­gend und aus­glei­chend
  • Immun­mo­du­lie­rend
  • Und vie­les mehr

Interview: Akupunktur ist eine Kunst

Dr. med. Micha­el Ham­mes, Fach­arzt für Neu­ro­lo­gie und Arzt für Chi­ne­si­sche Medi­zin und Aku­punk­tur geht im fol­gen­den Exklu­siv-Inter­view für Health-Rise unter ande­rem auf fol­gen­de Aspek­te der Aku­punk­tur ein:

  • Was macht eine erfolg­rei­che The­ra­pie in der Aku­punk­tur aus?
  • Was pas­siert im Kör­per bei der Aku­punk­tur und wie wirkt die Metho­de?
  • Wie ist das Ver­hält­nis zwi­schen Tra­di­tio­nel­ler Chi­ne­si­scher Medi­zin und Aku­punk­tur?
  • Wel­che Rol­le spielt der Pati­ent selbst bei einer erfolg­rei­chen Aku­punk­tur-The­ra­pie?

Bet­ti­na Küb­ler: Mich hat ein­mal eine Ärz­tin ver­bes­sert, als ich Aku­punk­tur eine „Metho­de“ nann­te – sie sag­te, Aku­punk­tur sei eine Kunst. Sie sind ein Künst­ler?

Dr. med. Micha­el Ham­mes: Arzt zu sein ist eine Kunst. Damit mei­ne ich, dass das, was wir Ärz­te tun, über eine blo­ße Metho­de oder eine Dienst­leis­tung hin­aus­geht. Es wird oft völ­lig über­se­hen, dass die Bezie­hung zwi­schen Arzt und Pati­ent sehr per­sön­lich und indi­vi­du­ell ist, wobei die Pro­fes­sio­na­li­tät auf Sei­ten des Arz­tes natür­lich Vor­aus­set­zung ist. Kunst ist auch die gesam­te Medi­zin, denn sie ist umfas­send oder ganz­heit­lich – zumin­dest ver­ste­he ich sie so. Über die Aku­punk­tur kom­me ich mit dem Pati­en­ten in einen beson­de­ren Kon­takt, es ist eine inni­ge Form des Mit­ein­an­ders im Rin­gen um Gesund­heit. Dabei wird meis­tens auch völ­lig über­se­hen, dass der Fokus nicht nur auf dem Arzt liegt. Auch der Pati­ent kann viel zum Gelin­gen einer Behand­lung bei­tra­gen.

Bet­ti­na Küb­ler: Wie macht er das?

Dr. med. Micha­el Ham­mes: Na ja, manch­mal kann der Pati­ent nicht aktiv mit­ma­chen, wenn er zum Bei­spiel bewusst­los oder unter Nar­ko­se ist. Wobei auch hier der Umgang des Arz­tes mit ihm unbe­wusst, über das vege­ta­ti­ve Ner­ven­sys­tem, wir­ken kann. Wenn der Pati­ent bei Bewusst­sein ist, ist es wich­tig, dass er sich öff­nen kann, dem Arzt ver­traut. Dass er bereit dafür ist, dass mit den Aku­punk­tur­na­deln Kräf­te auf ihn ein­wir­ken, die sein Inne­res aus­glei­chen. Er soll­te auf­merk­sam beob­ach­ten und erspü­ren, was sich wäh­rend der Sit­zun­gen tut. Dabei hilft, dass mit der Aku­punk­tur auch eine Ent­span­nung ein­tritt.

marktplatz

Bet­ti­na Küb­ler: Aber das müs­sen Sie ihm erst ein­mal erklä­ren…

Dr. med. Micha­el Ham­mes: Natür­lich, aber dazu rei­chen weni­ge Wor­te. Die eigent­li­che Kunst fängt schon bei der Ana­mne­se an, bei der ich mich mit dem Pati­en­ten ein­schwin­ge. Ich gebe mich nie mit Sym­pto­men zufrie­den, son­dern möch­te genau wis­sen, wann, in wel­chen Zusam­men­hän­gen sie auf­tre­ten, wie sich das genau anfühlt, was er sonst noch für Erkran­kun­gen oder Schwach­stel­len hat und so wei­ter. Des­halb neh­me ich mir für die Ana­mne­se auch immer viel Zeit.

Bet­ti­na Küb­ler: Die­ses Vor­ge­hen erin­nert mich sehr an ande­re kom­ple­men­tär­me­di­zi­ni­sche Metho­den, Homöo­pa­thie oder Ayur­ve­da zum Bei­spiel. Hier geht es doch vor allem um die Akti­vie­rung der Selbst­hei­lungs­kräf­te.

Dr. med. Micha­el Ham­mes: Ja, das Prin­zip ist über­all ähn­lich. Mensch, Krank­heit, Gesun­dung, wie das alles zusam­men­hängt, zieht sich durch alle Weis­heits­tra­di­tio­nen. Es liegt am Pati­en­ten, was er anneh­men kann und will.

Akupunktur ist mehr als Nadelstechen

Bet­ti­na Küb­ler: Zurück zur Aku­punk­tur – was geschieht dabei eigent­lich?

Dr. med. Micha­el Ham­mes: Um das zu ver­ste­hen, müs­sen wir uns vom rei­nen Nadel­ste­chen lösen. Es ist ein Instru­ment, mit dem der Arzt Pro­zes­se in Gang setzt. Er schaut auf die inne­re Ord­nung des Pati­en­ten, auf des­sen Qi-Fluss bzw. auf mög­li­che Blo­cka­den. Über sei­ne Kennt­nis mög­li­cher Ein­fluss­punk­te und sei­ne Intui­ti­on ver­schafft er sich dann Zugang zu den Orten, von denen aus er eine aus­glei­chen­de Regu­la­ti­on ansto­ßen oder sogar eine neue Ord­nung her­bei­füh­ren kann.

Bet­ti­na Küb­ler: Also das heißt, der Pati­ent wird krank, weil etwas bei ihm oder in ihm in Unord­nung gera­ten ist?

Dr. med. Micha­el Ham­mes: So unge­fähr. Gera­de unse­re west­li­che Welt trennt so ger­ne: Wis­sen­schaft und Kunst zum Bei­spiel. Die Wis­sen­schaft zer­fällt wei­ter in Natur‑, Geis­tes- und Sozi­al­wis­sen­schaf­ten, die Kunst in Musik, Male­rei und so wei­ter. Im Kör­per und in der See­le eines Men­schen hat die Tren­nung der Din­ge ein immens krank­ma­chen­des Poten­zi­al. In der Chi­ne­si­schen Medi­zin geht es dar­um, die Ein­heit wie­der her­zu­stel­len, die Din­ge mit­ein­an­der in Ein­klang zu brin­gen. Zum Bei­spiel hat die Hirn­for­schung gezeigt, dass wir all­ge­mein in einem wesent­lich bes­se­ren Zustand sind, wenn wir nicht allei­ne sind, also ein­ge­bun­den sind in Fami­lie, Freun­des- und Kol­le­gen­kreis. Iso­la­ti­on macht krank, Inte­gra­ti­on dient dage­gen der Gesund­heit.

Bet­ti­na Küb­ler: Was hat die Aku­punk­tur als wich­ti­ge Säu­le der Tra­di­tio­nel­len Chi­ne­si­schen Medi­zin heu­te noch mit den Absich­ten der alten chi­ne­si­schen Meis­tern zu tun?

Dr. med. Micha­el Ham­mes: Die so genann­te „Tra­di­tio­nel­le Chi­ne­si­sche Medi­zin“ ist ja ein Kunst­pro­dukt der Neu­zeit, das in Chi­na unter bestimm­ten poli­ti­schen Vor­ga­ben etwa seit den 50er Jah­ren des 20. Jahr­hun­derts geschaf­fen wur­de. Die neu gegrün­de­te Volks­re­pu­blik Chi­na hat sich aus dem jahr­tau­sen­de­al­ten Heil­sys­tem das her­aus­ge­sucht, was zu ihrer kom­mu­nis­ti­schen Aus­rich­tung pass­te, und schuf eine moder­ne Ver­si­on der Chi­ne­si­schen Medi­zin.

Bet­ti­na Küb­ler: Dabei ist ver­mut­lich viel ver­lo­ren gegan­gen…

Dr. med. Micha­el Ham­mes: So ist es. Trotz eines immensen Schat­zes an his­to­ri­scher Lite­ra­tur sind die Zeug­nis­se der ursprüng­li­chen Pra­xis der Chi­ne­si­schen Medi­zin in der Anti­ke bruch­stück­haft. Wir müs­sen die häu­fig im Meis­ter-Schü­ler-Ver­hält­nis wei­ter­ge­ge­be­nen Kennt­nis­se und Fer­tig­kei­ten wie auch die Pra­xis des Unter­richts aus den ver­füg­ba­ren Zeit­do­ku­men­ten und mit Hil­fe authen­ti­scher „Meis­ter“ rekon­stru­ie­ren.

Durch „inneren Wandel“ gesunden

Bet­ti­na Küb­ler: Und das tun Sie unter ande­rem gemein­sam mit Ihrer Kol­le­gin Dr. med. Roya Schwarz an ihrer Aka­de­mie für Alt­chi­ne­si­sche Medi­zin…

Dr. med. Micha­el Ham­mes: …und geben unse­re Erkennt­nis­se an inter­es­sier­te Ärz­te wei­ter, ja. Uns fas­zi­niert die anti­ke Aus­bil­dung in alter Chi­ne­si­scher Medi­zin. Zum einen war mit der Aus­übung der Medi­zin ein sehr hoher ethi­scher Anspruch ver­bun­den. Der Arzt soll­te sich vor­be­halt­los sei­nem Pati­en­ten zuwen­den, die Sor­ge um das Wohl­erge­hen sei­nes Pati­en­ten über alle ande­ren Inter­es­sen stel­len und im Ide­al­fall nicht dar­auf ange­wie­sen sein, mit der Aus­übung der ärzt­li­chen Kunst sei­nen Lebens­un­ter­halt bestrei­ten zu müs­sen.

In den alten Schrif­ten heißt es sinn­ge­mäß: Der obe­re Arzt erkennt die Krank­heit allein durch Inaugen­sch­ein­nah­me. Der mitt­le­re Arzt erkennt die Krank­heit am Puls. Der klei­ne Hand­wer­ker muss vie­le Fra­gen stel­len. Die Aus­bil­dung in Medi­zin in der chi­ne­si­schen Anti­ke dien­te daher vor allem der Ent­wick­lung einer beson­de­ren Spür­fä­hig­keit und sei­ner per­sön­li­chen Heil­kräf­te. Die höchs­te Form der Behand­lung bestand mög­li­cher­wei­se dar­in, den indi­vi­du­el­len Aus­gangs­punkt der Erkran­kung zusam­men mit dem Pati­en­ten aus­fin­dig zu machen und ihn zu einem inne­ren Wan­del zu befä­hi­gen.

Bet­ti­na Küb­ler: Und wel­che Rol­le spielt dabei die Aku­punk­tur?

Dr. med. Micha­el Ham­mes: Wir haben schon über die inne­re Ord­nung des Pati­en­ten gespro­chen. Um sie wie­der­her­zu­stel­len und damit die Vor­aus­set­zun­gen für eine Gesun­dung zu schaf­fen, kann die Aku­punk­tur gute Diens­te leis­ten. Dazu gehört zum Bei­spiel, dem Pati­en­ten des­sen Stär­ken bewusst zu machen, nega­ti­ve men­ta­le Pro­gram­me zu ver­än­dern und kör­per­li­che und see­li­sche Schwä­chen aus­zu­glei­chen. Gleich­zei­tig ist es enorm wich­tig, dass sich der Pati­ent an die­sem Pro­zess aktiv betei­ligt, zum Bei­spiel durch eine gesun­de Lebens­füh­rung. Die alte Chi­ne­si­sche Medi­zin beschrieb also einen Weg von mehr ober­fläch­li­cher Gesun­dung bis hin zur tief ver­wur­zel­ten inne­ren Gesund­heit.

Der Patient weiß, was hilft

Bet­ti­na Küb­ler: Die­se Ein­sich­ten lei­ten Sie bei Ihrer Arbeit in Ihrer Pri­vat­pra­xis. Aber als Fach­arzt für Neu­ro­lo­gie arbei­ten Sie auch im Kran­ken­haus. Wie las­sen sich die­se bei­den medi­zi­ni­schen Rich­tun­gen ver­bin­den?

Dr. med. Micha­el Ham­mes: Das ist nicht schwie­rig. All die Ebe­nen, auf denen wir medi­zi­nisch arbei­ten, sind letzt­lich unvoll­kom­men. Als Arzt muss ich ler­nen her­aus­zu­fin­den, auf wel­che Wei­se sich ein Pro­blem beim Pati­en­ten vor­nehm­lich mani­fes­tiert. Dabei hilft mal mehr die Schul­me­di­zin, mal mehr die Her­an­ge­hens­wei­se der Chi­ne­si­schen Medi­zin, oft bei­des zusam­men. Manch­mal ist es etwas sehr Kom­ple­xes, dann arbei­te ich inte­griert auf ver­schie­de­nen Ebe­nen. Und manch­mal ist es auch nur ein „ein­ge­klemm­ter Nerv“.

Bet­ti­na Küb­ler: Was ist das Wich­tigs­te, das Sie in bald drei Jahr­zehn­ten ärzt­li­cher Pra­xis gelernt haben?

Dr. med. Micha­el Ham­mes: Dass es der Pati­ent ist, der letzt­end­lich weiß, was ihm am bes­ten hilft. Ich muss es nur schaf­fen, dass wir gemein­sam her­aus­fin­den, was es ist. Es gibt eini­ge Pati­en­ten, die nach lan­ger Suche auf­ge­ge­ben haben – ihnen kann ich nur schwer hel­fen. Es gibt unter den Pati­en­ten auch Dog­ma­ti­ker, die sich den Weg zur Hei­lung selbst ver­bau­en, weil sie ihre Sicht so sehr ein­schrän­ken. Was die Aku­punk­tur angeht, weiß ich inzwi­schen, dass sie nicht nur bei eini­gen bestimm­ten Erkran­kun­gen, son­dern wirk­lich uni­ver­sell ein­setz­bar ist.

Mehr zu Dr. med. Micha­el Ham­mes unter http://www.hammes-akupunktur-neurologie.de

FAQ: Häufige Fragen zu Akupunktur

Wie lan­ge dau­ert es, bis Aku­punk­tur bei Beschwer­den hilft?

Dies ist abhän­gig von Krank­heits­bild, Erkran­kungs­in­ten­si­tät sowie dem all­ge­mei­nen Zustand des Pati­en­ten. Eine Sit­zung dau­ert meist zwi­schen 20 und 45 Minu­ten. Wäh­rend in eini­gen Fäl­len bereits eine Sit­zung aus­reicht, kön­nen in ande­ren Fäl­len meh­re­re Sit­zun­gen not­wen­dig sein.

Wie teu­er ist Aku­punk­tur?

Die Kos­ten bewe­gen sich in der Regel zwi­schen 30 und 70 Euro pro Sit­zung. In eini­gen Fäl­len über­neh­men die Kran­ken­kas­sen die Kos­ten teil­wei­se oder voll­stän­dig.

Hat die Aku­punk­tur-Metho­de Neben­wir­kun­gen?

Ins­ge­samt ist die Metho­de sehr scho­nend für den Pati­en­ten. Es kann zu leich­ten Rötun­gen an den Ein­stich­stel­len oder im schlimms­ten Fall zu klei­nen Blut­ergüs­sen kom­men. Ansons­ten sind kei­ne Neben­wir­kun­gen zu erwar­ten.

Wor­auf muss ich bei der Wahl eines Aku­punk­teurs ach­ten?

Ach­ten Sie dar­auf, dass Ihr Aku­punk­teur für den Heil­be­ruf zuge­las­sen ist. Außer­dem soll­te die­ser Erfah­rung vor­wei­sen kön­nen und unter hygie­ni­schen Bedin­gun­gen arbei­ten (Instru­men­te soll­ten sorg­fäl­tig gerei­nigt wer­den, um rück­stands­los viren­frei zu sein).

Ist Aku­punk­tur schmerz­haft?

In der Regel wird die Metho­de nicht als schmerz­haft emp­fun­den. Der Pati­ent ver­spürt ein leich­tes Zie­hen oder Krib­beln, mehr jedoch nicht. Oft wird die Aku­punk­tur sogar als sehr ange­nehm und ent­span­nend wahr­ge­nom­men.

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