Tai Chi und Qi Gong – darum sollten sie sofort loslegen

    Zuletzt aktualisiert am Samstag, den

    Zur Stress­be­wäl­ti­gung aber auch für ganz spe­zi­el­le Krank­heits­sym­pto­me emp­feh­len Ärz­te ihren Pati­en­ten immer häu­fi­ger einen Tai Chi- oder Qi Gong-Kurs zu bele­gen. Doch was steckt hin­ter Tai Chi und Qi Gong (Qigong) mit ihren lang­sam flie­ßen­den Bewe­gun­gen? Mit die­sem Arti­kel möch­te ich Ihnen einen kur­zen Über­blick über die­se wun­der­vol­len Metho­den geben.

    älterer chinesischer Mann weißer Anzug im Park macht Tai Chi Übung
    Tai Chi und Qi Gong lassen sich in jedem Alter praktizieren

    Wann ist Qi Gong entstanden?

    Man geht davon aus, dass die Grund­la­gen der uns heu­te bekann­ten Qi Gong-Übun­gen 4.000 bis 5.000 Jah­re alt sind. Qi Gong wur­de in ers­ter Linie zur Gesund­heits­vor­sor­ge ent­wi­ckelt.

    Wann ist Tai Chi entstanden?

    Für die Ent­ste­hung des Tai Chi, auch Tai­ji oder Tai­ji­quan, gibt es his­to­ri­sche Bele­ge aus dem 16. Jahr­hun­dert. Damals wur­de es zur Selbst­ver­tei­di­gung ent­wi­ckelt. Zu den Grund­la­gen des Tai Chi gehö­ren unter ande­rem das Qi Gong und ver­schie­de­ne Kampf­küns­te. Dar­aus resul­tiert auch der Begriff des „Schat­ten­bo­xens“.

    Was verbindet Tai Chi und Qi Gong?

    Qi Gong ist ein Bestand­teil des Tai Chi. Bei­de haben das Ziel den Men­schen so zu stär­ken, dass er kraft­voll und gesund ist und ihn auch glei­cher­ma­ßen zu ent­span­nen. Chi steht für Lebens­en­er­gie oder Atem, der dank der Übun­gen unge­hin­dert flie­ßen soll. Vie­le gesund­heits­för­dern­de Wir­kun­gen des Tai Chi und Qi Gong wur­den mitt­ler­wei­le durch inter­na­tio­na­le Stu­di­en belegt. Bei­de Metho­den wer­den auch sehr erfolg­reich in der Stress­be­wäl­ti­gung und der Burn-out-Prä­ven­ti­on ein­ge­setzt.

    Tai Chi und Qi Gong kann man einer­seits ein­zeln in Kur­sen erler­nen, ande­rer­seits fin­det man auch oft die Kom­bi­na­ti­on von Tai Chi und Qi Gong in einem Kurs, da sie sich wun­der­bar ergän­zen.

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    Wie unterscheiden sich Tai Chi und Qi Gong?

    Beim Qi Gong wer­den ent­we­der nur ein­zel­ne Übun­gen trai­niert oder man hängt ein paar weni­ge Übun­gen anein­an­der. Die­se wer­den im Ste­hen aus­ge­führt, manch­mal mit ein paar weni­gen Schrit­ten. Es gibt auch Qi Gong-Vari­an­ten, die man sehr gut im Sit­zen auf einem Stuhl üben kann. Wie man erken­nen kann, benö­tigt der Üben­de nur wenig Raum. Das Qi Gong-Trai­ning wird oft ganz gezielt für bestimm­te gesund­heit­li­che Pro­ble­me ein­ge­setzt und so ist es aus die­sem Grund auch ein Teil der Tra­di­tio­nel­len Chi­ne­si­schen Medi­zin (TCM).

    Im Gegen­satz zum Qi Gong wer­den im Tai­ji vie­le Übun­gen (Bil­der) anein­an­der­ge­hängt, wodurch Tai Chi kom­ple­xer ist. Die fest­ge­leg­ten Abläu­fe der Übun­gen nennt man eine Tai Chi-Form. Zur Schu­lung der Arm-Bein-Koor­di­na­ti­on gehö­ren zu den Bil­dern auch vie­le Schrit­te in ver­schie­de­ne Rich­tun­gen. Aus die­sem Grund benö­tigt man für das Aus­üben des Tai Chi auch mehr Platz. Die ver­schie­de­nen Tai Chi-For­men sind so kon­zi­piert, dass man bei einem Durch­lauf den gesam­ten Kör­per stärkt. Um die­se For­men beherr­schen zu ler­nen, soll­te man unbe­dingt einen Leh­rer wäh­len, der die Bewe­gungs­ab­läu­fe gedul­dig und fach­kun­dig erklärt und demons­triert.

    Die Wirkungsweisen der beiden fernöstlichen Bewegungslehren

    „Wer täg­lich Tai Chi übt, wird beweg­lich wie ein Kind, kräf­tig wie ein Holz­fäl­ler und gelas­sen wie ein Wei­ser.“ (Chi­ne­si­sche Weis­heit)

    Qi Gong und Tai Chi sind eine Mischung aus Körper‑, Atem- und Kon­zen­tra­ti­ons­trai­ning. Die Übun­gen haben zum Ziel, den Men­schen opti­mal zu stär­ken, damit die­ser gesund und wider­stands­fä­hig wird und zudem noch eine hohe Denk­fä­hig­keit erhält.

    Wenn man früh mor­gens in den chi­ne­si­schen Parks älte­re Men­schen Tai Chi oder Qi Gong aus­üben sieht, kann man ver­ste­hen, war­um es heißt „beweg­lich wie ein Kind zu wer­den“. Ihre Kör­per sind weich und geschmei­dig – ihre Gelen­ke las­sen sich wun­der­bar bewe­gen und strah­len eine gro­ße Sta­bi­li­tät aus.

    Mehr Beweglichkeit und Körperspannung durch Taiji

    Ein wich­ti­ges Ziel des Schat­ten­bo­xens und Qi Gong ist es, die Beweg­lich­keit der Gelen­ke und Mus­keln zu schu­len. Durch die wei­chen flie­ßen­den Bewe­gun­gen wer­den die Mus­keln und Seh­nen sehr gestärkt. Gleich­zei­tig wird die gesun­de Kör­per­hal­tung geschult, um die Sta­bi­li­tät zu ver­bes­sern und dem Ver­schleiß des Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes und so auch der Wir­bel­säu­le durch Fehl­stel­lun­gen vor­zu­beu­gen.

    Dies ist nur ein klei­ner Teil der Wir­kungs­wei­sen des Tai Chi- und Qi Gong-Trai­nings und ich könn­te vie­le Sei­ten damit fül­len. Damit die gesund­heit­li­chen Vor­tei­le schnell erkenn­bar wer­den, folgt eine Über­sicht der signi­fi­kan­ten Wir­kungs­wei­sen.

    Wohlbefinden steigern

    Wer wird nicht stän­dig von Zivi­li­sa­ti­ons­krank­hei­ten geplagt? Oft ist es nur der Stress, egal ob selbst­ge­macht oder von außen an uns her­an­ge­tra­gen. Tai Chi und Qi Gong sind dazu geeig­net, das eige­ne Wohl­be­fin­den zu stei­gern.

     
    Außer­dem kön­nen:
    • das Immun­sys­tem und die Selbst­hei­lungs­kräf­te gestärkt,
    • Kopf­schmer­zen und,
    • Schlaf­stö­run­gen redu­ziert,
    • Blut­wer­te ver­bes­sert,
    • die Kör­per­wahr­neh­mung gestei­gert,
    • der Gleich­ge­wichts­sinn ver­bes­sert,
    • Stoff­wech­sel­stö­run­gen posi­tiv unter­stützt,
    • Unru­he redu­ziert,
    • die Durch­blu­tung im gan­zen Kör­per ange­regt,
    • Ver­dau­ungs­pro­ble­me ver­bes­sert und
    • die Lebens­qua­li­tät gestei­gert wer­den.

    Positive Auswirkung der beiden fernöstlichen Bewegungslehren auf das Herz-Kreislauf-System

    Auf­grund unse­rer stres­si­gen Lebens­wei­se oder Umge­bung sind Pro­ble­me des Herz-Kreis­lauf-Sys­tems weit ver­brei­tet. Zeit­druck, unge­sun­de Ernäh­rung und zu wenig Bewe­gung belas­ten unse­re Gesund­heit. Mit Tai­ji und Qi Gong fällt es leicht zu ent­span­nen und los­zu­las­sen. Dies kann Herz­er­kran­kun­gen posi­tiv beein­flus­sen und den Blut­druck, egal ob zu hoch oder zu nied­rig, aus­glei­chen.

    Den Bewegungsapparat stärken durch Tai Chi und Qi Gong

    Immer mehr Men­schen lei­den auf­grund ihrer Lebens- und Arbeits­si­tua­ti­on unter Pro­ble­men des Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes. Ein Groß­teil der Bevöl­ke­rung geht einer sit­zen­den Beschäf­ti­gung nach und bewegt sich nicht aus­rei­chend. Dies kann zu einer Rei­he von Pro­ble­men füh­ren. Tai­ji und Qigong sind dazu geeig­net, Ver­span­nun­gen zu lösen, Mus­keln und Seh­nen zu stär­ken, eine gesun­de Kör­per­hal­tung zu schu­len, Rücken‑, Schul­ter- und Nacken­schmer­zen zu redu­zie­ren und die Bei­ne zu stär­ken.

    Die Atmung profitiert durch das Schattenboxen

    Ein wich­ti­ger Aspekt des Schat­ten­bo­xens ist die Opti­mie­rung des eige­nen Atems. Ein Ziel der Übun­gen ist eine Ver­tie­fung der Atmung sowie die Ver­län­ge­rung der Atem­zü­ge. Dadurch kön­nen sich chro­ni­sche Atem­wegs­er­kran­kun­gen wie etwa Asth­ma oder eine Bron­chi­tis ver­bes­sern und die Sauer­stoff­ver­sor­gung des Gehirns erhö­hen.

    Stress bewältigen

    Die Fern­öst­li­che Kampf- und Heil­kunst hat auch einen Ein­fluss auf Psy­che und Ner­ven­sys­tem. So ist sie dazu geeig­net,

    Taiji und Qi Gong können schulmedizinische Therapien unterstützen

    Dane­ben gibt es noch beson­de­re For­men des Tai­ji oder Qi Gong, wie bei­spiels­wei­se das Guo­lin Qi Gong, das spe­zi­ell für die Unter­stüt­zung wäh­rend einer Krebs­the­ra­pie Anwen­dung fin­det. Zusätz­lich  soll die­se asia­ti­sche Bewe­gungs­leh­re unter­stüt­zend bei der The­ra­pie nach einem Schlag­an­fall, bei Arthri­tis, einer Par­kin­so­n­er­kran­kung, bei Osteo­po­ro­se, Rheu­ma, Mul­ti­ple Skle­ro­se oder Fibro­my­al­gie wir­ken.

    Probieren Sie es einfach mal aus!

    Trotz der oben genann­ten Vor­tei­le fin­de ich es am wich­tigs­ten Tai Chi und Qi Gong zu erle­ben. Dafür kann man im Regel­fall eine Pro­be­stun­de bei einem ent­spre­chen­den Trai­ner buchen. Ich emp­fin­de es als sehr wich­tig, dass man sich wäh­rend des Trai­nings wohl­fühlt und nach dem Trai­ning ent­spann­ter ist als vor dem Trai­ning.

    Quellen