SARS-CoV‑2 – das sollten Sie über das Corona-Virus wissen

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den

Mehr als 1.041.100 Men­schen welt­weit wur­den mit dem neu­en Coro­na-Virus infi­ziert, wel­ches sich in den letz­ten Mona­ten vom Ursprungs­land Chi­na aus wei­ter ver­brei­tet hat. Über 55.100 Men­schen sind bereits gestor­ben. Unser umfas­sen­der Leit­fa­den soll infor­mie­ren und zum Ver­ständ­nis die­ser glo­ba­len Bedro­hung der öffent­li­chen Gesund­heit bei­tra­gen.

Das Corona-Virus breitet sich rasch aus
SARS-CoV-2 – das sollten Sie über das Corona-Virus wissen

Inhalts­ver­zeich­nis

Wie besorgt muss ich wegen des Corona-Virus sein?

Sie soll­ten zwar besorgt sein und die Krank­heit ernst neh­men, aber Sie soll­ten nicht in Panik gera­ten!

Das ist das Man­tra, das sich die Exper­ten für öffent­li­che Gesund­heit auf­er­legt haben, seit die Epi­de­mie im Janu­ar wie Pil­ze aus dem Boden schoss – und es ist unge­fähr so tröst­lich, wie leicht zu bewerk­stel­li­gen. Aber es ist wich­tig, dass wir es alle ver­su­chen.

Die­ses neue Coro­na-Virus – SARS-CoV‑2 – ist zwei­fel­los gefähr­lich. Es ver­ur­sacht eine Krank­heit namens COVID-19, die vor allem für älte­re Men­schen und Men­schen mit gesund­heit­li­chen Pro­ble­men töd­lich sein kann. Wäh­rend die Sterb­lich­keits­ra­te unter infi­zier­ten Men­schen unklar ist, lie­gen selbst eini­ge der­zeit nied­ri­ge Schät­zun­gen um das Sie­ben­fa­che über der Schät­zung für die sai­so­na­le Grip­pe.

Und SARS ‑CoV‑2 ist in Deutsch­land und es ist im Umlauf – wir ent­de­cken lau­fend neue Fäl­le und ermit­teln, wo es sich befin­det und wie weit es sich aus­ge­brei­tet hat. Die lan­ge Inku­ba­ti­ons­zeit und die Rei­sen in Län­der, die zu dem Zeit­punkt noch nicht als Risi­ko­ge­bie­te aus­ge­macht waren, sor­gen dafür, dass sich das Virus wei­ter aus­brei­tet. Es ist nun in allen Bun­des­län­dern ange­kom­men. Es ist unklar, ob wir in der Lage sein wer­den, es ein­zu­däm­men: selbst wenn wir es schaf­fen, wird es eine Men­ge Res­sour­cen und Anstren­gun­gen erfor­dern, dies zu tun.

Abge­se­hen davon ist SARS-CoV‑2 kei­ne exis­ten­zi­el­le Bedro­hung. Obwohl es töd­lich sein kann, sind etwa 80 Pro­zent der Fäl­le leicht bis mit­tel­schwer, und die Men­schen erho­len sich inner­halb von ein bis zwei Wochen. Dar­über hin­aus gibt es offen­sicht­li­che, evi­denz­ba­sier­te Maß­nah­men, die wir ergrei­fen kön­nen, um uns selbst, unse­re Ange­hö­ri­gen und unse­re Umge­bung zu schüt­zen.

Jetzt ist nicht die Zeit in Panik zu ver­fal­len, denn die­se wird Ihnen im Weg ste­hen, wenn es dar­um geht, ratio­na­le Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Es ist zwar völ­lig ver­ständ­lich, dass Sie sich Sor­gen machen, aber Ihre bes­te Chan­ce, dies unbe­scha­det zu über­ste­hen, besteht dar­in, sich an eini­ge Grund­re­geln der Hygie­ne zu hal­ten, um die Aus­brei­tung von SARS-CoV‑2 zu ver­hin­dern.

Mög­lichst voll­stän­di­ge und genaue Infor­ma­tio­nen über die Situa­ti­on hel­fen Ihnen, die Gefah­ren und das Risi­ko bes­ser ein­zu­schät­zen. Zu die­sem Zweck ver­su­chen wir im Fol­gen­den, alle Fra­gen bezüg­lich SARS-CoV‑2, COVID-19 und der Situa­ti­on in Deutsch­land zu beant­wor­ten.

Was ist SARS-CoV‑2?

SARS-CoV‑2 steht für das schwe­re aku­te respi­ra­to­ri­sche Syn­drom Coro­na-Virus 2. Wie der Name schon sagt, han­delt es sich um ein Coro­na-Virus und ist mit dem Coro­na-Virus ver­wandt, das SARS (Schwe­res Aku­tes Respi­ra­to­ri­sches Syn­drom) ver­ur­sacht. Hin­weis: Als SARS-CoV‑2 erst­mals iden­ti­fi­ziert wur­de, wur­de es vor­läu­fig als 2019 neu­ar­ti­ges Coro­na-Virus oder 2019-nCoV bezeich­net.

Coro­na-Viren sind eine gro­ße Fami­lie von Viren, die ihren Namen von auf ihrer Ober­flä­che befind­li­chen Sta­chel­pro­te­inen erhal­ten und unter dem Mikro­skop einer Kro­ne (Coro­na) ähneln. Als Fami­lie infi­zie­ren sie ein brei­tes Spek­trum von Tie­ren, ein­schließ­lich des Men­schen.

Mit der Ent­de­ckung von SARS-CoV‑2 gibt es nun sie­ben Arten von Coro­na-Viren, von denen bekannt ist, dass sie den Men­schen infi­zie­ren. Vier davon zir­ku­lie­ren regel­mä­ßig beim Men­schen und ver­ur­sa­chen meist leich­te bis mit­tel­schwe­re Infek­tio­nen der obe­ren Atem­we­ge – im Wesent­li­chen Erkäl­tun­gen.

Bei den ande­ren drei han­delt es sich um Coro­na-Viren, die vor kur­zem vom tie­ri­schen Wirt auf den Men­schen über­ge­sprun­gen sind und zu einer schwe­re­ren Erkran­kung geführt haben. Dazu gehö­ren MERS-CoV sowie SARS-CoV‑2, wel­che das Nah­ost-Atem­wegs­syn­drom (MERS) ver­ur­sa­chen und SARS-CoV, wel­ches SARS ver­ur­sacht.

In allen drei Fäl­len wird ange­nom­men, dass die Viren von Fle­der­mäu­sen – die mit einer gro­ßen Anzahl von Coro­na-Viren-Stäm­men infi­ziert sind – über einen tie­ri­schen Zwi­schen­wirt auf den Men­schen über­ge­gan­gen sind. For­scher haben SARS-CoV mit Viren in Fle­der­mäu­sen in Ver­bin­dung gebracht, die durch mas­kier­te Pal­men­zi­bets und Wasch­bär­hun­de (Mar­der­hun­de), die auf den Stra­ßen­märk­ten für leben­de Tie­re in Chi­na als Nah­rung ver­kauft wer­den, auf den Men­schen gelangt sein könn­ten. Man nimmt an, dass sich MERS von Fle­der­mäu­sen auf Dro­me­da­re aus­ge­brei­tet hat, bevor es auf den Men­schen über­sprang.

Woher kam SARS-CoV‑2?

SARS-CoV‑2 ist mit Coro­na­vi­ren in Fle­der­mäu­sen ver­wandt, aber sein tie­ri­scher Zwi­schen­wirt und sein Weg zum Men­schen sind noch nicht klar. Es gab vie­le Spe­ku­la­tio­nen, dass der Zwi­schen­wirt Pan­go­li­ne (Schup­pen­tie­re) sein könn­ten, aber das ist nicht bestä­tigt.

Wie hat das Corona-Virus begonnen, Menschen zu infizieren?

Wäh­rend die Iden­ti­tät des Zwi­schen­wirts von SARS-CoV‑2 unbe­kannt bleibt, ver­mu­ten For­scher, dass das mys­te­riö­se Tier auf einem Markt für leben­de Tie­re in Wuhan, Chi­na, der Haupt­stadt der zen­tra­len chi­ne­si­schen Pro­vinz Hub­ei und dem Epi­zen­trum des Aus­bruchs, prä­sent war. Auf dem Markt, der spä­ter in den chi­ne­si­schen Staats­me­di­en als „schmut­zig und unor­dent­lich“ beschrie­ben wur­de, wur­de eine brei­te Palet­te von Mee­res­früch­ten und leben­den (Wild-)Tieren ver­kauft. Vie­le der anfäng­li­chen SARS-CoV-2-Infek­tio­nen stan­den in Ver­bin­dung mit dem Markt; in der Tat waren vie­le der ers­ten Fäl­le bei Men­schen zu ver­zeich­nen, die dort arbei­te­ten.

Exper­ten für öffent­li­che Gesund­heit ver­mu­ten, dass die Unord­nung auf dem Markt zur Ver­brei­tung des Virus geführt haben könn­te. Sol­che Märk­te sind berüch­tigt dafür, dass sie zur Ein­füh­rung neu­er Infek­ti­ons­krank­hei­ten bei­tra­gen – sie brin­gen Men­schen mit einer Viel­zahl von leben­den (Wild-)Tieren zusam­men, die ihre eige­ne „Mena­ge­rie“ von Krank­heits­er­re­gern haben. Enge Nach­bar­schaft, Fleisch­zu­be­rei­tung und schlech­te hygie­ni­sche Bedin­gun­gen bie­ten Viren eine Viel­zahl von Mög­lich­kei­ten, sich neu zu ver­bin­den, zu mutie­ren und zu neu­en Wir­ten, ein­schließ­lich des Men­schen, über­zu­sprin­gen.

Ein Bericht in „The Lan­cet“, der 41 frü­he Fäl­le des Aus­bruchs beschreibt, deu­tet jedoch dar­auf hin, dass die frü­hes­te iden­ti­fi­zier­te Per­son, die an SARS-CoV‑2 erkrankt war, kei­ne Ver­bin­dung zum Markt hat­te. Dabei han­del­te es sich um einen Mann, des­sen Infek­ti­on am 1. Dezem­ber 2019 Sym­pto­me zu ver­ur­sa­chen begann. Kei­ner aus der Fami­lie des Man­nes wur­de krank, und er hat­te kei­ne Ver­bin­dun­gen zu den ande­ren Fäl­len des Aus­bruchs.

Die Bedeu­tung die­ses Fal­les und die letzt­end­li­che Ursa­che des Aus­bruchs blei­ben unbe­kannt.

Der Markt wur­de am 1. Janu­ar, als die Epi­de­mie Fahrt auf­nahm, von chi­ne­si­schen Beam­ten geschlos­sen und gründ­lich gerei­nigt.

Was passiert, wenn Sie mit dem Corona-Virus infiziert sind?

SARS-CoV‑2 ver­ur­sacht bei Men­schen eine Krank­heit, die von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) als COVID-19 bezeich­net wird, dabei steht das „CO“ für „Coro­na“, „VI“ für „Virus“ und „D“ für Krank­heit (Disea­se).

Was sind die Symptome?

COVID-19 ist eine Krank­heit mit einer Rei­he von Sym­pto­men und Schwe­re­gra­den, und wir ler­nen noch immer das gesam­te Spek­trum ken­nen. Bis­her scheint sie von leich­ten oder poten­zi­ell asym­pto­ma­ti­schen Fäl­len bis hin zu mäßi­ger Lun­gen­ent­zün­dung, schwe­rer Lun­gen­ent­zün­dung, Atem­not, Organ­ver­sa­gen und, bei eini­gen, zum Tod zu rei­chen.

Vie­le Fäl­le begin­nen mit Fie­ber, Müdig­keit und leich­ten Sym­pto­men der Atem­we­ge, wie zum Bei­spiel tro­cke­nem Hus­ten. Die meis­ten Fäl­le wer­den nicht viel schlim­mer, aber eini­ge ent­wi­ckeln sich zu einer schwe­ren und lebens­be­droh­li­chen Krank­heit.

Nach den Daten von fast 81.000 im Labor bestä­tig­ten COVID-19-Pati­en­ten in Chi­na, klag­ten die Per­so­nen über fol­gen­de Sym­pto­me:

Sym­pto­me des Coro­na-Virus:
  • 88 Pro­zent hat­ten Fie­ber
  • 68 Pro­zent hat­ten einen tro­cke­nen Hus­ten
  • 38 Pro­zent klag­ten über Müdig­keit
  • 33 Pro­zent waren ver­schleimt
  • 19 Pro­zent klag­ten über Kurz­at­mig­keit
  • 15 Pro­zent hat­ten Gelenk- oder Mus­kel­schmer­zen
  • 14 Pro­zent hat­ten Hals­schmer­zen
  • 14 Pro­zent hat­ten Kopf­schmer­zen
  • 11 Pro­zent hat­ten Schüt­tel­frost
  • 5 Pro­zent lit­ten an Übel­keit oder Erbre­chen
  • 5 Pro­zent hat­ten eine ver­stopf­te Nase
  • 4 Pro­zent hat­ten Durch­fall
  • Weni­ger als ein Pro­zent hus­te­te Blut

Die­se Daten wur­den in einem Bericht einer Grup­pe inter­na­tio­na­ler Gesund­heits­ex­per­ten ver­öf­fent­licht, die von der WHO und chi­ne­si­schen Beam­ten zusam­men­ge­stellt wur­den (die soge­nann­te gemein­sa­me Mis­si­on der WHO und Chi­nas), die im Febru­ar eini­ge Wochen lang durch das Land reis­ten, um den Aus­bruch und die Reak­tio­nen dar­auf zu bewer­ten.

Nach neus­ten Erkennt­nis­sen von Prof. Dr. Hen­drik Stre­eck von der Uni­kli­nik Bonn, der mehr als 100 Coro­na-Pati­en­ten aus dem Kreis Heins­berg befragt hat, berich­te­ten mehr als 66 % über einen mehr­tä­gi­gen Ver­lust des Geschmacks- und Geruchs­sinns, noch vor dem Aus­bruch der Erkran­kung. Unter den Befrag­ten waren kei­ne ganz schwe­ren Fäl­le, die im Kran­ken­haus behan­delt wer­den muss­ten.

Wie schwer ist die Infektion?

Bei den meis­ten Infi­zier­ten tre­ten nur leich­te Sym­pto­me auf. Sie erkran­ken nur leicht und erho­len sich inner­halb von zwei Wochen voll­stän­dig.

In einer epi­de­mio­lo­gi­schen Stu­die über 44.672 bestä­tig­te Fäl­le in Chi­na, die von einem Not­fall­team von Epi­de­mio­lo­gen ver­fasst und von der chi­ne­si­schen CDC („Cen­ters for Disea­se Con­trol and Pre­ven­ti­on“) ver­öf­fent­licht wur­de, berich­te­ten For­scher, dass etwa 81 Pro­zent der Fäl­le als mild ein­ge­stuft wur­den. Die For­scher defi­nier­ten mil­de Fäl­le als sol­che, die von den gerings­ten Sym­pto­men bis zu einer leich­ten Lun­gen­ent­zün­dung rei­chen. Kei­ner der mil­den Fäl­le war töd­lich; alle erhol­ten sich.

Ansons­ten wur­den etwa 14 Pro­zent als schwer ein­ge­stuft, was als Fäl­le mit erschwer­ter oder müh­sa­mer Atmung, erhöh­ter Atem­fre­quenz und ver­min­der­tem Sauer­stoff­ge­halt im Blut defi­niert wur­de. Kei­ner der schwe­ren Fäl­le war töd­lich; alle erhol­ten sich.

Fast 5 Pro­zent der Fäl­le wur­den als kri­tisch ein­ge­stuft. Die­se Fäl­le umfass­ten Atem­ver­sa­gen, sep­ti­schen Schock und/oder Funk­ti­ons­stö­run­gen oder Ver­sa­gen meh­re­rer Orga­ne. Etwa die Hälf­te die­ser Pati­en­ten starb.

Schließ­lich fehl­ten in 257 Fäl­len (0,6 Pro­zent) jeg­li­che Anga­ben zum Schwe­re­grad der Erkran­kung.

Die Gesamt­sterb­lich­keits­ra­te bei den unter­such­ten Pati­en­ten betrug 2,3 Pro­zent.

Wer gehört zur Risikogruppe, für schwere Erkrankungen und Todesfälle?

Ihr Risi­ko, schwer zu erkran­ken und zu ster­ben, steigt mit dem Alter und den gesund­heit­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen.

In der oben dis­ku­tier­ten Grup­pe von 44.672 Fäl­len waren die höchs­ten Sterb­lich­keits­ra­ten bei den über 60-Jäh­ri­gen zu ver­zeich­nen. Bei den 60- bis 69-Jäh­ri­gen lag die Sterb­lich­keits­ra­te bei 3,6 Pro­zent. In der Alters­grup­pe der 70- bis 79-Jäh­ri­gen lag die Sterb­lich­keits­ra­te bei etwa 8 Pro­zent, und bei den über 80-Jäh­ri­gen lag die Sterb­lich­keits­ra­te bei fast 15 Pro­zent.

Dar­über hin­aus lagen den For­schern für 20.812 der 44.672 Pati­en­ten Infor­ma­tio­nen über deren Gesund­heits­zu­stand vor der Infek­ti­on mit SARS-CoV‑2 vor. Von den­je­ni­gen, für die zusätz­li­che medi­zi­ni­sche Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung stan­den, gaben 15.536 an, dass sie kei­ne gesund­heit­li­chen Grund­er­kran­kun­gen hat­ten. Die Sterb­lich­keits­ra­te in die­ser Grup­pe betrug 0,9 Pro­zent.

Coronavirus Covid-19 Fälle und Todesfälle nach Alter
Coro­na-Virus Covid-19 Fäl­le und Todes­fäl­le nach Alter

Die Sterb­lich­keits­ra­ten waren bei den ver­blei­ben­den 5.279 Pati­en­ten, die über eini­ge gesund­heit­li­che Grund­er­kran­kun­gen berich­te­ten, viel höher. Die­je­ni­gen, die über Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen berich­te­ten, hat­ten eine Sterb­lich­keits­ra­te von 10,5 Pro­zent. Bei Pati­en­ten mit Dia­be­tes lag die Sterb­lich­keits­ra­te bei 7,3 Pro­zent. Bei Pati­en­ten mit chro­ni­schen Atem­wegs­er­kran­kun­gen lag die Rate bei 6,3 Pro­zent. Bei Pati­en­ten mit Blut­hoch­druck lag die Sterb­lich­keits­ra­te bei 6,0 Pro­zent und bei Krebs­pa­ti­en­ten bei 5,6 Pro­zent.

Rät­sel­haf­ter­wei­se hat­ten Män­ner eine höhe­re Sterb­lich­keits­ra­te als Frau­en. In der Stu­die star­ben 2,8 Pro­zent der erwach­se­nen, männ­li­chen Pati­en­ten, ver­gli­chen mit einer Sterb­lich­keits­ra­te von 1,7 Pro­zent bei den weib­li­chen Pati­en­ten.

Sind Männer stärker gefährdet?

In meh­re­ren Stu­di­en haben For­scher bei Män­nern höhe­re Fall­zah­len fest­ge­stellt als bei Frau­en. Der Bericht der WHO ergab, dass Män­ner 51 Pro­zent der Fäl­le aus­mach­ten. Eine wei­te­re Stu­die mit 1.099 Pati­en­ten ergab, dass 58 Pro­zent der Fäl­le auf Män­ner ent­fie­len.

Bis­lang ist unklar, ob die­se Zah­len belast­bar sind, oder ob sie sich aus­glei­chen wür­den, wenn die For­scher höhe­re Fall­zah­len betrach­ten wür­den. Es ist auch unklar, ob die­se Ver­zer­rung mög­li­cher­wei­se Unter­schie­de in den Expo­si­ti­ons­ra­ten, in den zugrun­de lie­gen­den Gesund­heits­be­din­gun­gen oder in den Rau­cher­ra­ten wider­spie­gelt, die Män­ner anfäl­li­ger machen könn­ten.

Aller­dings wur­den Geschlechts­un­ter­schie­de bei Krank­hei­ten fest­ge­stellt, die durch Ver­wand­te von SARS-CoV‑2, SARS-CoV und MERS-CoV ver­ur­sacht wer­den. Es gibt eini­ge vor­läu­fi­ge Unter­su­chun­gen, die sich mit die­ser Fra­ge bei Mäu­sen befas­sen. Eini­ge Ergeb­nis­se deu­ten dar­auf hin, dass die Akti­vi­tät des weib­li­chen Hor­mons Östro­gen einen schüt­zen­den Effekt haben könn­te. Ande­re For­schun­gen las­sen auch ver­mu­ten, dass Gene auf dem X‑Chromosom, die an der Modu­la­ti­on der Immun­re­ak­ti­on auf Viren betei­ligt sind, auch dazu die­nen könn­ten, gene­tisch gese­hen weib­li­che Per­so­nen, die zwei X‑Chromosomen haben, bes­ser zu schüt­zen, als gene­tisch gese­hen männ­li­che Per­so­nen, die nur ein X‑Chromosom haben.

Sind Kinder weniger gefährdet?

Ja, es scheint so. In allen bis­he­ri­gen Stu­di­en und Daten machen Kin­der nur einen win­zi­gen Bruch­teil der Fäl­le aus und haben nur sehr weni­ge gemel­de­te Todes­fäl­le. In den 44.672 von der chi­ne­si­schen CDC unter­such­ten Fäl­len waren weni­ger als ein Pro­zent Kin­der im Alter von 0 bis 9 Jah­ren. Kei­ner die­ser Fäl­le war töd­lich. Über ähn­li­che Ergeb­nis­se wur­de in ande­ren Stu­di­en berich­tet.

Der Bericht der gemein­sa­men Mis­si­on der WHO und Chi­nas stell­te auch fest, dass Kin­der bei die­ser Epi­de­mie weit­ge­hend unver­sehrt zu sein schei­nen, und schrieb: „Die Krank­heit bei Kin­dern scheint rela­tiv sel­ten und mild zu sein“. Aus den bis­he­ri­gen Daten berich­ten sie, dass „infi­zier­te Kin­der über­wie­gend durch den Kon­takt in ihren eige­nen Haus­hal­ten von Erwach­se­nen infi­ziert wur­den“.

Eine unver­öf­fent­lich­te, nicht von Fach­leu­ten über­prüf­te Stu­die über 391 Fäl­le in Shen­zhen, Chi­na, scheint die­se Beob­ach­tung zu bestä­ti­gen. Sie stell­te fest, dass Kin­der in Haus­hal­ten genau­so wahr­schein­lich infi­ziert wer­den, wie Erwach­se­ne aber sie hat­ten mil­de­re Ver­läu­fe. Die Stu­die wur­de am 4. März auf einem medi­zi­ni­schen Pre-Print-Ser­ver ver­öf­fent­licht.

Wie im Bericht der gemein­sa­men Mis­si­on fest­ge­stellt wur­de, ist es ange­sichts der ver­füg­ba­ren Daten jedoch nicht mög­lich, das Aus­maß der Infek­ti­on bei Kin­dern zu bestim­men und zu ermit­teln, wel­che Rol­le die­se bei der Aus­brei­tung der Krank­heit und der Epi­de­mie ins­ge­samt spielt. „Bemer­kens­wert“, so der Bericht wei­ter, „die vom Mis­si­ons­team befrag­ten Per­so­nen konn­ten sich nicht an Epi­so­den erin­nern, in denen es zu einer Über­tra­gung von einem Kind auf einen Erwach­se­nen kam“.

Wie lange dauert der Corona-Virus?

Im Durch­schnitt dau­ert es fünf bis sechs Tage von dem Tag an, an dem Sie sich mit SARS-CoV‑2 infi­zie­ren, bis Sie Sym­pto­me von COVID-19 ent­wi­ckeln. Die­se prä­sym­pto­ma­ti­sche Peri­ode – auch als „Inku­ba­ti­ons­zeit“ bekannt – kann zwi­schen einem und 14 Tagen dau­ern.

Von dort aus erho­len sich die­je­ni­gen mit einer leich­ten Erkran­kung ten­den­zi­ell in etwa zwei Wochen, wäh­rend die­je­ni­gen mit schwe­re­ren Fäl­len drei bis sechs Wochen brau­chen, um sich zu erho­len, so der WHO-Gene­ral­di­rek­tor Dr. Tedros Adha­nom Ghe­breye­sus.

Wie viele Menschen sterben an der Infektion?

Die­se Fra­ge ist schwer zu beant­wor­ten. Unter dem Strich wis­sen wir es nicht wirk­lich.

Die Sterb­lich­keits­ra­te, also die Zahl der Infi­zier­ten, die an der Infek­ti­on ster­ben wer­den, wird ein­fach berech­net, indem man die Zahl der Ver­stor­be­nen durch die Zahl der Gene­se­nen plus die Zahl der Ver­stor­be­nen teilt. Die Sterb­lich­keits­ra­te, die Sie bis­her gese­hen haben, waren wahr­schein­lich eine gro­be Ver­si­on davon: Todes­fäl­le geteilt durch die Gesamt­zahl der Fäl­le.

Die­se Art der Berech­nung ist wenig prä­zi­se, da gezähl­te Infek­ti­ons­fäl­le fälsch­lich als über­le­bend gewer­tet wer­den, aller­dings zu einem spä­te­ren Zeit­punkt ster­ben. Dies ver­zerrt die aktu­el­le Berech­nung, und lässt die Sterb­lich­keits­ra­te künst­lich nied­rig erschei­nen.

Eine viel grö­ße­re Sor­ge ist jedoch, dass wir die Zahl der Fäl­le ins­ge­samt zu nied­rig anset­zen. Da die meis­ten der uns bekann­ten COVID-19-Fäl­le mild sind, ver­mu­ten Gesund­heits­ex­per­ten, dass viel mehr Infi­zier­te sich nicht bei den Leis­tungs­er­brin­gern des Gesund­heits­we­sens zum Tes­ten gemel­det haben. Mög­li­cher­wei­se haben sie ihren COVID-19-Fall mit einer Erkäl­tung ver­wech­selt oder es gar nicht bemerkt. In Gebie­ten, die von COVID-19 stark betrof­fen sind, gab es mög­li­cher­wei­se nicht genü­gend Test­ka­pa­zi­tä­ten, um alle leich­ten Fäl­le zu erken­nen. Wenn eine gro­ße Anzahl leich­ter Fäl­le in der Gesamt­zahl der Fäl­le über­se­hen wird, könn­te dies die Sterb­lich­keits­ra­te künst­lich hoch erschei­nen las­sen.

Symp­tomeEr­käl­tungGrip­peCovid-19
Fie­bersel­tenhäu­fighäu­fig
Müdig­keitmanch­malhäu­figmanch­mal
Hus­tenwenighäu­fig (tro­cken)häu­fig (tro­cken)
Nie­senhäu­figneinnein
Glieder­schmerzenhäu­fighäu­figmanch­mal
Schnup­fenhäu­figmanch­malsel­ten
Hals­schmer­zenhäu­figmanch­malmanch­mal
Durch­fallneinmanch­mal (Kin­der)sel­ten
Kopf­wehsel­tenhäu­figmanch­mal
Kurz­atmig­keitneinneinmanch­mal
Quel­len: WHO, CDCHealth Rise Logo klein

Der bes­te Weg, die­se Unge­wiss­heit zu besei­ti­gen, besteht dar­in, abzu­war­ten, bis einer der loka­len Aus­brü­che voll­stän­dig vor­bei ist, und dann Blut­tests an der All­ge­mein­be­völ­ke­rung durch­zu­füh­ren, um zu sehen, wie vie­le Men­schen infi­ziert wur­den. Die­se Blut­tests wür­den Anti­kör­per gegen SARS-CoV‑2 nach­wei­sen,  (Anti­kör­per sind Y‑förmige Pro­te­ine, die das Immun­sys­tem her­stellt, um Krank­heits­er­re­ger und ande­re „unfreund­li­che Ein­dring­lin­ge“ zu iden­ti­fi­zie­ren und anzu­grei­fen). Das Vor­han­den­sein von Anti­kör­pern gegen einen bestimm­ten Keim im Blut einer Per­son weist dar­auf hin, dass die Per­son die­sem Keim ent­we­der durch eine Infek­ti­on oder durch eine Immu­ni­sie­rung aus­ge­setzt war. Ein Scree­ning der Bevöl­ke­rung auf SARS-CoV-2-Anti­kör­per gibt ein kla­re­res Bild davon, wie vie­le Men­schen tat­säch­lich infi­ziert wur­den – unab­hän­gig davon, ob sie sym­ptom­frei waren oder als krank dia­gnos­ti­ziert wur­den. Die­se Zahl kann dann zur Berech­nung einer genau­en Sterb­lich­keits­ra­te ver­wen­det wer­den.

Bis­lang wur­den in Chi­na, ins­be­son­de­re in der Pro­vinz Guang­dong, eini­ge Unter­su­chun­gen der Bevöl­ke­rung auf COVID-19-Infek­tio­nen durch­ge­führt. Das Scree­ning von 320.000 Men­schen, die in eine Fie­ber­kli­nik gin­gen, deu­te­te dar­auf hin, dass wir mög­li­cher­wei­se eine gro­ße Anzahl leich­ter Fäl­le nicht erken­nen. Dies wie­der­um lässt ver­mu­ten, dass die Sterb­lich­keits­ra­te, die wir aktu­ell erhal­ten, nicht wesent­lich höher sein wird, als erwar­tet. Exper­ten ver­mu­ten jedoch immer noch, dass vie­le leich­te Fäl­le nicht gemel­det wer­den, und vie­le gehen immer noch davon aus, dass die wah­re Sterb­lich­keits­ra­te nied­ri­ger sein wird als die aktu­ell berech­ne­te.

Abge­se­hen davon, dass die grund­le­gen­de Anzahl der Fäl­le und Todes­fäl­le rich­tig berech­net wird, ist die Sterb­lich­keits­ra­te auch des­halb schwie­rig zu ermit­teln, weil sie je nach Bevöl­ke­rung, Zeit und Ort vari­ie­ren kann. Die Sterb­lich­keits­ra­te vari­iert auf der Grund­la­ge von Alter, Geschlecht und dem zugrun­de lie­gen­den Gesund­heits­zu­stand. Mit der Zeit wer­den die Anbie­ter von Gesund­heits­leis­tun­gen gemein­sam bes­ser in der Lage sein, Pati­en­ten zu iden­ti­fi­zie­ren und zu behan­deln, wodurch die Sterb­lich­keits­ra­te gesenkt wird.

Erschwe­rend kommt hin­zu, dass sich die Qua­li­tät der Gesund­heits­ver­sor­gung von Ort zu Ort unter­schei­det. Die Sterb­lich­keits­ra­te in einem res­sour­cen­ar­men Kran­ken­haus kann höher sein, als in einem res­sour­cen­rei­chen Kran­ken­haus. Dar­über hin­aus kön­nen Gesund­heits­sys­te­me, die bei einem Aus­bruch über­las­tet sind, mög­li­cher­wei­se nicht in der Lage sein, jeden Pati­en­ten opti­mal zu ver­sor­gen, wodurch die Sterb­lich­keits­ra­te an die­sen Orten künst­lich erhöht wird.

Dies scheint der Fall zu sein, den wir in Chi­na beob­ach­ten konn­ten. Im Bericht der gemein­sa­men Mis­si­on der WHO und Chi­nas stell­ten die Exper­ten fest, dass die Sterb­lich­keits­ra­te in Wuhan – wo der Aus­bruch begann und wo die Gesund­heits­sys­te­me durch die Zahl der Fäl­le erdrückt waren – bei 5,8 Pro­zent lag. Das übri­ge Chi­na hat­te zu die­ser Zeit eine Sterb­lich­keits­ra­te von 0,7 Pro­zent.

Bis zum 5. März wur­den etwa 13.000 Fäl­le und 400 Todes­fäl­le außer­halb der chi­ne­si­schen Pro­vinz Hub­ei (wo sich Wuhan befin­det) gemel­det. Nach einer gro­ben Berech­nung liegt die Sterb­lich­keits­ra­te bei etwa 3 Pro­zent, aber das Ergeb­nis die­ser Berech­nung wird sich wahr­schein­lich wäh­rend des gesam­ten Aus­bruchs ver­än­dern.

Wie schneidet COVID-19 im Vergleich zur saisonalen Grippe hinsichtlich der Symptome und Todesfälle ab?

Die meis­ten Fäl­le von COVID-19 sind mild und kön­nen sich ähn­lich wie die sai­so­na­le Grip­pe anfüh­len, bevor sich eine Per­son erholt.

Obwohl die Rate der Todes­fäl­le bei COVID-19, wie schon erwähnt, noch nicht klar ist, scheint sie bis­her deut­lich höher zu sein, als die Sterb­lich­keits­ra­te bei der sai­so­na­len Grip­pe in den USA.

Die Gesamt-Sterb­lich­keits­ra­te für COVID-19 hat sich wäh­rend des Aus­bruchs um 2 bis 3 Pro­zent bewegt. Wie berich­tet, errech­ne­te Chris­to­pher Mores, ein glo­ba­ler Gesund­heits­pro­fes­sor an der Geor­ge Washing­ton Uni­ver­si­ty, die durch­schnitt­li­che 10-Jah­res-Sterb­lich­keits­ra­te für die Grip­pe in den USA auf der Grund­la­ge von CDC-Daten auf 0,1 Pro­zent. Vie­le Exper­ten ver­wen­den die­se Zahl, dar­un­ter Dr. Antho­ny Fau­ci, Direk­tor des Natio­nal Insti­tu­te of All­er­gy and Infec­tious Disea­ses an den Natio­nal Insti­tu­tes of Health.

Eben­so bemerk­te der WHO-Gene­ral­di­rek­tor Dr. Tedros kürz­lich in einer Erklä­rung, dass „die sai­so­na­le Grip­pe im All­ge­mei­nen weit weni­ger als ein Pro­zent der Infi­zier­ten tötet“.

Den­noch bedeu­tet eine nied­ri­ge­re Sterb­lich­keits­ra­te kei­ne nied­ri­ge Zahl von Todes­op­fern. Die CDC schätzt, dass sich in die­ser Grip­pe­sai­son bis zu 45 Mil­lio­nen Ame­ri­ka­ner infi­ziert haben, bis zu 560.000 ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert wur­den und 46.000 dar­an gestor­ben sind.

Die Grip­pe ist eine der Haupt­to­des­ur­sa­chen in den USA.

Wie verbreitet sich SARS-CoV‑2?

SARS-CoV‑2 brei­tet sich haupt­säch­lich über die Tröpf­chen-Infek­ti­on aus – win­zi­ge, keim­be­las­te­te Tröpf­chen, die aus dem Mund oder der Nase aus­ge­sto­ßen wer­den, wenn man schwer atmet, spricht, hus­tet oder niest. Ver­öf­fent­lich­te Daten deu­ten dar­auf hin, dass ein ein­zi­ger Nie­ser 40.000 Tröpf­chen mit einem Durch­mes­ser von 0,5–12 Mikro­me­tern frei­set­zen kann. Sobald sie in der Luft sind, fal­len die­se schnell auf den Boden und lan­den nor­ma­ler­wei­se nicht wei­ter als einen Meter ent­fernt. SARS-CoV‑2 ver­weilt nicht in der Luft.

Wenn die­se SARS-CoV‑2 ent­hal­te­nen Tröpf­chen aus­ge­schie­den wer­den oder von einer keim­be­las­te­ten Hand auf die Schleim­häu­te (Augen, Nase oder Mund) einer Per­son tref­fen, kann die­se Per­son infi­ziert wer­den.

Wenn SARS-CoV‑2 ent­hal­ten­de Tröpf­chen auf Ober­flä­chen lan­den, kön­nen sie auf ande­re Per­so­nen über­tra­gen wer­den, die sich dann mit der SARS-CoV‑2 infi­zie­ren kön­nen. Laut der Epi­de­mio­lo­gin Maria Van Kerk­ho­ve, einer Exper­tin für Infek­ti­ons­aus­brü­che bei der WHO, scheint SARS-CoV‑2 wie sein Ver­wand­ter, SARS-CoV, zu sein, da die Ober­flä­chen­kon­ta­mi­na­ti­on offen­bar eine Rol­le bei der Epi­de­mie spielt.

Es ist unklar, wie lan­ge SARS-CoV‑2 auf einer Ober­flä­che über­le­ben kann. Eine kürz­lich im The Jour­nal of Hos­pi­tal Infec­tion ver­öf­fent­lich­te Über­sicht legt nahe, dass human-infi­zie­ren­de Coro­na­vi­ren im All­ge­mei­nen bis zu neun Tage auf Ober­flä­chen über­le­ben kön­nen.

Die WHO geht davon aus, dass SARS-CoV‑2 auf Ober­flä­chen für eini­ge Stun­den bis zu meh­re­ren Tagen über­le­ben kann. Die Orga­ni­sa­ti­on stell­te fest, dass das Über­le­ben von Umwelt­fak­to­ren wie Tem­pe­ra­tur, Feuch­tig­keit und der Art der Ober­flä­che abhängt.

Wie Dr. Van Kerk­ho­ve jedoch fest­stell­te, wird SARS-CoV‑2 durch Des­in­fek­ti­ons­mit­tel schnell abge­tö­tet. Wie in der Über­sicht über das Über­le­ben der Coro­na­vi­ren auf Ober­flä­chen berich­tet wird, wer­den die Viren „durch Ober­flä­chen­des­in­fek­ti­ons­ver­fah­ren mit 62–71 Pro­zent Etha­nol, 0,5 Pro­zent Was­ser­stoff­per­oxid oder 0,1 Pro­zent Natri­um­hy­po­chlo­rit (Bleich­mit­tel) inner­halb von 1 Minu­te wirk­sam inak­ti­viert“.

Schließ­lich scheint das gene­ti­sche Mate­ri­al von SARS-CoV‑2 in den Kot eini­ger Pati­en­ten zu gelan­gen – laut dem Bericht der gemein­sa­men Mis­si­on der WHO und Chi­nas bei bis zu 30 Pro­zent der Pati­en­ten. In einer kürz­lich im JAMA (medi­zi­ni­sche Fach­zeit­schrift) durch­ge­führ­ten Stu­die wur­de das Virus auch in Pro­ben von Toi­let­ten­schüs­seln und Wasch­be­cken gefun­den. Aller­dings, so der Bericht der gemein­sa­men Mis­si­on, „scheint der fäkal-ora­le Weg kein Trei­ber für die Über­tra­gung von COVID-19 zu sein“. Dar­über hin­aus wur­de durch die rou­ti­ne­mä­ßi­ge Rei­ni­gung der Bade­zim­mer die infek­tiö­se Bedro­hung wirk­sam besei­tigt, so die Autoren des JAMA-Arti­kels.

Wie verhält sich die Übertragung von Coronaviren im Vergleich zur Grippe?

In einer Pres­se­kon­fe­renz am 3. März beton­te der WHO-Gene­ral­di­rek­tor Dr. Tedros, dass „die­ses Coro­na-Virus weder SARS noch MERS noch Grip­pe ist. Es ist ein ein­zig­ar­ti­ges Coro­na-Virus mit ein­zig­ar­ti­gen Eigen­schaf­ten“.

„Sowohl COVID-19 als auch die Grip­pe ver­ur­sa­chen Atem­wegs­er­kran­kun­gen und ver­brei­ten sich über klei­ne Flüs­sig­keits­tröpf­chen aus der Nase und dem Mund eines Kran­ken auf die glei­che Wei­se“, sag­te er. „Aller­dings… COVID-19 über­trägt sich nach den bis­he­ri­gen Daten nicht so effi­zi­ent wie die Grip­pe. Bei der Influ­en­za sind Men­schen, die zwar infi­ziert, aber noch nicht krank sind, die Haupt­ur­sa­che für die Über­tra­gung, was bei COVID-19 nicht der Fall zu sein scheint“.

Wäh­rend Medi­en­be­rich­te die Befürch­tung weit ver­brei­tet haben, dass asym­pto­ma­ti­sche Men­schen COVID-19 still­schwei­gend in Gemein­den und Län­dern ver­brei­ten, gibt es nur weni­ge Daten, die dies bele­gen. Tat­säch­lich schei­nen asym­pto­ma­ti­sche Fäl­le sel­ten und poten­zi­ell falsch klas­si­fi­ziert zu sein.

Dr. Tedros stell­te fest, dass nur 1 Pro­zent der Fäl­le in Chi­na als „asym­pto­ma­tisch“ gemel­det wer­den. Und von die­sem 1 Pro­zent ent­wi­ckeln 75 Pro­zent Sym­pto­me.

Bei COVID-19 deu­ten die Daten dar­auf hin, dass Hus­ten und Nie­sen die größ­ten Trei­ber für die Ver­brei­tung von SARS-CoV‑2 sind. Dar­über hin­aus hat die Epi­de­mie in Chi­na ihren Ursprung in der Aus­brei­tung des Virus über Haus­hal­te und enge Kon­tak­te, nicht über unzu­sam­men­hän­gen­de Gemein­de­mit­glie­der.

Wie ansteckend ist es?

Aus den aktu­el­len Daten wird die grund­le­gen­de Repro­duk­ti­ons­zahl (R0 oder R null) für COVID-19 auf einen Wert zwi­schen 2 und 2,5 geschätzt. Das bedeu­tet, dass eine ein­zi­ge infi­zier­te Per­son im Durch­schnitt etwa zwei wei­te­re Per­so­nen inner­halb einer emp­fäng­li­chen Popu­la­ti­on infi­ziert. (Da SARS-CoV‑2 für den Men­schen neu ist, wird davon aus­ge­gan­gen, dass jeder Mensch emp­fäng­lich ist).

Der R0 soll im All­ge­mei­nen einen Durch­schnitt dar­stel­len. In die­sem Fall bedeu­tet das, dass eini­ge Men­schen weni­ger als zwei Per­so­nen infi­zie­ren, wäh­rend ein klei­ner Teil soge­nann­te Super-Sprei­zer sein kön­nen, die das Coro­na-Virus effi­zi­en­ter aus­sto­ßen und weit mehr als zwei wei­te­re Per­so­nen infi­zie­ren.

Ein paar Wor­te der Vor­sicht bei der Inter­pre­ta­ti­on von R0: Ers­tens ist R0, eine kom­pli­zier­te Berech­nung, und es ist nicht not­wen­di­ger­wei­se inhä­rent für einen Erre­ger. R0 gibt auch nicht an, wie gefähr­lich eine Krank­heit ist oder wie weit sie sich aus­brei­ten wird. Schließ­lich ist die Über­tra­gung kon­text- und zeit­ab­hän­gig.

Bis­her hat die WHO bei die­sem Aus­bruch berich­tet, dass die Über­tra­gung von SARS-CoV‑2 vor allem zwi­schen Men­schen statt­ge­fun­den hat, die mit­ein­an­der in Kon­takt gekom­men sind, wie zum Bei­spiel Fami­li­en­mit­glie­der. Auch eine frü­he Über­tra­gung in einem Fall von COVID-19 (d. h. 24 bis 48 Stun­den vor Beginn der auf­fäl­li­gen Sym­pto­me) scheint nicht üblich zu sein. Die Über­tra­gung von SARS-CoV‑2 wird laut WHO ten­den­zi­ell spä­ter gese­hen, wenn die Sym­pto­me offen­sicht­lich sind.

Dies steht im Gegen­satz zu Infek­tio­nen wie der sai­so­na­len Grip­pe, die sich oft unter nicht ver­wand­ten Per­so­nen in der Gemein­schaft aus­brei­tet, und zwar oft, bevor die Sym­pto­me sicht­bar wer­den.

Die sai­so­na­le Grip­pe hat einen geschätz­ten R0 von etwa 1,3. Die hoch anste­cken­den Masern haben einen oft zitier­ten R0-Bereich von 12 bis 18, aber eini­ge Berech­nun­gen haben die Zahl auf fast 60 geschätzt.

Hin­sicht­lich der Bio­lo­gie des­sen, was wäh­rend der Über­tra­gung vor sich geht, blei­ben vie­le Details unbe­kannt. Bis­her scheint es, dass SARS-CoV‑2 in mensch­li­che Zel­len gelangt, indem es sich an einen Rezep­tor an der Außen­sei­te der Zel­len ankop­pelt, der als huma­nes Angio­ten­sin-kon­ver­tie­ren­des Enzym 2 (ACE2) bezeich­net wird. Die­se Rezep­to­ren befin­den sich auf Zel­len, die sich haupt­säch­lich in den unte­ren Atem­we­gen befin­den. Dies könn­te erklä­ren, war­um COVID-19 weni­ger Sym­pto­me einer Infek­ti­on der obe­ren Atem­we­ge, wie z. B. eine lau­fen­de Nase, auf­weist und war­um SARS-CoV‑2 sich in der prä­sym­pto­ma­ti­schen Pha­se nicht so leicht aus­brei­ten kann wie die Grip­pe.

Eine nicht über­prüf­te, unver­öf­fent­lich­te Stu­die aus Deutsch­land, an der 9 COVID-19-Pati­en­ten teil­nah­men, deu­te­te jedoch dar­auf hin, dass die Pati­en­ten in der ers­ten Woche nach Auf­tre­ten der Sym­pto­me hohe Virus­kon­zen­tra­tio­nen in den obe­ren Atem­we­gen auf­wei­sen kön­nen. Die Stu­die wur­de am 8. März in einem medi­zi­ni­schen Pre-Print-Ser­ver ver­öf­fent­licht.

Kann ich SARS-CoV‑2 von meinem Haustier bekommen? Kann ich es meinem Haustier übertragen?

Berich­te aus Hong­kong gaben kürz­lich Anlass zur Sor­ge, dass Haus­tie­re Opfer – oder poten­zi­el­le Quel­len – von SARS-CoV‑2 sein könn­ten, nach­dem ein Test an einem Hund eines COVID-19-Pati­en­ten ein „schwach posi­ti­ves“ Ergeb­nis ergab.

Obwohl Mit­glie­der der Coro­na-Virus-Fami­lie Tie­re, dar­un­ter Hun­de, infi­zie­ren, sagen Exper­ten der WHO und der CDC, dass es kei­ne Bewei­se dafür gibt, dass Haus­tie­re an SARS-CoV‑2 erkran­ken oder das Virus auf Men­schen über­tra­gen.

„Wir glau­ben nicht, dass dies ein Haupt­grund für die Über­tra­gung ist“, sag­te die WHO-Epi­de­mio­lo­gin Maria Van Kerk­ho­ve am 5. März in einer Pres­se­kon­fe­renz. Der Hund in Hong­kong ist nur ein Fall, stell­te sie fest, und die­ses The­ma muss noch viel genau­er unter­sucht wer­den, um sei­ne Bedeu­tung zu beur­tei­len.

Als all­ge­mei­ne Vor­sichts­maß­nah­me schlägt die CDC jedoch vor, dass man, wenn man an COVID-19 erkrankt ist, ver­su­chen soll­te, „den Kon­takt mit Haus­tie­ren und ande­ren Tie­ren ein­zu­schrän­ken … so wie man es auch mit ande­ren Men­schen tun wür­de“, bis mehr Infor­ma­tio­nen über das Virus und sei­ne Ver­brei­tung bekannt sind.

Der infi­zier­te Wel­pe in Hong­kong soll kei­ne Sym­pto­me haben, wur­de aber vor­sichts­hal­ber unter Qua­ran­tä­ne gestellt.

Wenn ich COVID-19 bekomme, bin ich dann immun oder könnte ich mich wieder infizieren?

Die Immun­re­ak­tio­nen auf eine SARS-CoV-2-Infek­ti­on sind nicht erforscht, sodass es der­zeit kei­ne kla­re Ant­wort auf die Lang­zeitim­mu­ni­tät gibt.

Es gibt Berich­te über COVID-19-Pati­en­ten, die sich von der Krank­heit erholt haben, um spä­ter erneut posi­tiv auf das Virus getes­tet zu wer­den. Exper­ten sind jedoch skep­tisch, dass es sich hier­bei wirk­lich um Fäl­le von rezi­di­vie­ren­den Infek­tio­nen oder Reinfek­tio­nen han­delt.

Die Tests, mit denen fest­ge­stellt wird, ob jemand infi­ziert ist, beru­hen auf dem Nach­weis win­zi­ger Frag­men­te des gene­ti­schen Mate­ri­als des Virus. Dies ist zwar ein guter Hin­weis dar­auf, dass jemand infi­ziert wur­de, aber es bedeu­tet nicht unbe­dingt, dass eine Infek­ti­on aktiv ist oder das gene­ti­sche Mate­ri­al von einem intak­ten, infek­tiö­sen Virus­par­ti­kel stammt. Die Tests kön­nen ein­fach gene­ti­sche Über­res­te einer ver­gan­ge­nen Infek­ti­on auf­fan­gen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass ich mich im Alltag anstecke?

Ihr Expo­si­ti­ons­ri­si­ko hängt davon ab, wo Sie leben und wohin Sie kürz­lich gereist sind. In Deutsch­land ist das Virus in man­chen Regio­nen rela­tiv weit ver­brei­tet, in ande­ren gibt es nur weni­ge Fäl­le.

Wenn jedoch mehr Tests durch­ge­führt wer­den, wer­den täg­lich mehr Fäl­le auf­tre­ten. Es gibt grund­le­gen­de Din­ge, die Sie tun kön­nen, um sich zu schüt­zen und sich auf Fäl­le in Ihrer Gegend vor­zu­be­rei­ten.

Was kann ich tun, um eine Ausbreitung zu verhindern und mich zu schützen?

Das Wich­tigs­te, was Sie tun kön­nen, um sich vor COVID-19 (sowie vor sai­so­na­len Atem­wegs­in­fek­tio­nen wie Grip­pe und Erkäl­tung) zu schüt­zen, ist eine gute, grund­le­gen­de Hygie­ne. Das heißt:

Wich­tigs­te Hygie­ne­maß­nah­men:
  • Waschen Sie sich häu­fig und gründ­lich die Hän­de.
  • Ach­ten Sie dar­auf, dass Sie Ihre Hän­de min­des­tens 20 Sekun­den lang mit war­men Was­ser und Sei­fe waschen.
  • Sie soll­ten sich vor allem vor dem Essen, nach der Benut­zung der Toi­let­te, nach dem Nie­sen, Hus­ten oder Nase put­zen die Hän­de waschen.
  • Wenn Sie nicht an ein Wasch­be­cken gelan­gen kön­nen, ver­wen­den Sie ein Hand­des­in­fek­ti­ons­mit­tel, das min­des­tens 60 Pro­zent Alko­hol ent­hält.
  • Ver­mei­den Sie es, Ihr Gesicht zu berüh­ren, ins­be­son­de­re Ihre Augen, Nase und Mund.
  • Wenn Sie hus­ten oder nie­sen, hal­ten Sie Ihre Arm­beu­ge oder einem Papier­ta­schen­tuch vor Ihr Gesicht. Wenn Sie ein Taschen­tuch ver­wen­den, wer­fen Sie die­ses sofort weg und waschen Sie sich dann die Hän­de.
  • Ver­mei­den Sie engen Kon­takt mit kran­ken Men­schen. Wenn Sie glau­ben, dass jemand eine Atem­wegs­in­fek­ti­on hat, ist es am sichers­ten, 2 Meter Abstand zu hal­ten.
  • Wenn Sie krank sind, ver­su­chen Sie, zu Hau­se zu blei­ben, um gesund zu wer­den, und ver­mei­den Sie die Ver­brei­tung der Infek­ti­on.
  • Des­in­fi­zie­ren Sie regel­mä­ßig häu­fig berühr­te Ober­flä­chen und Gegen­stän­de in Ihrem Haus, wie z. B. Tür­grif­fe und Arbeits­plat­ten.

Sollte ich mich gegen Grippe impfen lassen?

Ja das soll­ten Sie, denn eine Grip­pe­imp­fung schützt Sie vor der sai­so­na­len Grip­pe und hilft Ihnen, die Ver­brei­tung des Virus zu ver­hin­dern. Der Impf­stoff ist zwar nicht zu 100 Pro­zent wirk­sam, aber wenn Sie nach der Imp­fung immer noch an der Grip­pe erkran­ken, wird Ihre Krank­heit mil­der sein, als wenn Sie nicht geimpft wur­den.

Sie soll­ten sich jedes Jahr gegen die Grip­pe imp­fen las­sen, um sich und Ihre Gemein­schaft zu schüt­zen, ein­schließ­lich der am stärks­ten gefähr­de­ten Per­so­nen und der Per­so­nen, die aus medi­zi­ni­schen Grün­den nicht geimpft wer­den kön­nen. Aber inmit­ten der COVID-19-Epi­de­mie ist eine Grip­pe­imp­fung noch wich­ti­ger.

COVID-19 kann den Sym­pto­men einer Grip­pe ähneln. Wenn Men­schen gegen die Grip­pe geimpft sind und es in einem Gebiet nur weni­ge Grip­pe­fäl­le gibt, kann es die Erken­nung neu­er COVID-19-Fäl­le erleich­tern. Dar­über hin­aus sind die Gesund­heits­sys­te­me im gan­zen Land bereits jetzt durch Grip­pe­pa­ti­en­ten aus­ge­dünnt, die jede Sai­son Pfle­ge und Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te benö­ti­gen.

Weni­ger Grip­pe­pa­ti­en­ten bedeu­ten, dass mehr Res­sour­cen im Gesund­heits­we­sen ein­ge­setzt wer­den kön­nen, um COVID-19-Fäl­le zu erken­nen, zu behan­deln und die Epi­de­mie zu ver­ei­teln.

Wann, wenn überhaupt, sollte ich eine Gesichtsmaske kaufen oder verwenden?

Wenn Sie nicht krank sind, kau­fen Sie kei­ne Gesichts­mas­ke. Wenn Sie bereits eine haben und es Ihnen gut geht, ist es nicht emp­feh­lens­wert, sie zu benut­zen.

Gesichts­mas­ken sind heu­te welt­weit Man­gel­wa­re, und die Prei­se sind stark gestie­gen. Dies macht es für Mit­ar­bei­ter im Gesund­heits­we­sen schwie­rig, die not­wen­di­gen Vor­rä­te zu bekom­men, um sich selbst zu schüt­zen, gesund zu blei­ben und wei­ter­hin Pati­en­ten zu behan­deln und die Ver­brei­tung der Infek­ti­on ver­mei­den zu kön­nen. Die­se tra­gi­sche Situa­ti­on ver­schlim­mert den Aus­bruch.

In einem Plä­doy­er vom 3. März for­der­te die WHO die Indus­trie und die Regie­run­gen auf, die Pro­duk­ti­on von Mas­ken zu erhö­hen und dabei zu hel­fen, unan­ge­mes­se­ne Käu­fe zu ver­ei­teln.

„Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on hat davor gewarnt, dass schwe­re und zuneh­men­de Stö­run­gen der welt­wei­ten Ver­sor­gung mit per­sön­li­cher Schutz­aus­rüs­tung (PSA) – ver­ur­sacht durch stei­gen­de Nach­fra­ge, Panik­käu­fe, Hor­ten und Miss­brauch – das Leben durch das neue Coro­na-Virus und ande­re Infek­ti­ons­krank­hei­ten gefähr­den“, sag­te die Agen­tur in einer Erklä­rung.

„Wir kön­nen COVID-19 nicht stop­pen, wenn wir nicht zuerst das Gesund­heits­per­so­nal schüt­zen“, sag­te der WHO-Gene­ral­di­rek­tor Dr. Tedros.

Neben der Gefähr­dung des Gesund­heits­per­so­nals kann das Tra­gen einer Mas­ke auch eine Gefahr für Sie dar­stel­len. Zum einen sind Gesichts­mas­ken nicht ganz wirk­sam. Mas­ken las­sen Ihre Augen immer noch unge­schützt – wenn Sie mit Keim-belas­te­ten Hän­den gerie­ben wer­den, kön­nen sie ein Ein­tritts­punkt für Viren sein. Chir­ur­gi­sche Mas­ken sind locker anlie­gend und las­sen die Mög­lich­keit offen, dass sich infek­tiö­se Par­ti­kel im Mund fest­set­zen. Selbst die Ver­wen­dung von N95-Atem­schutz­mas­ken, die vor Atem­tröpf­chen schüt­zen sol­len, ist mög­li­cher­wei­se nicht so hilf­reich für Sie, da sie rich­tig ange­passt wer­den müs­sen und vie­le Men­schen sie nicht kor­rekt oder kon­se­quent tra­gen.

Eini­ge Exper­ten ver­mu­ten, dass die Öffent­lich­keit, wenn sie eine Mas­ke trägt, dazu neigt, sich mehr mit ihr zu beschäf­ti­gen und ihr Gesicht zu berüh­ren. Dies erhöht das Risi­ko, dass Krank­heits­er­re­ger von den Hän­den auf die Ein­tritts­stel­len über­tra­gen wer­den. Wenn Sie die Außen­sei­te einer kon­ta­mi­nier­ten Gesichts­mas­ke berüh­ren, kön­nen Sie Ihre Hand kon­ta­mi­nie­ren und sich selbst infi­zie­ren. Das macht den Zweck des Tra­gens einer Gesichts­mas­ke zunich­te.

Schließ­lich befürch­ten eini­ge Gesund­heits­ex­per­ten, dass das Tra­gen von Gesichts­mas­ken den Men­schen ein fal­sches Sicher­heits­ge­fühl ver­mit­teln und sie mög­li­cher­wei­se bei ande­ren Vor­sichts­maß­nah­men und Schutz­maß­nah­men nach­läs­sig wer­den las­sen könn­te.

Exper­ten emp­feh­len das Tra­gen einer Mas­ke nur dann, wenn Sie sich um eine kran­ke Per­son küm­mern oder bereits krank sind und Anzei­chen von COVID-19 zei­gen. In die­sem Fall könn­te das Tra­gen einer Mas­ke das Risi­ko ver­rin­gern, dass Sie die Infek­ti­on auf ande­re Per­so­nen über­tra­gen.

Ansons­ten soll­ten Mas­ken dem Gesund­heits­per­so­nal vor­be­hal­ten sein.

Sollte ich große Versammlungen und Reisen vermeiden?

Lei­der gibt es dar­auf kei­ne kla­re oder all­ge­mei­ne Ant­wort. Wie Ihr Risi­ko, sich zu expo­nie­ren, hängt das Risi­ko, an Ver­an­stal­tun­gen teil­zu­neh­men und zu rei­sen, davon ab, wo Sie sich befin­den und wohin Sie gehen.

Immer wenn Sie vor einer sol­chen Ent­schei­dung inmit­ten die­ser Epi­de­mie ste­hen, soll­ten Sie nicht nur Ihr loka­les Risi­ko berück­sich­ti­gen, son­dern auch, ob Sie auf dem Weg zu der Ver­an­stal­tung oder auf der Ver­an­stal­tung selbst auf Hoch­ri­si­ko­ge­bie­te tref­fen wer­den.

Bei loka­len Ver­an­stal­tun­gen, die über­wie­gend von Ein­hei­mi­schen in Gemein­den besucht wer­den, in denen es kei­ne oder nur weni­ge Fäl­le gibt, gilt die Teil­nah­me als risi­ko­arm. Wenn Sie in oder durch Gebie­te rei­sen, in denen es gro­ße Grup­pen von Fäl­len gibt, erhöht sich das Risi­ko, an COVID-19 zu erkran­ken, mit Sicher­heit. Die Teil­nah­me an einer Kon­fe­renz, auf der Grup­pen von Men­schen aus Hoch­ri­si­ko­ge­bie­ten anwe­send sein wer­den, erhöht eben­falls Ihr Risi­ko.

Aber natür­lich hal­ten die­se Risi­ko­be­wer­tun­gen nur dann stand, wenn wir genau wis­sen, wo das Virus zir­ku­liert. Laut dem Har­vard-Epi­de­mio­lo­gie­pro­fes­sor Marc Lip­sitch sind wir im Moment nicht in der Lage, dies zu beur­tei­len.

„Vor einem Monat war es ein­fa­cher zu ant­wor­ten, und ich den­ke, in einem Monat wird es ein­fa­cher sein, zu ant­wor­ten“, sag­te Lip­sitch am 2. März in einem COVID-19-Forum in Har­vard. „Im Moment ist es wahr­schein­lich die schwie­rigs­te Zeit zu ant­wor­ten.“

Zuvor war der Aus­bruch vor allem in der chi­ne­si­schen Pro­vinz Hub­ei zu ver­zeich­nen, sodass es leicht war, Rei­se­be­schrän­kun­gen zu und von dort zu emp­feh­len. Und in einem Monat könn­te das Virus so weit ver­brei­tet sein, dass Rei­sen das Risi­ko nicht viel ändert – oder es könn­te ein­ge­dämmt wer­den, und es wird klar sein, wel­che Orte ein gerin­ges oder hohes Risi­ko dar­stel­len (wir kön­nen hof­fen).

Aber im Moment brei­tet sich das Virus über den gan­zen Glo­bus aus. Es ist schwer fest­zu­le­gen, wel­che Orte ein gerin­ges und wel­che ein hohes Risi­ko dar­stel­len. Da stän­dig neue Fäl­le auf­tau­chen, kann sich die Situa­ti­on an jedem Ort in schwin­del­erre­gen­dem Tem­po ändern.

Für alle, die sich der Kri­tik aus­ge­setzt sehen, zu vor­sich­tig zu sein, sag­te Lip­sitch, dass „die Ein­schrän­kung von optio­na­len Rei­sen sehr viel Sinn macht“. Hohes Risi­ko oder nicht, „es ist Teil einer Reak­ti­on, zu ver­su­chen, dies zu ver­lang­sa­men“.

Für Orte mit bekann­tem Risi­ko bie­tet die CDC auf ihrer Web­site hier Risi­ko­be­wer­tun­gen und Rei­se­h­in­wei­se an.

Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte ich treffen, wenn ich reise?

Wenn Sie rei­sen müs­sen, ver­mei­den Sie den Kon­takt mit kran­ken Men­schen, waschen Sie sich häu­fig die Hän­de, ver­wen­den Sie Hand­des­in­fek­ti­ons­mit­tel und ver­mei­den Sie es, Ihr Gesicht zu berüh­ren.

Wenn Sie mit dem Flug­zeug rei­sen, ver­mei­den Sie Zwi­schen­lan­dun­gen in Hoch­ri­si­ko­ge­bie­ten.

Wirken Quarantänen, Isolationen und soziale Distanzmaßnahmen, um das Virus einzudämmen?

Ja, zum größ­ten Teil.

Als die Epi­de­mie von COVID-19 im Janu­ar in Wuhan zum ers­ten Mal aus­brach, began­nen Beam­te in Chi­na und ande­ren Län­dern damit, Qua­ran­tä­nen und sozi­al distan­zie­ren­de Maß­nah­men zu ver­hän­gen und Rei­se­be­schrän­kun­gen fest­zu­le­gen.

So sperr­te Chi­na Ende Janu­ar zehn Mil­lio­nen Men­schen ein. In der Pro­vinz Hub­ei, in der sich Wuhan befin­det, führ­ten Beam­te soge­nann­te „sozia­le Distanz­maß­nah­men“ durch, indem sie Ver­an­stal­tun­gen und Ver­samm­lun­gen absag­ten, Schu­len schlos­sen, die Men­schen zu Hau­se blei­ben lie­ßen und die sani­tä­ren und hygie­ni­schen Maß­nah­men ver­stärk­ten. In der Zwi­schen­zeit erlie­ßen ande­re Län­der Rei­se­be­schrän­kun­gen.

Eini­ge Exper­ten für öffent­li­che Gesund­heit kri­ti­sier­ten die Schrit­te und bezeich­ne­ten sie als dra­ko­nisch und unwirk­sam. So kön­nen Qua­ran­tä­nen, die unge­schick­ter­wei­se die Kran­ken mit den Gesun­den zusam­men­brin­gen kön­nen, die Aus­brei­tung der Krank­heit nicht ver­hin­dern – was wir sicher­lich auf dem Kreuz­fahrt­schiff Dia­mond Princess gese­hen haben, das in Japan unter Qua­ran­tä­ne gestellt wur­de. Und Rei­se­be­schrän­kun­gen in unse­rer hoch­gra­dig ver­netz­ten Welt sind unwei­ger­lich undicht.

Coronavirus Covid-19 Ziele der Eindämmung für die GesellschaftCoro­na-Virus Covid-19 Zie­le der Ein­däm­mung für die Gesell­schaft

Doch die Befür­wor­ter die­ser Poli­tik argu­men­tier­ten schnell, dass die Maß­nah­men nie dar­auf abziel­ten, Städ­te oder Län­der her­me­tisch abzu­schot­ten. Viel­mehr soll­ten die Maß­nah­men die Aus­brei­tung von Krank­hei­ten ver­lang­sa­men. Dies kann den Beam­ten Zeit zur Vor­be­rei­tung ver­schaf­fen, dazu bei­tra­gen, die Über­las­tung der Gesund­heits­ein­rich­tun­gen mit einer Flut von Fäl­len zu ver­mei­den, und am Ende die Gesamt­zahl der Fäl­le in einer Epi­de­mie sen­ken.

Nach den jüngs­ten Daten hat­ten die Befür­wor­ter der Maß­nah­men im Gro­ßen und Gan­zen Recht.

Im Bericht der gemein­sa­men Mis­si­on der WHO und Chi­nas schätzt die Exper­ten­grup­pe, dass die mas­si­ven Anstren­gun­gen Chi­nas zur Ein­däm­mung des Virus „Hun­dert­tau­sen­de von COVID-19-Fäl­len im Land abge­wen­det oder zumin­dest ver­zö­gert haben“. Dies wie­der­um habe dazu bei­getra­gen, die Aus­wir­kun­gen auf den Rest der Welt abzu­schwä­chen, fügen sie hin­zu.

Außer­dem schätz­te ein inter­na­tio­na­les For­scher­team in einer neu­en, nicht von Fach­leu­ten über­prüf­ten, unver­öf­fent­lich­ten Stu­die, dass ohne die Maß­nah­men die Zahl der Fäl­le auf dem chi­ne­si­schen Fest­land 67-mal höher gewe­sen wäre. Und wenn die Beam­ten nur eine Woche frü­her mit der Umset­zung der Maß­nah­men begon­nen hät­ten, hät­ten die Fäl­le um 66 Pro­zent redu­ziert wer­den kön­nen. Hät­ten sie mit der Umset­zung drei Wochen frü­her begon­nen, wären die Fäl­le um 95 Pro­zent zurück­ge­gan­gen. Die Stu­die erschien am 9. März auf einem medi­zi­ni­schen Pre-Print-Ser­ver.

Auch in einer ande­ren, nicht von Fach­leu­ten über­prüf­ten Stu­die aus der Zeit vor der Druck­le­gung, die von Epi­de­mio­lo­gen in Har­vard gelei­tet wur­de, schät­zen For­scher, dass frü­he Inter­ven­tio­nen – Qua­ran­tä­ne, sozia­le Distanz, Ermitt­lung von Kon­takt­per­so­nen usw. – die Spit­zen­be­las­tung durch die Krank­heit in der chi­ne­si­schen Stadt Guang­zhou erfolg­reich und dra­ma­tisch abge­stumpft haben.

In einem Twit­ter-Thread vom 10. März stell­te einer der Co-Autoren die­ser Stu­die, der Har­vard-Epi­de­mio­lo­ge Marc Lip­sitch, fest, dass mit zuneh­men­der Aus­brei­tung der Gemein­schaft die sozia­le Distan­zie­rung – so schmerz­haft sie auch sein mag – für die Ver­lang­sa­mung und Mini­mie­rung der Aus­wir­kun­gen von Krank­hei­ten uner­läss­lich wird.

In dem Thread ver­weist er auf einen Ver­gleich der Aus­brü­che der pan­de­mi­schen Grip­pe von 1918 in Phil­adel­phia und St. Lou­is. In Phil­adel­phia spiel­ten die Behör­den die Aus­brei­tung der Krank­heit her­un­ter und gaben nicht schnell sozi­al distan­zie­ren­de Maß­nah­men her­aus. Sie führ­ten sogar eine stadt­wei­te Para­de durch, als sich die Krank­heit aus­brei­te­te. In St. Lou­is hin­ge­gen wur­den inner­halb weni­ger Tage nach den ers­ten gemel­de­ten Fäl­len in der Regi­on rasch sozia­le Distan­zie­rungs­maß­nah­men ergrif­fen. Die nach­ste­hen­de Gra­fik zeigt, wie gut es in den ein­zel­nen Städ­ten funk­tio­niert hat.

Pandemie 1918 Spanische Grippe SterberatePan­de­mie 1918 Spa­ni­sche Grip­pe Ster­be­ra­te

Wie sollte ich mich auf den schlimmsten Fall vorbereiten?

Die­se Epi­de­mie ist unvor­her­seh­bar, und es ist mög­lich, dass sie sich in Ihrer Gemein­de aus­brei­ten könn­te. Das könn­te zu Pro­ble­men in der Lie­fer­ket­te ver­schie­de­ner Lebens­mit­tel und Waren – wie z. B. Mas­ken – füh­ren. Es könn­te auch bedeu­ten, dass die ört­li­chen Behör­den Maß­nah­men zur „sozia­len Distan­zie­rung“ emp­feh­len und Sie bit­ten, mehr Zeit zu Hau­se zu ver­brin­gen, wenn Ver­an­stal­tun­gen und Ver­samm­lun­gen abge­sagt wer­den. Schu­len kön­nen zeit­wei­se geschlos­sen wer­den, um die Aus­brei­tung von Krank­hei­ten zu ver­hin­dern. Arbeit­ge­ber kön­nen emp­feh­len, wenn mög­lich von zu Hau­se aus zu arbei­ten, und Anbie­ter von Gesund­heits­diens­ten kön­nen die Nut­zung von Tele­ge­sund­heits­diens­ten for­cie­ren.

Falls Sie an COVID-19 erkran­ken, wer­den Sie wahr­schein­lich eine zwei­wö­chi­ge Iso­la­ti­ons­pe­ri­ode zu Hau­se vor sich haben, es sei denn, Ihre Krank­heit wird schwer­wie­gend und Sie benö­ti­gen medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung in einem Kran­ken­haus.

Exper­ten schla­gen vor, dass Sie, falls Sie es noch nicht getan haben, damit begin­nen, einen Not­vor­rat an Lebens­mit­teln und Vor­rä­ten für die­se Sze­na­ri­en zusam­men­zu­stel­len, aber kei­ne Panik­käu­fe täti­gen und nicht hor­ten. Holen Sie sich ein­fach ein paar zusätz­li­che Din­ge bei Ihren Rou­ti­ne­ein­käu­fen, die Ihnen hel­fen, dass Ihnen nicht die Lebens­mit­tel aus­ge­hen, wenn Sie zwei Wochen lang in Ihrem Haus fest­sit­zen. Blei­ben Sie bei lager-sta­bi­len Arti­keln, die Sie unab­hän­gig davon ver­wen­den wer­den, wie sich die­se Epi­de­mie aus­wirkt, z. B. getrock­ne­te Nudeln, Kon­ser­ven, Boh­nen, Lin­sen, Erd­nuss­but­ter, Stu­den­ten­fut­ter, Nüs­se, lager-sta­bi­le Milch oder Milch­pul­ver, Kaf­fee, Getrei­de, Spei­se­öl und ande­re Kör­ner.

Da es unwahr­schein­lich ist, dass wir Strom oder kom­mu­na­les Was­ser ver­lie­ren, ist es wahr­schein­lich sicher, sich mit eini­gen Tief­kühl­pro­duk­ten ein­zu­de­cken, die man nor­ma­ler­wei­se isst – und man kann den Kauf von viel Fla­schen­was­ser über­sprin­gen.

Zusätz­lich zu den Lebens­mit­teln soll­ten Sie auch eini­ge zusätz­li­che Vor­rä­te an Haus­halts­wa­ren und Medi­ka­men­ten vor­rä­tig haben. Wenn Sie ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Medi­ka­men­te ein­neh­men, soll­ten Sie ver­su­chen, zusätz­li­che Dosen zur Ver­fü­gung zu haben (obwohl dies schwie­rig sein kann).

Legen Sie einen klei­nen Vor­rat mit Din­gen wie Toi­let­ten­pa­pier, Taschen­tü­chern, Win­deln, Sei­fe, Rei­ni­gungs- und Des­in­fek­ti­ons­mit­teln, Haus­tier­fut­ter und Pro­duk­ten für die Frau an. Auch hier gilt: nicht hor­ten. Kau­fen Sie ein­fach ein biss­chen mehr, falls Sie ein oder zwei Rou­ti­ne­ein­käu­fe über­sprin­gen müs­sen.

Wenn es so aus­sieht, als wür­de es in der Lie­fer­ket­te wirk­lich schlecht lau­fen, kön­nen Sie alles an Milch­pro­duk­ten, Erzeug­nis­sen, Fleisch oder Back­wa­ren abho­len, was Sie bekom­men kön­nen.

Sollte ich etwas für COVID-19 in meinem Medikamentenschrank aufbewahren?

Bei den meis­ten leich­ten bis mit­tel­schwe­ren Fäl­len mit unspe­zi­fi­schen, grip­pe­ähn­li­chen Sym­pto­men soll­ten Sie sicher­stel­len, dass Sie genü­gend Fiebersenker/Schmerzmittel wie Ibu­pro­fen oder Par­acet­amol haben. Beim Wirk­stoff Ibu­pro­fen und eini­gen wei­te­ren Schmerz­mit­teln han­delt es sich um nicht­ste­ro­ida­le Entzündungshemmer/Antirheumatika, von denen die WHO bis zum 18. März 2020 bei Coro­na-Infi­zier­ten in der Selbst­me­di­ka­ti­on abge­ra­ten hat. Die­se Medi­ka­men­te soll­ten nur dann ein­ge­nom­men wer­den, wenn die­se vom Arzt ver­schrie­ben wur­den. Der­zeit lau­tet die Emp­feh­lung der WHO für Coro­na-Pati­en­ten bei Bedarf Par­acet­amol anstel­le von Ibu­pro­fen zu ver­wen­den. Sofern mög­lich, soll­te jeder Coro­na-Pati­ent die Ein­nah­me von Schmerz­mit­teln, auch wenn sie in Apo­the­ken frei ver­käuf­lich sind, vor­her mit dem Arzt abstim­men.

Viel­leicht soll­ten Sie auch in Erwä­gung zie­hen, rezept­freie Erkäl­tungs­me­di­ka­men­te bereit­zu­hal­ten. Sym­pto­me der obe­ren Atem­we­ge, wie pro­duk­ti­ver Hus­ten und Nasen­ver­stop­fung, waren kei­ne häu­fi­gen Sym­pto­me von COVID-19, aber sie sind manch­mal vor­han­den.

Ansons­ten gibt es kei­ne spe­zi­fi­schen Behand­lun­gen.

Kann Hausmittel oder Produkt X COVID-19 vorbeugen, behandeln oder heilen?

Ein Wort der War­nung vor Fehl­in­for­ma­tio­nen und betrü­ge­ri­schen Behaup­tun­gen.

Wie bei jedem drän­gen­den Gesund­heits­the­ma wird es vie­le Men­schen geben, die ver­su­chen, die Situa­ti­on für per­sön­li­che Vor­tei­le aus­zu­nut­zen, sei es Geld oder Sta­tus (ins­be­son­de­re in den sozia­len Medi­en). Das Inter­net ist voll von fal­schen Infor­ma­tio­nen über SARS-CoV‑2 und COVID-19 sowie von Schein­pro­duk­ten und Stra­te­gi­en zu deren Bekämp­fung. Dies wird sich wahr­schein­lich noch ver­stär­ken, wenn die Pan­de­mie in Deutsch­land eska­liert.

Wie die FDA die­se Woche in einer Durch­set­zungs­ak­ti­on fest­stell­te: Es gibt der­zeit kei­ne Impf­stof­fe oder Medi­ka­men­te, die zur Behand­lung oder Ver­hin­de­rung von COVID-19 zuge­las­sen sind.

„Obwohl sich Impf­stof­fe und Behand­lun­gen gegen COVID-19 in der Ent­wick­lung befin­den, befin­den sich die­se Prüf­prä­pa­ra­te in der frü­hen Pha­se der Pro­dukt­ent­wick­lung und sind noch nicht voll­stän­dig auf Sicher­heit oder Wirk­sam­keit getes­tet wor­den“, so die Behör­de.

Also, nein, viel Knob­lauch zu essen und äthe­ri­sche Öle zu schnüf­feln wird COVID-19 nicht abweh­ren. Wenn man sich kol­lo­ida­les Sil­ber in die Nase sprüht, wird das Ein­drin­gen von SARS-CoV‑2 nicht ver­hin­dert. Auch Impf­stof­fe, die vor ande­ren Krank­heits­er­re­gern wie dem Grip­pe­vi­rus oder lun­gen­ent­zünd­li­chen Bak­te­ri­en wie Strep­to­coc­cus pneu­mo­niae (Pneu­mo­kok­ken) schüt­zen, wer­den nicht hel­fen. (Für wei­te­re Bei­spie­le hat die WHO eine Web­site, die dem Auf­kei­men von Mythen gewid­met ist).

Die­se betrü­ge­ri­schen Behaup­tun­gen ver­schwen­den Geld, geben den Men­schen ein fal­sches Gefühl der Sicher­heit, ver­zö­gern die tat­säch­li­che medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung und Behand­lung und kön­nen manch­mal sogar gefähr­lich sein.

Sollte ich zu einem Arzt gehen, wenn ich glaube, dass ich COVID-19 habe?

Wenn Sie glau­ben, dass Sie COVID-19 haben, soll­ten Sie Ihren Arzt anru­fen – machen Sie kei­nen unan­ge­kün­dig­ten Arzt­be­such. Ihr medi­zi­ni­scher Betreu­er kann mit­hil­fe der Gesund­heits­be­hör­de Ihres Bun­des­lan­des und dem Gesund­heits­amt fest­stel­len, ob Sie sich tes­ten las­sen soll­ten. Zu den offen­sicht­li­chen Grün­den, sich tes­ten zu las­sen, gehö­ren das Vor­han­den­sein von COVID-19 – wie z. B. Sym­pto­me, Kon­takt mit einer bekann­ter­ma­ßen infi­zier­ten Per­son, Auf­ent­halt an einem Ort, an dem die Über­tra­gung statt­fin­det, oder wenn Sie kürz­lich an einen Ort gereist sind, an dem eine Über­tra­gung statt­ge­fun­den haben kann.

Wenn Sie COVID-19 haben, kann ein Test den ört­li­chen Gesund­heits­be­hör­den hel­fen, die Aus­brei­tung des Virus zu ver­fol­gen und Kon­tak­te zu iden­ti­fi­zie­ren, die mög­li­cher­wei­se eben­falls aus­ge­setzt waren. Sobald Ihr Fall bestä­tigt ist, kön­nen Ihr medi­zi­ni­scher Betreu­er und die ört­li­che Gesund­heits­be­hör­de mit Ihnen zusam­men­ar­bei­ten, um Ihre Gesund­heit zu über­wa­chen, zu ver­wal­ten und zu beur­tei­len, wann Sie nicht mehr Gefahr lau­fen, die Infek­ti­on zu ver­brei­ten.

Es ist jedoch wich­tig, dass Sie vor Ihrem Besuch bei einem Gesund­heits­dienst­leis­ter anru­fen, wenn Sie befürch­ten, dass Sie COVID-19 haben. Dies wird Ihnen dabei hel­fen, fest­zu­stel­len, ob Sie sich tes­ten las­sen kön­nen und soll­ten, und gibt Ihrem medi­zi­ni­schen Betreu­er die Mög­lich­keit, das Büro vor­zu­be­rei­ten, damit Sie die Men­schen in der Ein­rich­tung oder die Pati­en­ten im War­te­zim­mer nicht poten­zi­ell dem Virus aus­set­zen.

Wenn ein medi­zi­ni­scher Betreu­er Sie zu einem Test ein­lädt, emp­fiehlt die CDC, eine Mas­ke zu tra­gen und wie immer auf gute Hygie­ne zu ach­ten.

Wann sollte ich eine Notfallversorgung in Anspruch nehmen?

Wenn Sie einen bestä­tig­ten Fall von COVID-19 haben oder wenn Sie einen Ver­dachts­fall haben und sich Ihr Zustand ver­schlech­tert und Sie Atem­be­schwer­den haben, rufen Sie sofort Ihren Arzt an, um umge­hend medi­zi­ni­sche Hil­fe zu suchen.

Wenn Ihr Zustand zu einem Not­fall wird, rufen Sie den Not­ruf an und infor­mie­ren Sie ihn dar­über, dass Sie mög­li­cher­wei­se COVID-19 haben. Tra­gen Sie nach Mög­lich­keit eine Mas­ke, wenn die Not­fall­hel­fer ein­tref­fen.

Ist das Gesundheitssystem dafür bereit?

Wie Exper­ten der WHO wie­der­holt gewarnt haben, kann COVID-19 die Gesund­heits­sys­te­me enorm belas­ten. Seit Wochen raten sie den Län­dern, sich dar­auf vor­zu­be­rei­ten und einen Plan zu haben.

Das deut­sche Gesund­heits­sys­tem ist gut gerüs­tet. Es muss aller­dings dafür gesorgt wer­den, dass die Infek­tio­nen ein­ge­dämmt wer­den. Es gibt nur eine begrenz­te Zahl an Inten­siv-Bet­ten. Wenn sich das Virus lang­sam aus­brei­tet, ist die Epi­de­mie beherrsch­bar.

Welche Probleme gibt es bei Tests in Deutschland?

Es kann nicht jeder getes­tet wer­den. Das ist auch nicht nötig. In der Pres­se wur­de eini­ge Male dar­über berich­tet, dass es nicht immer ganz ein­fach ist, einen Ter­min für einen Test zu bekom­men. Dies soll­te aller­dings nicht die Regel sein.

Was könnte passieren, wenn die Gesundheitseinrichtungen überlastet werden?

Wenn die Situa­ti­on in Deutsch­land oder in bestimm­ten Gemein­den aus dem Ruder läuft – und es ist über­haupt nicht klar, ob dies gesche­hen wird – könn­ten Kran­ken­häu­ser und Gesund­heits­ein­rich­tun­gen nicht in der Lage sein, die Zahl der COVID-19-Pati­en­ten, die sich um Behand­lung bemü­hen, zu bewäl­ti­gen. Dies könn­te zu einer sub­op­ti­ma­len Ver­sor­gung die­ser Pati­en­ten füh­ren, was die Zahl der Todes­fäl­le in die­sem Land mög­li­cher­wei­se zusätz­lich erhö­hen wür­de.

Wenn die Gesund­heits­sys­te­me über­las­tet sind, wer­den die schwe­ren und kri­ti­schen Fäl­le wahr­schein­lich Vor­rang erhal­ten, sodass leich­te Fäl­le mög­li­cher­wei­se unent­deckt und unbe­han­delt blei­ben kön­nen. Dies wie­der­um könn­te dazu füh­ren, dass sich das Virus wei­ter aus­brei­ten kann.

Auch hier ist unklar, ob dies gesche­hen wird. Es han­delt sich um ein Worst-Case-Sze­na­rio, das teil­wei­se ver­mie­den wer­den kann, wenn der Ein­zel­ne sei­nen Teil dazu bei­trägt, die Aus­brei­tung der Krank­heit durch Hygie­ne-Emp­feh­lun­gen und Maß­nah­men zur Ein­däm­mung der Krank­heit, wie z. B. sozia­le Distan­zie­rung, zu stop­pen.

Wann wird das alles in Deutschland vorbei sein?

Das weiß nie­mand. Sol­che Epi­de­mi­en sind extrem unvor­her­seh­bar, aber Exper­ten erwar­ten, dass COVID-19 zumin­dest in den kom­men­den Wochen, Mona­ten oder sogar Jah­ren bei uns blei­ben wird.

Wird SARS-CoV‑2 im Sommer abklingen?

Bis­her haben wir kei­ne Anzei­chen dafür, dass SARS-CoV‑2 durch die Erwär­mung erstickt wird, sagt die WHO-Epi­de­mio­lo­gin Maria Van Kerk­ho­ve.

Es ist unklar, war­um die Grip­pe und ande­re Atem­wegs­vi­ren in käl­te­ren Mona­ten ihren Höhe­punkt errei­chen. Eini­ge Hin­wei­se deu­ten dar­auf hin, dass die nied­ri­ge­ren Tem­pe­ra­tu­ren und die gerin­ge­re Luft­feuch­tig­keit die Aus­brei­tung der Viren begüns­ti­gen könn­ten. Aber wir wis­sen nicht, ob das für die­ses Coro­na-Virus zutrifft.

Wird es sich zu einer saisonalen Infektion entwickeln?

Auch das ist nicht bekannt, aber eini­ge Epi­de­mio­lo­gen – dar­un­ter auch Marc Lip­sitch aus Har­vard – ver­mu­ten, dass SARS-CoV‑2 auf unbe­stimm­te Zeit bei uns blei­ben könn­te und dass es in sai­so­na­len Wel­len zurück­keh­ren wird.

Wie sieht es mit Behandlungen und Impfstoffen aus?

Seit dem Beginn der Epi­de­mie im Janu­ar haben For­scher eilends mit kli­ni­schen Stu­di­en und mit der Ent­wick­lung von Impf­stoff­kan­di­da­ten begon­nen. Inzwi­schen sind Dut­zen­de von Impf­stoff­ver­su­chen im Gan­ge.

Das Natio­nal Insti­tu­te of All­er­gy and Infec­tious Disea­ses der Natio­nal Insti­tu­tes of Health hat sich mit dem Bio­tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men Moder­na zusam­men­ge­tan, um einen Impf­stoff­kan­di­da­ten zu tes­ten, der auf einer Boten-RNA basiert, die die Zel­len eines Indi­vi­du­ums dazu ver­an­lasst, ein Viruspro­te­in zu pro­du­zie­ren, ohne dass es zu einer Infek­ti­on kommt. Eine frü­he kli­ni­sche Stu­die an Men­schen wird vor­aus­sicht­lich in den kom­men­den Wochen begin­nen. Soll­te sie erfolg­reich ver­lau­fen, wird die Ent­wick­lung eines brauch­ba­renr Impf­stoffs noch min­des­tens ein­ein­halb Jah­re dau­ern, so NIAD-Direk­tor Dr. Fau­ci — und das ist eine sehr opti­mis­ti­sche Ein­schät­zung.

Unter­des­sen arbei­ten For­scher und Bio­tech-Unter­neh­men auch an Behand­lun­gen für COVID-19.

Am 25. Febru­ar gab das NIH bekannt, dass eine kli­ni­sche Stu­die begon­nen hat, um zu prü­fen, ob ein expe­ri­men­tel­les anti­vi­ra­les Medi­ka­ment namens Reme­de­si­vir den im Nebras­ka Medi­cal Cen­ter (UNMC) in Oma­ha hos­pi­ta­li­sier­ten COVID-19-Pati­en­ten hel­fen kann.

Die For­scher arbei­ten auch an Behand­lun­gen aus Plas­ma, über die eini­ge posi­ti­ve Anek­do­ten­be­rich­te vor­lie­gen. Die Grund­idee der Plas­ma­the­ra­pie besteht dar­in, Anti­kör­per gegen SARS-CoV‑2 aus dem Blut­plas­ma von infi­zier­ten Pati­en­ten zu gewin­nen, nach­dem die­se sich erholt haben. Die­se gesam­mel­ten Anti­kör­per kön­nen dann in neu infi­zier­te Pati­en­ten inji­ziert wer­den, wo sie die Immun­re­ak­tio­nen ver­stär­ken könn­ten, was die Ergeb­nis­se ver­bes­sern und die Gene­sungs­zei­ten ver­kür­zen könn­te. Am 4. März gab die Take­da Phar­maceu­ti­cal Com­pa­ny bekannt, dass sie mit der Arbeit an einer aus Plas­ma gewon­ne­nen The­ra­pie für COVID-19 beginnt.

4.7 (94%) 20 Stimme[n]



Dis­c­lai­mer
Inhaltsverzeichnis
    Nach oben
    Health Rise GmbH Logo