Ein Test auf Corona Antikörper schafft Klarheit

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    Seit Mona­ten ken­nen wir nur noch ein The­ma: Coro­na. Die Nach­rich­ten sind voll von Infor­ma­tio­nen und es ist nicht immer ein­fach, gesi­cher­te Quel­len von Spe­ku­la­tio­nen zu tren­nen. Es ver­geht kein Tag, an dem wir nichts über Coro­na-Tests oder Coro­na-Anti­kör­per-Tests hören. Exper­ten sind sich einig, dass getes­tet wer­den muss.

    Es sind unter­schied­li­che Tests nötig. Zum einen müs­sen mehr PCR-Tests gemacht wer­den, um aku­te Infek­tio­nen mit dem Coro­na­vi­rus nach­wei­sen zu kön­nen, auch wenn die Sym­pto­me mild sind. Zum ande­ren wer­den ver­mehrt Tests auf Anti­kör­per benö­tigt, um zu erfah­ren, wie vie­le Per­so­nen die Virus­er­kran­kung bereits durch­ge­macht und eine Immu­ni­tät ent­wi­ckelt haben.

    Ein Test auf Corona Antikörper schafft Klarheit
    Fällt der Coronavirus Antikörper Test positiv oder negativ aus?

    Wie wird auf Antikörper getestet?

    Eine häu­fig gestell­te Fra­ge ist der­zeit, ob es sinn­voll ist, jetzt einen Anti­kör­per Test zu machen und woher man die­sen bezie­hen kann. Es gibt zahl­rei­che soge­nann­te Schnell­tests auf dem Markt, die jeder­mann zu Hau­se durch­füh­ren kann. Im Prin­zip eine gute Idee, wenn sie prä­zi­ser wären. Die Feh­ler­quo­te ist meist zu groß, um ein hin­rei­chend siche­res Ergeb­nis zu lie­fern.

    Anti­kör­per Tests zie­len in der Regel auf zwei ver­schie­de­ne Anti­kör­per im Blut ab. Zum einen das Immun­glo­bu­lin A (IgA), das bereits etwa 14 Tage nach Beginn der Erkran­kung vom Kör­per gebil­det wird. Zum ande­ren das etwa nach drei Wochen im Blut nach­weis­ba­re Immun­glo­bu­lin G (IgG).

    Stark ver­ein­facht funk­tio­niert der Test, indem Bruch­stü­cke des SARS-CoV‑2 mit dem Blut der getes­te­ten Per­son zusam­men­ge­führt wer­den. Die Zuga­be eines far­bi­gen Mar­kers färbt die Anti­kör­per ein. Gibt es kei­ne ent­spre­chen­de Ver­fär­bung, so ist davon aus­zu­ge­hen, dass der Kör­per (noch) kei­ne Anti­kör­per gebil­det hat.

    Wie sicher sind Antikörpertests?

    Grund­sätz­lich sind Anti­kör­per Tests rela­tiv sicher. Vor­aus­set­zung dafür ist aller­dings, dass sie aus­gie­big getes­tet und so lan­ge an das spe­zi­el­le Virus ange­passt wer­den kön­nen, bis sie eine Feh­ler­quo­te von unter einem Pro­zent haben. Tests auf Anti­kör­per kön­nen sowohl falsch-nega­tiv als auch falsch-posi­tiv sein. Letz­te­res könn­te sich im Fal­le des Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2 ver­hee­rend aus­wir­ken. Dies könn­te schlimms­ten­falls, auf­grund einer ver­meint­li­chen Immu­ni­tät, zu leicht­sin­ni­gem Ver­hal­ten und somit zu einer Infek­ti­on mit Covid-19 füh­ren.

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    Das Coro­na­vi­rus SARS-CoV‑2 steht noch nicht lan­ge im Fokus der Wis­sen­schaft und so wird der­zeit welt­weit fie­ber­haft an Tests, Medi­ka­men­ten und Impf­stof­fen geforscht und getes­tet. Man­che, teil­wei­se auch über Apo­the­ken ver­trie­be­ne, Schnell­tests für zu Hau­se lie­fern noch zu unge­naue Ergeb­nis­se. Dar­um raten Fach­leuch­te drin­gend von ihnen ab. Auch die WHO1) sagt, dass die­se Schnell­tests For­schungs­zwe­cken vor­be­hal­ten sein soll­ten.

    Wie einfach ist die Anwendung eines Antikörper-Tests?

    Die Anti­kör­per Tests für zu Hau­se wer­den in aller Regel mit dem Test­strei­fen, einer Nadel und einer Anlei­tung gelie­fert. Für ein mög­lichst siche­res Ergeb­nis muss man sich akku­rat an die Anlei­tung hal­ten, den­noch besteht die Gefahr einer Ver­un­rei­ni­gung. Sofern der Stich in die Fin­ger­bee­re erfolg­reich ist, gibt man einen Bluts­trop­fen in das dafür vor­ge­se­he­ne Feld auf dem Test­strei­fen, tropft eine mit­ge­lie­fer­te Flüs­sig­keit dar­auf und war­tet 10 bis 30 Minu­ten, bis das Ergeb­nis ange­zeigt wird.

    Der Nut­zen die­ses „Point-of-Care-Tests“, wie die Schnell­tests2) auch hei­ßen, darf ange­zwei­felt wer­den, da die­se Tests grund­sätz­lich weni­ger zuver­läs­sig, als Labor­tests sind. Auch wenn Schnell­tests ver­lo­ckend sein mögen, so sind der­zeit die Ergeb­nis­se noch zu unsi­cher, sodass trotz des vor­lie­gen­den Test­ergeb­nis­ses kei­ne Aus­sa­ge über eine mög­li­che Immu­ni­tät mit hin­rei­chen­der Sicher­heit getrof­fen wer­den kann.

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    Was bedeutet ein „positives“ Ergebnis?

    Ein posi­ti­ves Ergeb­nis bedeu­tet, dass der Test Anti­kör­per im Blut nach­wei­sen konn­te. Je nach Test liegt der Beginn der Erkran­kung min­des­tens zwei oder drei Wochen zurück. Wie lan­ge Anti­kör­per des Typs Immun­glo­bu­lin G im Blut nach­weis­bar sind, bezie­hungs­wei­se wie lan­ge der Immun­schutz hält, ist noch nicht aus­rei­chend erforscht. Bis­lang waren die Test­grup­pen zu klein oder die Tests waren zu kurz, um belast­ba­re Aus­sa­gen tref­fen zu kön­nen. Der Viro­lo­ge Pro­fes­sor Dr. Dros­ten von der Ber­li­ner Cha­ri­té geht in sei­nem Pod­cast „Coro­na­vi­rus Update“ davon aus, dass Per­so­nen nach einer durch­stan­de­nen Krank­heit immun4) sind. Die­se Immu­ni­tät besteht ver­mut­lich für etwa zwei Jah­re, was aller­dings noch nicht veri­fi­ziert wer­den konn­te. Liegt die durch­ge­mach­te Infek­ti­on lang genug zurück, so kann man sich wie­der mit die­sem Virus infi­zie­ren. Aller­dings ist dann mit einem wesent­lich mil­de­ren Ver­lauf zu rech­nen.

    Gibt es zuverlässige Tests für zu Hause?

    Benö­tigt man aus­sa­ge­kräf­ti­ge Tests, soll­te man sich auf ein Labor ver­las­sen. Auf­grund der aktu­el­len Coro­na-Kri­se sind Tests Man­gel­wa­re. Ver­mut­lich haben wir alle ein Inter­es­se dar­an, zu erfah­ren, ob wir bereits eine Infek­ti­on durch­ge­macht haben.

    Vie­le von uns haben der­zeit, aus Angst vor einer Anste­ckung, Hem­mun­gen zum Arzt zu gehen, wün­schen sich aber den­noch einen zuver­läs­si­gen Anti­kör­per-Test. Die Mehr­heit der Tests machen ent­we­der „Point-of-Care-Tests“ oder pro­fes­sio­nel­le Tests beim Arzt aus.

    Als zuver­läs­sig gel­ten Tests nach der  ELISA3)-Metho­de (Enzy­me-lin­ked Immu­no­sor­bent Assay). Das sind die Tests, die in der Regel von Ärz­ten und medi­zi­ni­schem Per­so­nal durch­ge­führt wer­den. Für die­se Tests wird dem Pati­en­ten Blut abge­nom­men und an ein akkre­di­tier­tes Labor zur Ana­ly­se ein­ge­schickt. Auch die­se Ana­ly­se­er­geb­nis­se haben eine gewis­se Feh­ler­to­le­ranz, die aber weit unter der der Schnell­tests liegt. Vor weni­gen Tagen wur­de ein „ELISA“-Test, der auf IgG-Anti­kör­per tes­tet, beim DIMDI (Deut­sches Insti­tut für Medi­zi­ni­sche Doku­men­ta­ti­on und Infor­ma­ti­on) „ange­zeigt“ (ange­mel­det).  Die­ser Test ist so kon­zi­piert, dass der End­ver­brau­cher wie in der bei­lie­gen­den Beschrei­bung etwas Blut aus der Fin­ger­bee­re ent­nimmt und in ein bei­gefüg­tes Röhr­chen gibt. Im Anschluss wird die Pro­be im Frei­um­schlag an das Labor geschickt. Das Ergeb­nis wird inner­halb weni­ger Tage über­mit­telt.