Kohlenmonoxid-Vergiftung: In diesen Situationen droht sie!

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    Kohlenmonixid-Vergiftung Gefahr
    Kohlenmonoxid-Vergiftung: In diesen Situationen droht sie!

    Was ist Kohlenmonoxid?

    Koh­len­mon­oxid (CO) ist ein Gas aus einem Koh­len­stoff-Atom © und einem Sauer­stoff-Atom (O). Das Gas ist geruchs‑, geschmacks- und farb­los. Jedoch wirkt es stark gif­tig. Wird Koh­len­mon­oxid ein­ge­at­met, so kommt es zu einer Koh­len­mon­oxid-Ver­gif­tung. Im Blut bin­det sich der Stoff anstel­le von Sauer­stoff an die roten Blut­kör­per­chen. Dies ver­hin­dert, dass der Sauer­stoff an die Stel­len gelangt, an denen er gebraucht wird. Zudem hat Koh­len­mon­oxid einen Ein­fluss auf die Kraft­wer­ke unse­rer Zel­len — die Mito­chon­dri­en. Durch die mito­chon­dria­le Atmungs­ket­te bekom­men unse­re Zel­len die lebens­wich­ti­ge Ener­gie. Das Koh­len­mon­oxid blo­ckiert einen Teil­schritt die­ser Atmungs­ket­te. Die Mito­chon­dri­en kön­nen nicht mehr rich­tig arbei­ten. Außer­dem ent­ste­hen durch die­se defek­te Atmungs­ket­te Stof­fe, die die Zel­len schä­di­gen. Dabei redet man bei einer Koh­len­mon­oxid-Ver­gif­tung mit allen ihren Wir­kun­gen auf den Kör­per von einem “Inner­li­chen Ersti­cken”.

    Gefahrenquellen und Erste Hilfe

    Der Stoff Koh­len­mon­oxid ent­steht bei unvoll­stän­di­gen Ver­bren­nun­gen. Dadurch ist Koh­len­mon­oxid leicht ent­flamm­bar und man kann es bei einer voll­stän­di­gen Ver­bren­nung zu Koh­len­di­oxid umwan­deln. In unse­rem All­tag kann uns über­all dort der Stoff begeg­nen, wo Koh­len­stoff­hal­ti­ge Mate­ria­li­en ver­brannt wer­den. Gefah­ren­quel­len für eine Koh­len­mon­oxid-Ver­gif­tung sind:

    • Das Gril­len in geschlos­se­nen oder nicht aus­rei­chend gelüf­te­ten Räu­men
    • Kami­ne und offe­ne Feu­er ohne aus­rei­chen­den Abzug in geschlos­se­nen Räu­men, bei­spiels­wei­se bei verlegtem/verschmutzten Schorn­stein
    • Abga­se von Autos in geschlos­se­nen Garagen/ lau­fen­de Moto­ren in schlecht gelüf­te­ten Tief­ga­ra­gen
    • Abga­se von ande­ren Ver­bren­nungs­mo­to­ren in geschlos­se­nen Räu­men wie bspw. Gene­ra­to­ren in einer Gar­ten­hüt­te
    • Rau­chen in gro­ßer Men­ge in geschlos­se­nen Räu­men, z.B. im Auto oder in einer vol­len, schlecht gelüf­te­ten Shi­sha-Bar
    • Rauch­ent­ste­hung bei Brän­den

    Fin­det man eine bewusst­lo­se oder ein­ge­trüb­te Per­son in einem sol­chen Set­ting, soll­te man den Raum nicht betre­ten. In sol­chen Fäl­len ist es wich­tig, schnellst­mög­lich den Ret­tungs­dienst und die Feu­er­wehr zu alar­mie­ren und auch die vor­lie­gen­de Situa­ti­on zu schil­dern. Ent­spre­chend der Gefahr müs­sen auch die Ret­tungs­kräf­te spe­zi­el­le Schutz­klei­dung tra­gen. Wenn mög­lich soll­ten von außen Türen und Fens­ter geöff­net wer­den, damit der Raum lüf­ten und die CO-Kon­zen­tra­ti­on sin­ken kann.

    Der Selbst­schutz hat höchs­te Prio­ri­tät. Es ist nicht mög­lich, die Kon­zen­tra­ti­on des Gases in einem Raum ein­zu­schät­zen und weni­ge Atem­zü­ge kön­nen aus­rei­chen, um das Bewusst­sein zu ver­lie­ren oder sogar zu verster­ben.

    Symptome einer Kohlenmonoxid-Vergiftung

    Eine Ver­gif­tung kann chro­nisch über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg mit gerin­gen Kon­zen­tra­tio­nen oder akut inner­halb eines kur­zen Zeit­raums statt­fin­den. Auf­grund der Gif­tig­keit rei­chen bei Koh­len­mon­oxid schon rela­tiv gerin­ge Men­gen aus, um Sym­pto­me zu ver­ur­sa­chen oder sogar schwer­wie­gen­de Fol­gen zu haben. Die Sym­pto­me rich­ten sich nach dem Anteil von roten Blut­kör­per­chen mit Koh­len­mon­oxid:

    • Bis zu 5 %        Leis­tungs­min­de­rung
    •  5 %  — 20 %     Müdig­keit, Kopf­schmer­zen, Seh­stö­run­gen, Unwohl­sein
    • 20 % — 30 %     ver­min­der­ter Mus­kel­to­nus und Läh­mun­gen, Schwin­del, ein­ge­trüb­tes Bewusst­sein
    • 30 % — 40 %     Bewusst­lo­sig­keit
    • 40 % — 60 %     Koma, nied­ri­ge Kör­per­tem­pe­ra­tur
    • 60 % — 70 %     Tod inner­halb von 10 — 60 Minu­ten
    • über 70 %        Tod inner­halb weni­ger Minu­ten

    Im Gegen­satz zu einem typi­schen “Sauer­stoff­man­gel” ist die Haut bei Men­schen mit einer Koh­len­mon­oxid-Ver­gif­tung nicht bläu­lich ver­färbt. Im Gegen­teil: Da die roten Blut­kör­per­chen voll besetzt sind — wenn auch mit dem fal­schen Stoff — wei­sen die Betrof­fe­nen eine leb­haft rosa Gesichts­far­be auf.

    Therapie bei Vergiftung

    Die schwe­re Ver­gif­tung mit CO kann schnell töd­lich sein und ist schwie­rig zu the­ra­pie­ren. Liegt eine Koh­len­mon­oxid-Ver­gif­tung vor, wird so bald wie mög­lich eine Über­druck­be­atmung mit purem Sauer­stoff ein­ge­lei­tet. Nach einer Ver­gif­tung müs­sen die Betrof­fe­nen häu­fig medi­zi­nisch über­wacht wer­den. Zudem führt eine sol­che Ver­än­de­rung im Blut auch zu ande­ren schwer­wie­gen­den Stö­run­gen wie bei­spiels­wei­se einer Über­säue­rung. Die­sen Ver­än­de­run­gen kann mit Medi­ka­men­ten ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den.

    Vor­beu­gend soll­te man oben genann­te Gefah­ren­quel­len mei­den. Alle Arten von Ver­bren­nun­gen in geschlos­se­nen oder schlecht gelüf­te­ten Räu­men sind zu ver­mei­den. An bestimm­ten Arbeits­plät­zen oder in Wohn­häu­sern mit poten­zi­el­len Koh­len­mon­oxid-Quel­len kön­nen soge­nann­te CO-Mel­der sinn­voll sein. Auf­grund der Tat­sa­che, dass Koh­len­mon­oxid nur wenig leich­ter ist als Luft und lang­sam im Raum auf­steigt, soll­ten man Mel­der etwa in Augen­hö­he anbrin­gen.