Magengeschwür (Ulcus ventriculi)

Dr. Natascha Kern
Dr. Natascha Kern
Ärztin
    Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den

    Bild­lich gespro­chen schlägt einem Stress auf den Magen. Die­se Rede­wen­dung kommt nicht von unge­fähr. Was ein  Magen­ge­schwür ist und was es aus­löst und wie man es behan­delt, klä­ren wir im Fol­gen­den.

    Frau hält sich den Bauch Verdacht Magengeschwür
    Magengeschwür (Ulcus ventriculi)

    Woher kommt ein Magengeschwür?

    Das Magen­ge­schwür (Ulcus ventri­cu­li) ist ein Defekt bezie­hungs­wei­se eine Ver­let­zung der Magen­schleim­haut. Es kann jeden tref­fen und vie­les kann die Ent­ste­hung begüns­ti­gen. In der Regel ent­steht ein Magen­ge­schwür nicht von heu­te auf mor­gen, son­dern ent­wi­ckelt sich über einen län­ge­ren Zeit­raum auf­grund von anhal­ten­den Rei­zun­gen der Magen­schleim­haut. Dem­entspre­chend sind gera­de Men­schen gefähr­det, die:

    • Unter chro­ni­schen Magen­schleim­haut­ent­zün­dun­gen (Gas­triti­den; z. B. durch Infek­ti­on mit Heli­co­bac­ter pylo­ri) lei­den
    • Bestimm­te Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen haben (Neben­schild­drü­sen­über­funk­ti­on, Über­schuss des Hor­mons Gas­trin)
    • Län­ge­re Zeit magen­rei­zen­de Medi­ka­men­te ein­neh­men (bspw. Schmerz­mit­tel wie Aspi­rin oder Diclo­fe­nac)
    • Chro­ni­schem Stress aus­ge­setzt sind
    • Rau­chen oder regel­mä­ßig Alko­hol kon­su­mie­ren

    Zudem spielt eine gene­ti­sche Ver­an­la­gung bei der Ent­wick­lung eines Magen­ge­schwürs eine Rol­le.

    Symptome und mögliche Komplikationen

    Die Sym­pto­me bei einem Magen­ge­schwür kön­nen von Per­son zu Per­son sehr unter­schied­lich sein und manch­mal denen einer aku­ten Magen­schleim­haut­ent­zün­dung (Gas­tri­tis) ähneln. Häu­fi­ge Beschwer­den sind:

    • Ober­bauch­schmer­zen, die in Brust oder Rücken aus­strah­len kön­nen
    • Ver­bes­se­rung oder Ver­schlech­te­rung nach dem Essen
    • Übel­keit und Erbre­chen
    • Appe­tit­lo­sig­keit mit Gewichts­ab­nah­me
    • Völ­le­ge­fühl und Blä­hun­gen

    Neben die­sen Beschwer­den kann die tie­fe Wun­de in der Magen­schleim­haut Kom­pli­ka­tio­nen ver­ur­sa­chen. Bei­spiels­wei­se kann es zu lebens­be­droh­li­chen Magen­blu­tun­gen mit blut- oder kaf­fee­satz­ar­ti­gem Erbre­chen oder sogar einem Durch­bruch der Magen­wand kom­men. Wei­ter kön­nen Ver­nar­bun­gen zu Pro­ble­men füh­ren und das Risi­ko für Magen­krebs ist erhöht.

    Geschwür oder Gastritis?

    Da ein Magen­ge­schwür sich in man­chen Fäl­len von den Sym­pto­men her wie eine aku­te Magen­ent­zün­dung zei­gen kann, ist Vor­sicht gebo­ten. Bestehen Sym­pto­me über län­ge­re Zeit oder besteht auf­grund der Vor­ge­schich­te die Annah­me, es kön­ne sich um ein Magen­ge­schwür han­deln, soll­te man dies abklä­ren.

    Die wich­tigs­te Maß­nah­me hier­zu ist die Magen­spie­ge­lung (Gastro­sko­pie). Dabei wird dem Betrof­fe­nen ein Schlauch über den Mund in den Magen ein­ge­führt. Damit kann einer­seits der Magen von innen aus­führ­lich betrach­tet wer­den, ande­rer­seits kann man Pro­ben der Magen­schleim­haut ent­neh­men. Die Pro­ze­dur muss im nüch­ter­nen Zustand erfol­gen, da sonst die Gefahr des Erbre­chens droht und Magen­in­halt ein­ge­at­met wer­den könn­te. Jedoch hat man die Mög­lich­keit zu wäh­len, ob die Gastro­sko­pie in einem Däm­mer­schlaf durch­ge­führt wer­den soll oder nicht. Der Ein­griff dau­ert in der Regel nicht lan­ge, kann ambu­lant erfol­gen und birgt weni­ge Risi­ken.

    Behandlung bei einem Geschwür der Magenschleimhaut

    Das Magen­ge­schwür kann meis­tens mit Medi­ka­men­ten behan­delt wer­den. Damit die Magen­schleim­haut sich wie­der rege­ne­rie­ren kann, wer­den säu­re­hem­men­de Medi­ka­men­te wie die Pro­to­nen­pum­pen­hem­mer (PPI) Pan­to­pra­zol oder Ome­pra­zol ein­ge­setzt. Sie sind nor­ma­ler­wei­se gut ver­träg­lich und soll­ten bis zur voll­stän­di­gen Abhei­lung ein­ge­nom­men wer­den. Aller­dings soll­te man wis­sen, dass die Auf­nah­me ande­rer Medi­ka­men­te oder auch bestimm­ter Vit­ami­ne durch die­sen Magen­schutz gehemmt wer­den kann. Dar­um soll­ten die The­ra­pie­dau­er und mög­li­che Inter­ak­tio­nen mit ande­ren Medi­ka­men­ten mit dem Arzt zusam­men abge­spro­chen wer­den.

    Essen­ti­ell für die Behand­lung ist zudem die Besei­ti­gung der Ursa­chen. So muss bei einer Infek­ti­on mit Heli­co­bac­ter pylo­ri die pas­sen­de Anti­bio­ti­ka­the­ra­pie durch­ge­führt wer­den. Bei ande­ren Grund­er­kran­kun­gen muss man die­se the­ra­pie­ren. Sind Schmerz­mit­tel die Ursa­che, soll­ten Alter­na­ti­ve Prä­pa­ra­te genom­men wer­den. Bei chro­ni­schem Stress, Alko­hol- und Niko­tin­kon­sum kann eine Umstel­lung des Lebens­stils not­wen­dig sein.

    Arti­kel bewer­ten



    Dr. Natascha Kern
    Unse­re Autorin: Dr. Nata­scha KernÄrz­tinArzt/Ärztin nach gel­ten­der Appro­ba­ti­ons­ord­nung

    Dr. Nata­scha Kern stu­dier­te Human­me­di­zin an der Johann Wolf­gang von Goe­the-Uni­ver­si­tät in Frank­furt am Main. Sie arbei­tet am Insti­tut für Rechts­me­di­zin in Frank­furt. Seit 2017 schreibt Sie als Gast­au­torin auch für Health Rise.

    Nach oben