Alles über Personal Training – jetzt spricht der Experte

Koerpermanagement Bad Homburg

Was frü­her als Luxus­gut der Rei­chen galt, ist heut­zu­ta­ge Gang und Gebe: Per­so­nal Trai­ning. Die inten­si­ve 1:1 Betreu­ung eig­net sich her­vor­ra­gend zum Errei­chen indi­vi­du­el­ler Zie­le. Alex­an­der Gim­bel arbei­tet seit mehr als 25 Jah­ren sport­wis­sen­schaft­li­cher Bera­ter und Per­so­nal Trai­ner.  Im Inter­view mit Health Rise beant­wor­tet er, für wen die per­sön­li­che Betreu­ung geeig­net ist, wel­che Zie­le man damit errei­chen kann, und was ein gutes Per­so­nal Trai­ning aus­macht.

Was macht ein Personal Trainer?

Vie­le Men­schen haben immer noch das Bild eines mus­kel­be­pack­ten Fit­ness­trai­ners mit Wasch­brett­bauch vor Augen, die den Kun­den mit gro­ßen Gewich­ten durch das Fit­ness­stu­dio „dril­len“. Ein Per­so­nal Trai­ner kann und muss heut­zu­ta­ge viel mehr erfül­len, als nur einen indi­vi­du­el­len Trai­nings­plan zu erstel­len. Zwar steht das Fit­ness­trai­ning nach wie vor im Vor­der­grund – vor allem Trai­ning der Kraft, Aus­dau­er, Beweg­lich­keit und Koor­di­na­ti­on. Ein gut aus­ge­bil­de­ter Trai­ner beherrscht aber auch Ele­men­te der Ernäh­rungs­be­ra­tung und Grund­zü­ge des Coa­chings.

So finden Sie Ihren idealen Personal Trainer

Machen Sie sich zunächst bewusst, wel­che kör­per­li­chen Zie­le Sie ver­fol­gen: Möch­ten Sie Mus­keln auf­bau­en, Ihre Kon­di­ti­on ver­bes­sern oder Schmer­zen lin­dern? Ich emp­feh­le, sich die Aus­bil­dung des Anbie­ters anzu­se­hen: Ein Sport­wis­sen­schaft­ler oder Phy­sio­the­ra­peut hat zunächst ein­mal eine hohe Grund­qua­li­fi­ka­ti­on. Das ist vor allem dann wich­tig, wenn Sie lan­ge nicht trai­niert haben und/oder Vor­er­kran­kun­gen mit­brin­gen. Ein guter Per­so­nal Trai­ner hat viel Pra­xis­er­fah­rung in den Berei­chen, die er anbie­tet. Er geht auf die indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se des Kli­en­ten ein und zeigt Ein­füh­lungs­ver­mö­gen. Wich­tig ist auch, dass die zwi­schen­mensch­li­che Che­mie stimmt.

Das macht ein gutes Personal Training aus:

  • Ein­füh­rungs­ge­spräch zu Beginn: Der Trai­ner infor­miert sich, ob und wel­che Vor­er­kran­kun­gen sein Kli­ent hat, wel­che Zie­le er war­um ver­folgt, und wie er die­se rea­lis­tisch errei­chen möch­te.
  • Dia­gnos­tik: Der Trai­ner fragt nach dem „Ist-Stand“ sei­nes Kli­en­ten, um ziel­ge­rich­tet mit ihm trai­nie­ren zu kön­nen. Wenn der Kun­de etwa sei­ne Aus­dau­er ver­bes­sern möch­te, wird ein Aus­dau­er­test gemacht. Hat er bei­spiels­wei­se Rücken­schmer­zen, wird der Mus­kel­sta­tus erho­ben und Mus­kel­ver­kür­zun­gen gemes­sen.
  • Das Trai­ning ist sehr abwechs­lungs­reich gestal­tet hin­sicht­lich der Metho­den und even­tu­ell auch Orte (zuhau­se, im Stu­dio oder in der Natur). Ein ein­tö­ni­ges Trai­ning kann schnell lang­wei­lig wer­den. Am wich­tigs­ten ist, dass es Spaß macht!
  • Nach drei bis sechs Mona­ten soll­ten die Trai­nings­er­fol­ge gemes­sen wer­den. Das moti­viert zusätz­lich.
  • In einem Abschluss­ge­spräch wird bespro­chen, ob der Kli­ent auf dem rich­ti­gen Weg ist und wie das wei­te­re Trai­ning gestal­tet wer­den soll.

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Welche Vorteile bietet das Personal Training?

Der größ­te Vor­teil liegt mei­nes Erach­tens in der inten­si­ven Betreu­ung. Selbst­ver­ständ­lich kann ein gutes Trai­ning auch in Klein­grup­pen erfol­gen, aber hier von „Per­so­nal Trai­ning“ zu spre­chen ist aus mei­ner Sicht nicht kor­rekt. Häu­fig wird heu­te im Fit­ness­be­reich schon bei einer per­sön­li­chen Ein­wei­sung an den Gerä­ten von „Per­so­nal Trai­ning“ gespro­chen. Hier feh­len mei­ner Mei­nung nach die indi­vi­du­el­len und nach­hal­ti­gen Gesichts­punk­te, die ein gutes Per­so­nal Trai­ning aus­ma­chen.

Ins­ge­samt kann man sagen: Einen Ver­än­de­rungs­pro­zess zu einem akti­ve­ren und gesün­de­ren Lebens­stil zu durch­lau­fen braucht Zeit! Jede Ver­hal­tens­än­de­rung ist schwie­rig, denn der Kun­de muss die Kom­fort­zo­ne ver­las­sen und sich auf neue und unbe­kann­te Din­ge ein­las­sen kön­nen. Das kann funk­tio­nie­ren, wenn der Kun­de „an die Hand“ genom­men und gecoacht wird.

Welche Ziele kann man mit Personal Training erreichen?

Das kön­nen prä­ven­ti­ve Zie­le sein, wie Rücken­schmer­zen oder Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen vor­zu­beu­gen, das Gewicht zu opti­mie­ren oder die Mobi­li­tät im Alter bei­zu­be­hal­ten. Selbst­ver­ständ­lich kön­nen auch sport­li­che Zie­le ver­folgt wer­den, wie etwa die Mara­thon­zeit zu ver­bes­sern. Als Läu­fer kann ich sagen, dass neue Impul­se aus den Berei­chen Funk­ti­ons­trai­ning, Lauf­tech­nik, Ernäh­rungs­be­ra­tung die Trai­nings­er­geb­nis­se ver­bes­sern kön­nen. Aber auch reha­bi­li­ta­ti­ve Zie­le kom­men bei ent­spre­chen­der Qua­li­fi­ka­ti­on des Trai­ners in Fra­ge: Bei­spiels­wei­se kann man nach einer Reha oder Phy­sio­the­ra­pie das Trai­ning beim Per­so­nal Trai­ner fort­set­zen. Zie­le könn­ten dann sein, Rücken­schmer­zen wei­ter zu mini­mie­ren, oder Risi­ko­fak­to­ren nach einem Herz­in­farkt (Bewe­gungs­man­gel, ungüns­ti­ge Ernäh­rung, etc.) wei­ter zu sen­ken. Grund­vor­aus­set­zung ist natür­lich, dass der Kun­de so sta­bil ist, dass er ein sol­ches Trai­ning auch machen darf, kann und will.

Für wen ist Personal Training geeignet?

Grund­sätz­lich ist Per­so­nal Trai­ning für jeden geeig­net, der effek­tiv trai­nie­ren möch­te und dies aus gesund­heit­li­cher Sicht auch kann. Bei älte­ren oder kran­ken Per­so­nen beginnt man heut­zu­ta­ge wesent­lich frü­her wie­der mit dem Trai­ning als man das frü­her getan hat. Dies erhöht auch die Anfor­de­run­gen an den Trai­ner. Gera­de im Gesund­heits­sport hal­te ich es für sinn­voll, mög­lichst naht­los nach einer The­ra­pie mit einem Trai­ning wie­der ein­zu­stei­gen. So gewähr­leis­tet man, dass die erreich­ten Trai­nings­ef­fek­te nicht ver­puf­fen und das Trai­ning auch gleich in den Lebens­all­tag inte­griert wird.



Aber auch bei Über­ge­wicht oder koor­di­na­ti­ven Ein­schrän­kun­gen ist Per­so­nal Trai­ning sinn­voll. Dies setzt jedoch vor­aus, dass der Trai­ner eine ent­spre­chen­de päd­ago­gi­sche Vor­bil­dung hat. Spe­zia­li­sie­run­gen im Bereich Per­so­nal Trai­ning fin­det man mitt­ler­wei­le immer häu­fi­ger. So habe ich bei­spiels­wei­se eini­ge Kol­le­gin­nen, die sich auf Schwan­ge­re oder Frau­en in der Rück­bil­dungs­pha­se spe­zia­li­siert haben. Eine gute Ent­wick­lung, wie ich fin­de.

Wie viele Trainingseinheiten sollte man mindestens machen, um Effekte zu erzielen?

Vie­le Inter­es­sen­ten für Per­so­nal Trai­ning glau­ben, dass jede Trai­nings­ein­heit im Bei­sein des Per­so­nal Trai­ners erfol­gen muss. Das ist nicht zwin­gend der Fall: Schon das Ein­gangs­ge­spräch, die Dia­gnos­tik und etwa drei gemein­sa­me Trai­nings­ein­hei­ten kön­nen zunächst aus­rei­chen. Oft wird dies mit dazwi­schen­lie­gen­den Coa­ching-Ele­men­ten ver­bun­den. Je nach Per­sön­lich­keit des Kli­en­ten und Trai­ners kann dies heut­zu­ta­ge auch per Online-Mee­ting erfol­gen. Hat der Kun­de genug Eigen­mo­ti­va­ti­on, so kann ein sol­ches „Trai­ning an der lan­gen Hand“ schon sehr erfolg­reich sein. Es geht dar­um, „Hil­fe zur Selbst­hil­fe“ zu geben. Vie­le Kun­den schät­zen aber den per­sön­li­chen Ter­min und den Kon­takt und trai­nie­ren jede Woche mit dem Per­so­nal Coach.

Um nach­hal­tig Effek­te zu erzie­len, ist es not­wen­dig, dass das Trai­ning in den Lebens­all­tag inte­griert wird wie Zäh­ne put­zen. Schon Trai­nings­ein­hei­ten, die ein­mal pro Woche statt­fin­den, kön­nen bei Untrai­nier­ten zu Erfol­gen füh­ren bezie­hungs­wei­se als Erhal­tungs­trai­ning die­nen. Zwei bis drei Trai­nings­ein­hei­ten pro Woche füh­ren im Gesund­heits­sport zu guten Erfol­gen. Ver­folgt der Kli­ent Zie­le im Bereich der Ver­bes­se­rung der sport­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit, dann ist es even­tu­ell auch not­wen­dig, häu­fi­ger zu trai­nie­ren.

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Alexander  Gimbel

Unser Gast­au­tor: Alex­an­der Gim­bel

Alex­an­der Gim­bel ist Geschäfts­füh­rer des Insti­tuts „Kör­per­Ma­nage­ment“ in der Nähe von Frank­furt am Main. Der Diplom Sport­öko­nom ver­fügt über lang­jäh­ri­ge Erfah­rung als Gesell­schaf­ter und Geschäfts­füh­rer von Gesund­heits- und Trai­nings­ein­rich­tun­gen. Seit mehr als 25 Jah­ren arbei­tet er als sport­wis­sen­schaft­li­cher Bera­ter und Per­so­nal Trai­ner. Zusätz­lich ist er Aus­bil­der bei der Deut­schen Fit­ness­leh­rer­ver­ei­ni­gung im Bereich Herz-Kreis­lauf-Trai­ning.