Eierstockzyste (Ovarialzyste)

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    Eierstockzyste (Ovarialzyste)

    Was ist eine Eierstockzyste?

    Eine Zys­te ist ein mit Flüs­sig­keit gefüll­ter Hohl­raum. Sie zählt zu den gut­ar­ti­gen Tumo­ren und kann nahe­zu in allen Orga­nen vor­kom­men. Dem­entspre­chend fin­det man eine Eier­stock­zys­te (Ova­ri­al­zys­te) wie der Name es bereits sagt an den Eier­stö­cken einer weib­li­chen Per­son. Die­se Zys­ten kön­nen ein­zeln (soli­tär) oder in grö­ße­rer Anzahl (mul­ti­ple) an nur einem Eier­stock oder an bei­den Eier­stö­cken auf­tre­ten. Die Zys­te kann ent­we­der ange­bo­ren sein oder sich im Lau­fe der Zeit ent­wi­ckeln, denn sie kann in jedem Lebens­al­ter ent­ste­hen. Gehäuft las­sen sich Zys­ten bei jun­gen Frau­en oder bei Damen in den Wech­sel­jah­ren wie­der­fin­den.

    Welche Arten von Ovarialzysten gibt es?

    Ein­fa­chen Zys­te (Fol­li­ku­lä­re Zys­te)

    Die­se Art der Zys­ten ver­ur­sacht in der Regel kei­ne Sym­pto­me und ver­schwin­det in den meis­ten Fäl­len von allei­ne inner­halb weni­ger Wochen oder Mona­te. Oft plat­zen die­se Zys­ten bei dem nächs­ten ein­set­zen­den Eisprung, was bei etwa einem Vier­tel der betrof­fe­nen Frau­en zie­hen­de Unter­leibs­schmer­zen her­vor­ruft.

    Funk­tio­nel­le Eier­stock­zys­te (Cor­pus lute­um Zys­te)

    Auch die­se Zys­ten­art ver­ur­sacht meis­tens kei­ne Sym­pto­me. Sie tritt ab dem Gebär­fä­hi­gen Alter, und dem­entspre­chend wäh­rend des Zyklus auf. Nor­ma­ler­wei­se ent­steht bei dem Eisprung ein soge­nann­ter Gelb­kör­per (Cor­pus lute­um), der beim Aus­blei­ben einer Schwan­ger­schaft vom Kör­per abge­baut wird. In man­chen Fäl­len funk­tio­niert die­ser Abbau nicht kor­rekt und der Gelb­kör­per wird zu einer Eier­stock­zys­te.

    Hämor­rha­gi­sche Zys­te

    Eier­stock­zys­ten kön­nen ein­blu­ten und zu soge­nann­ten hämor­rha­gi­schen Zys­ten wer­den. Die­se machen sich häu­fig durch ein­sei­ti­ge Bauch­schmer­zen bemerk­bar.

    Der­mo­id­zys­ten

    Im Gegen­satz zu den meis­ten Arten von Eier­stock­zys­ten ent­ste­hen Der­mo­id­zys­ten nicht wäh­rend des weib­li­chen Zyklus, son­dern ent­ste­hen durch eine feh­ler­haf­te Ent­wick­lung schon im Embryo­nal­sta­di­um. In den Eier­stö­cken sind Keim­drü­sen­zel­len ent­hal­ten. Ver­stop­fen die­se, und die Drü­sen­flüs­sig­keit staut sich, ent­ste­hen Zys­ten.

    Die­se Zys­ten kön­nen bei­spiels­wei­se ver­schie­de­ne Struk­tu­ren wie Haa­re, Haut mit Talg­drü­sen oder sogar Knor­pel und Zäh­ne ent­hal­ten. Eine sol­che Zys­te kann sich durch Kom­pli­ka­tio­nen wie eine Stiel­dre­hung bemerk­bar machen.

    Woher kommen Eierstockzysten?

    Eine Eier­stock­zys­te kann ver­schie­de­ne Ursa­chen haben und aus unter­schied­li­chen Tei­len der Eier­stö­cke ent­ste­hen. In den meis­ten Fäl­len sind hor­mo­nel­le Schwan­kun­gen für die Ver­än­de­run­gen an den Eier­stö­cken ver­ant­wort­lich. Bleibt bei­spiels­wei­se der Eisprung aus, kann es pas­sie­ren, dass sich im Eier­stock das noch dar­in befind­li­che Ei mit Flüs­sig­keit füllt und zu einer Zys­te wird. Manch­mal kön­nen auch hor­mon­bil­den­de Zel­len zu Zys­ten wer­den. Zu Beginn einer Schwan­ger­schaft kön­nen sol­che Zys­ten das wich­ti­ge Schwan­ger­schafts­hor­mon Pro­ges­te­ron her­stel­len und soll­ten dann unbe­dingt belas­sen wer­den. Bei Frau­en mit Endo­me­trio­se kann es zu ‘Scho­ko­la­d­en­zys­ten’ kom­men. Die­se Art der Eier­stock­zys­te blu­tet ein und das alte Blut bil­det eine dun­kel­brau­ne Flüs­sig­keit in dem Hohl­raum.

    Eine eige­ne Erkran­kung stellt das ‘Poly­zys­ti­sches Ova­ri­al­syn­drom’ dar, bei dem Eier­stock­zys­ten nur eines von meh­re­ren Sym­pto­men dar­stellt und bei dem eine all­ge­mei­ne Stö­rung der Eier­stö­cke vor­liegt.

    Symptome und Komplikationen

    In den meis­ten Fäl­len ver­ur­sa­chen Zys­ten an den Eier­stö­cken selbst kei­ne Sym­pto­me. Jedoch bemer­ken die meis­ten Frau­en die Ursa­che für die flüs­sig­keits­ge­füll­ten Hohl­räu­me: Ein Hor­mon­un­gleich­ge­wicht. Dies kann zu Unre­gel­mä­ßig­kei­ten der Mens­trua­ti­on, einer ver­mehr­ten oder aus­blei­ben­den Monats­blu­tung füh­ren. Zudem spie­len die Hor­mo­ne eine wich­ti­ge Rol­le bei der Ent­ste­hung und Erhal­tung einer Schwan­ger­schaft. Bleibt eine Frau unge­wollt kin­der­los, soll­ten der Hor­mon­spie­gel und die Eier­stö­cke kon­trol­liert wer­den.

    Die Eier­stock­zys­te an sich wird oft erst bei Kom­pli­ka­tio­nen bemerkt. Ist eine Zys­te so groß, dass sie auf umlie­gen­de Struk­tu­ren drückt, so kann dies Schmer­zen ver­ur­sa­chen. Wei­ter kann die dün­ne Wand einer Zys­te ein­rei­ßen (Zys­ten­rup­tur) und die Flüs­sig­keit in den Bauch­raum ent­lee­ren. Auch ein sol­cher Riss kann zu Schmer­zen füh­ren, wenn die Flüs­sig­keit das emp­find­li­che Bauch­fell (Peri­to­ne­um) reizt. Schnell gehan­delt wer­den soll­te, wenn plötz­lich bei­spiels­wei­se nach einer unbe­dach­ten Bewe­gung star­ke Schmer­zen ein­set­zen. Dabei kann es zu einer soge­nann­ten stiel­ge­dreh­ten Ova­ri­al­zys­te kom­men. Durch eine sol­che Dre­hung ist es mög­lich, dass es zu einem Abdrü­cken der Blut­ge­fä­ße kommt und die Ver­sor­gung des Eier­stocks mit Blut nicht mehr gewähr­leis­tet ist. In einem sol­chen Fall ist es nötig in einer mini­mal-inva­si­ven Ope­ra­ti­on (Laparo­sko­pie) das Pro­blem zu behe­ben um zu ver­hin­dern, dass der Eier­stock abstirbt.

    Diagnostik und Behandlung

    Um eine Eier­stock­zys­te fest­zu­stel­len, eig­net sich neben der genau­en Befra­gung und dem Abtas­ten am bes­ten der vagi­na­le Ultra­schall. Dar­auf sind die Zys­ten in vie­len Fäl­len gut erkenn­bar. Häu­fig han­delt es sich um einen Zufalls­be­fund im Rah­men einer gynä­ko­lo­gi­schen Kon­troll­un­ter­su­chung.

    Bei Fest­stel­lung einer Eier­stock­zys­te muss nicht immer eine The­ra­pie erfol­gen. Das heißt, die meis­ten Zys­ten bil­den sich von allei­ne zurück, oft in der nächs­ten Peri­ode. Nach dem Abklin­gen der Peri­ode soll­te der Frau­en­arzt ein wei­te­res Mal auf­ge­sucht wer­den, um eine Nach­un­ter­su­chung durch­zu­füh­ren.

    Tre­ten Schmer­zen auf, muss man nach den Ursa­chen schau­en. Sind die Zys­ten ein­fach groß und drü­cken, reicht meist eine medi­ka­men­tö­se Schmerz­be­hand­lung aus, bis es zur eigen­stän­di­gen Rück­bil­dung kommt. Bei ande­ren Kom­pli­ka­tio­nen kann eine Ope­ra­ti­on not­wen­dig wer­den. Eben­so ist es mög­lich, bei aus­blei­ben­der Rück­bil­dung die Zys­ten mit einer mini­mal-inva­si­ven OP zu behan­deln bezie­hungs­wei­se zu ent­fer­nen.

     

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    Quellen

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    Dr. med. Natascha Kern
    Unse­re Autorin: Dr. med. Nata­scha KernÄrz­tinArzt/Ärztin nach gel­ten­der Appro­ba­ti­ons­ord­nung

    Dr. Nata­scha Kern stu­dier­te Human­me­di­zin an der Johann Wolf­gang von Goe­the-Uni­ver­si­tät in Frank­furt am Main. Sie arbei­tet am Insti­tut für Rechts­me­di­zin in Frank­furt. Seit 2017 schreibt Sie als Gast­au­torin auch für Health Rise.

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