Was kann eine Hypnosetherapie leisten?

Frau bei einer Hypnosetherapeutin

Was kann eine Hypnosetherapie leisten?

Die Hyp­nose­the­ra­pie erfreut sich immer grö­ßer wer­den­der Beliebt­heit. Die Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten gehen von der Rau­cher­ent­wöh­nung über die Schmerz­the­ra­pie bis hin zu all­ge­mei­ner Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung. Gleich­zei­tig hal­ten sich hart­nä­cki­ge Vor­ur­tei­le und Ängs­te in Ver­bin­dung mit der Hyp­no­se.

Zur Geschichte der Hypnose

Men­schen ver­set­zen sich bereits seit meh­re­ren Tau­send Jah­ren in Tran­ce­zu­stän­de. Mit rhyth­mi­schem Klat­schen oder Trom­meln, gemein­sa­men Gesän­gen oder mit­hil­fe von Rausch­mit­teln haben sich Medi­zin­män­ner, Pries­ter und gan­ze Stam­mes­ge­mein­schaf­ten in der kul­tur­ge­schicht­li­chen Ent­wick­lung der Mensch­heit immer wie­der in hyp­no­ti­sche Zustän­de ver­setzt. Die­ser beson­de­re Zustand des Geis­tes wur­de genutzt, um Hei­lung zu erbit­ten, Ora­kel zu befra­gen oder einen Zugang zur “Anders­welt” zu erfah­ren.

Hypnose in der Therapie

Mit­te des 18. Jahr­hun­derts griff der Arzt Franz Anton Mes­mer die Hyp­no­se wie­der auf. Seit­her wur­den die Tech­ni­ken immer wei­ter ver­fei­nert, ver­än­dert und erforscht. Bis Sig­mund Freud die Psy­cho­ana­ly­se ent­wi­ckel­te, galt Hyp­no­se als die ein­zi­ge Form der Psy­cho­the­ra­pie. Die heu­te zu Heil­zwe­cken ange­wand­ten Hyp­no­se­tech­ni­ken ver­set­zen den Pati­en­ten in eine Art Teil­schlaf. Bestimm­te Area­le des Gehirns wer­den dabei aus­ge­schal­tet, um Zugang zum Unter­be­wusst­sein und ver­steck­ten Per­sön­lich­keits­an­tei­len des Pati­en­ten zu erhal­ten. Die Hyp­no­se arbei­tet haupt­säch­lich mit der Tech­nik der Sug­ges­ti­on. Der Hyp­no­the­ra­peut spricht dabei posi­ti­ve und moti­vie­ren­de Sät­ze, die häu­fig wie­der­holt wer­den, bis sie ins Unter­be­wuss­te hin­ein sickern und als Wahr­heit betrach­tet wer­den. Grund­sätz­lich ist jeder Mensch hyp­no­ti­sier­bar, wobei die Heil­hyp­no­se bei eini­gen schwe­ren psy­chi­schen Stö­run­gen, der Ein­nah­me von Psy­cho­phar­ma­ka und eini­gen ande­ren Gegen­in­di­ka­tio­nen nicht ange­wandt wer­den soll­te.

Vorurteile und Ängste gegenüber der Hypnose

Immer wie­der leh­nen Men­schen den Begriff Hyp­no­se oder den damit ver­bun­de­nen Zustand kate­go­risch ab. Das pas­siert vor allem dann, wenn die Heil­hyp­no­se mit Ele­men­ten der Show-Hyp­no­se ver­wech­selt wird oder gene­rell eine tie­fe Angst vor Kon­troll­ver­lust vor­han­den ist. Wer kennt nicht die Bil­der, wie Men­ta­lis­ten oder Zau­ber­künst­ler auf der Büh­ne Men­schen in Sekun­den­schnel­le in schein­bar abso­lut wil­len­lo­se Zustän­de ver­setz­ten und dann alber­ne Din­ge tun las­sen! Die aner­kann­te Hyp­nose­the­ra­pie hat damit jedoch nur sehr wenig gemein. Der Pati­ent bleibt meis­tens bei vol­lem Bewusst­sein. Hyp­no­ti­sche Zustän­de sind sogar ein ganz natür­li­cher Teil mensch­li­chen Lebens. So gehö­ren die Pha­sen kurz vor dem Ein­schla­fen oder mor­gens nach dem Auf­wa­chen zu den all­täg­li­chen und ganz nor­ma­len Tran­ce­pha­sen.

Anwendungsmöglichkeiten der Hypnosetherapie

Die Ursa­chen für vie­le All­tags­pro­ble­me, Süch­te oder auch Ver­hal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten wur­den irgend­wann in der Kind­heit im Unter­be­wusst­sein ver­an­kert. Häu­fig han­delt es sich um so etwas wie Kurz­schlüs­se im Sys­tem, aus­ge­löst durch trau­ma­ti­sche Erleb­nis­se. Ein Trau­ma ent­steht dann, wenn die Psy­che oder auch der Kör­per eines Men­schen mit Ereig­nis­sen über­for­dert ist. Der Schock, den das Ner­ven­sys­tem dabei erfährt, gräbt sich tief in die Psy­che des Men­schen ein. Hyp­no­se kann wun­der­bar dabei hel­fen, sol­chen Din­gen wie­der auf die Spur zu kom­men. Der Pati­ent bleibt bei allen moder­nen Tech­ni­ken der Heil­hyp­no­se in der Regel bei vol­lem Bewusst­sein und so kann durch ein Erken­nen eine Brü­cke zwi­schen im Unter­be­wusst­sein gespei­cher­ten Mus­tern und dem bewuss­ten Ver­hal­ten gebaut wer­den. Hyp­no­se wird haupt­säch­lich bei Stress, leich­ten Depres­sio­nen, Ängs­ten, Rauch­ent­wöh­nung und bei dem Wunsch abzu­neh­men, ange­wandt.

Spezialanwendungen der Heilhypnose

Die zahn­me­di­zi­ni­sche Hyp­no­se ist eine Son­der­form, die bei Ängs­ten und den unan­ge­neh­men Begleit­erschei­nun­gen von zahn­ärzt­li­chen Behand­lun­gen hilft. Bei die­ser Form der Heil­hyp­no­se wird mit dem Pati­en­ten an der Schmerz­re­duk­ti­on und Angst gear­bei­tet. Es las­sen sich tat­säch­lich auch Blu­tung und Spei­chel­fluss wäh­rend einer Behand­lung sowie die spä­te­re Abhei­lung von Wun­den posi­tiv beein­flus­sen.

Zuneh­mend wer­den heil­sa­me Hyp­no­se­tech­ni­ken auch erfolg­reich zur Geburts­vor­be­rei­tung ein­ge­setzt. Ängs­te und Stress der wer­den­den Mut­ter wer­den vor der Geburt redu­ziert und mög­li­che Ursa­chen auf­ge­spürt. Eben­so wird Hyp­no­se bei unge­woll­ter Kin­der­lo­sig­keit ein­ge­setzt, da auch hier die Ursa­chen, wenn kei­ne kör­per­li­chen Ein­schrän­kun­gen bekannt sind, psy­chisch begrün­det sein kön­nen.

Dauer einer Hypnosebehandlung

Ganz wich­tig ist es für Pati­en­ten und Inter­es­sier­te, sich dar­über im Kla­ren zu sein, dass Hyp­no­se auch kein Alles­kön­ner ist. Es kommt vor, dass Men­schen über­zeugt durch die erstaun­li­chen Effek­te der Show-Hyp­no­ti­seu­re der Annah­me sind, mit einer Sit­zung sei­en alle Pro­ble­me, Süch­te und Ängs­te wie weg­ge­pus­tet. Geht man ein Pro­blem über eine seriö­se Hyp­nose­the­ra­pie an, kön­nen es schnell fünf bis zehn Sit­zun­gen wer­den bis grö­ße­re The­ma­ti­ken und Pro­ble­me erfolg­reich behan­delt wer­den. Die Hyp­no­ti­sier­bar­keit des Ein­zel­nen und die Geschwin­dig­keit mit der Pati­ent und The­ra­peut zum Kern des Pro­blems vor­drin­gen kön­nen, vari­iert dabei stark.

Die Kosten für eine Hypnosetherapie

Die Beträ­ge, die Heil-Hyp­no­ti­seu­re für eine ca. ein­stün­di­ge Sit­zung ver­lan­gen vari­ie­ren stark: In der Regel lie­gen die Sät­ze bei 80 bis 150 €. Die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen über­neh­men die Kos­ten für eine Hyp­nose­the­ra­pie nur auf Antrag und in Aus­nah­me­fäl­len. Bei den pri­va­ten Kas­sen sind die Rege­lun­gen so unter­schied­lich, dass über­haupt kei­ne pau­scha­le Aus­sa­ge dazu getrof­fen wer­den kann.

Zwei große deutsche Dachverbände

Um einen guten Hyp­no­the­ra­peu­ten zu fin­den, emp­feh­len sich die Infor­ma­ti­ons­sei­ten und Regis­ter der bei­den gro­ßen deut­schen Dach­ver­bän­de: Deut­scher Ver­band für Hyp­no­se e. V. oder auch die Deut­sche Gesell­schaft für Hyp­no­se und Hyp­no­the­ra­pie e. V. . Grund­sätz­lich kann sich jeder zum Hyp­no­ti­seur aus­bil­den las­sen. Wird die Hyp­no­se jedoch zu Heil­zwe­cken ange­bo­ten, muss der The­ra­peut zumin­dest über eine Zulas­sung als Heil­prak­ti­ker ver­fü­gen. Tat­säch­lich sind vie­le aner­kann­te Hyp­nose­the­ra­peu­ten Ärz­te für Psy­cho­the­ra­pie, die sich auf die­ses Gebiet spe­zia­li­siert haben.