Tourette-Syndrom: Wenn Tics das Leben bestimmen.

    Zuletzt aktualisiert am Montag, den
    Tourette-Syndrom Krankheit
    Tourette-Syndrom: Wenn Tics das Leben bestimmen.

    Definition: Tourette-Syndrom

    Das Touret­te-Syn­drom (Gil­les-de-la-Touret­te-Syn­drom) ist eine Erkran­kung, die durch das Auf­tre­ten meh­re­rer unter­schied­li­cher Tics defi­niert ist. Bei Beginn der Tics sind die Betrof­fe­nen meis­tens im Kin­des- oder Jugend­al­ter, nur sel­ten mani­fes­tiert sich das Touret­te-Syn­drom im Erwach­se­nen­al­ter. Dabei ist für die­se Erkran­kung cha­rak­te­ris­tisch, dass die Betrof­fe­nen sowohl moto­ri­sche als auch voka­le Tics zei­gen. Bei einem Touret­te-Syn­drom tre­ten die­se voka­len und moto­ri­schen Tics gleich­zei­tig oder hin­ter­ein­an­der über einen Zeit­raum von min­des­tens einem Jahr auf.

    Was sind Tics?

    Ein Tic ist eine unwill­kür­li­che, sich wie­der­ho­len­de Bewe­gung. Man kann zwi­schen moto­ri­schen und voka­len Tics unter­schei­den. Bei voka­len Tics wer­den im Gegen­satz zu moto­ri­schen Tics Lau­te oder sogar Wör­ter pro­du­ziert. Bei moto­ri­schen Tics kommt es zu Bewe­gun­gen ohne Laut­bil­dung. Bei­de Arten von Tics kön­nen auch kom­bi­niert auf­tre­ten.

    Zudem unter­schie­det man ein­fa­che von kom­ple­xen Tics. Ein Bei­spiel für einen ein­fa­chen moto­ri­schen Tic wäre ein Zucken des Kop­fes zur Sei­te. Bei einem kom­ple­xen moto­ri­schen Tic kann es zu gan­zen Bewe­gungs­ab­fol­gen wie sich dre­hen und dabei hüp­fen kom­men. Das ste­reo­ty­pe Aus­spre­chen von Schimpf­wör­tern kommt hin­ge­gen eher sel­ten vor.

    Jedoch spü­ren Men­schen mit einem Tic die­sen oft kom­men und haben eine gewis­sen Kon­trol­le dar­über, die­sen zu unter­drü­cken oder hin­aus­zu­zö­gern.

    Tic­stö­run­gen an sich sind im Kin­des­al­ter recht häu­fig. Etwas jedes vier­te Kind hat zumin­dest ein­mal über einen begrenz­ten Zeit­raum einen oder meh­re­re Tics. In den meis­ten Fäl­len geht die Stö­rung von selbst vor­über. Dage­gen ist das Touret­te-Syn­drom eher sel­ten.

    Wie entsteht Tourette?

    Das Touret­te-Syn­drom scheint eine Erkran­kung des Hirn­stoff­wech­sels zu sein und tritt gehäuft zusam­men mit ande­ren psych­ia­tri­schen Erkran­kun­gen wie ADHS auf. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass bei die­sem Syn­drom ein Über­schuss des Boten­stof­fes Dopa­min in bestimm­ten Tei­len des Gehirns vor­liegt.

    Therapiemöglichkeiten

    Die Behand­lungs­mög­lich­kei­ten basie­ren einer­seits auf der medi­ka­men­tö­sen Behand­lung des aus dem Gleich­ge­wicht gera­te­nen Hirn­stoff­wech­sels und ande­rer­seits aus guter Unter­stüt­zung und eng­ma­schi­ger Ver­hal­tens­the­ra­pie.

    Medi­ka­men­tös kön­nen bei­spiels­wei­se Neu­ro­lep­ti­ka wie Ris­pe­ri­don oder Tia­prid zum Ein­satz kom­men. Die allei­ni­ge Behand­lung mit Medi­ka­men­ten führt aller­dings nicht oft zu einer voll­stän­dig Sym­ptom­frei­heit, son­dern redu­ziert die Häu­fig­keit der Tics ledig­lich.

    Bei einer Ver­hal­tens­the­ra­pie kön­nen die Betrof­fe­nen ler­nen, wie sie die Tics am bes­ten kon­trol­lie­ren kön­nen. Dabei gibt es ver­schie­de­ne Stra­te­gien, die den meis­ten sehr gut im All­tag hel­fen. Zudem ist gera­de bei Kin­dern und Jugend­li­chen eine päd­ago­gi­sche Unter­stüt­zung sinn­voll, damit sie sich trotz der Tics sozi­al inte­grie­ren oder auch in der Schu­le kon­zen­trie­ren kön­nen. Die The­ra­pie bedarf vor allem viel Geduld, Unter­stüt­zung und Ver­ständ­nis.

    Quellen