Tiergestützte Therapie: So beeinflussen uns Tiere positiv.

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    Hun­de wer­den schon seit vie­len Jah­ren als Blin­den­führ­hun­de ein­ge­setzt. Doch Tie­re kön­nen noch viel mehr als das. In letz­ter Zeit gibt es ver­mehrt die soge­nann­te tier­ge­stütz­te The­ra­pie, die zur Behand­lung von Kin­dern, Jugend­li­chen, sowie älte­ren Men­schen ein­ge­setzt wird. Die Tie­re hel­fen dabei bei der Bewäl­ti­gung von kör­per­li­chen, kogni­ti­ven und emo­tio­na­len Pro­ble­men. Doch wie genau funk­tio­niert die­ses Kon­zept und wann wer­den die Tie­re über­haupt ein­ge­setzt?

    Tiere Therapie
    Tiergestützte Therapie: So beeinflussen uns Tiere positiv.

    Wie wirken Tiere als Therapie?

    Tie­re sol­len das Leben der Pati­en­ten posi­tiv beein­flus­sen, indem sie für den Erkrank­ten eine Beglei­tung dar­stel­len, die immer für sie da ist, wenn sie jeman­den brau­chen. Der Mensch wird wie­der akti­ver, gewinnt wie­der mehr Freu­de am Leben und wirkt auf­ge­schlos­se­ner. Emo­tio­na­le Blo­cka­den kön­nen durch die blo­ße Anwe­sen­heit von Tie­ren gelöst und kör­per­li­che Beschwer­den zeit­wei­se ver­ges­sen wer­den.

    Welche Therapien gibt es?

    Del­fin­the­ra­pie
    Die­se Art von The­ra­pie soll vor allem Men­schen mit men­ta­len Ein­schrän­kun­gen hel­fen. Häu­fig wird sie bei Autis­mus und geis­ti­ger Behin­de­rung ein­ge­setzt. Unter Tier­schüt­zern ist der Ein­satz von Del­fi­nen zur The­ra­pie aller­dings sehr umstrit­ten, da in Aqua­ri­en kei­ne art­ge­rech­te Hal­tung mög­lich ist und eine Wirk­sam­keit der The­ra­pie bis­her noch nicht nach­ge­wie­sen wer­den konn­te. Del­fi­ne sind bekannt für ihre außer­or­dent­li­che Lie­bens­wür­dig­keit und Bereit­schaft, ande­ren Lebe­we­sen zu hel­fen. In Deutsch­land wird das Pro­gramm mit Del­fi­nen nur von der Uni­ver­si­tät Würz­burg ange­bo­ten.

    Pfer­de­the­ra­pie
    Durch den engen Kon­takt zum Tier erlernt der Pati­ent, Bedürf­nis­se ande­rer zu spü­ren und auf die­se ein­zu­ge­hen. Pfer­de wer­den ins­be­son­de­re bei Angst­stö­run­gen und ande­ren psy­chi­schen Pro­ble­men ver­wen­det. Das Rei­ten soll dabei hel­fen, sich wie­der zu ent­span­nen und den Kopf frei­zu­be­kom­men; sich ganz auf das Tier ein­zu­las­sen. Die kör­per­li­che Nähe zum Tier hilft dem Pati­en­ten, Ver­trau­en zu fas­sen und sei­ne eige­nen Pro­ble­me zu bewäl­ti­gen.

    Auch autis­ti­schen Per­so­nen kann erheb­lich gehol­fen wer­den, da sie beim Umgang mit Tie­ren Kon­takt­schwie­rig­kei­ten auf spie­le­ri­sche Art und Wei­se abbau­en kön­nen. Sie kön­nen mit den Pfer­den kom­mu­ni­zie­ren, ohne dabei spre­chen zu müs­sen. Sie geben somit Stär­ke und kön­nen das Selbst­be­wusst­sein stär­ken.

    Hun­de­the­ra­pie
    Die Hun­de­the­ra­pie ist die bekann­tes­te The­ra­pie hier­zu­lan­de. Der Hund kann in vie­len ver­schie­de­nen Berei­chen ein­ge­setzt wer­den. Manch­mal wer­den Hun­de mit in die Schu­le genom­men, um den Kin­dern dort sozia­les Ver­hal­ten bei­zu­brin­gen. Es wird ihnen gezeigt, wie es ist, Ver­ant­wor­tung für ein ande­res Lebe­we­sen zu über­neh­men. Aber auch in Alten­hei­me brin­gen sie viel Freu­de und beu­gen Ein­sam­keit sowie Depres­sio­nen vor.

    Die Demenz­er­krank­ten in Alten­hei­men zei­gen durch die Anwe­sen­heit der Hun­de oft Regun­gen des puren Glücks. Auch in Hos­pi­zen wer­den die pel­zi­gen Beglei­ter oft ein­ge­setzt. Die Ster­ben­den kön­nen durch die Inter­ak­ti­on mit den Hun­den für eine kur­ze Zeit ihre Sor­gen ver­ges­sen.

    Doch es gibt zum Bei­spiel auch Blin­den­führ­hun­de, Epi­lep­sie­hun­de oder Behin­der­ten­be­gleit­hun­de. Sie sol­len den All­tag der Erkrank­ten erleich­tern und bei ein­fa­chen Auf­ga­ben hel­fen. Sie kön­nen bei­spiels­wei­se Türen öff­nen, dem Pati­en­ten Medi­ka­men­te brin­gen und in Not­si­tua­tio­nen Hil­fe holen. Aber auch sonst gibt es zahl­rei­che Tie­re, die zu The­ra­pie ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Lamas, Kanin­chen, ja sogar Schild­krö­ten kön­nen Men­schen hel­fen, ihre Krank­hei­ten zu über­win­den oder wenigs­tens erheb­li­che Fort­schrit­te zu machen.

    Bei welchen Krankheiten werden die Tiere eingesetzt?

    Grund­sätz­lich kön­nen Tie­re bei fast jeder Art von Krank­heit in irgend­ei­ner Art und Wei­se Bes­se­rung brin­gen. Im Bereich der Päd­ago­gik kön­nen Tie­re bei Lern­stö­run­gen, Kon­zen­tra­ti­ons­stö­run­gen, ADHS usw. hel­fen. Doch auch moto­risch ein­ge­schränk­te Pati­en­ten kön­nen von einer The­ra­pie mit Tie­ren pro­fi­tie­ren. Bewe­gun­gen wer­den flüs­si­ger und wir­ken weni­ger geküns­telt. Klei­ne Tie­re wie z. B. Meer­schwein­chen sind beson­ders gut für Men­schen geeig­net, die sehr ängst­lich sind, da sie meist sehr ruhig sind und sich stun­den­lang strei­cheln las­sen.

    Wann zahlt die Krankenkasse?

    Die Kos­ten für eine sol­che The­ra­pie wer­den in der Regel nicht von der Kran­ken­kas­se über­nom­men. Sie ist in Deutsch­land lei­der nicht als alter­na­ti­ve Heil­me­tho­de aner­kannt. Es kann jedoch in Aus­nah­me­fäl­len ein Antrag auf außer­ge­wöhn­li­che Kos­ten­er­stat­tung gestellt wer­den. Dies funk­tio­niert sowohl bei einer pri­va­ten als auch bei einer gesetz­li­chen Kran­ken­kas­se. Wur­de Ergo­the­ra­pie, Phy­sio­the­ra­pie oder Logo­pä­die ärzt­lich ver­ord­net, steht es zudem den Eltern frei, eine The­ra­pie mit Schwer­punkt auf Tie­ren aus­zu­wäh­len. Durch eine Son­der­ge­neh­mi­gung der Kran­ken­kas­se wer­den die Kos­ten dafür über­nom­men.

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