Burnout durch Homeoffice? Anstieg von Stress durch Homeoffice und Isolation

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    Stress kann durch ver­schie­de­ne Fak­to­ren ent­ste­hen. Dop­pel­be­las­tung, Über­be­las­tung und zu wenig Ent­span­nungs- und Aus­gleichs­mög­lich­kei­ten wir­ken sich ungüns­tig auf die Gesund­heit aus. Im ungüns­tigs­ten Fall füh­ren die­se Fak­to­ren zu einem Bur­nout. Was kann dage­gen getan wer­den? Einiges!


    Burnout durch Homeoffice? Anstieg von Stress durch Homeoffice und Isolation

    Einsamkeit im Homeoffice

    Für vie­le Men­schen ist das Arbei­ten im Büro wich­tig, um sozia­le Kon­tak­te zu pfle­gen. 17,6 Mil­lio­nen Men­schen leben in Deutsch­land allein, sodass der sozia­le Kon­takt zu den Kol­le­gen im Büro eine beson­de­re Rol­le spielt. Ent­fällt die­ser Kon­takt, steigt das Gefühl der Ein­sam­keit. Laut Umfra­gen gaben über 60 Pro­zent an, sich in der der­zei­ti­gen Situa­ti­on ein­sam zu füh­len. Ins­be­son­de­re wenn die­ses Gefühl über einen län­ge­ren Zeit­raum anhält, hat dies Fol­gen für das Wohl­be­fin­den und die psy­chi­sche Gesund­heit. Ein­sam­keit erhöht das Risi­ko an Depres­sio­nen zu erkran­ken, wodurch ein gefähr­li­cher Kreis­lauf mit wei­te­ren gesund­heits­schäd­li­chen Ver­hal­tens­wei­sen ent­ste­hen kann.

    Stress im Homeoffice kann zu Einsamkeiit führen

    Überlastung im Homeoffice

    Die­je­ni­gen, wel­che nicht allein leben, sind einer ande­ren Pro­ble­ma­tik im Home­of­fice aus­ge­setzt. Nicht jeder lebt in einer aus­rei­chend gro­ßen Woh­nung mit meh­re­ren ruhi­gen Arbeits­plät­zen. Neben der Arbeit müs­sen Kin­der ver­sorgt oder beim Home­schoo­ling unter­stützt wer­den. Die­se Dop­pel­be­las­tung führt zu Stress. Anhal­ten­der Stress kann zahl­rei­che gesund­heit­li­che Fol­gen mit sich brin­gen. Neben phy­si­schen Fol­gen wie Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen kann auch die Psy­che unter anhal­ten­dem Stress lei­den. Die Fol­gen kön­nen bis zu einem Bur­nout-Syn­drom füh­ren, bei dem der Betrof­fe­ne in aku­ten Pha­sen nicht mehr in der Lage ist, sei­nen Beruf auszuüben.

     

    Eine Überlastung im Homeoffice führt oft zu StressStress

    Digitaler Überkonsum

    Ein wei­te­rer Stress­fak­tor ist ein digi­ta­ler Über­kon­sum. Die per­ma­nen­te Erreich­bar­keit über Mail, Mes­sen­ger und Video­calls führt zu einer inne­ren Unru­he. Durch die weni­ge Struk­tur im Home­of­fice fin­det dies oft­mals kein Ende, sodass rund um die Uhr ein wenig gear­bei­tet wird. Anders als im Büro, wo mit dem Ver­las­sen des Gebäu­des der Com­pu­ter her­un­ter­ge­fah­ren wird, bleibt die­ser im Home­of­fice oft­mals per­ma­nent an. Wer­den nicht kon­se­quent Com­pu­ter und Smart­pho­ne nach der Arbeit aus­ge­stellt, infor­mie­ren Push-Nach­rich­ten und Signal­tö­ne über den Ein­gang neu­er Nach­rich­ten und ver­hin­dern, den Arbeits­all­tag hin­ter sich zu las­sen und abzuschalten.

    Stress durch digitalen Überkonsum im Homeoffice

    Work-Life-Balance im Homeoffice

    Stress ist nicht zwangs­wei­se gesund­heits­schäd­lich. Ledig­lich dann, wenn kein Aus­gleich zu stres­si­gen Pha­sen vor­han­den ist, wirkt sich die­ser nega­tiv auf die Gesund­heit aus. Ein Aus­gleich fin­det in der Regel in der Frei­zeit statt. Auf eine Work-Life Balan­ce wird jedoch weni­ger geach­tet, da zum einen weni­ger Aus­gleichs­mög­lich­kei­ten durch die Ein­schrän­kun­gen vor­han­den sind, zum ande­ren, da häu­fig kei­ne räum­li­che Tren­nung von Arbeit und Frei­zeit im Home­of­fice vor­han­den ist. Damit nicht zu ande­ren gesund­heits­ge­fähr­den­den Coping­stra­te­gien wie Alko­hol, Ziga­ret­ten oder Überernäh­rung gegrif­fen wird, müs­sen gesund­heits­för­dern­de Aus­gleichs­mög­lich­kei­ten geschaf­fen werden.

    Folgen von Stress

    Auswirkungen von Überlastung im Homeoffice

    Stress muss nicht immer nega­tiv sein. Unter­schie­den wer­den muss zwi­schen Eustress und Dis­tress, dem soge­nann­ten guten Stress und dem schlech­ten Stress. In bestimm­ten Situa­tio­nen füh­ren die kör­per­li­chen Reak­tio­nen von Stress zu einer Leis­tungs­stei­ge­rung und hel­fen uns, schwie­ri­ge oder gefähr­li­che Situa­tio­nen zu bewäl­ti­gen. Anhal­ten­der Stress, wel­cher nicht abge­baut wird, führt jedoch zu gesund­heit­li­chen Pro­ble­men. Fol­gen von anhal­ten­dem Stress sind sowohl phy­sisch als auch psy­chisch. Kör­per­lich wirkt sich Stress nega­tiv auf den Blut­druck, das Herz-Kreis­lauf-Sys­tem, das Immun­sys­tem sowie auf die Ver­dau­ungs­or­ga­ne und die Mus­ku­la­tur aus. Durch die psy­chi­sche Belas­tung führt Dis­tress nicht sel­ten zu Schlaf­stö­run­gen, Kon­zen­tra­ti­ons­pro­ble­men und depres­si­ven Ver­stim­mun­gen. Kann die­sen Sym­pto­men nicht ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den, kann sich dar­aus ein Bur­nout-Syn­drom ent­wi­ckeln. Oft­mals bedin­gen sich die­se Sym­pto­me mit wei­te­ren Pro­ble­men. Nicht sel­ten wird zur Kom­pen­sa­ti­on ver­mehrt zu unge­sun­dem Essen, Alko­hol oder Ziga­ret­ten gegrif­fen. Hier­aus kann dann ein gefähr­li­cher Teu­fels­kreis mit wei­te­ren Krank­hei­ten entstehen.

    Auswirkungen auf den Menschen: Wie kann ich (Di)Stress vorbeugen?

    Damit Stress nicht belas­tend wird und schwer­wie­gen­de Fol­gen mit sich bringt, muss auf eine Balan­ce zwi­schen Belas­tung und Erho­lung geach­tet wer­den. Dafür soll­ten regel­mä­ßig Pau­sen ein­ge­baut wer­den — sowohl kur­ze Pau­sen wäh­rend der Arbeit und lan­ge Pau­sen nach der Arbeit und am Wochen­en­de in der Frei­zeit. Zu die­ser Zeit soll­te der Com­pu­ter aus­ge­schal­tet wer­den, sodass kei­ne Push-Nach­rich­ten stö­ren. Auch im Home­of­fice soll­te der Arbeits­tag damit enden, dass der Com­pu­ter her­un­ter­ge­fah­ren wird. Zudem gibt es Ein­stel­lun­gen, wel­che die Zeit am Bild­schirm ein­schrän­ken, indem die­ser nach einer gewis­sen Zeit gesperrt wird. Die freie Zeit soll­te für Akti­vi­tä­ten genutzt wer­den, die Stress abbau­en. Sport bei­spiels­wei­se wirkt sich nach­weis­lich posi­tiv auf die psy­chi­sche Gesund­heit aus und kann das Stress­ni­veau sen­ken. Idea­ler­wei­se in Gesell­schaft, denn so macht es nicht nur mehr Spaß, son­dern för­dert auch sozia­le Kon­tak­te. Zudem macht aus­rei­chend Schlaf stress­re­sis­ten­ter, Schlaf­man­gel hin­ge­gen för­dert Stress.

    BGM-Maßnahmen gegen Stress: Wie kann ich als Arbeitgeber den Stress meiner Mitarbeiter minimieren?

    Stress reduzieren im Homeoffice

    Auch wenn per­sön­li­che Kon­tak­te ein­ge­schränkt sind, muss der Arbeit­ge­ber sei­ne Mit­ar­bei­ter nicht allein las­sen. Regel­mä­ßi­ge Tele­fo­na­te und Video­kon­fe­ren­zen, anstel­le von per­sön­li­chen Mee­tings im Büro, kön­nen das Gefühl der Ein­sam­keit im Home­of­fice zumin­dest teil­wei­se lin­dern. Als BGM-Maß­nah­men bie­ten sich psy­cho­lo­gi­sche Bera­tun­gen an, wel­che nicht nur im Akut­fall inter­ve­nie­ren kön­nen, son­dern auch prä­ven­tiv auf die Pro­ble­ma­tik der Ein­sam­keit im Home­of­fice auf­merk­sam machen kön­nen. Wei­te­re BGM-Maß­nah­men gegen Stress sind Yoga‑, Medi­ta­ti­ons- oder Acht­sam­keits­kur­se, gene­rel­le Bewe­gungs­kur­se sowie Schu­lun­gen zum Umgang mit Stress. Alle die­se Kur­se müs­sen nicht in Prä­senz statt­fin­den, son­dern kön­nen digi­tal ange­lei­tet wer­den. Zudem soll­ten Arbeit­ge­ber auf eine ange­mes­se­ne Work-Life-Balan­ce ihrer Mit­ar­bei­ter ach­ten. Dafür soll­ten gere­gel­te Arbeits­zei­ten ein­ge­hal­ten wer­den, um Zeit für den Stress­ab­bau zu gewährleisten.

    Selbsttest: Bin ich burnoutgefährdet?

    Hin­ter­fra­ge dei­ne Ten­denz, an einem Bur­nout zu erkran­ken, mit fol­gen­den Fragen:

    • Füh­le ich mich häu­fig überfordert?
    • Schal­te ich nach der Arbeit schnell ab?
    • Macht mei­ne Arbeit mir Spaß?
    • Füh­le ich mich mor­gens ausgeruht?
    • Habe ich genug Zeit für Freun­de und Hobbys?
    • Den­ke ich am Wochen­en­de an die Arbeit?
    • Habe ich häu­fig Stim­mungs­schwan­kun­gen oder bin gereizt?