Sorbitintoleranz: Was man selbst dagegen tun kann

Holzlöffel mit Sorbit

Sorbitintoleranz: Was man selbst dagegen tun kann

Sor­bi­t­in­to­le­ranz bedeu­tet, dass bestimm­te Lebens­mit­tel mit dem Zuckeral­ko­hol Sor­bit schlecht ver­tra­gen wer­den und Bauch­schmer­zen, Blä­hun­gen sowie Durch­fall her­bei­füh­ren kön­nen. Sor­bit wird in sol­chen Fäl­len im Dünn­darm nicht oder nur unzu­rei­chend abge­baut. Bak­te­ri­en im Dick­darm über­neh­men dann die­se Auf­ga­be, pro­du­zie­ren dort Gase und Abfall­pro­duk­te, wel­che die Beschwer­den ver­ur­sa­chen. Das süß­lich schme­cken­de Koh­len­hy­drat Sor­bit kommt oft in soge­nann­ten Light-Pro­duk­ten und zucker­frei­en Erzeug­nis­sen sowie in Lebens­mit­teln für Dia­be­ti­ker vor. Als natür­li­cher Stoff ist es in Früch­ten wie zum Bei­spiel Äpfeln, Apri­ko­sen, Bir­nen und Pflau­men ent­hal­ten. Dörr­obst bezie­hungs­wei­se Tro­cken­früch­te wei­sen einen weit höhe­ren Sor­bit­an­teil auf.

Verwertung ohne Insulin

Sor­bit ist ein Stoff, der im mensch­li­chen Kör­per ohne Insu­lin ver­wer­tet wer­den kann. Anders als Haus­halts­zu­cker ver­mö­gen die Zel­len Sor­bit direkt aus dem Blut auf­zu­neh­men. Im Ver­gleich zum Haus­halts­zu­cker hat Sor­bit weni­ger Süß­kraft und einen nied­ri­ge­ren Kalo­ri­en­ge­halt. Die­ser erklärt sein hohes Auf­kom­men in Light-Pro­duk­ten. Als Lebens­mit­tel­zu­satz­stoff E 420 darf Sor­bit in belie­bi­ger Men­ge vie­len Nah­rungs­er­zeug­nis­sen bei­gege­ben wer­den. Zur Feucht­hal­tung wird Sor­bit dar­über hin­aus in Ketch­up, Mayon­nai­se, Salat­dres­sing, Senf, Scho­ko­la­den- und Pra­li­nen­fül­lun­gen sowie in Kau­gum­mi, Kuchen und Toast­brot ver­wen­det. Phar­ma­zeu­tisch kommt Sor­bit unter ande­rem als Trä­ger­stoff in Brau­se­ta­blet­ten zum Ein­satz. Auch in der Kos­me­tik­in­dus­trie wird Sor­bi­tol dank sei­ner küh­len­den Eigen­schaf­ten in Pro­duk­ten ver­wen­det.

Schon geringe Mengen führen zu Blähungen und Durchfall

Der Dünn­darm des Men­schen kann pro Tag etwa 20 bis 50 Gramm Sor­bit auf­neh­men. Grö­ße­re Men­gen sind für die meis­ten Per­so­nen unver­träg­lich. Men­schen mit aus­ge­wie­se­ner Sor­bi­t­in­to­le­ranz bekom­men Beschwer­den wie Auf­sto­ßen, Blä­hun­gen und Durch­fall aber schon bei einer viel gerin­ge­ren täg­li­chen Men­ge. Die­se Dosis kann schon bei fünf Gramm pro Tag lie­gen. Sor­bi­t­un­ver­träg­lich­keit tritt nicht sel­ten in Kom­bi­na­ti­on mit Into­le­ran­zen gegen­über Frucht­zu­cker (Fruk­to­se) und Milch­zu­cker (Lak­to­se) auf. Außer­dem zei­gen sich bei einer Fruk­to­se-Into­le­ranz oft auch Pro­ble­me mit Sor­bit. Sor­bi­tol erschwert näm­lich die Auf­nah­me von Frucht­zu­cker im Kör­per. Sor­bit wird im Ver­dau­ungs­pro­zess schließ­lich selbst in Fruk­to­se umge­wan­delt.

Ein Wasserstoff-Atemtest bringt Gewissheit

Mit einem Was­ser­stoff­atem­test kann die Sor­bi­t­in­to­le­ranz zuver­läs­sig bestimmt wer­den. Dabei wird zunächst die Was­ser­stoff­kon­zen­tra­ti­on der aus­ge­at­me­ten Luft im nüch­ter­nen Zustand ermit­telt. Anschlie­ßend bekommt die ent­spre­chen­de Per­son eine kon­zen­trier­te Sor­bit­lö­sung ver­ab­reicht. Steigt der Was­ser­stoff­an­teil danach stark an, ist das ein siche­rer Hin­weis auf die Sor­bi­t­un­ver­träg­lich­keit. Die­ser Anstieg resul­tiert aus der Ver­stoff­wech­se­lung des unver­dau­ten Zuckeral­ko­hols im Dick­darm. Der ent­ste­hen­de Was­ser­stoff wird anschlie­ßend über die Atem­luft nach außen abge­ge­ben.

Direkte medizinische Behandlung ist nicht möglich

Die Sor­bi­t­un­ver­träg­lich­keit lässt sich nicht direkt medi­zi­nisch behan­deln. Ihre Sym­pto­me kön­nen nur mit einer redu­zier­ten Zufuhr des Zuckeral­ko­hols gemin­dert wer­den. Mög­lich ist es auch, die Sor­bitauf­nah­me in den Kör­per vor­über­ge­hend ganz zu stop­pen. Sind alle bekann­ten Beschwer­den dann ver­schwun­den, kann lang­sam die per­sön­li­che Tole­ranz­gren­ze für Sor­bit her­aus­ge­fun­den wer­den. Die­se schwankt von Mensch zu Mensch jedoch stark, sodass immer wie­der Acht­sam­keit gebo­ten ist.

Fertiggerichte enthalten häufig den Zuckeralkohol

In den fol­gen­den Lebens­mit­teln ist der Sor­bit­ge­halt (pro 100 Gramm) beson­ders hoch: Süß­stoff (99 g), Süßig­kei­ten (90 g) sowie Brot­auf­strich für Dia­be­ti­ker (27,3 g), getrock­ne­te Früch­te (10,5 bis 2,8 g), Frucht­mar­me­la­de und -kon­fi­tü­re (9,2 bis 5,3 g). Hier­von kön­nen bereits klei­ne Men­gen bei stark betrof­fe­nen Per­so­nen eine Unver­träg­lich­keit aus­lö­sen. Bei Fer­tig­ge­rich­ten ist stets ein Blick auf die Zuta­ten­lis­te zu emp­feh­len. Wenig oder gar kein Sor­bit befin­det sich dage­gen in fri­schem Obst wie bei­spiels­wei­se Ana­nas, Bana­ne, Kiwi, Man­da­ri­ne, Oran­ge, Was­ser- und Zucker­me­lo­ne sowie Zitro­ne. Auch vie­le Gemü­se­sor­ten sind für Betrof­fe­ne sehr gut ver­träg­lich. Dazu gehö­ren Auber­gi­ne, Brok­ko­li, Grün­kohl, Kar­tof­feln, Meer­ret­tich, Oli­ve, Papri­ka, Radies­chen, Spar­gel und Zwie­beln. Wenig oder kein Sor­bit ent­hal­ten außer­dem Eier, Fisch, unver­ar­bei­te­tes Fleisch und fri­sche Kräu­ter.