Slow Juicer – gesunde Säfte selbst machen

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    Selbst­ge­press­te Säf­te, aus dem Zen­tri­fu­gen­ent­saf­ter oder dem Slow Jui­cer – egal ob aus Obst oder Gemü­se – sind gesund, genau­so, wie Smoot­hies. Aber stimmt das auch? In der rich­ti­gen Men­ge und Zusam­men­set­zung ist dies ver­mut­lich kor­rekt. Damit wir uns wie gewünscht etwas gutes tun, gilt es eini­ges zu beach­ten. Zunächst ist es wich­tig, die Begrif­fe Saft und Smoot­hie zu defi­nie­ren.  Der Obst- oder Gemü­se­saft ist der flüs­si­ge Bestand­teil des Lebens­mit­tels und damit eine Flüs­sig­keit. Für einen Smoot­hie wer­den die Zuta­ten nicht ent­saf­tet, son­dern püriert. Somit ist ein Smoot­hie von der Kon­sis­tenz dick­flüs­sig oder brei­ig. Er wird aus Fruchtpü­ree her­ge­stellt und häu­fig für eine bes­se­re Trink­bar­keit mit Saft, Kokos­milch, Was­ser, Milch oder Man­del­milch verdünnt.


    Slow Juicer – gesunde Säfte selbst machen

    Saft oder Smoothie – was ist gesünder?

    Es kommt dar­auf an. Saft gilt als etwas bekömm­li­cher und ist für Kran­ke bes­ser geeig­net, weil der Ver­dau­ungs­trakt weni­ger belas­tet wird. Außer­dem ist ihm bei Diä­ten der Vor­zug zu geben. Der Nach­teil ist der hohe Frucht­zu­cker­ge­halt, ins­be­son­de­re bei einem über­mä­ßi­gen Fruch­t­an­teil. Die Fruc­to­se wird vom Kör­per als Fett in der Leber gespei­chert. Auf län­ge­re Sicht führt dies zu einer nicht-alko­ho­li­schen Fett­le­ber.

    Ein Smoot­hie eig­net sich nicht nur in der war­men Jah­res­zeit als sät­ti­gen­de Zwi­schen­mahl­zeit. Smoot­hies kön­nen eben­falls je nach Zuta­ten rela­tiv viel Fruc­to­se ent­hal­ten. Ihr Vor­teil gegen­über dem Saft sind aller­dings die im Frucht­fleisch ent­hal­te­nen Bal­last­stof­fe, die dabei hel­fen, einen Teil des Frucht­zu­ckers aus­zu­schei­den. So wird weni­ger in der Leber eingelagert.

    Die nicht-alkoholische Fettleber: Warum ist Fructose plötzlich ein Problem?

    Zu Zei­ten, als wir noch Jäger und Samm­ler waren, kamen Früch­te sai­so­nal und in der Men­ge stark begrenzt vor. Unse­re Vor­fah­ren haben die gesam­te Frucht geges­sen, wel­ches rela­tiv schnell zu einem Sät­ti­gungs­ge­fühl geführt hat. Somit war die Fruc­to­se auch für unse­re Leber kein Pro­blem. Wenn wir Früch­te ent­saf­ten, kon­su­mie­ren wir nicht den Saft von einer Frucht, son­dern von meh­re­ren. Bei­spiels­wei­se liegt die Gewichts­aus­beu­te bei Äpfeln1) bei etwa 67 %. Im Saft ent­hal­ten ist der größ­te Teil der Fruc­to­se. Beim Ver­zehr das Apfels nimmt der Kör­per einen Teil der Fruc­to­se auf, wohin­ge­gen ein ande­rer Teil aus­ge­schie­den wird. In der Regel isst man nicht mehr als ein oder zwei Äpfel. Trinkt man einen fri­schen Saft, so bleibt es oft nicht bei der Men­ge Saft, die ein Apfel ergibt. Daher füh­ren wir unse­rem Kör­per auf die­se Wei­se zu gro­ße Men­gen Frucht­zu­cker zu. Den über­schüs­si­gen Frucht­zu­cker kann er lei­der nur als Fett in unse­rer Leber spei­chern. Das Pro­blem ist also nicht die Fruc­to­se selbst, son­dern – wie so oft – ein Über­maß davon.

    Lohnt es sich mit Hilfe des Slow Juicers, selbst zu entsaften?

    Die Ant­wort ist ein kla­res ja. Wer Wert auf eine gesun­de und aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung legt, soll­te sich einen Ent­saf­ter zule­gen. Natür­lich lohnt es sich nicht, meh­re­re Hun­dert Euro aus­zu­ge­ben, wenn man in der kal­ten Jah­res­zeit hin und wie­der ein Glas frisch gepress­ten Oran­gen­saft trin­ken möch­te. Für alle, die etwas expe­ri­men­tier­freu­dig sind, lohnt sich eine Anschaf­fung. Denn der Fan­ta­sie sind bei fri­schen Säf­ten kei­ne Gren­zen gesetzt. So eig­nen sich neben Obst natür­lich auch Gemü­se, wie etwa Karot­ten, aber auch Blatt­ge­mü­se, Kohl, Sel­le­rie und weitere.

    Obst- oder Gemüsesaft – Welche Säfte sind am gesündesten?

    Das lässt sich nicht so leicht beant­wor­ten. Rei­ne Gemü­se­säf­te sind, abge­se­hen von eini­gen Aus­nah­men, oft etwas streng im Geschmack. Dage­gen ent­hal­ten rei­ne Obst­säf­te oft zu viel (natür­li­chen) Frucht­zu­cker. Somit ist eine Mischung aus Obst- und Gemü­se­säf­ten kuli­na­risch und gesund­heit­lich zu emp­feh­len. Ein Mischungs­ver­hält­nis von unge­fähr 1/3 Obst und 2/3 Gemü­se hat sich bewährt, da die Früch­te den Geschmack des Gemü­ses überlagern.

    Wich­ti­ger als die Fra­ge, ob Obst oder Gemü­se die bes­se­ren Zuta­ten sind, ist Alter und Her­kunft der Ware. Im Ide­al­fall sind die Zuta­ten regio­nal und sai­so­nal, da die­se reif und voll wich­ti­ger Vit­ami­ne und Nähr­stof­fe geern­tet wur­den. Die kur­zen Trans­port­we­ge sor­gen dafür, dass die gesun­den Inhalts­stof­fe in Obst und Gemü­se mög­lichst erhal­ten bleiben.

    Vie­le Vit­ami­ne sind nicht nur gegen­über höhe­ren Tem­pe­ra­tu­ren, son­dern auch gegen­über Sauer­stoff emp­find­lich. Hohe Tem­pe­ra­tu­ren, die je nach Pres­se beim Ent­saf­ten ent­ste­hen, las­sen sich dadurch umge­hen, dass man auf einen Slow Jui­cer zurückgreift.

    Von der einfachen Zitrusresse zum Slow Juicer – Welche Entsafter gibt es?

    Man fin­det eine gro­ße Aus­wahl von Ent­saf­tern auf dem Markt. Ange­fan­gen von der ein­fa­chen Zitruspres­se für unter 5,- €, bis hin zu hoch­wer­ti­ge Pro­duk­te für gesund­heits­be­wuss­te Nut­zer zu Prei­sen von deut­lich über 1000,- €.

    Zitruspresse

    Sie fin­det sich ver­mut­lich in jedem Haus­halt. Es gibt klei­ne Gerä­te, die durch Mus­kel­kraft und eine Dreh­be­we­gung funk­tio­nie­ren. Ande­re, etwas teu­re­re Model­le unter­stüt­zen den Vor­gang mit Motor­kraft. Für bei­de gilt, dass man der Frucht durch Druck und Dre­hung den Saft ent­lockt. Das Gan­ze geschieht oft bei mäßi­ger Saft­aus­beu­te. Sie sind, wie der Name bereits sagt, prak­tisch nur für Zitrus­früch­te und Gra­nat­äp­fel geeig­net, da die hal­bier­te Frucht auf einem Kegel sitzt, der sich in die Frucht hineinbohrt.

    Zentrifugenpresse

    Das Press­gut, sei es Obst, Gemü­se oder eine Mischung dar­aus, wird in die Pres­se gege­ben. Ist das Press­gut zu groß für die Ein­füll­öff­nung, kann man es grob zer­klei­nern. Die Zuta­ten wer­den auf einer Schei­be, die sich mit hoher Umdre­hungs­zahl im Gerät dreht, zer­klei­nert und durch ein Sieb gepresst.

    Der Vor­teil die­ser Gerä­te liegt in dem rela­tiv nied­ri­gen Preis. Aller­dings ent­steht auf­grund der hohen Dreh­zahl der Rei­be­schei­be, Tem­pe­ra­tu­ren, die einen Teil der Vit­ami­ne zer­stö­ren. Auf­grund der Tech­nik wird beim Pro­zess des Ent­saf­tens viel Sauer­stoff in den Saft gewir­belt. Das führt zur Oxi­da­ti­on und zer­stört eben­falls einen Teil der Vit­ami­ne. Der Saft wird schnell braun und unan­sehn­lich, ähn­lich wie ein geschäl­ter Apfel, den man lie­gen lässt.

    Slow Juicer

    Der Slow Jui­cer kann alles von Obst und Gemü­se über Kräu­ter bis hin zu Wei­zen­gras ver­ar­bei­ten. Alle Zuta­ten wer­den bei gerin­ger Geschwin­dig­keit mit Hil­fe einer star­ken Wel­le zerquetscht.

    Der Vor­teil die­ser Metho­de ist die hohe Saft­aus­beu­te. Die­se erkennt man dar­an, dass der Tres­ter, das sind die Res­te, die nach dem Pres­sen der Früch­te und des Gemü­ses übrig blei­ben, wesent­lich tro­cke­ner sind, als die von einem Zen­tri­fu­ga­lent­saf­ter. Ein wei­te­rer Plus­punkt ist die nied­ri­ge Dreh­zahl. Sie hält die Tem­pe­ra­tur nied­rig und schont die Vit­ami­ne. Auch die Tat­sa­che, dass kein Sauer­stoff ein­ge­wir­belt wird, schont die wert­vol­len Inhaltsstoffe.

    Gekaufte Säfte oder lieber frisch aus dem Slow Juicer?

    Pro Slow Juicer:
    • man kann mit den Zuta­ten experimentieren
    • es ist mög­lich, voll­rei­fe und vit­amin­rei­che Pro­duk­te zu verwenden
    • dank lang­sa­mer Pres­sung und sofor­ti­gem Ver­zehr blei­ben Vit­ami­ne und gesun­de Inhalts­stof­fe erhalten
    Con­tra Slow Juicer:
    • rela­tiv hohe Anschaffungskosten
    • im Ver­gleich zu fer­ti­gem Saft mit etwas Arbeits­auf­wand verbunden

    Fazit: Fertige Säfte, Zentrifugenpresse oder Slow Juicer?

    Wer ein hohes Maß an Vit­ami­nen und Vital­stof­fen in sei­nen täg­li­chen Spei­se­plan ein­bau­en möch­te, für den sind Säf­te eine gute Ergän­zung der all­täg­li­chen Ernäh­rung. Selbst gepresst haben die­se diver­se Vor­zü­ge gegen­über Fer­tig­pro­duk­ten. Fer­tig gepress­te Säf­te wer­den oft aus Kon­zen­trat gewon­nen und durch Erhit­zen halt­bar gemacht. Aller­dings gibt es auch bei frisch gepress­ten Säf­ten eini­ge Fall­stri­cke. Einem Slow Jui­cer ist der Vor­zug zu geben, da der Saft so lang­sam gepresst wird, dass er sich nicht erwärmt, was einen Teil der Vit­ami­ne zer­stö­ren wür­de. Zudem wird beim Pres­sen kei­ne Luft unter­ge­wir­belt, denn der in der Luft ent­hal­te­ne Sauer­stoff lässt den Saft oxi­die­ren, was zu einer ver­min­der­ten Halt­bar­keit und zu einem Ver­lust an Vit­ami­nen führt.

    Wer sei­ne eige­nen Säf­te presst, kann zudem dar­auf ach­ten, dass das Mischungs­ver­hält­nis Obst zu Gemü­se bei 1:3 liegt. Dies sorgt nicht nur für einen ange­neh­men Geschmack, son­dern ent­hält auch weni­ger Fruc­to­se, wel­che die Leber belas­ten kann.

    Quellen

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