Shiatsu berührt – Was steckt hinter der Behandlung?

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    Shi­atsu ist eine ganz­heit­li­che Behand­lungs­form, die ursprüng­lich aus Japan kommt. Der Name setzt sich aus der wört­li­chen Über­set­zung „shi“ (Fin­ger) und „atsu“ (Druck) zusam­men.

    Shiatsu Symbolbild
    Shiatsu behandelt sanft und ganzheitlich Körper und Geist.

    Was ist Shiatsu?

    Bei die­ser Behand­lungs­form wird mit sanf­ten Druck- und Dehn-Tech­ni­ken an den Ener­gie­leit­bah­nen des Kör­pers gear­bei­tet. Nach öst­li­chem Ver­ständ­nis fließt durch die­se, auch Meri­dia­ne genann­ten, Ener­gie­bah­nen unse­re Lebens­en­er­gie, das „Ki“.

    Im Shi­atsu schla­gen wir die Brü­cke zwi­schen west­li­chem und öst­li­chem Wis­sen. Gera­de die­se Ergän­zung eröff­net in der heu­ti­gen Zeit einen neu­en Blick­win­kel auf Gesund­heit und Gesund­heits­vor­sor­ge. Als Bei­spiel ist hier das Kon­zept der fünf Wand­lungs­pha­sen dar­ge­stellt.

    Die fünf Wand­lungs­pha­sen sym­bo­li­sie­ren den Kreis­lauf des Lebens. Jeder Wand­lungs­pha­se wer­den sowohl bestimm­te Aspek­te alles Leben­di­gem, als auch bestimm­te Funk­tio­nen, Dyna­mi­ken und Qua­li­tä­ten in Natur und Kos­mos zuge­ord­net.

    Die­se sind bei­spiels­wei­se Jah­res­zei­ten, Him­mels­rich­tun­gen, Kör­per­tei­le, Sin­nes-Funk­tio­nen, Emo­tio­nen u. v. m. – und natür­lich das Meri­di­an­sys­tem.

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    Ein kurzer Überblick über die einzelnen Wandlungsphasen

    Shiatsu - Die Wandlungsphasen der 5 Elemente
    Shi­atsu — Die Wand­lungs­pha­sen der 5 Ele­men­te

    Wandlungsphase Holz

    Die Jah­res­zeit der Wand­lungs­pha­se Holz ist der Früh­ling. Die Natur erwacht, ein grün knos­pen­der Strauch, Wachs­tum und Neu­be­ginn.

    Die Meri­dia­ne die­ser Wand­lungs­pha­se sind der Leber- und der Gal­len-Meri­di­an.

    Die­se Meri­dia­ne sind zustän­dig für Krea­ti­vi­tät und Ent­schluss­kraft. Sie sor­gen dafür, dass wir Visio­nen für unser Leben haben und den Mut besit­zen, nöti­ge Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Auch geben sie uns die Fähig­keit, mit Wut, Ärger und Zorn ange­mes­sen umzu­ge­hen und die­se Emo­tio­nen auch aus­drü­cken zu kön­nen.

    Im kör­per­li­chen Bereich wer­den der Wand­lungs­pha­se Holz die Mus­keln, Seh­nen und Bän­der zuge­ord­net. Damit steht die Holz­ener­gie auch für Bewe­gungs­freu­de und kör­per­li­che Akti­vi­tät.

    Bewe­gungs­ab­läu­fe, Grob­mo­to­rik, Koor­di­na­ti­on und Fle­xi­bi­li­tät (kör­per­lich und geis­tig) gehö­ren auch in die­se Wand­lungs­pha­se.

    Wandlungsphase Feuer

    Die Jah­res­zeit der Wand­lungs­pha­se Feu­er ist der Som­mer. Eine blü­hen­de Som­mer­wie­se und lan­ge Tage, pure Lebens­freu­de und die Son­ne schenkt Licht und Wär­me.

    Die Meri­dia­ne die­ser Wand­lungs­pha­se sind der Herz- und Dünn­darm-Meri­di­an (gro­ßes Feu­er), sowie der Kreis­lauf und drei­fa­cher Erwär­mer-Meri­di­an (klei­nes Feu­er). Sie sind zustän­dig für das har­mo­ni­sche Zusam­men­spiel von allen Meri­dia­nen, Mut und Tap­fer­keit. Sie geben uns die Fähig­keit, mit­ein­an­der in Bezie­hung zu tre­ten und gemein­sam zu lachen, zu reden und zu lie­ben. Sie sor­gen auch dafür, zu erken­nen, was in unse­rem Leben wich­tig ist und was nicht.

    Im kör­per­li­chen Bereich sind der Wand­lungs­pha­se Feu­er die Blut­ge­fä­ße zuge­ord­net. Sie regu­lie­ren den Blut­druck, die Auf­nah­me und Ver­tei­lung von Nähr­stof­fen, die Kon­trol­le der Kör­per­tem­pe­ra­tur (z. B. Fie­ber­pro­duk­ti­on bei Ent­zün­dungs­pro­zes­sen) und die Abwehr schä­di­gen­der Ein­flüs­se von außen. Auch die Fähig­keit zu spre­chen und eine kla­re Aus­spra­che gehö­ren zur Wand­lungs­pha­se Feu­er.

    Wandlungsphase Erde

    Die Jah­res­zeit der Wand­lungs­pha­se Erde ist der Spät­som­mer. Es ist die Zeit der Rei­fe und der Ern­te. Ein Baum vol­ler roter Äpfel und ein in der Spät­som­mer­son­ne gol­den leuch­ten­des Getrei­de­feld.

    Die Meri­dia­ne die­ser Wand­lungs­pha­se sind der Magen- und der Milz-Meri­di­an. Sie ste­hen für das Prin­zip des Umsor­gens (auch für sich selbst zu sor­gen!) und geben uns die Fähig­keit Mit­ge­fühl zu emp­fin­den und tole­rant zu sein. Sie sor­gen dafür, dass wir ein Gefühl für unse­re inne­re Mit­te und einen fes­ten Stand im Leben haben (mit bei­den Bei­nen fest auf der Erde ste­hen). Auch geben sie uns die Fähig­keit zur Kon­zen­tra­ti­on, eine Sache zu Ende zu brin­gen, Pro­zes­se abzu­schlie­ßen.

    Im kör­per­li­chen Bereich ist der Wand­lungs­pha­se Erde u. a. das Bin­de­ge­we­be zuge­ord­net. Alle Zyklen gehö­ren zur Wand­lungs­pha­se Erde, auch z. B. der Mens­trua­ti­ons­zy­klus. Fort­pflan­zung, Emp­fäng­nis und Schwan­ger­schaft ste­hen eben­so mit der Wand­lungs­pha­se Erde in Ver­bin­dung, wie die The­men Nah­rungs­auf­nah­me (was und wie viel ist gut für mich) und die Funk­ti­on der Bauch­spei­chel­drü­se (Insu­lin­pro­duk­ti­on).

    Wandlungsphase Metall

    Die Jah­res­zeit der Wand­lungs­pha­se Metall ist der Herbst. Ein Laub­baum, der sei­ne bun­ten Blät­ter abwirft, wei­ßer Nebel, der über einer Wie­se liegt.

    Die Meri­dia­ne die­ser Wand­lungs­pha­se sind der Lun­gen- und der Dick­darm-Meri­di­an. Sie sind zustän­dig für Ord­nung, Klar­heit und Struk­tur in unse­rem Leben. Sie sor­gen dafür, dass wir in der Lage sind, eige­ne Gren­zen zu set­zen, die Gren­zen von ande­ren Men­schen zu respek­tie­ren und klar und respekt­voll zu kom­mu­ni­zie­ren. Auch die Fähig­keit, Trau­rig­keit und Melan­cho­lie zu emp­fin­den, eben­so wie Ver­gan­ge­nes los­las­sen zu kön­nen, um Platz für Neu­es zu schaf­fen, gehö­ren zu die­ser Wand­lungs­pha­se.

    Im kör­per­li­chen Bereich sind der Wand­lungs­pha­se Metall die Haut und die Kör­per­be­haa­rung zuge­ord­net. Die Atmung, die kör­per­ei­ge­nen Abwehr­kräf­te (Immun­sys­tem) und die Aus­schei­dung (über den Darm, aber auch über Haut und Schleim­haut) ord­nen sich in die­se Wand­lungs­pha­se ein. Auch die Fähig­keit des Hus­tens, und damit Uner­wünsch­tes aus­zu­wer­fen, gehö­ren in die Wand­lungs­pha­se Metall.

    Wandlungsphase Wasser

    Die Jah­res­zeit der Wand­lungs­pha­se Was­ser ist der Win­ter. Zeit des Rück­zugs und des „nach innen Schau­ens“.  Zeit zur Ruhe zu kom­men und unse­re Ener­gien zu scho­nen.

    Die Meri­dia­ne die­ser Wand­lungs­pha­se sind der Nie­ren- und der Bla­sen-Meri­di­an.

    Sie hel­fen dabei, mit der uns mit­ge­ge­be­nen, ererb­ten Ener­gie zu haus­hal­ten. Sie sind zustän­dig für unse­re Anpas­sungs­fä­hig­keit, den Mut, sich auf Neu­es ein­las­sen zu kön­nen und geben uns Rück­halt, um anzu­neh­men, was der Fluss des Lebens bringt. Auch die Fähig­keit ent­span­nen zu kön­nen und zur Ruhe zu kom­men, eben­so wie Geduld und Aus­dau­er gehö­ren in die­se Wand­lungs­pha­se.

    Im kör­per­li­chen Bereich wer­den der Wand­lungs­pha­se Was­ser die Kno­chen und Zäh­ne zuge­ord­net. In Bezug auf die Wir­bel­säu­le steht die Was­ser­en­er­gie für Auf­rich­tung und „ein star­kes Rück­grat“.

    Was­ser­haus­halt und Aus­schei­dung, sowie Ner­ven­sys­tem und Fein­mo­to­rik gehö­ren eben­so zu die­ser Wand­lungs­pha­se. Auch der Hor­mon­haus­halt und die Geschlechts­or­ga­ne ste­hen mit der Wand­lungs­pha­se Was­ser in Bezie­hung.

    Wie wirken Shiatsu-Behandlungen?

    Nun ste­hen Holz, Feu­er, Erde, Metall und Was­ser in stän­di­gem Wan­del und beein­flus­sen sich gegen­sei­tig. Sie erzeu­gen sich gegen­sei­tig, wan­deln sich inein­an­der um, kon­trol­lie­ren sich gegen­sei­tig und hal­ten ein­an­der im Gleich­ge­wicht. So lässt das har­mo­ni­sche Zusam­men­spiel der fünf Wand­lungs­pha­sen das Ki frei flie­ßen, was sowohl die Vor­aus­set­zung für Gesund­heit und Wohl­be­fin­den ist, als auch dafür, dass wir in der Lage sind, auf alle beschrie­be­nen Fähig­kei­ten zurück­zu­grei­fen und Emo­tio­nen in gesun­der Form aus­zu­drü­cken.

    Kommt die­ser Kreis­lauf jedoch ins Sto­cken, bei­spiels­wei­se durch anhal­ten­den Stress, Fehl­hal­tun­gen oder Über­las­tung, kann es zu Stau­un­gen und Blo­cka­den im har­mo­ni­schen Ki-Fluss kom­men. Hier kann Shi­atsu hel­fen, die­se Blo­cka­den zu lösen und die Lebens­en­er­gie wie­der in Fluss zu brin­gen.

    Regel­mä­ßi­ge Shi­atsu-Behand­lun­gen kön­nen sich posi­tiv auf die gesam­te (Körper-)Haltung und die Lebens­kraft aus­wir­ken und somit auch Ein­fluss auf Beschwer­den, bei­spiels­wei­se des Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes, neh­men. So las­sen sich z. B. Schul­ter- und Nacken­ver­span­nun­gen oder Span­nungs­kopf­schmer­zen und Migrä­ne häu­fig güns­tig beein­flus­sen.

    Dabei geht es im Shi­atsu nicht dar­um, „Stö­run­gen zu kor­ri­gie­ren“ oder „gera­de­zu­bie­gen“. Es geht dar­um, respekt­voll und acht­sam mit Ihnen in Kon­takt zu tre­ten und den gan­zen Men­schen mit sei­nen momen­ta­nen Bedürf­nis­sen wahr­zu­neh­men.

    Shi­atsu gibt uns die Mög­lich­keit, wie­der ein Gefühl für den eige­nen Kör­per und sei­ne Bedürf­nis­se zu ent­wi­ckeln. Es geht auch dar­um, wie es See­le und Geist berührt, um uns in unter­schied­li­chen Lebens­si­tua­tio­nen zu unter­stüt­zen und zu beglei­ten.

    Was erwartet Sie bei einer Shiatsu-Behandlung?

    Die Behand­lung dau­ert etwa eine Stun­de und wird am bequem beklei­de­ten Kör­per durch­ge­führt. Der Kli­ent liegt dabei nor­ma­ler­wei­se auf einer wei­chen Mat­te (Futon) am Boden. Shi­atsu ist aber auch im Sit­zen mög­lich und so für Men­schen jeden Alters geeig­net.

    Quellen

    • Hand­buch Reflexthe­ra­pie, Shi­atsu-Teil (Karin Kalb­ant­ner-Wer­ni­cke, Sprin­ger-Ver­lag)
    • Buch: Shi­atsu für Babys und Klein­kin­der (Karin Kalb­ant­ner-Wer­ni­cke, Else­vier-Ver­lag)
    • Buch: Shi­atsu – Grund­la­gen und Pra­xis (Caro­la Beres­ford-Coo­ke, Else­vier-Ver­lag)
    • Gesell­schaft für Shi­atsu Deutsch­land (GSD)
    • Buch: Star­ke Babys (Karin Kalb­ant­ner-Wer­ni­cke & Tina Haa­se, Freya-Ver­lag)

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    Kerstin Schörling
    Unse­re Exper­tin: Kers­tin Schör­lingHeil­prak­ti­ke­rinHeilpraktiker/in Heil­prak­ti­ker­ge­setz

    Kers­tin Schör­ling absol­vier­te ihre Shi­atsu-Aus­bil­dung 1995–1997 beim heu­ti­gen ace­ki e.V., Fach­aka­de­mie für beruf­li­che Wei­ter­bil­dung. 2007 leg­te sie die staat­li­che Prü­fung zur Heil­prak­ti­ke­rin ab. Seit­dem absol­vier­te sie diver­se Wei­ter­bil­dun­gen, u. a. in Sho­nis­hin (japa­ni­sche Kin­der­aku­punk­tur) und klas­si­scher Homöo­pa­thie. Seit 2009 führt sie ihre eige­ne Pra­xis mit den Schwer­punk­ten Shi­atsu und Mas­sa­gen.

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