Zuletzt aktualisiert am Montag, den 15.07.2019 Lesezeit: 3 Minuten
Schock Gefahr
Schock

Was versteht man unter einem Schock?

Das Wort Schock wird häu­fig mit unter­schied­li­chen Bedeu­tun­gen ver­wen­det. Im medi­zi­ni­schen Sin­ne redet man dann von einem Schock, wenn die wich­ti­gen Orga­ne nicht mehr aus­rei­chend mit Sauer­stoff ver­sorgt wer­den kön­nen. Ein sol­cher Schock­zu­stand kann schnell lebens­be­droh­lich wer­den. Jedoch ist er häu­fig leicht zu erken­nen. Die typi­schen Sym­pto­me eines Schocks sind:

  • Kalt­schwei­ßig­keit
  • Bläs­se
  • Unruhe/Zittern
  • Herz­ra­sen
  • Verwirrtheit/Orientierungslosigkeit
  • Bewusst­seins­stö­run­gen und Bewusst­lo­sig­keit

Welche Arten gibt es?

Man unter­schei­det ver­schie­de­ne Arten von Schock anhand ihrer Ursa­chen.

Allergischer (Anaphylaktischer) Schock

Die Ana­phy­la­xie ist eine star­ke, lebens­be­droh­li­che all­er­gi­sche Reak­ti­on. Dabei schüt­tet der Kör­per nach Kon­takt mit einem All­er­gen (bspw. Nüs­se oder Insek­ten­gift) Boten­stof­fe aus, die alle Gefä­ße schlag­ar­tig weit stel­len. Die wei­ten Gefä­ße füh­ren dazu, dass das Blut nicht mehr mit Kraft durch den Kör­per gepumpt wer­den kann.

Die Fol­ge: Der Blut­druck fällt stark ab und das Herz rast, da es ver­sucht, den Sauer­stoff­man­gel aus­zu­glei­chen. Zusätz­lich kommt es häu­fig auch zu “undich­ten” Gefä­ßen. Das Was­ser im Blut sam­melt sich im Gewe­be und es bil­den sich Was­ser­ein­la­ge­run­gen (Öde­me). Der Kör­per “schwillt an”.

Volumenmangel (Hypovolämischer) Schock

Bei der Hypo­vo­lä­mie ist nicht aus­rei­chend Flüs­sig­keit im Herz-Kreis­lauf-Sys­tem vor­han­den. Dies führt dazu, dass trotz nor­ma­ler Wei­te der Gefä­ße nicht genü­gend Volu­men zum pum­pen vor­han­den ist. Der Blut­druck fällt ab und das Herz kommt mit der Arbeit nicht mehr nach. Es kommt zum Sauer­stoff­man­gel der wich­ti­gen Orga­ne. Eine klas­si­sche Ursa­che ist hier eine stark blu­ten­de Ver­let­zung.

Septischer Schock

Bei einer Sep­sis reagiert der Kör­per ähn­lich wie bei einer Ana­phy­la­xie. Jedoch ist der Aus­lö­ser kein All­er­gen von außen, son­dern Bak­te­ri­en, die in gro­ßer Men­ge in den Blut­kreis­lauf gelangt sind.

Kardiogener Schock

Von einer kar­dio­ge­nen Ursa­che spricht man, wenn das Herz so erkrankt ist, dass es zu einer Man­gel­ver­sor­gung an Sauer­stoff kommt. Dabei reicht die Pump­funk­ti­on nicht mehr aus und der Blut­druck fällt ab. Alle schwe­ren Herz- oder Lun­gen­er­kran­kun­gen wie ein Herz­in­farkt  oder eine Lun­gen­em­bo­lie kön­nen ursäch­lich sein.

Neurogener Schock

Eine neu­ro­ge­ne Ursa­che ist eine Ursa­che, die auf das Ner­ven­sys­tem zurück­zu­füh­ren ist. Dazu kann es zum Bei­spiel nach einer Ver­let­zung des Rücken­marks oder bei Hirn­er­kran­kun­gen kom­men.

Endokriner Schock

Endo­krin beschreibt die Aus­schüt­tung von Hor­mo­nen. Hier kommt es durch einen Über­fluss oder aber Man­gel an bestimm­ten Hor­mo­nen zu Fehl­re­gu­la­tio­nen des Herz-Kreis­lauf-Sys­tems und in Fol­ge zu den oben beschrie­be­nen Sym­pto­men.

Zucker (Hypo- oder Hyperglykämischer) Schock

Zucker­ent­glei­sun­gen betref­fen vor allem Dia­be­ti­ker und kön­nen eben­so eine Schock­sym­pto­ma­tik ver­ur­sa­chen. Dabei kann der Zucker zu nied­rig oder stark erhöht sein.

Sonderfall: “Psychogener Schock”

Auch in der Psy­cho­lo­gie und Psych­ia­trie gibt es das Phä­no­men des Schocks. Hier ist aber in der Regel nicht gemeint, dass es zu einer lebens­ge­fähr­li­chen Man­gel­ver­sor­gung wich­ti­ger Orga­ne kommt, die es zu behe­ben gilt. Jedoch kann das Erle­ben eines schlim­men Ereig­nis­ses den Kör­per in einen ähn­li­chen Zustand ver­set­zen. Es kommt auch zu kör­per­li­chen Sym­pto­men, die Schock­sym­pto­men ähneln kön­nen. Die kör­per­li­che Reak­ti­on fin­det im Rah­men einer aku­ten Belas­tungs­re­ak­ti­on statt.

Das Gefähr­li­che an die­ser Art des Schocks ist, dass die Betrof­fe­nen in ihrem Zustand oft nicht mehr in der Lage sind, Situa­tio­nen rich­tig zu beur­tei­len. So kann es sein, dass selbst ein eigent­lich unver­letz­ter Teil­neh­mer eines Ver­kehrs­un­falls in sei­ner Ver­wir­rung vor ein fah­ren­des Auto läuft und ver­stirbt.

Schock-Index

Die­ser Index wird aus den bei­den typi­schen Sym­pto­men eines Schock­zu­stan­des gebil­det: Dem Blut­druck­ab­fall und dem Anstieg der Herz­fre­quenz. Berech­nen lässt sich der Index wie folgt:

Puls­schlä­ge pro Minute/Oberer (sys­to­li­scher) Blut­druck­wert in mmHg = Index

Bei einem Gesun­den könn­te man also rech­nen:

70 Schlä­ge pro Minute/120 mmHg = 0,58

Erlei­det jemand einen Schock, so steigt der Puls und der Blut­druck fällt ab. Der Quo­ti­ent dreht sich um:

120 Schlä­ge pro Minu­te / 70 mmHg = 1,71

Dem­zu­fol­ge hat eine gesun­de Per­son einen Scho­ck­in­dex von klei­ner als 1, nach erlei­den eines Schocks kommt es zu Wer­ten über 1. Je höher der Wert, des­to bedroh­li­cher die Situa­ti­on.

Erste Hilfe bei einem Schock

In den meis­ten Fäl­len ist die Ers­te-Hil­fe ganz sim­pel. Kom­men Sie zu einer Per­son, die eine Schock­sym­pto­ma­tik zeigt, soll­ten Sie fol­gen­des tun:

  • Den Ret­tungs­dienst alar­mie­ren
  • Die Per­son beru­hi­gen
  • Sicht­ba­re Ursa­chen behe­ben (Star­ke Blu­tung durch einen Druck­ver­band, Per­son aus einer belastenden/gefährlichen Situa­ti­on her­aus­ho­len)
  • Die Per­son in eine lie­gen­de Posi­ti­on brin­gen, damit sie nicht bewusst­los wer­den und sich beim Fal­len ver­let­zen kann
  • Die Bei­ne des Betrof­fe­nen hoch­le­gen, damit Blut aus den Bei­nen zu den wich­ti­gen Orga­nen gelan­gen kann
  • Wenn mög­lich die Per­son zude­cken und sie betreu­en, bis der Ret­tungs­dienst ein­trifft

Die­se Maß­nah­men kön­nen bei fast allen Schock­ar­ten durch­ge­führt wer­den. Eine Aus­nah­me bil­det aller­dings der kar­dio­ge­ne Schock! Hier muss die Per­son sit­zend mit erhöh­tem Ober­kör­per gela­gert wer­den und die Bei­ne soll­ten unten blei­ben! Grund dafür ist, dass das Herz bereits einer star­ken Belas­tung aus­ge­setzt ist und das zusätz­li­che Blut aus den Bei­nen nicht mehr bewäl­ti­gen kann. Dar­um ist dar­auf zu ach­ten, ob sicht­li­che Herz- oder Lun­gen­pro­ble­me bestehen. Eine Per­son mit einem Herz- oder Lun­gen­pro­blem wird in der Regel auch mit­tei­len, dass es ihnen im Lie­gen schlech­ter geht. Dann soll­te man auf kei­nen Fall dar­auf bestehen, dass sie lie­gen blei­ben sol­len.

Je nach Ursa­che muss anschlie­ßend ein Arzt die rich­ti­ge Behand­lung ein­lei­ten.

Quellen

Schock

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