Schnarchen – gefährlich oder nur lästig?

Mann schnarcht im Bett

Schnarchen – gefährlich oder nur lästig?

Was ist Schnarchen eigentlich?

Das Schnar­chen (Rhon­cho­pa­thie) ist ein mehr oder weni­ger lau­tes Atem­ge­räusch, dass in den obe­ren Atem­we­gen ent­steht. Es wird hör­bar, wenn die Luft­we­ge blo­ckiert sind und Vibra­tio­nen im hin­te­ren Teil des Rachens ent­ste­hen. Das “nor­ma­le” Schnar­chen ist nicht gefähr­lich son­dern schlimms­ten­falls läs­tig. Das gilt beson­ders für den Part­ner, der sich schlimms­ten­falls Geräu­schen von bis zu 90 Dezi­bel, was dem Geräusch eines Press­luft­ham­mers ent­spricht.

Etwa 10 bis 30 % der Erwach­se­nen schnar­chen nachts. Bei den Män­nern in der Alters­grup­pe ab 50 Jah­re liegt der Anteil sogar bei 60 bis 80 %. Auch wenn in jun­gen Jah­ren eher Män­ner als Frau­en schnar­chen –  vor den Wech­sel­jah­ren nur rund 5 % der Frau­en – holen die­se nach der Meno­pau­se stark auf. Geschätzt schnar­chen 40 % der Frau­en nach dem 45 igs­ten Lebens­jahr.

Ursachen des Schnarchens

Das Schnar­chen kann auf ver­schie­de­ne Ursa­chen zurück­ge­führt wer­den. Die Ursa­che kön­nen ana­to­mi­sche Eigen­hei­ten, wie etwa eine behin­der­te Nasen­at­mung durch bei­spiels­wei­se eine ver­krümm­te Nasen­schei­de­wand oder Eng­stel­len im Hals und Rachen­raum sein. Eine Behin­de­rung der Atem­we­ge kann durch eine Erkäl­tung oder All­er­gi­en ent­ste­hen oder mit bestimm­ten Nasen­de­for­mie­run­gen, Kie­fer­fehl­stel­lun­gen oder einer krum­men Nasen­schei­de­wand zusam­men­hän­gen. Häu­fi­ge Ursa­chen für Schnar­chen sind Fett­lei­big­keit oder gene­ti­sche Fak­to­ren und Schwan­ger­schaft bei Frau­en. Die­se füh­ren zu ange­schwol­le­nem Gewe­be im hin­te­ren Teil des Rachens. Auch die Zun­ge kann dadurch anschwel­len und die Atmung behin­dern. Alko­hol und bestimm­te Medi­ka­men­te kön­nen mus­kel­ent­span­nend wir­ken, was als Kon­se­quenz zur Obstruk­ti­on der Atem­we­ge führt. Der nor­ma­le Alte­rungs­pro­zess und gewohn­heits­mä­ßi­ges Rau­chen kön­nen auch zu einer Ent­span­nung der Zun­ge und des Rachen­ge­we­bes wäh­rend des Schla­fes füh­ren.

  • Lang­ge­streck­tes Gau­men­zäpf­chen: Ein klei­ner, trau­ben­för­mi­ger Zap­fen am Gau­men­se­gel im hin­te­ren Teil des Rachens wird als Gau­men­zäpf­chen (Uvu­la) bezeich­net. Bestimm­te medi­zi­ni­sche und ana­to­mi­sche Ursa­chen kön­nen dazu füh­ren, dass die Uvu­la sich ver­län­gert und im Schlaf Vibra­tio­nen ver­ur­sacht.
  • Medi­zi­ni­sche Bedin­gun­gen: Eine krum­me Nasen­schei­de­wand, enge Nasen­gän­ge und ande­re chro­ni­sche Nasen- oder Neben­höh­len­pro­ble­me kön­nen dazu füh­ren, dass der wei­che Gau­men (Pala­tum mole) gereizt und sogar ent­zün­det ist, was dann zum Schnar­chen bei­trägt.
  • Alko­hol und bestimm­te Medi­ka­men­te ent­span­nen eben­so den wei­chen Gau­men.

Schnarchen und die Gesundheit

Im All­ge­mei­nen ist leich­tes Schnar­chen einem gesun­den Schlaf nicht abträg­lich. Manch­mal kann Schnar­chen auf­tre­ten, wenn man eine Erkäl­tung hat oder an All­er­gi­en lei­det, und als Fol­ge die Nase ver­stopft ist. Wenn der Zustand jedoch regel­mä­ßig auf­tritt, kann eine schlaf­be­zo­ge­ne Atmungs­stö­rung (pri­mä­res Schnar­chen) und das Poten­zi­al für das soge­nann­te Schlaf­apnoe-Syn­drom (SAS) ange­zeigt sein. SAS ver­ur­sacht, dass im Schlaf vor­über­ge­hend die Atmung aus­ge­setzt ist – dies ist eine ernst­haf­te Erkran­kung. Abge­se­hen von dem durch das Schnar­chen ver­ur­sach­ten chro­ni­schen Schlaf­ent­zug, kann die­se Schlaf­stö­rung gesund­heit­li­che Fol­gen wie einen erhöh­ten Cho­le­ste­rin­spie­gel, Herz­er­kran­kun­gen, Dia­be­tes, Schlag­an­fall und wei­te­re Fol­ge­krank­hei­ten mit sich füh­ren. Obwohl nicht jeder „Schnar­cher“ auch zwangs­läu­fig von Schlaf­apnoe betrof­fen ist, lei­den etwa 30 Pro­zent der Män­ner und fast 20 Pro­zent der Frau­en, die regel­mä­ßig schnar­chen, zu einem gewis­sen Grad an der gefähr­li­chen Schlaf­stö­rung.

Die fol­gen­den Sym­pto­me sind Indi­ka­to­ren für obstruk­ti­ve Schlaf­apnoe:

  • Ein Wür­ge­ge­fühl weckt Sie auf und Sie schnap­pen nachts nach Luft.
  • Die Atmung wird manch­mal wäh­rend des Schla­fes unter­bro­chen.
  • Sie müs­sen in der Nacht eini­ge Male zur Toi­let­te.
  • Kopf­schmer­zen am Mor­gen sind all­täg­lich.
  • Schläf­rig­keit wäh­rend des Tages, obwohl Sie eine gute Nacht­ru­he hat­ten.
  • Am nächs­ten Tag fokus­siert zu blei­ben, ist eine Her­aus­for­de­rung.
  • Sie sind wäh­rend des Tages lau­nisch und reiz­bar.

Umgang mit dem Schnarchen

Die Lösung des Pro­blems hängt von Schwe­re und Ursa­che des Schnar­chens ab. Es wird oft gesagt, dass das Schla­fen auf der Sei­te hilft. Für man­che sind Nasen­pflas­ter aus­rei­chend, die nachts die Atem­we­ge offen­hal­ten, und ande­re schwö­ren auf ein zusätz­li­ches Kis­sen, das die nächt­li­chen Schnarch-Kon­zer­te ver­hin­dert. For­schungs­er­geb­nis­se legen nahe, dass das Erler­nen von Blas­in­stru­men­ten ein gutes Trai­ning für die Rachen­mus­ku­la­tur ist, um sie nachts gestrafft zu hal­ten. Alko­hol soll­te kurz vor dem Schla­fen­ge­hen nicht kon­su­miert wer­den und bestimm­te Medi­ka­men­te wie Anti­hist­ami­ni­ka und Seda­ti­va soll­ten ver­mie­den wer­den.

In eini­gen Fäl­len kann Gewichts­ver­lust eine prak­ti­ka­ble Lösung sein, um das Schnar­chen los­zu­wer­den. Wenn der Zustand jedoch chro­nisch und das Schnar­chen extrem ist, soll­te ein Arzt oder ein Schlaf­la­bor hin­zu­ge­zo­gen wer­den. Auf die­se Wei­se kön­nen phy­sio­lo­gi­sche und ande­re zugrun­de­lie­gen­de Ursa­chen über­prüft und eine Behand­lung für obstruk­ti­ve Schlaf­apnoe dis­ku­tiert wer­den. Ein Arzt wird eine detail­lier­te Dia­gno­se durch­füh­ren, bevor er Behand­lungs­op­tio­nen vor­schlägt. Dies könn­te CPAP (Con­ti­nuous Posi­ti­ve Air­way Pres­su­re) beinhal­ten, bei dem es sich um eine Art Inha­la­tor han­delt, der nachts über Nase und Mund des Pati­en­ten plat­ziert wird.

Schnarchen durch Operation bekämpfen

In eini­gen Fäl­len, und wenn CPAP nicht aus­rei­chend ist, wird ein HNO-Arzt kon­sul­tiert, um eine chir­ur­gi­sche Behand­lung gegen Schlaf­apnoe zu dis­ku­tie­ren. Wäh­rend eini­ge Ein­grif­fe nur mini­mal inva­siv sind, erfor­dern ande­re eine kom­ple­xe­re Ope­ra­ti­on. Im Wesent­li­chen wer­den die ent­spre­chen­den Gebie­te im Rachen, wel­che das Schnar­chen ver­ur­sa­chen, ent­we­der ver­steift oder voll­stän­dig ent­fernt. Eine Ope­ra­ti­on ist mög­li­cher­wei­se nicht immer die rich­ti­ge Wahl, da bei eini­gen Pati­en­ten auch nach einer Ope­ra­ti­on Schlaf­apnoe auf­tre­ten könn­te. Der bes­te Ansatz ist es, alle Optio­nen mit Spe­zia­lis­ten im Detail zu bespre­chen.