Schizophrenie

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 22.05.2019 Lesezeit: 2 Minuten
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Schizophrenie

Was ist eine Schizophrenie?

Unter einer Schi­zo­phre­nie ver­steht man eine kom­ple­xe psych­ia­tri­sche Erkran­kung, bei der eine Rei­he von Sym­pto­men auf­tre­ten kön­nen. Um die Dia­gno­se stel­len zu kön­nen, müs­sen meh­re­re der mög­li­chen Sym­pto­me über einen län­ge­ren Zeit­raum durch­ge­hend bestehen. Zudem müs­sen ande­re orga­ni­sche Ursa­chen für das auf­tre­ten die­ser Sym­pto­me aus­ge­schlos­sen sein.

Die Erkran­kung beginnt häu­fig bei jun­gen Men­schen im Alter von etwa 15 bis 35 Jah­ren. Män­ner und Frau­en sind gleich häu­fig von der Stö­rung betrof­fen. Die Erkran­kung kann chro­nisch oder in Epi­so­den ver­lau­fen. Oben­drein kann eine schi­zo­phre­ne Epi­so­de ein­ma­lig oder gehäuft auf­tre­ten.

Wie entsteht die Erkrankung?

Die Ursa­chen für die Ent­ste­hung einer Schi­zo­phre­nie sind noch nicht voll­stän­dig geklärt. Sicher ist die Betei­li­gung der Gene an der Erkran­kung. Kin­der von schi­zo­phre­nen Eltern haben ein deut­lich erhöh­tes Risi­ko, eben­falls zu erkran­ken. Dane­ben schei­nen orga­ni­sche Gege­ben­hei­ten wie der Hirn­stoff­wech­sel oder sogar struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen des Gehirns eine Rol­le zu spie­len. Hin­zu kommt die Theo­rie des Vul­nera­bi­li­täts-Stress-Coping-Modells, das besagt, dass bereits eine Anfäl­lig­keit für das Ent­wi­ckeln schi­zo­phre­ner Sym­pto­me besteht und bei der Ein­wir­kung von Stress kei­ne aus­rei­chen­den Bewäl­ti­gungs­me­tho­den vor­han­den sind.

Symptome der paranoiden Schizophrenie

Die „klas­si­sche“ und gemein­hin als Schi­zo­phre­nie bezeich­ne­te Erkran­kung ist die para­noi­de Schi­zo­phre­nie. Dies ist die häu­figs­te Form der Erkran­kung und prägt somit das gesell­schaft­li­che Bild der Stö­rung. Mög­li­che Sym­pto­me, die bei die­ser Form auf­tre­ten kön­nen, sind:

Ich Störungen

Die Gren­zen zwi­schen der eige­nen Per­son und der Umwelt kön­nen nicht mehr klar unter­schie­den wer­den. Mög­li­che Aus­prä­gun­gen sind das Gefühl, ande­re könn­ten die eige­nen Gedan­ken hören oder klau­en bezie­hungs­wei­se die eige­nen Gedan­ken könn­ten von außen ein­ge­ge­ben oder mani­pu­liert wer­den.

Wahnwahrnehmungen

Tat­säch­lich pas­sie­ren­den Ereig­nis­sen wer­den wahn­haft inter­pre­tiert. So scheint bei­spiels­wei­se eine grü­ne Wel­le bei der Auto­fahrt von der Arbeit nach Hau­se ein Hin­weis dar­auf zu sein, dass man sich beei­len muss, weil etwas Schlim­mes droht.

Wahnideen

Die plötz­li­che und star­ke Über­zeu­gung zum Bei­spiel der ein­zi­ge zu sein, der die Welt noch ret­ten kann oder ähn­li­ches.

Größenwahn, Verfolgungswahn, Eifersuchtswahn oder andere Wahnformen

Halluzinationen

Hal­lu­zi­na­tio­nen sind Sin­nes­wahr­neh­mun­gen, die jedoch kei­nen äuße­ren Reiz haben und von ande­ren Men­schen nicht wahr­zu­neh­men sind. Dafür sind die Betrof­fe­nen fest davon über­zeugt, dass das Wahr­ge­nom­me­ne real ist. Dabei kön­nen unter­schied­li­che Hal­lu­zi­na­tio­nen auf­tre­ten:

  • Akus­tisch: Wahr­neh­men von Stim­men, Geräu­sche, Melo­di­en
  • Optisch: Sehen von Men­schen, fik­ti­ven Gestal­ten, Tie­ren, Gegen­stän­den
  • Olfak­to­risch: Wahr­neh­men von Gerü­chen
  • Gusta­to­risch: Wahr­neh­men eines Geschma­ckes

Affektstörungen

Affekt­stö­run­gen sind Stö­run­gen der Gefühls­welt. Dabei kann es star­ken Stim­mungs­schwan­kun­gen, abge­flach­ten Gefühls­re­gun­gen. Über­dies kann es zu depres­si­ven Ver­stim­mun­gen oder einem Gefühl der Lee­re kom­men.

Sonderformen

Hebephrene Schizophrenie

Typisch für die­se Art der Erkran­kung ist ein unan­ge­mes­se­nes Ver­hal­ten in sozia­len Situa­tio­nen. Die Betrof­fe­nen machen meist läp­pi­sche Äuße­run­gen und möch­ten vor­wie­gend über abs­trak­te The­men wie Reli­gi­on oder Phi­lo­so­phie spre­chen. Hal­lu­zi­na­tio­nen sind bei die­ser Schi­zo­phre­nie eher unty­pisch.

Katatone Schizophrenie

Bei die­ser Form ste­hen die psy­cho­mo­to­ri­schen Sym­pto­me im Vor­der­grund. Bei­spiels­wei­se ver­stum­men die Pati­en­ten oder hören kaum noch auf zu reden. Des Wei­te­ren ver­fal­len Sie in eine bewe­gungs­lo­se Star­re oder bewe­gen sich über­mä­ßig und unkon­trol­liert.

Postschizophrene Depression

Inner­halb eines Jah­res nach einer schi­zo­phre­nen Epi­so­de ist die Wahr­schein­lich­keit erhöht, eine depres­si­ve Epi­so­de zu erlei­den. Wäh­rend die­ser Zeit ist vor allem das Risi­ko für einen Selbst­mord erhöht.

Allgemeine und medikamentöse Behandlung

Die The­ra­pie der Schi­zo­phre­nie ist eben­so kom­plex wie die Erkran­kung und rich­tet sich danach, wel­che Sym­pto­me in wel­cher Aus­prä­gung bei einer Per­son auf­tre­ten Die zwei Säu­len der all­ge­mei­nen und medi­ka­men­tö­sen The­ra­pie soll­ten immer zusam­men zum Ein­satz kom­men.

Allgemeine Maßnahmen

Hier­zu zäh­len:

  • Psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Ver­fah­ren wie die Ver­hal­tens­the­ra­pie, evtl. teil­sta­tio­nä­re oder sta­tio­nä­re The­ra­pie
  • Fami­li­en­the­ra­pie
  • Psy­choedu­ka­ti­on, bei der die Pati­en­ten über ihre Erkran­kung, mög­li­che Ein­flüs­se auf das zukünf­ti­ge Leben, die The­ra­pie und den Umgang mit Sym­pto­men auf­ge­klärt wer­den
  • Sozia­le Maß­nah­men wie eine beruf­li­che Wie­der­ein­glie­de­rung

Medikamentöse Behandlung

Je nach­dem, wel­che Sym­pto­me im Vor­der­grund ste­hen, kön­nen ver­schie­de­ne Anti­psy­cho­ti­ka oder Anti­de­pres­si­va zum Ein­satz kom­men.

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