Scharlach: Wer wie an Scharlach erkrankt und wie Scharlach behandelt wird

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 11.09.2019 Lesezeit: 4 Minuten

Lesen Sie hier in kur­zer und kom­pak­ter Form alles, was Betrof­fe­ne über Schar­lach wis­sen soll­ten. Unter ande­rem erfah­ren Sie, wer Schar­lach wie bekommt, wie sich die Erkran­kung ent­wi­ckelt, wie sie behan­delt wird und wie man sich schützt:

Das Wich­tigs­te in Kür­ze:
  • Über­wie­gend erkran­ken Kin­der im Alter von 3 bis 12 Jah­ren wäh­rend kal­ter Jah­res­zei­ten
  • Erkran­kung ist mehr­fach im Leben mög­lich, kein Impf­stoff vor­han­den
  • Pri­mär Über­tra­gung zwi­schen Men­schen durch Tröpf­chen­in­fek­ti­on
  • Haupt­sym­pto­me: Hals- und Rachen­schmer­zen sowie Aus­schlag auf Haut und Zun­ge
  • Behand­lung mit Peni­cil­lin oder alter­na­ti­ven Anti­bio­ti­ka für min­des­tens 10 Tage
Junge und Mädchen, nebeneinander, frontal,weißes T-Shirt, tragen grünen Mundschutz
Vor allem Kinder im Alter zwischen 3 und 12 Jahren erkranken an Scharlach.

Wie bekommt man Scharlach?

Schar­lach tritt über­wie­gend bei Kin­dern auf – vor allem im Alter zwi­schen 3 und 12 Jah­ren. Über­wie­gend in den käl­te­ren Mona­ten von Okto­ber bis März ist das Immun­sys­tem anfäl­li­ger für Infek­ti­ons­krank­hei­ten. Im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Kin­der­krank­hei­ten führt eine über­stan­de­ne Schar­lach­in­fek­ti­on nicht zu Immu­ni­tät, man kann mehr­mals an Schar­lach erkran­ken (auch noch im Erwach­se­nen­al­ter). Etwa 25% aller Jugend­li­chen hier­zu­lan­de hat­ten min­des­tens ein­mal Schar­lach.

Schar­lach wird durch einen rela­tiv sel­te­nen Strep­to­kok­ken­typ (Strep­to­kok­kus pyo­ge­nes) her­vor­ge­ru­fen – eine Imp­fung ist nicht mög­lich. Die Über­tra­gung erfolgt als Tröpf­chen­in­fek­ti­on beim Spre­chen, Hus­ten sowie Nie­sen, durch die Benutzung/Berührung kon­ta­mi­nier­ter Gegenstände/Flächen und kann auch über Lebens­mit­tel sowie ver­un­rei­nig­tes Was­ser von einem Kör­per zum ande­ren gelan­gen.

Wie entwickelt sich Scharlach?

Regel­mä­ßig beginnt Schar­lach mit plötz­lich auf­tre­ten­den Hals­schmer­zen, einem ent­zün­de­ten Rachen, Schluck­be­schwer­den, Schüt­tel­frost und nicht sel­ten hohem Fie­ber. Die Zun­ge ist zudem weiß belegt, nimmt dann weni­ge Tage spä­ter bei ver­grö­ßer­ten Papil­len die rote Far­be einer Him­bee­re an und schält sich im Anschluss meis­tens. Um den Mund her­um sind die Erkrank­ten häu­fig blass. Die Man­deln hin­ge­gen kön­nen tief­rot ver­färbt sowie ver­grö­ßert sein und haben beim Schar­lach zumeist kei­nen eit­ri­gen Belag. Sym­pto­ma­tisch ist auch der dazu­ge­hö­ri­ge Haut­aus­schlag, der meis­tens am Ober­kör­per beginnt und sich von dort aus­brei­tet, ohne jedoch Han­din­nen­flä­chen und Fuß­soh­len zu erfas­sen. Er zeich­net sich durch rote, dicht bei­ein­an­der lie­gen­de, leicht erha­be­ne und steck­na­del­kopf­gro­ße Fle­cken aus.

Wie sichert man die Diagnose ab?

In den meis­ten Fäl­len erkennt der Arzt Schar­lach anhand vor­ge­nann­ter Sym­pto­me. Ein Schnell­test lie­fert durch einen auf Strep­to­kok­ken unter­such­ten Rachen­ab­strich zusätz­lich inner­halb weni­ger Minu­ten ein Ergeb­nis. Kön­nen dabei kei­ne Strep­to­kok­ken nach­ge­wie­sen wer­den, kann ein Abstrich von den Man­deln nach zwei Tagen ein Labor­er­geb­nis lie­fern, weil der Schnell­test nicht immer vor­han­de­ne Strep­to­kok­ken anzeigt. Auch Blut­un­ter­su­chun­gen auf Bak­te­ri­en und Anti­kör­per sind mög­lich.

Wie wird Scharlach behandelt?

Schar­lach war vor der Ein­füh­rung von Anti­bio­ti­ka hoch­ge­fähr­lich und wird heu­te in der Regel mit Peni­cil­lin (Ein­nah­me zwei- bis drei­mal täg­lich über min­des­tens 10 Tage) behan­delt, auch um Kom­pli­ka­tio­nen zu ver­mei­den. Etwa 24 Stun­den nach der ers­ten Ein­nah­me ist Schar­lach nicht mehr anste­ckend.

Zusätz­lich las­sen sich Beschwer­den durch schmerz­stil­len­de und fie­ber­sen­ken­de Mit­tel wie Ibu­pro­fen oder Par­acet­amol lin­dern. Bett­ru­he ist gene­rell nütz­lich, viel trin­ken, war­me Hals­wi­ckel sowie Gur­gel­lö­sun­gen lin­dern Hals­schmer­zen und flüs­si­ge Nah­rung (Brei, Sup­pen etc.) hilft bei Schluck­be­schwer­den. Es kann außer­dem wohl­tu­end sein, Bon­bons zu lut­schen und Tee (unge­süßt) zu trin­ken.

Kon­tak­te mit ande­ren Men­schen sind zu mei­den, bis die Anste­ckungs­ge­fahr vor­über ist. Auch Schu­len und Kin­der­gär­ten soll­ten in die­ser Zeit kei­nes­falls besucht wer­den. Wich­tig ist auch regel­mä­ßi­ges Hän­de­wa­schen, wie dies gene­rell bei Erkäl­tungs- und Atem­wegs­krank­hei­ten der Fall ist.

FAQ: Häufige Fragen schnell beantwortet

Wel­che Kom­pli­ka­tio­nen kön­nen bei Schar­lach auf­tre­ten?

Bleibt die Anti­bio­ti­ka-Behand­lung aus, kann Schar­lach schwer­wie­gend ver­lau­fen. Pati­en­ten kön­nen eine stark eit­ri­ge Man­del­ent­zün­dung bekom­men. Beglei­tend tritt manch­mal eine eit­ri­ge Mit­tel­ohr­ent­zün­dung auf, die bei aus­blei­ben­der Behand­lung zur Schwer­hö­rig­keit füh­ren kann.

Kei­me des Rachens kön­nen außer ins Mit­tel­ohr auch in die Nasen­ne­ben­höh­len oder Lun­ge gelan­gen. Hier­aus kön­nen zusätz­lich Nasen­ne­ben­höh­len- sowie Lun­gen­ent­zün­dun­gen ent­ste­hen.

Sehr sel­ten aber lebens­ge­fähr­lich ist ein sep­ti­scher Ver­lauf von Schar­lach. Schar­lach-Bak­te­ri­en drin­gen dabei in die Blut­bahn ein und ver­tei­len sich im Kör­per. Die ent­ste­hen­de Blut­ver­gif­tung geht meist mit star­kem Fie­ber, Bewusst­seinstrü­bung, Durch­fall, Erbre­chen, Haut-Schleim­haut-Blu­tun­gen, schwe­rer Herz­schä­di­gung und Schock ein­her.

Eine mög­li­che Spät­kom­pli­ka­ti­on von Schar­lach ist ein aku­tes rheu­ma­ti­sches Fie­ber. Es tritt vor allem bei Pati­en­ten im Alter zwi­schen drei und fünf­zehn Jah­ren auf. Bei den Betrof­fe­nen ent­zün­den sich ver­schie­de­ne Gelen­ke oder Orga­ne (wie das Herz). Auch eine aku­te Nie­ren­ent­zün­dung (Glome­ru­lo­n­e­phri­tis) kann sich als Spät­fol­ge von Schar­lach ent­wi­ckeln.

Wie lan­ge über­le­ben die Bak­te­ri­en?

Zwi­schen Anste­ckung und Aus­bruch der Erkran­kung lie­gen meist 1 bis 3 Tage. 24 Stun­den nach der ers­ten Anti­bio­ti­ka-Ein­nah­me besteht in der Regel kei­ne Anste­ckungs­ge­fahr mehr. Ohne Anti­bio­ti­ka-The­ra­pie sind Erkrank­te bis zu 3 Wochen nach den ers­ten Beschwer­den anste­ckend.

Wie gefähr­lich ist Schar­lach in der Schwan­ger­schaft?

Schar­lach in der Schwan­ger­schaft gilt zumin­dest für das Unge­bo­re­ne als unge­fähr­lich. Weder gibt es doku­men­tier­te Fehl­ge­bur­ten noch ande­re Fehl­bil­dun­gen oder Beein­träch­ti­gun­gen des Unge­bo­re­nen durch Schar­lach.

Kön­nen Säug­lin­ge bereits an Schar­lach erkran­ken?

Säug­lin­ge besit­zen “Nest­schutz” gegen Schar­lach und kön­nen sich bis zum sechs­ten Lebens­mo­nat in der Regel nicht damit anste­cken. Erkrankt ein Baby den­noch an Schar­lach, reagiert es sehr emp­find­lich. Bak­te­ri­en kön­nen sich bei dem Neu­ge­bo­re­nen schnell in Mit­tel­oh­ren oder Lun­ge aus­brei­ten.

Ver­läuft Schar­lach bei Erwach­se­nen genau­so wie bei Kin­dern?

Es gibt Fäl­le, in denen Schar­lach ohne Fie­ber oder Aus­schlag ver­läuft. Vor allem bei älte­ren Erkrank­ten zei­gen sich oft nicht alle typi­schen Schar­lach-Sym­pto­me. Bei Erwach­se­nen wird Schar­lach gene­rell leich­ter über­se­hen.

Kann Schar­lach töd­lich sein?

Vor der Ein­füh­rung von Anti­bio­ti­ka galt die Infek­ti­ons­krank­heit als hoch­ge­fähr­lich. Für töd­li­che Schar­la­ch­erkran­kun­gen (Scar­la­ti­na mali­gna) wur­den sei­ner­zeit hohe Sterb­lich­keits­ra­ten gemel­det und eine natio­na­le Not­fall-War­nung aus­ge­spro­chen.

Fazit & Tipps

  • Schar­lach schnell dia­gnos­ti­ziert und behan­delt ver­mei­det Kom­pli­ka­tio­nen
  • Bei Ver­dacht auf Schar­lach soll­te sofort ein Arzt auf­ge­sucht wer­den
  • Bett­ru­he und reich­li­che Flüs­sig­keits­zu­fuhr unter­stüt­zen die Gene­sung
  • Erkrank­te soll­ten frü­hes­tens 24 Stun­den nach Anti­bio­ti­ka­ein­nah­me in öffent­li­che Räu­me gehen
  • Hän­de­wa­schen und Distanz zu Erkrank­ten schützt

Quellen

Schar­lach: Wer wie an Schar­lach erkrankt und wie Schar­lach behan­delt wird

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