Psychose — Wenn sich die Wahrnehmung verändert

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    Mann sitzt einsam in verlassener Fabrik
    Psychose - Wenn sich die Wahrnehmung verändert

    Die Wahrnehmung der Realität

    Eine Psy­cho­se ist ein psy­chi­scher Zustand, in dem die Umwelt und die eige­ne Per­son ver­än­dert wahr­ge­nom­men wer­den. Psy­cho­sen sind rela­tiv häu­fig. Wäh­rend die Stö­rung in man­chen Fäl­len nur kurz anhält, kann sie sich bei ande­ren über einen lan­gen Zeit­raum zei­gen. Obwohl man­che Men­schen ledig­lich eine ein­ma­li­ge psy­cho­ti­sche Epi­so­de erle­ben, kön­nen bei ande­ren gehäuft Psy­cho­sen auf­tre­ten. Das Erle­ben ist tief­grei­fend gestört und häu­fig geprägt von:

    • Wahn­vor­stel­lun­gen (Grö­ßen­wahn, Ver­fol­gungs­wahn, etc.)
    • Hal­lu­zi­na­tio­nen (Wahr­neh­men von Geräu­schen, Stim­men, Gerü­chen, Berüh­run­gen o.ä. die eigent­lich nicht da sind, dabei von deren Exis­tenz über­zeugt sein)
    • Ich-Stö­rung (Die Gren­ze zwi­schen der eige­nen Per­son und der Umwelt ver­schwimmt)
    • Antriebs­ar­mut oder ein gestei­ger­ter Antrieb
    • Depres­si­ve oder eupho­ri­sche Stim­mungs­la­ge

    Mög­li­che Fol­gen die­ser Sym­pto­me sind Eigen- oder Fremd­ge­fähr­dung. Durch Hal­lu­zi­na­tio­nen oder Wahn­vor­stel­lun­gen kann es pas­sie­ren, dass die Betrof­fe­nen sich durch Selbst­über­schät­zung in gefähr­li­che Situa­tio­nen brin­gen. Ande­rer­seits kön­nen die­se auch dazu füh­ren, dass Men­schen im Umfeld als bedroh­lich wahr­ge­nom­men wer­den und die Per­so­nen glau­ben, sich gegen die­se zu weh­re oder sie außer Gefecht set­zen zu müs­sen.

    Ursachen einer Psychose

    Psy­cho­sen kön­nen ver­schie­de­ne Ursa­chen haben. Dabei unter­schie­det man zwi­schen den soge­nann­ten pri­mä­ren oder auch endo­ge­nen und den sekun­dä­ren oder auch exo­ge­nen Psy­cho­sen.

    Primäre oder endogene Psychose

    Die pri­mä­re oder endo­ge­ne Psy­cho­se weist kei­ne kör­per­li­chen oder ande­ren Ursa­chen auf und ent­steht durch ein Zusam­men­spiel aus gene­ti­schen Fak­to­ren und Umwelt­ein­flüs­sen. Schließ­lich kön­nen die­se Ein­fluss auf den Hirn­stoff­wech­sel neh­men und psy­cho­ti­sche Sym­pto­me her­vor­ru­fen. Hier­zu zäh­len psych­ia­tri­sche Erkran­kun­gen wie die Schi­zo­phre­nie, die mit einer Psy­cho­se ein­her­ge­hen.

    Sekundäre oder exogene Psychose

    Bei der sekun­dä­ren oder exo­ge­nen Psy­cho­se erklärt eine kör­per­li­che Ursa­che die Sym­pto­me. Bei­spie­le dafür sind:

    • Erkran­kun­gen (Infek­tio­nen, Hirn­tu­mo­re, Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen)
    • Ver­let­zun­gen (Schä­del-Hirn-trau­ma)
    • Neben­wir­kun­gen von Medi­ka­men­ten
    • Rausch­mit­tel und Dro­gen (Alko­hol­kon­sum, Can­na­bis, LSD)

    Behandlungsmöglichkeiten

    Die Behand­lung rich­tet sich nach der Ursa­che. In der Akut­si­tua­ti­on kann eine sta­tio­nä­re The­ra­pie not­wen­dig sein, um Eigen- oder Fremd­ge­fähr­dung zu ver­hin­dern. Anschlie­ßend soll­te man mög­li­che kör­per­li­che Ursa­chen abklä­ren und beim vor­lie­gen einer sol­chen ent­spre­chend behan­deln. Fin­det sich kei­ne Ursa­che, geht es um die Behand­lung der psy­chi­schen Grün­de.

    Quellen