Prostatavergrößerung – Vorsorge bei Männern ab 45

Zuletzt aktualisiert am Montag, den

Eine gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung (benig­ne Pro­sta­ta­hy­per­pla­sie) tritt häu­fig auf,  aber ist in der Regel harm­los. Obwohl etwa die Hälf­te aller Män­ner über 50 Jah­ren davon betrof­fen sind, tre­ten nur bei einem klei­nen Teil von ihnen the­ra­pie­be­dürf­ti­ge Sym­pto­me auf. Die Abklä­rung von Sym­pto­men durch den Arzt und regel­mä­ßi­ge Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen der Pro­sta­ta sind trotz­dem wich­tig, um recht­zei­tig eine mög­li­che Krebs­er­kran­kung (Pro­statakar­zi­nom) zu erken­nen und zu behan­deln.

Die gut­ar­ti­ge Ver­grö­ße­rung der Pro­sta­ta ist eine eigen­stän­di­ge Erkran­kung und kei­ne Vor­stu­fe eines Pro­statakar­zi­noms!

Mann mit seinen Händen im Schritt sitzt beim Arzt
Prostatavergrößerung – Vorsorge bei Männern ab 45

Wenn die Prostata Probleme bereitet

Die Vor­ste­her­drü­se, auch Pro­sta­ta genannt, ist eine klei­ne Geschlechts­drü­se beim Mann, die sich unter­halb der Harn­bla­se direkt an der Harn­röh­re befin­det. Sie pro­du­ziert einen Teil der Samen­flüs­sig­keit, in der sich spä­ter die in den Hoden gereif­ten Sper­mi­en befin­den.

Eine gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung ist gera­de bei Män­nern in der zwei­ten Lebens­hälf­te sehr weit ver­brei­tet. Die Ver­grö­ße­rung selbst führt noch nicht zu Sym­pto­men — pro­ble­ma­tisch wird es für die Betrof­fe­nen dann, wenn der Bla­sen­aus­gang oder die Harn­röh­re durch die Drü­se ein­ge­engt oder gar kom­plett ver­schlos­sen wer­den.

Ist dies der Fall, kann eine Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung fol­gen­de Sym­pto­me ver­ur­sa­chen: Schwa­cher Urin­strahl, häu­fi­ge Toi­let­ten­gän­ge mit gerin­gen Urin­men­gen, nächt­li­ches Was­ser­las­sen, häu­fi­ger Harn­drang bis hin zur Dran­gin­kon­ti­nenz.

Die Pro­ble­me beim Was­ser­las­sen begüns­ti­gen Ent­zün­dun­gen der Harn­we­ge. Außer­dem kann es in sel­te­nen Fäl­len zu einem kom­plet­ten Ver­schluss der Harn­röh­re kom­men. Ein sol­cher Ver­schluss ist immer ein Not­fall. Die­ser führt näm­lich zu einem Rück­stau und kann die Nie­ren beschä­di­gen.

Einteilung der Prostatavergrößerung

Der Arzt kann die gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung  je nach Schwe­re in drei Sta­di­en ein­tei­len:

1: Pro­ble­me beim Was­ser­las­sen (schwa­cher Strahl, nächt­li­che Toi­let­ten­gän­ge, Harn­drang), die Bla­se kann jedoch noch voll­stän­dig ent­leert wer­den.

2: Die Bla­se kann nicht mehr voll­stän­dig ent­leert wer­den, es ver­blei­ben über 50 ml Rest­harn in der Bla­se.

3: Aku­ter Harn­ver­halt mit stark ver­grö­ßer­ter Bla­se, Über­laufin­kon­ti­nenz und einem Rück­stau von Urin mit Nie­ren­pro­ble­men.

Diagnosestellung

Um eine gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung fest­zu­stel­len und eine bös­ar­ti­ge Erkran­kung aus­zu­schlie­ßen, ist der Arzt­be­such drin­gend not­wen­dig. Zudem soll­ten Män­ner ab einem Alter von 45 Jah­ren regel­mä­ßig ein­mal im Jahr zur Pro­sta­ta­krebs-Vor­sor­ge gehen. Dabei kann der Arzt eine gut­ar­ti­ge Pro­sta­ta­ver­grö­ße­rung früh­zei­tig erken­nen und mit pflanz­li­chen Mit­teln behan­deln.

Die Stan­dard-Unter­su­chung beinhal­tet neben dem Ana­mne­se­ge­spräch eine rek­ta­le Unter­su­chung, bei der mit dem Fin­ger die Pro­sta­ta abge­tas­tet wird. Zudem hat der Arzt die Mög­lich­keit, die Pro­sta­ta über den End­darm mit einem dün­nen, läng­li­chen Ultra­schall­kopf zu begut­ach­ten. Ein Ultra­schall vom Unter­bauch kann Aus­kunft über den Fül­lungs­zu­stand und even­tu­el­le Erkran­kun­gen der Bla­se geben. Zudem gehö­ren Blut- und Urin­un­ter­su­chun­gen bei Beschwer­den mit dem Was­ser­las­sen immer dazu, da die­se sowohl Hin­wei­se auf Erkran­kun­gen der Pro­sta­ta als auch auf Krank­hei­ten der Harn­bla­se selbst geben kön­nen.

Gege­be­nen­falls fin­den wei­ter­füh­ren­de bild­ge­ben­de Unter­su­chun­gen statt, bei denen die Nie­ren und die Harn­we­ge mit Kon­trast­mit­tel dar­ge­stellt wer­den.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Im Sta­di­um 1 sind pflanz­li­che Medi­ka­men­te oft Mit­tel der Wahl. Als Wirk­stoff beinhal­ten sie häu­fig Extrak­te aus Säge­pal­men­früch­ten, Kür­bis­sa­men oder Bren­nes­sel­wur­zel.

Im Sta­di­um 2 sind pflanz­li­che Medi­ka­men­te meist nicht mehr aus­rei­chend und es kom­men stär­ke­re Wirk­stof­fe zur Anwen­dung. Gän­gi­ge Medi­ka­men­te sind soge­nann­te Alpha-Blo­cker oder 5‑a-Redukta­se­hem­mer.

Im Sta­di­um 3 ist eine ope­ra­ti­ve Behand­lung erfor­der­lich. Eine der gän­gigs­ten Metho­den ist die tran­surethra­le Pro­sta­ta­re­sek­ti­on. Hier­bei ent­fernt der Chir­urg unter Nar­ko­se einen Teil der Pro­sta­ta über die Harn­röh­re. Zudem bie­ten man­che Ärz­te und Kli­ni­ken alter­na­ti­ve Ope­ra­ti­ons­me­tho­den an. Eine indi­vi­du­el­le Bera­tung durch den Arzt ist sinn­voll.

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