Meditation: Gelassenheit kann man lernen!

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14.06.2019 Lesezeit: 4 Minuten

In einem stres­si­gen, ereig­nis­rei­chen Arbeits­all­tag ist es für vie­le Men­schen ein Luxus, Ent­span­nung, Ruhe und Aus­ge­gli­chen­heit zu fin­den. Oft­mals krei­sen die Gedan­ken auch nach Arbeits­en­de um nicht erle­dig­te Auf­ga­ben und bevor­ste­hen­de Mee­tings. Vie­le Men­schen kön­nen dem­nach ein Lied davon sin­gen, in wel­chem Aus­maß sich Stress und Hek­tik auf ihr Leben aus­wir­ken. Ins­be­son­de­re im Zeit­al­ter moder­ner Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gi­en ist der All­tag vie­ler Men­schen schnell­le­bi­ger denn je und führt nicht sel­ten zu chro­ni­scher Über­for­de­rung. Das Erler­nen von Medi­ta­ti­on kann dabei Abhil­fe schaf­fen.

Die­se Ent­span­nungs­me­tho­de kann dazu bei­tra­gen, dem All­tags­stress zu ent­kom­men und sich für einen kur­zen Moment voll und ganz auf sich selbst zu kon­zen­trie­ren. Auch zur Behand­lung und Prä­ven­ti­on psy­chi­scher sowie kör­per­li­cher Erkran­kun­gen wer­den medi­ta­ti­ve Anwen­dun­gen als durch­aus sinn­voll erach­tet, bei­spiels­wei­se bei Depres­sio­nen oder Migrä­ne.

Das Wich­tigs­te vor­ab:
  • Medi­ta­ti­on ent­stand im Rah­men des Hin­du­is­mus und Bud­dhis­mus in Indi­en.
  • Es gibt sowohl akti­ve als auch pas­si­ve Medi­ta­tio­nen.
  • Wich­tig sind dabei Atem­übun­gen, Acht­sam­keit und das Visua­li­sie­ren von Gedan­ken.
  • Die Übun­gen kön­nen allei­ne als auch unter Anlei­tung durch­ge­führt wer­den.
  • Die Übun­gen hel­fen dabei, Stress und Ängs­te abzu­bau­en.
  • Medi­ta­ti­on hilft nicht nur bei der Ent­span­nung, son­dern auch z.B. bei Schlaf­stö­run­gen und Schmer­zen.
Meditation lernen
Meditation: Gelassenheit kann man lernen!

Was ist Meditation?

Der Begriff „Medi­ta­ti­on“ stammt aus dem Latei­ni­schen und bedeu­tet „Nach­den­ken, Nach­sin­nen“. Sie dient dazu, inne­re Klar­heit zu fin­den, ver­gan­ge­ne Situa­tio­nen neu zu bewer­ten und dadurch sein Selbst­be­wusst­sein zu stär­ken. Es gibt dabei ver­schie­de­ne Tech­ni­ken wie zum Bei­spiel die Visua­li­sie­rung von Gedan­ken, das Beob­ach­ten inne­rer kör­per­li­cher Vor­gän­ge oder bestimm­te Atem­tech­ni­ken.

Man kann Medi­ta­ti­on pro­blem­los allei­ne von zu Hau­se aus durch­füh­ren und braucht dafür kein Equip­ment. Man kann jedoch auch eine gelei­te­te Medi­ta­ti­on in einem Kurs in Anspruch neh­men oder sich zu Hau­se durch ein Hör­spiel oder eine App unter­stüt­zen las­sen.

Wir medi­tie­ren in unse­rem All­tag oft­mals unbe­wusst, zum Bei­spiel, wenn wir Musik hören, tan­zen, ein Bad neh­men oder spa­zie­ren gehen.

Zahl­rei­che Reli­gio­nen und Kul­tu­ren üben die Kunst der Medi­ta­ti­on in spi­ri­tu­el­ler Pra­xis aus, mit dem Ziel, den Geist zu fokus­sie­ren und „inne­re Erleuch­tung “ zu erlan­gen. Erreicht wer­den kann die­ser Zustand durch ver­schie­de­ne Kon­zen­tra­ti­ons- und Acht­sam­keits­übun­gen.

 

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Achtsamkeit und Stress-Reduktion

Acht­sam­keit ist in den letz­ten Jah­ren zu einem geflü­gel­ten Wort gewor­den und ist ein gro­ßer Bestand­teil der Medi­ta­ti­on. Nach dem Medi­zi­ner Jon Kabat-Zinn beinhal­tet Acht­sam­keit die Fähig­keit, auf eine bestimm­te Wei­se auf­merk­sam zu sein. Man übt, bewusst im gegen­wär­ti­gen Augen­blick zu leben, ohne dabei zu urtei­len oder zu bewer­ten. Obwohl die­se Tech­nik auch hier­zu­lan­de zuneh­mend genutzt wird, hat die­se Art der Wahr­neh­mung in west­li­chen Kul­tu­ren wenig Tra­di­ti­on, wohin­ge­gen sie in Asi­en bereits seit Jahr­tau­sen­den als wir­kungs­vol­le Tech­nik der Ent­span­nung geschätzt wird. In öst­li­chen Kul­tu­ren wird unter Medi­ta­ti­on eine grund­le­gen­de und zen­tra­le bewusst­seins­er­wei­tern­de Übung ver­stan­den. Die ange­streb­ten Bewusst­seins­zu­stän­de wer­den dort auch als „Stil­le“, „Lee­re“, „Eins­sein“ oder „Gedan­ken­los sein“ beschrie­ben.

Woher kommt die Technik der Meditation?

Im Rah­men des Bud­dhis­mus und Hin­du­is­mus wur­de die Medi­ta­ti­on in Indi­en begrün­det und ent­wi­ckelt. Sie ist in etwa mit dem Gebet im Chris­ten­tum zu ver­glei­chen. Heu­te gibt es sie in ver­schie­de­nen Abwand­lun­gen, jedoch mit ähn­li­chen Kern­in­hal­ten, die sich mit der Zeit welt­weit ver­brei­tet haben und mitt­ler­wei­le zu einer Art Life­style gewor­den sind. Die Aus­prä­gung unter­schied­li­cher Medi­ta­ti­ons­ar­ten ist auf die ver­schie­de­nen Aus­le­gun­gen des Bud­dhis­mus zurück­zu­füh­ren oder auch auf die Wei­ter­ent­wick­lung der spi­ri­tu­el­len Pra­xis in Japan unter der Bezeich­nung „Zen“. In Chi­na ist die Medi­ta­ti­ons­kunst unter dem Namen „Chan“ bekannt.

Einteilung von Meditationsarten

Medi­ta­ti­ons­tech­ni­ken las­sen sich grob gese­hen in zwei Vari­an­ten ein­tei­len: Zum einen gibt es eine kör­per­lich akti­ve Ent­span­nung, die acht­sa­mes Han­deln, kör­per­li­che Bewe­gung und lau­tes Rezi­tie­ren beinhal­tet.

Die akti­ve Medi­ta­ti­on umfasst:

  • die dyna­mi­sche Medi­ta­ti­on
  • den Body Scan
  • die Vipas­s­a­na­me­di­ta­ti­on
  • die Geh­me­di­ta­ti­on
  • die Kun­da­li­ni­me­di­ta­ti­on und
  • die Man­tra­me­di­ta­ti­on

Zum ande­ren gibt es die pas­si­ve, oder auch kon­tem­pla­ti­ve Medi­ta­ti­ons­art, die im stil­len Sit­zen aus­ge­übt wird.

Die pas­si­ve Medi­ta­ti­on umfasst:

  • die Ruhe­medi­ta­ti­on
  • die Zen­me­di­ta­ti­on
  • die Geis­tes­ru­he­medi­ta­ti­on oder
  • die Acht­sam­keits- und Ein­sichts­me­di­ta­ti­on

Wei­te­re geläu­fi­ge Medi­ta­ti­ons­ar­ten sind Yoga, Tai-Chi, Qi Gong und Tan­tra.

Vie­len Men­schen fällt es leich­ter, sich auf eine Medi­ta­ti­on ein­zu­las­sen, wenn sie von einem pro­fes­sio­nel­len Medi­ta­ti­ons­trai­ner ange­lei­tet wird – eine soge­nann­te geführ­te Medi­ta­ti­on. Hier­zu zählt bei­spiels­wei­se die Traum­rei­se oder eine aus­ge­wähl­te Geschich­te, die zu einem tie­fen Erho­lungs­zu­stand führt.

Bleibende Veränderungen unserer Verhaltensmuster

Beson­ders span­nend für Inter­es­sier­te ist es, wenn sich auf­grund durch­ge­führ­ter Ent­span­nungs­übun­gen Ver­än­de­run­gen in Wahr­neh­mung, Emp­fin­den und Hand­lungs­wei­sen ein­stel­len. Durch regel­mä­ßi­ge Übun­gen kann ein neu­er Umgang mit eige­nen Gedan­ken und Gefüh­len gelernt wer­den, der einen Ein­fluss auf per­sön­li­che Ver­hal­tens­mus­ter hat. Dabei ent­steht, oft­mals ganz spon­tan, eine neue Frei­heit und Fle­xi­bi­li­tät, auf belas­ten­de Gefüh­le und Gedan­ken, kör­per­ei­ge­ne Signa­le und Umwelt­rei­ze zu reagie­ren und belas­ten­de Berei­che im per­sön­li­chen Leben umzu­ge­stal­ten.

Gesund durch Meditation?

Zahl­rei­che Stu­di­en haben bewie­sen, dass eine regel­mä­ßi­ge Medi­ta­ti­on die Struk­tur unse­res Gehirns ver­än­dern kann: Medi­ta­ti­on ver­rin­gert nach­weis­lich das indi­vi­du­el­le Stress­emp­fin­den, stärkt die Gedächt­nis­leis­tung und wirkt sich posi­tiv auf Gesund­heit und Wohl­be­fin­den aus. Bei einer regel­mä­ßi­gen Anwen­dung wer­den inne­re Ent­span­nung und Gelas­sen­heit geför­dert und dar­über hin­aus die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit und Acht­sam­keit eines Men­schen gestärkt. Ins­be­son­de­re hin­sicht­lich ver­schie­de­ner Pro­ble­me wie Schlaf­stö­run­gen, Über­ge­wicht oder inne­rer Unru­he nimmt die Medi­ta­ti­on posi­ti­ven Ein­fluss. Auch bei Schmer­zen und diver­sen Erkran­kun­gen kön­nen ver­schie­de­ne Ent­span­nungs­übun­gen in die The­ra­pie inte­griert wer­den, bei­spiels­wei­se bei Depres­sio­nen, Angst­stö­run­gen, ADHS oder Herz-Kreis­lauf­erkran­kun­gen.

Effek­te der Medi­ta­ti­on auf die Psy­che:
  • Ver­min­de­rung von Stress
  • Ver­min­de­rung von Angst­zu­stän­den
  • gestei­ger­tes Selbst­be­wusst­sein
  • fokus­sier­te­res Den­ken
  • Ver­ar­bei­tung von nega­ti­ven Gedan­ken
  • gestei­ger­te Gelas­sen­heit
  • gestei­ger­tes Glücks­emp­fin­den
Effek­te der Medi­ta­ti­on auf den Kör­per:
  • Lösen von Ver­span­nun­gen
  • bes­se­re Kör­per­wahr­neh­mung
  • Stär­kung des Immun­sys­tems
  • Hil­fe bei Schmer­zen
  • Hil­fe bei Schlaf­stö­run­gen




Wirkung auf die Gesundheit von Kindern

Medi­ta­ti­ons­for­men, wie bei­spiels­wei­se Yoga neh­men posi­ti­ven Ein­fluss auf die psy­chi­sche Sta­bi­li­tät und kör­per­li­che Gesund­heit von Kin­dern, so zahl­rei­che Stu­di­en. Ins­be­son­de­re in der heu­ti­gen Leis­tungs­ge­sell­schaft, die sich auch bei den jüngs­ten Schü­lern bemerk­bar macht, kön­nen Ent­span­nungs­übun­gen zu einer Reduk­ti­on von Stres­ser­le­ben füh­ren und das Selbst­ver­trau­en för­dern. Auch bei Aggres­sio­nen, Depres­sio­nen, Ängs­ten und Hyper­ak­ti­vi­tät kann die Kunst der Medi­ta­ti­on genutzt wer­den, um eine Lin­de­rung her­bei zu füh­ren. Zudem stärkt das Medi­tie­ren die Kon­zen­tra­ti­on und Leis­tungs­fä­hig­keit von Kin­dern.

Quellen

  • aerzteblatt.de/nachrichten/89049/Meditation-Studie-widerlegt-Hoffnung-auf-ein-besseres-Selbst
  • zeit.de/wissen/gesundheit/2018–03/meditation-achtsamkeit-hype-anti-stress-depression-psychologie
  • welt.de/wissenschaft/article123325891/Wie-Meditation-Gehirn-und-Geist-veraendert.html
  • news.harvard.edu/gazette/story/2018/04/harvard-researchers-study-how-mindfulness-may-change-the-brain-in-depressed-patients/

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