Lipom — Alle Infos im Überblick

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 20.05.2019 Lesezeit: 4 Minuten

Was ist eigent­lich ein Lipom, wel­che Sym­pto­me sind typisch und zu wel­chem Arzt muss ich gehen? Hier bekom­men Sie alle Ant­wor­ten und die wich­tigs­ten Infor­ma­tio­nen zum Krank­heits­bild der Lipo­ma­to­se.

Das Wich­tigs­te in Kür­ze:
    • Ein Lipom ist ein gut­ar­ti­ger Tumor, der sich im Unter­haut­fett­ge­we­be bil­det und in der Regel kein medi­zi­ni­sches Pro­blem dar­stellt.
    • Typi­scher­wei­se tre­ten Lipo­me am Rücken, in Brust- und Bauch­re­gi­on, am Hals sowie an den Armen oder Bei­nen auf.
    • Lipo­me sind im Gegen­satz zu Lipo­sar­ko­men nicht gefähr­lich — bei Unsi­cher­heit kann ein Haut­arzt die Dia­gno­se stel­len.
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Lipom - Alle Infos im Überblick

Definition: Was versteht man unter einem Lipom?

Ein Lipom ist ein gut­ar­ti­ger Tumor der Fett­zel­len, der sich meist im Unter­haut­fett­ge­we­be bil­det. In der Regel sind Lipo­me voll­kom­men unge­fähr­lich. Viel­mehr stel­len sie häu­fig ein kos­me­ti­sches Pro­blem dar. Sie sind abzu­gren­zen von den sel­te­nen aber bös­ar­ti­gen Lipo­sar­ko­men.

Lipom Bilder: Daran erkennen Sie es

Lipo­me kenn­zeich­nen sich durch einen Knub­bel unter der Haut, der sich weich anfühlt und meh­re­re Zen­ti­me­ter groß sein kön­nen. Nach­fol­gend ein typi­sches Erschei­nungs­bild eines (gro­ßen) Lipoms.

lipom

Symptome

Lipo­me sind meis­tens als gut ver­schieb­li­che, weich-elas­ti­sche Kno­ten unter der Haut tast­bar. Dabei ist ihre Grö­ße sehr varia­bel. Wäh­rend klei­ne Lipo­me oft unbe­merkt blei­ben, kön­nen grö­ße­re Lipo­me sicht­ba­re Beu­len ver­ur­sa­chen und vor allem zu einem kos­me­ti­schen Pro­blem wer­den.

Typi­sche Kör­per­re­gio­nen, an denen Lipo­me auf­tre­ten sind:

    • Rücken
    • Bauch
    • Brust
    • Hals
    • Arme
    • Bei­ne

Sel­te­ner tre­ten sie am Kopf, an den Hän­den oder Füßen auf. Gele­gent­lich kön­nen Lipo­me auch im Mus­kel oder an Orga­nen vor­kom­men. Aller­dings stel­len sie auch dort zumeist kei­ne Gefahr da.

Aber: Jedoch kön­nen sie an bestimm­ten Stel­len als stö­rend wahr­ge­nom­men wer­den oder funk­tio­nell beein­träch­ti­gend sein. Die Lipo­me wach­sen sehr lang­sam und eine Grö­ßen­zu­nah­me kann meist nur über Jah­re hin­weg fest­ge­stellt wer­den.

Es gibt ver­schie­de­ne Arten von Lipo­men. Sie wer­den danach unter­schie­den, ob sie rein aus Fett­zel­len bestehen oder noch ande­re Arten von Zel­len am Auf­bau betei­ligt sind. Je nach­dem kann der Kno­ten mehr oder weni­ger weich sein.

    • Fib­ro­li­po­me haben zum Bei­spiel einen hohen Anteil an Bin­de­ge­we­be und sind dar­um von der Struk­tur her fes­ter.
    • Angio­li­po­me hin­ge­gen ent­hal­ten vie­le Gefä­ße und sind damit eher weich und gut durch­blu­tet.

Ursachen: Warum entsteht ein Lipom?

Die Ursa­chen der gut­ar­ti­gen Tumo­re sind bis heu­te nicht voll­stän­dig geklärt. Es wird ver­mu­tet, dass gene­ti­sche Ver­an­la­ge­run­gen oder auch Stoff­wech­sel­stö­run­gen wie Dia­be­tes mel­li­tus eine Rol­le bei der Ent­ste­hung spie­len kön­nen — ein­deu­ti­ge wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en gibt es dazu jedoch nicht.

Häufigkeit und Risikofaktoren von Lipomen

Die gut­ar­ti­gen Weich­teil­tu­mo­re sind weit ver­brei­tet. Dem­zu­fol­ge sind vie­le Men­schen, vor allem ab dem 40. Lebens­jahr, davon betrof­fen. Genaue Zah­len gibt es aller­dings nicht. Da Lipo­me nor­ma­ler­wei­se nicht stö­ren und zum Bei­spiel am Rücken sel­ten kos­me­ti­sche Pro­ble­me ver­ur­sa­chen, gibt es vie­le Men­schen, die damit nicht beim Arzt vor­stel­lig wer­den.

Ent­war­nung: Risi­ko­fak­to­ren sind bis dato kei­ne bekannt. Wis­sen­schaft­lich ließ sich kein Zusam­men­hang zwi­schen dem Auf­tre­ten von Lipo­men und bestimm­ten Lebens­sti­len oder Grund­er­kran­kun­gen fest­stel­len. Aller­dings nei­gen Men­schen mit Erber­kran­kun­gen wie dem Mor­bus Der­cum (Lipo­ma­to­sis dolo­ro­sa) zur ver­mehr­ten Ent­wick­lung von Lipo­men.

In sel­te­nen Fäl­len kann sich das Lipom ent­zün­den und Schmer­zen ver­ur­sa­chen — in die­sem Fall soll­te ein Arzt auf­ge­sucht und der Knub­bel ent­fernt wer­den.

Kann ein Lipom bösartig werden?

Nein. Lipo­me sind abzu­gren­zen von den bös­ar­ti­gen Lipo­sar­ko­men. Aller­dings sind es zwei voll­kom­men unter­schied­li­che Krank­heits­bil­der und ein Lipo­sar­kom ent­steht nicht aus einem Lipom. Es wird ver­mu­tet, dass Vor­läu­fer von Fett­zel­len für die Ent­ar­tung ver­ant­wort­lich sind.

Wur­de bei Ihnen also sicher ein gut­ar­ti­ges Lipom fest­ge­stellt, brau­chen Sie kei­ne Angst davor haben, dass es ein­mal bös­ar­tig wer­den könn­te. Jedoch kann man nie aus­schlie­ßen, dass in der Nähe eines bereits bestehen­den Lipoms zusätz­lich ein Lipo­sar­kom auf­taucht. Dar­um soll­te ein Arzt auf­ge­sucht wer­den, wenn Sie Ver­än­de­run­gen bemer­ken.

Abgrenzung zu Liposarkomen

Im Gegen­satz zu den gut­ar­ti­gen Lipo­men sind die bös­ar­ti­gen Lipo­sar­ko­me aller­dings sehr sel­ten. Sie wach­sen schnell und kön­nen sehr groß wer­den. Meis­tens ver­wach­sen sie mit umlie­gen­dem Gewe­be und las­sen sich schlecht ver­schie­ben. Bemer­ken Sie also einen sehr gro­ßen, schnell wach­sen­den oder nicht ver­schieb­li­chen Kno­ten, soll­te die­ser drin­gend von einem Arzt unter­sucht wer­den. Tre­ten Lipo­sar­ko­me an Orga­nen auf, blei­ben sie häu­fig län­ge­re Zeit unbe­merkt.

Therapie: Das Lipom entfernen

Ist ein Lipom klein, gut ver­schieb­lich und lang­sam wach­sen und ver­ur­sacht es kei­ner­lei Beschwer­den, muss in der Regel nicht zwangs­läu­fig eine The­ra­pie erfol­gen.

Macht das Lipom Beschwer­den oder ist kos­me­tisch stö­rend, gibt es ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten. Je nach Grö­ße und Lage kann der gut­ar­ti­ge Weich­teil­tu­mor durch eine ambu­lan­te Ope­ra­ti­on unter loka­ler Betäu­bung oder einer grö­ße­ren Ope­ra­ti­on unter Voll­nar­ko­se ent­fernt wer­den. Zudem gibt es inzwi­schen neue­re Metho­den, die mit Hil­fe von Laser oder Ultra­schall die Lipo­me zum Schrump­fen brin­gen kön­nen.

Besteht Unsi­cher­heit, ob es sich wirk­lich um ein Lipom han­delt, so kann anhand einer Pro­be­ent­nah­me aus­ge­schlos­sen wer­den, dass es sich um einen bös­ar­ti­gen Tumor han­delt. Eine wei­te­re Mög­lich­keit ist es, den Kno­ten direkt kom­plett ope­ra­tiv ent­fer­nen zu las­sen. Die­ser wird dann von einem Patho­lo­gen unter­sucht. Besteht der drin­gen­de Ver­dacht auf einen bös­ar­ti­gen Tumor, soll­ten die Fin­ger von Ver­fah­ren wie Laser oder Ultra­schall gelas­sen wer­den, da hier noch Tei­le des Kno­tens im Kör­per ver­blei­ben.

Es ist immer sinn­voll, vor einer Behand­lung mit dem Arzt über alle bestehen­den Mög­lich­kei­ten zu reden, um für sich die bes­te The­ra­pie zu fin­den.

Welcher Arzt ist der richtige?

Da das Lipom in ers­ter Linie ein kos­me­ti­sches Haut­pro­blem dar­stellt, ist der Haut­arzt der rich­ti­ge Ansprech­part­ner. Alter­na­tiv kön­nen Sie auch zu Ihrem Haus­arzt gehen, der eben­falls eine Dia­gno­se stel­len kann. Zur Ent­fer­nung des Lipoms wird die­ser Sie dann zum Haut­arzt über­wei­sen.

Lipo­m­ent­fer­nung zusam­men­ge­fasst:
    • Liegt aus Ihrer Sicht kein kos­me­ti­sches Pro­blem vor, muss das Lipom nicht ent­fernt wer­den.
    • Stört der Befund, kann er durch eine ambu­lan­te Ope­ra­ti­on wie auch durch Laser oder Ultra­schall ent­fernt wer­den.
    • Besteht der Ver­dacht eines bös­ar­ti­gen Tumors, soll­ten Laser und Ultra­schall nicht zum Ein­satz kom­men.
    • Die Kos­ten der Ent­fer­nung sind nicht pau­schal zu bestim­men und hän­gen unter ande­rem von der Grö­ße des Lipoms und von der gewähl­ten Behand­lungs­me­tho­de ab.

Fazit

Sie haben einen Knub­bel unter Ihrer Haut bemerkt und haben den Ver­dacht, dass es sich um ein Lipom han­deln könn­te? Dann heißt es anfangs: Ruhe bewah­ren und nicht in Panik ver­fal­len, denn Lipo­me sind gut­ar­tig und ver­ur­sa­chen in der Regel kei­ne Pro­ble­me.

Den­noch soll­te ein Haut­arzt auf­ge­sucht wer­den, damit die Dia­gno­se bestä­tigt wer­den kann. Soll­te für Sie ein kos­me­ti­sches Pro­blem vor­lie­gen, kann das Lipom mit wenig Auf­wand und mit loka­ler Betäu­bung ent­fernt wer­den.



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