Insekten auf unseren Tellern – Experimentierwahn oder neues Superfood?

Insekten sind die Proteinquelle der Zukunft

Insekten erobern die Speisekarten

Insek­ten sind heu­te in (fast) aller Mun­de. Amei­sen-Lol­lies, Käfer­scho­ko­la­de oder Mehl­wurm­bur­ger – Din­ge, die uns zwar eher an eine Dschun­gel­prü­fung erin­nern, aber trotz­dem in Super­märk­ten zu fin­den sind. Für uns ist es ein neu­ar­ti­ger Food­trend, der in Län­dern wie Chi­na, Thai­land, Mexi­ko oder Aus­tra­li­en schon lan­ge bekannt ist. Aller­dings ist es nicht ein ver­rück­ter Expe­ri­men­tier­wahn, son­dern eine Mög­lich­keit, den Welt­hun­ger auf Dau­er zu bekämp­fen und die Mensch­heit gesund zu ernäh­ren.

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Es gibt rund 2000 essbare Insektenarten

Welche Insekten sind die beliebtesten?

Heu­te gibt es etwa 2000 ess­ba­re Insek­ten­ar­ten, die auf unter­schied­li­che Art und Wei­se zube­rei­tet wer­den kön­nen. Heu­schre­cken, Käfer, Maden oder Skor­pio­ne, gegrillt, gedämpft, frit­tiert oder kara­mel­li­siert. Egal ob als Vor-, Haupt- oder Nach­spei­se, als nus­sig-wür­zi­ges Top­ping auf dem Salat oder als rei­nes Aro­ma, nahe­zu alles ist mög­lich. Und noch dazu sind sie unglaub­lich gesund. Insek­ten sind reich an Pro­te­inen, Vit­ami­nen, Mine­ral­stof­fen und Spu­ren­ele­men­ten. Vor allem besit­zen sie über­durch­schnitt­lich viel Cal­ci­um, Eisen und Zink. Wer vor allem B-Vit­ami­ne sucht, sitzt hier direkt an der Quel­le. Zudem besit­zen sie kaum Koh­len­hy­dra­te, Fett oder Cho­le­ste­rin.

Insekten – das ideale Essen für Sportler

Das idea­le Nah­rungs­mit­tel, nicht nur für Sport­ler oder Diät­be­geis­ter­te. Bemer­kens­wert ist außer­dem, dass Insek­ten eine res­sour­cen­scho­nen­de Mög­lich­keit sind, den Welt­hun­ger zu bekämp­fen. In der Zucht brau­chen sie wenig Was­ser und Nah­rung. Auf nur 2 Kilo benö­tig­te Nah­rung kom­men rund 10 Kilo Insek­ten. Die Welt­be­völ­ke­rung soll laut der Welt­ernäh­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on bis 2030 die 9-Mil­li­ar­den-Mar­ke kna­cken. Wer­den wir in Zukunft also nur noch Insek­ten anstatt Fleisch­pro­duk­te essen? Der Treib­haus­ef­fekt wür­de damit zumin­dest ver­rin­gert wer­den. Also rich­ti­ges Super­food!



Insekten – ein Trendfood auch für Europa?

Seit 2018 sind Insek­ten inner­halb der EU als neu­ar­ti­ges Lebens­mit­tel ein­ge­stuft wor­den und dür­fen somit auch in allen EU-Län­dern offi­zi­ell in Super­märk­ten ver­kauft wer­den. Der Vor­rei­ter in Euro­pa ist aber trotz­dem die Schweiz, die die klei­nen “Krabb­ler” schon seit 2016 in Lebens­mit­teln ver­kauft. Besu­chen Sie also doch ein­fach mal den nächst­ge­le­ge­nen „Ent­o­pre­neur“, eine Wort­neu­schöp­fung aus Ento­mo­lo­ge (Insek­ten­kund­ler) und Entre­pre­neur (Unter­neh­mer), wenn die Neu­gier­de auf­kommt. Kei­ne Angst, hier­bei han­delt es sich um kei­ne merk­wür­di­ge Gestalt, son­dern um die neue offi­zi­el­le Berufs­be­zeich­nung eines Insek­ten­händ­lers. Ein­fa­cher ist es aber natür­lich, mal im Super­markt die Augen offen zu hal­ten. Insek­ten­mehl zum Bei­spiel wird mitt­ler­wei­le auch bei uns häu­fi­ger ver­wen­det als gedacht. Ganz unauf­fäl­lig – in Back- oder Teig­wa­ren, oder aber auch ganz demons­tra­tiv in „Heu­schre­cken­bur­gern“ oder „Mehl­wurm­nu­deln“.

Insek­ten auf unse­ren Tel­lern – Expe­ri­men­tier­wahn oder neu­es Super­food?

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