Immunschwäche — Symptome und Therapie von AIDS

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    AIDS Band
    Immunschwäche - Symptome und Therapie von AIDS

    Definition

    Das erwor­be­ne Immun­schwä­che-Syn­drom oder auf Eng­lisch Acqui­red Immu­ne Defi­ci­en­cy Syn­dro­me (AIDS) stellt das End­sta­di­um einer Infek­ti­on mit dem  (Huma­ne Immun­de­fi­zi­enz VirusHIV) dar. Dem­entspre­chend hat nicht jeder HIV Infi­zier­te AIDS. Erst, wenn das Immun­sys­tem durch den Virus stark geschwächt ist, spricht man von AIDS. Dabei rich­tet man sich nach der Anzahl bestimm­ter Immun­zel­len (T‑Zellen) im Blut.

    Von AIDS wird dann gespro­chen, wenn die Anzahl der T‑Zellen unter 15% des nor­ma­len Wer­tes fällt, also weni­ger als 200 Zel­len pro Mikro­li­ter Blut vor­han­den sind.

    Jedoch kann bereits vor die­sem Sta­di­um die Infekt­an­fäl­lig­keit stark erhöht sein, weil das Immun­sys­tem durch das HI-Virus schon erheb­li­chen Scha­den genom­men hat. Schon wenn die Anzahl der T‑Zellen unter 28% (499 Zel­len pro Mikro­li­ter) fällt, kön­nen ver­mehrt bestimm­te Infek­tio­nen wie bei­spiels­wei­se Erkran­kun­gen durch den Her­pes-Virus auf­tre­ten.

    Symptome

    Fällt die Zahl der T‑Zellen unter eine bestimm­te Schwel­le, kann der Kör­per bereits von nor­ma­ler­wei­se harm­lo­sen Kei­men krank wer­den. Die­se Erkran­kun­gen durch sonst nicht krank­heits­er­re­gen­de Kei­me nennt man oppor­tu­nis­ti­sche Infek­tio­nen. Sie zei­gen häu­fig eine Immun­schwä­che an und kön­nen ein Hin­weis auf den Aus­bruch von AIDS sein. Man nennt die­se Erkran­kun­gen des­halb auch AIDS-defi­nie­ren­de-Erkran­kun­gen, obwohl sie auch bei ande­ren aus­ge­präg­ten Immun­schwä­chen auf­tre­ten kön­nen.

    Zu die­sen Erkran­kun­gen kön­nen unter ande­rem zäh­len:

    • Pilz­be­fall der Atem­we­ge
    • Lun­gen­ent­zün­dun­gen durch unty­pi­sche Erre­ger
    • Häu­fig wie­der­keh­ren­de Lun­gen­ent­zün­dun­gen
    • Tuber­ku­lo­se
    • Bestimm­te Krebs­er­kran­kun­gen (bspw. Kapo­si-Sar­kom, Bur­kitt-Lym­phom)
    • Befall durch Hefe- oder Schim­mel­pil­ze
    • Gehirn­er­kran­kun­gen (HIV-Enze­pha­lo­pa­thie, zere­bra­le Toxo­plas­mo­se)

    Therapie

    Ein Heil­mit­tel gibt es bis­her lei­der nicht. Wie bei einer HIV-Infek­ti­on ohne Aus­bruch der Erkran­kung wird wei­ter mit anti­re­tro­vi­ra­len Medi­ka­men­ten behan­delt. Zudem wird die jewei­li­ge Erkran­kung behan­delt, die durch das geschwäch­te Immun­sys­tem den Kör­per befal­len hat. Ist die Immun­schwä­che sehr weit fort­ge­schrit­ten, sind Maß­nah­men nötig, um den Betrof­fe­nen vor wei­te­ren Infek­ti­ons­krank­hei­ten zu schüt­zen. Zudem muss immer gera­de bei Erkran­kun­gen im End­sta­di­um berück­sich­tigt wer­den, wie viel The­ra­pie die betrof­fe­ne Per­son wünscht und ob even­tu­ell die pal­lia­tiv­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung im Vor­der­grund ste­hen soll­te, um in ers­ter Linie quä­len­de Sym­pto­me wie Schmer­zen oder Atem­not zu lin­dern.

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    Dr. med. Natascha Kern
    Unse­re Autorin: Dr. med. Nata­scha KernÄrz­tinArzt/Ärztin nach gel­ten­der Appro­ba­ti­ons­ord­nung

    Dr. Nata­scha Kern stu­dier­te Human­me­di­zin an der Johann Wolf­gang von Goe­the-Uni­ver­si­tät in Frank­furt am Main. Sie arbei­tet am Insti­tut für Rechts­me­di­zin in Frank­furt. Seit 2017 schreibt Sie als Gast­au­torin auch für Health Rise.

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