Warum Hygiene im Büro so wichtig ist

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Der Begriff “Hygie­ne” bedeu­tet wohl für jeden Men­schen etwas ande­res – und jeder hat ver­schie­de­ne Hygie­ne­an­for­de­run­gen. Das eige­ne Zuhau­se ver­su­chen wir nor­ma­ler­wei­se stets sau­ber und ordent­lich zu hal­ten. Doch wie sieht es mit unse­rem Arbeits­platz im Büro aus? Ist der Schreib­tisch auf­ge­räumt, ist das schon mal eine gute Sache. Grund­le­gen­de Pfle­ge und Hygie­ne geht jedoch weit über eine nur optisch anspre­chen­de Ord­nung hin­aus.

Gera­de am eige­nen Schreib­tisch, auf sol­chen Flä­chen wie Tas­ta­tur und Maus, ver­ste­cken sich eine Viel­zahl krank­ma­chen­der Kei­me, die für die Gesund­heit gefähr­lich wer­den kön­nen. Dies hat auch eine aktu­el­le Umfra­ge aus Groß­bri­tan­ni­en erge­ben. Und wann hast du das letz­te Mal dei­ne Tas­ta­tur gründ­lich gerei­nigt? Noch nie? So lau­tet wahr­schein­lich bei den meis­ten Men­schen die Ant­wort. Auch die Küche in den meis­ten Büros gleicht oft­mals einem Schlacht­feld mit sich tür­men­den Geschirr­ber­gen und ver­dreck­ten Ober­flä­chen. Das Pro­blem ist dabei meis­tens, dass vie­le das schlech­te Ver­hal­ten von Kol­le­gen imi­tie­ren und die eige­ne Ver­ant­wor­tung von sich wei­sen. Die belieb­tes­te Aus­re­de bei ver­nach­läs­sig­ter Hygie­ne ist dann immer, dass es ja eine Rei­ni­gungs­kraft gebe, die sich um die Sau­ber­keit zu küm­mern hat.

Mit klei­nen Ände­run­gen im Ver­hal­ten und ein­fa­chen Hygie­ne­maß­nah­men wie etwa einem Hygie­ne­plan lässt sich die Keim­be­las­tung am Arbeits­platz jedoch maß­geb­lich ver­bes­sern und läs­ti­ge Erkran­kun­gen kön­nen effek­tiv ver­mie­den wer­den. Gera­de in der Grip­pe­zeit ist beson­de­re Sorg­falt gebo­ten. Ein ordent­li­ches und sau­be­res Büro gewähr­leis­tet dem­ge­gen­über sogar ein ange­neh­mes Arbeits­um­feld, in das Mit­ar­bei­ter ger­ne jeden Mor­gen kom­men.

Hygiene im Büro. Dreckiger Schreibtisch.
Warum Hygiene im Büro so wichtig ist

Deswegen ist die Hygiene im Büro so wichtig

Die meis­ten Men­schen, die Voll­zeit im Büro arbei­ten, ver­brin­gen einen gro­ßen Teil ihres Lebens dort. Wes­halb soll­te man also dort ande­re Maß­stä­be als an das eige­ne Zuhau­se set­zen? Es ist von gro­ßer Bedeu­tung, dass der eige­ne Arbeits­platz ordent­lich und sau­ber ist. Dies stei­gert die Moti­va­ti­on, wodurch man kla­rer den­ken und struk­tu­rier­ter arbei­ten kann. Eine Unter­su­chung der Uni­ver­si­ty of Flo­ri­da konn­te sogar nach­wei­sen, dass Arbeit­neh­mer, die in einem ver­dreck­tem Umfeld arbei­ten, kogni­tiv weni­ger leis­tungs­fä­hig sind als Per­so­nen in einem sau­be­ren Arbeits­um­feld. Je län­ger die­ser Zustand der man­geln­den Büro­hy­gie­ne andau­ert, umso grö­ßer sind auch die geis­ti­gen Ein­schrän­kun­gen: Am Bei­spiel von rund 5.000 Arbeit­neh­mern ab 32 Jah­ren, die an der Stu­die teil­ge­nom­men haben, wur­de sogar fest­ge­stellt, dass die Intel­li­genz beim dau­er­haf­ten Arbei­ten in einem unhy­gie­ni­schen Umfeld ste­tig abnimmt.

Neben dem Wohl­fühl­fak­tor ist auch die Infek­ti­ons­prä­ven­ti­on für Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer ein wich­ti­ges The­ma. Je mehr Kol­le­gen in einer Fir­ma arbei­ten, umso höher ist die Anste­ckungs­ge­fahr in der Grip­pe­zeit. Die durch­schnitt­li­che Über­tra­gungs­ra­te des Grip­pe­vi­rus am Arbeits­platz liegt bei 16,2 %. Brei­tet sich ein Infekt in der Abtei­lung und spä­ter in der gan­zen Fir­ma aus, hat dies mas­si­ve Fol­gen für die Pro­duk­ti­vi­tät des Unter­neh­mens. Erkäl­tun­gen und unan­ge­neh­me Magen-Darm-Erkran­kun­gen kön­nen durch regel­mä­ßi­ge Händ­e­des­in­fek­ti­on und das Ein­hal­ten eines Hygie­ne­pla­nes ver­mie­den wer­den. Arbeit­ge­ber haben des­halb ein gro­ßes Inter­es­se an einer aus­rei­chen­den Hygie­ne im Büro, da so Krank­heits­ta­ge und Aus­fall­zei­ten ent­schei­dend mini­miert wer­den kön­nen. Dies trägt auch klar zur kon­stan­ten Leis­tung und Zufrie­den­heit der Mit­ar­bei­ter bei.

Das sind die größten Bakterienherde im Büro

Zur Infek­ti­ons­pro­phy­la­xe ist eine regel­mä­ßi­ge Gerä­te­des­in­fek­ti­on zu emp­feh­len. Auch eine Händ­e­des­in­fek­ti­on vor Benut­zung der Gerä­te kann Infek­tio­nen ein­däm­men. Auf die­sen Ober­flä­chen im Büro lau­ern die meis­ten Bak­te­ri­en und Infek­ti­ons­er­re­ger:

Hygiene im Büro

Hygienemanagement im Büro: So klappt’s!

Bei sich selbst begin­nen: Bevor man mit dem Fin­ger auf ande­re Kol­le­gen zeigt, soll­te man bei sich selbst anfan­gen und sich eini­ge Fra­gen stel­len: Habe ich mein Geschirr abge­spült und weg­ge­räumt? Habe ich mei­ne alten Lebens­mit­tel aus dem Kühl­schrank ent­fernt? Habe ich mir die Hän­de gewa­schen? Wann habe ich das letz­te Mal mei­ne Tas­ta­tur und Maus gerei­nigt? Mit einem eige­nen Hygie­ne­leit­fa­den ist ein wich­ti­ger Anfang gemacht, der viel­leicht sogar ande­ren Mit­ar­bei­tern als ein Vor­bild dient.

Vor­schrif­ten und Hygie­ne­plan ein­füh­ren: Zunächst müs­sen im Betrieb die Zustän­dig­kei­ten geklärt wer­den. Gibt es eine Rei­ni­gungs­kraft? Und wenn ja, für was ist sie ver­ant­wort­lich? Meist erle­di­gen Rei­ni­gungs­kräf­te nur grund­stän­di­ge Arbei­ten wie Staub­saugen oder Müll raus­brin­gen. Für alle wei­te­ren Auf­ga­ben soll­te sich das Kol­le­gi­um unter­ein­an­der abspre­chen und einen Hygie­ne­plan bezie­hungs­wei­se Putz­plan erstel­len. Die­ser betrifft meis­tens die Tee­kü­che. Die Ver­ant­wor­tung für die Sau­ber­keit der Küche sowie das Aus- und Ein­räu­men des Geschirr­spü­lers kann mit­tels eines Schil­des wöchent­lich von Abtei­lung zu Abtei­lung wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Für den eige­nen Schreib­tisch ist jedoch jeder selbst ver­ant­wort­lich. Auf die­se Wei­se wird eine grund­le­gen­de Hygie­ne im Büro gewähr­leis­tet.

Kol­le­gen bei Fehl­ver­hal­ten anspre­chen: Auch wenn es erst­mal unan­ge­nehm scheint: Falls man bei einem Kol­le­gen gehäuft unor­dent­li­ches oder unhy­gie­ni­sches Ver­hal­ten bemerkt oder die­ser einen fest­ge­leg­ten Hygie­ne­plan nicht ein­hält, soll­te man ihn freund­lich dar­auf anspre­chen. Es geht dabei nicht dar­um, jeman­den anzu­pran­gern, son­dern gemein­sam nach einer Lösung zu suchen. Wur­de der Kol­le­ge erst ein­mal “erwischt” ist es ihm künf­tig wahr­schein­lich zu pein­lich, das Gan­ze noch ein­mal zu tun. Ziel ist ein offe­ner Umgang mit dem The­ma Hygie­ne.

Hygienemaßnahmen: So bleibt alles sauber und keimfrei!

Mit fol­gen­dem Hygie­ne­plan und ein paar Ver­hal­tens­än­de­run­gen kann die Hygie­ne im Betrieb signi­fi­kant ver­bes­sert wer­den. Hier ein klei­ner Leit­fa­den mit Maß­nah­men:

Richtiges Händewaschen und Händedesinfektion

Gan­ze 3 von 5 Infek­ten wer­den durch schmut­zi­ge Hän­de ver­ur­sacht! Auf­grund des­sen ist das rich­ti­ge Hän­de­wa­schen essen­zi­ell. Vor allem in der Erkäl­tungs­zeit soll­ten die Hän­de häu­fig mit Sei­fe und war­mem Was­ser gewa­schen wer­den. Noch bes­ser ist es, wenn die Sei­fe anti­bak­te­ri­ell ist. Das Was­ser soll­te min­des­tens 16 Grad warm sein, um die Erkäl­tungs­vi­ren, die sich durch das Anfas­sen infi­zier­ter Gegen­stän­de auf den Hän­den befin­den, zu besei­ti­gen. Ver­gli­chen mit fes­ter Sei­fe ist Flüs­sigs­ei­fe hygie­ni­scher. Nur Was­ser zu benut­zen, ist inef­fek­tiv. Beim Hän­de­wa­schen soll­te man die­se wenigs­tens 10 Sekun­den lang kräf­tig anein­an­der rei­ben. Auch die Fin­ger­zwi­schen­räu­me, der Bereich unter den Nägeln, Hand­rü­cken und Hand­ge­len­ke soll­ten sorg­fäl­tig gerei­nigt wer­den.

Abtrock­nen soll­te man sich mit Papier­tü­chern zum Weg­wer­fen. Frot­tee-Hand­tü­cher oder gar Hän­de­trock­ner sind wah­re Keim­schleu­dern und ein siche­rer Über­tra­gungs­weg für Infek­tio­nen. Anschlie­ßend ist eine Händ­e­des­in­fek­ti­on zur Infek­ti­ons­pro­phy­la­xe zu emp­feh­len.

Gene­rell soll­te man sich nach jedem Toi­let­ten­gang und vor jedem Essen die Hän­de waschen. Auch mor­gens, wenn man auf der Arbeit ankommt, soll­te man dies als aller­ers­tes tun, um die Kei­me von drau­ßen nicht mit ins Büro zu neh­men. Dies ist der ers­te Schritt zur Infek­ti­ons­pro­phy­la­xe. Zur Des­in­fek­ti­on für zwi­schen­durch sind Spen­der auf jedem Schreib­tisch prak­tisch.

Verhalten beim Toilettengang

Von den Kol­le­gen waschen sich sta­tis­tisch gese­hen 40 % nach dem Toi­let­ten­gang nicht die Hän­de. Die­ser Umstand ist recht unap­pe­tit­lich und die Erklä­rung für die Über­tra­gung von Krank­hei­ten. Ein Toi­let­ten­sitz an sich ist durch sei­ne glat­te Ober­flä­che rela­tiv keim­frei. Pro­ble­ma­tisch sind jedoch Tür­grif­fe und Was­ser­häh­ne. Vor allem in einem feuch­ten Milieu ver­brei­ten sich Erre­ger rasend schnell. Eine zusätz­li­che Händ­e­des­in­fek­ti­on nach dem Waschen kann hier Abhil­fe schaf­fen. Auch die Was­ser­häh­ne nur mit einem Papier­tuch zu bedie­nen, kann hilf­reich sein. Nach dem Hän­de­wa­schen emp­fiehlt sich die soge­nann­te “Ell­bo­gen­tech­nik”: Die Tür mit dem Ell­bo­gen zu öff­nen sieht viel­leicht etwas merk­wür­dig aus, ist jedoch durch­aus sinn­voll. Da man sich mit den Hän­den am Tag oft unbe­wusst in das Gesicht fasst, soll­ten die­se nicht zu oft mit ver­keim­ten Ober­flä­chen in Kon­takt kom­men.

Essen am Arbeitsplatz vermeiden

Essen am Schreib­tisch gehört zu den größ­ten Infek­ti­ons­quel­len. Zwar möch­te man sei­ne Mit­tags­pau­se mög­lichst abwechs­lungs­reich gestal­ten, die Pra­xis sieht jedoch meist anders aus. Wenn es drau­ßen mal wie­der reg­net oder man ein­fach nur zu faul ist, bleibt man in der Mit­tags­pau­se ger­ne mal am Schreib­tisch sit­zen. Dann wird genüss­lich das mit­ge­brach­te Essen ver­speist. Auch zwi­schen­durch wird ger­ne der ein oder ande­re Snack ver­nascht. So kom­for­ta­bel das zunächst zu sein scheint: Essen am eige­nen Schreib­tisch ist eine enor­me Hygie­ne­fal­le. Essens­res­te, selbst wenn es nur klei­ne Krü­mel sind, set­zen sich in Zwi­schen­räu­men ab und ver­ur­sa­chen dort ein enor­mes Keim­wachs­tum. Für einen funk­tio­nie­ren­den Hygie­ne­plan ist die Ver­mei­dung von Essen am Schreib­tisch essen­zi­ell. Auch kleb­ri­ge Hän­de, die mit Maus und Tas­ta­tur in Berüh­rung kom­men, stel­len eine Keim­quel­le dar. Bes­ser ist es, in einem Pau­sen­raum oder sogar drau­ßen zu essen. Ein wenig fri­sche Luft allein kann schon einen gro­ßen Bei­trag zur Gesund­heit leis­ten.

Schreibtisch

Wie bereits erwähnt, ist der eige­ne Schreib­tisch einer der größ­ten Bak­te­ri­en­her­de im Büro. Ein durch­schnitt­li­cher Schreib­tisch ist 400-mal so schmut­zig wie ein Toi­let­ten­sitz und 100-mal dre­cki­ger als ein gewöhn­li­cher Küchen­tisch. Es ist daher rat­sam, sei­ne Ober­flä­che min­des­tens ein­mal wöchent­lich mit war­mem Was­ser und einem All­zweck­rei­ni­ger abzu­wi­schen. Staub von Ober­flä­chen und vom Bild­schirm soll­te mit anti­sta­ti­schen Tüchern ent­fernt wer­den.

11 % aller Büro­an­ge­stell­ten haben noch nie ihre Tas­ta­tur gerei­nigt. Dabei ist vor allem die Tas­ta­tur eine Brut­stät­te für Bak­te­ri­en. In ihren Zwi­schen­räu­men sam­meln sich Essens­res­te, abge­stor­be­ne Haut­zel­len und vie­les mehr, was die mensch­li­che Kör­per­flo­ra her­gibt. Dadurch kön­nen sich Bak­te­ri­en stark ver­meh­ren. Schüt­tel ein­mal dei­ne Tas­ta­tur in den Müll oder aus dem Fens­ter raus – du wirst dich wun­dern, was dort alles her­aus­kommt. Die­ses “Aus­schüt­teln” soll­te regel­mä­ßig erfol­gen. Zusätz­lich soll­te man sie min­des­tens ein­mal pro Woche mit einem Des­in­fek­ti­ons­spray oder spe­zi­ell anti­bak­te­ri­el­len Tüchern rei­ni­gen. Das­sel­be gilt dabei auch für die Maus. Für beson­ders hoch­wer­ti­ge Tas­ta­tu­ren gibt es spe­zi­el­le Rei­ni­gungs­sets bestehend aus Pin­sel und einem Kunst­stoff­rei­ni­ger. Des Wei­te­ren gibt es beson­de­re Hygie­ne­tas­ta­tu­ren, wel­che anti­bak­te­ri­ell beschich­tet sind. Bei die­sen Exem­pla­ren ist eine zusätz­li­che Rei­ni­gung nicht von­nö­ten.

Tele­fon, Dru­cker und ande­re Schreib­tisch­ober­flä­chen soll­ten eben­falls ein­mal wöchent­lich mit All­zweck- oder Des­in­fek­ti­ons­rei­ni­ger gesäu­bert wer­den.

Ach­tung: Auch Tür- und Fens­ter­grif­fe soll­ten nicht ver­ges­sen wer­den und ein­mal pro Woche feucht gerei­nigt und/oder des­in­fi­ziert wer­den.

Küche und Hygieneplan

Neben dem eige­nen Schreib­tisch ist die Tee­kü­che der wohl unhy­gie­nischs­te Ort in einem Büro. In ihr gehen die meis­ten Men­schen ein und aus und fas­sen vie­le Ober­flä­chen an. Auch der Umgang mit Lebens­mit­teln birgt dabei vie­le Gefah­ren für die Gesund­heit. Die feuch­te Umge­bung in der Küche lässt Kei­me, Bak­te­ri­en und Schim­mel­pil­ze beson­ders gut sprie­ßen. Spül­be­cken und Was­ser­häh­ne soll­ten daher regel­mä­ßig mit All­zweck­rei­ni­ger gesäu­bert wer­den. Gera­de der Spül­schwamm bie­tet per­fek­te Bedin­gun­gen für die Ansied­lung von Krank­heits­er­re­gern. For­scher haben in einer Unter­su­chung im Wring­was­ser des Spül­schwam­mes rund 2.500 ver­schie­de­ne Durch­fal­lerre­ger gefun­den. Man soll­te ihn daher ein­mal die Woche aus­tau­schen. Auch Geschirr­tü­cher soll­ten ein­mal pro Woche gewech­selt und anschlie­ßend heiß gewa­schen wer­den. Geschirr­ber­ge und Küchen­bret­ter soll­ten umge­hend gespült oder in der Spül­ma­schi­ne gewa­schen wer­den. Zu lan­ges Her­um­ste­hen begüns­tigt die Ent­ste­hung von Sal­mo­nel­len und ande­ren krank­heits­er­re­gen­den Kei­men.

Für alles Genann­te und die regel­mä­ßi­ge Rei­ni­gung der Ober­flä­chen in der Küche (dazu gehö­ren auch Grif­fe von Was­ser­ko­cher, Mikro­wel­le et cete­ra) muss der Küchen­dienst sich an den Hygie­ne­plan hal­ten und dafür in Ver­ant­wor­tung genom­men wer­den.

Kühlschrank

Der Kühl­schrank ist in der Küche noch­mal ein eige­ner Mikro­kos­mos: In ihm kön­nen sich sage und schrei­be bis zu einer Mil­li­on ver­schie­de­ner Bak­te­ri­en auf­hal­ten. Der Hygie­ne­plan des Küchen­diens­tes soll­te des­halb auch sei­ne Rei­ni­gung vor­se­hen.

Grund­sätz­lich soll­te er nicht zu voll gestopft wer­den, da dann die Luft nicht mehr aus­rei­chend zir­ku­lie­ren kann und Kei­me ein leich­te­res Spiel haben. Der Kühl­schrank ist gene­rell ein belieb­ter Lebens­raum für Bak­te­ri­en, da in ihm Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­de von bis zu 6 °C herr­schen kön­nen. Jede Ebe­ne in ihm ist eine eige­ne klei­ne Kli­ma­zo­ne. Des­halb soll­ten Lebens­mit­tel ent­spre­chend rich­tig gela­gert wer­den. Gemü­se und Obst soll­te in den unte­ren Schub­la­den gela­gert wer­den: Dort sind es in etwa 8 °C, wodurch die Vit­ami­ne erhal­ten blei­ben. Am käl­tes­ten ist es auf der ers­ten Glas­plat­te über dem Gemü­se­fach. Hier soll­ten schnell ver­derb­li­che tie­ri­sche Lebens­mit­tel wie Fleisch, Fisch, Käse und Eier auf­be­wahrt wer­den. An beson­ders hei­ßen Tagen ist es rat­sam, den Kühl­schrank etwas käl­ter ein­zu­stel­len.

Offe­ne Ver­pa­ckun­gen und Becher soll­ten nur mit einer Abde­ckung wie Frisch­hal­te­fo­lie in den Kühl­schrank gestellt und nach spä­tes­tens einer Woche ent­sorgt wer­den.

Des Wei­te­ren soll­te man auch nicht ver­ges­sen, den Kühl­schrank regel­mä­ßig zu rei­ni­gen. Dies soll­te am bes­ten wöchent­lich mit Essig­was­ser pas­sie­ren. Auf kei­nen Fall die Gum­mi­dich­tun­gen dabei ver­ges­sen! In die­sen kann sich beson­ders gut hart­nä­cki­ger Schmutz ver­ste­cken.

Richtiges Verhalten bei einer Erkrankung

Sich krank auf die Arbeit zu schlep­pen, ist kei­nes­falls ehren­haft. Die Gefahr, die eige­nen Kol­le­gen anzu­ste­cken und damit eine klei­ne Epi­de­mie los­zu­tre­ten, ist ein­fach zu groß. Der Grip­pe­vi­rus kann bis zu 3 Tagen auf Ober­flä­chen über­le­ben. Das bedeu­tet, dass sich Kol­le­gen sogar ohne direk­ten Kon­takt zur erkrank­ten Per­son mit dem Virus anste­cken kön­nen. Bei einer Erkäl­tung oder einem Magen-Darm-Virus zu Hau­se zu blei­ben, zeugt nicht nur von Rück­sicht gegen­über den Kol­le­gen, son­dern ist auch ele­men­tar wich­tig, um wie­der gesund zu wer­den. Wer nur leicht erkrankt aber nicht zu sehr geschwächt ist, kann den Vor­ge­setz­ten um die Mög­lich­keit bit­ten, im Home­of­fice zu arbei­ten.

Ist es bei­spiels­wei­se auf­grund eines wich­ti­gen Ter­mins nicht mög­lich der Arbeit fern­zu­blei­ben, müs­sen gewis­se Regeln ein­ge­hal­ten wer­den: Im All­ge­mei­nen soll­te man das Hän­de­schüt­teln ver­mei­den. Dies ist kei­nes­wegs unhöf­lich, son­dern zeugt von Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein sei­nen Mit­men­schen gegen­über. Auf dem Schreib­tisch bit­te nie Nasen­spray oder benut­ze Taschen­tü­cher legen. Dies wür­de eine unkon­trol­lier­te Ver­brei­tung der Bak­te­ri­en ver­ur­sa­chen.

Beim Hus­ten und Nie­sen soll­te immer ein Abstand von min­des­tens einem Meter zu ande­ren Per­so­nen gehal­ten wer­den. Die Hand vor den Mund hal­ten ist aller­dings nicht sinn­voll, da Krank­heits­er­re­ger auf die­se Wei­se an die Hän­de gelan­gen und über das Berüh­ren von Gegen­stän­den an ande­re wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Die bes­se­re Lösung ist, sich weg­zu­dre­hen und die Arm­beu­ge vor Nase und Mund zu hal­ten. Noch höf­li­cher ist es jedoch, den Raum zu ver­las­sen.

Macht zu viel Hygiene krank?

Unser Immun­sys­tem ist dar­auf aus­ge­rich­tet, bei Kon­takt mit Bak­te­ri­en und ande­ren Krank­heits­er­re­gern Anti­kör­per gegen die­se zu bil­den. Sind wir kei­ner­lei Erre­gern mehr aus­ge­setzt, ver­küm­mert unser Immun­sys­tem sozu­sa­gen. Und schlim­mer noch: über­trie­be­ne Hygie­ne kann auch die Ent­ste­hung von All­er­gi­en för­dern.

Die­se Tat­sa­chen soll­te man vor allem bei der Kin­der­er­zie­hung beach­ten. Eine grund­le­gen­de Hygie­ne ist auf jeden Fall emp­feh­lens­wert, jedoch soll­te man bei Kin­dern so gut wie kei­ne Des­in­fek­ti­ons­mit­tel nut­zen. Zum einen kön­nen die­se Haut­rei­zun­gen ver­ur­sa­chen und zum ande­ren ist es wich­tig, das Immun­sys­tem des Kin­des trai­nie­ren zu las­sen. Bei jun­gen Men­schen ist sel­bi­ges noch nicht voll ent­wi­ckelt und muss daher sti­mu­liert wer­den. Klei­ne Erkäl­tun­gen und Infek­tio­nen sind zwar läs­tig, jedoch essen­zi­ell, um die eige­ne Abwehr auf­zu­bau­en und ein gesun­der und wider­stands­fä­hi­ger Erwach­se­ner zu wer­den. Dies bedeu­tet aller­dings nicht, dass Kin­der schwer­wie­gen­de Erkran­kun­gen wie etwa die Masern durch­ma­chen müs­sen – Imp­fun­gen gegen die klas­si­schen Kin­der­krank­hei­ten soll­ten auf jeden Fall wahr­ge­nom­men wer­den.

Ein gesun­der Erwach­se­ner hat in der Regel ein voll ent­wi­ckel­tes Immun­sys­tem. Eine gele­gent­li­che Händ­e­des­in­fek­ti­on als Infek­ti­ons­pro­phy­la­xe ist daher völ­lig unpro­ble­ma­tisch. Hygie­ne­maß­nah­men zu ver­fol­gen, bedeu­tet kei­nes­falls die völ­li­ge Ste­ri­li­sa­ti­on des Umfel­des. Es ist uns gar nicht mög­lich alle Kei­me und Bak­te­ri­en zu besei­ti­gen und das ist auch gut so. Vie­le sind sogar für die Erhal­tung unse­rer Gesund­heit von­nö­ten.

In der Erkäl­tungs­zeit ist es hin­ge­gen rat­sam, beson­ders auf Hygie­ne zu ach­ten. Dies gilt vor allem für das Büro, in dem Infek­ti­ons­krank­hei­ten sich einen Über­tra­gungs­weg wie Küche oder Kühl­schrank suchen. Damit die­se auch sau­ber blei­ben, ist die Ein­füh­rung eines Hygie­ne­pla­nes unter den Kol­le­gen eine gro­ße Hil­fe. Für die Pfle­ge des eige­nen Schreib­ti­sches ist eine regel­mä­ßi­ge Gerä­te­des­in­fek­ti­on von Tas­ta­tur, Maus und Tele­fon zu emp­feh­len, um eine Kon­ta­mi­na­ti­on mit Infek­ti­ons­er­re­gern ein­zu­däm­men.

Mit den genann­ten Tipps kann jeder ganz leicht und dabei effek­tiv die eige­ne Hygie­ne im Büro ver­bes­sern und sich damit ein ange­neh­me­res – und gesün­de­res – Arbeits­um­feld schaf­fen.

Quellen

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