Humanes Immundefizienz Virus (HIV)

    Zuletzt aktualisiert am Freitag, den
    HIV Symptome
    Humanes Immundefizienz Virus (HIV)

    Was bedeutet HIV?

    Das Huma­nes Immun­de­fi­zi­enz Virus — kurz HIV — befällt die Immun­zel­len eines Men­schen. Bei Infek­ti­on führt es zu einer Immun­schwä­che mit Infekt­an­fäl­lig­keit. Im End­sta­di­um kommt es zum erwor­be­nen Immun-Schwä­che-Syn­drom (Acqui­red Immu­ne Defi­ci­en­cy Syn­dro­me; AIDS). Die Infek­ti­on kann mit­hil­fe von Blut­tests fest­ge­stellt wer­den. Einen Trä­ger des HI-Virus nennt man HIV-posi­tiv.

    Wie wird der Virus übertragen?

    Das Virus wird über Kör­per­flüs­sig­kei­ten wie Blut oder Sper­ma über­tra­gen. Dar­um sind typi­sche Wege einer Infek­ti­on: Geschlechts­ver­kehr aller Art, Ver­wen­dung von gebrauch­ten Sprit­zen oder in sel­te­nen Fäl­len die Infu­si­on von Blut­pro­duk­ten. Auch eine Über­tra­gung unter der Geburt von der Mut­ter auf das Kind ist mög­lich. Jedoch besteht kei­ne Anste­ckungs­ge­fahr bei engem Kör­per­kon­takt, Küs­sen, dem gemein­sa­men Trin­ken aus einem Glas oder ähn­li­chem.

    Schutz vor Ansteckung

    Um sich vor HIV zu schüt­zen, soll­ten man die Haupt­über­tra­gungs­we­ge berück­sich­ti­gen. Um sich beim Geschlechts­ver­kehr effek­tiv vor einer Infek­ti­on zu schüt­zen, sind Kon­do­me das Mit­tel der Wahl. Kein ande­res Ver­hü­tungs­mit­tel bie­tet zugleich einen Schutz vor Infek­ti­ons­krank­hei­ten. Bei Kon­do­men ist auf eine kor­rek­te Lage­rung zu ach­ten. Trägt man Kon­do­me zum Bei­spiel län­ge­re Zeit in einer Brief­ta­sche her­um, kön­nen Druck und Rei­bung das Gum­mi porös machen. Dadurch ist kein aus­rei­chen­der Schutz mehr gewähr­leis­tet. Zudem soll­ten mög­lichst eige­ne Kon­do­me ver­wen­de wer­den, da so sicher­ge­stellt wer­den kann, dass die­se rich­tig gela­gert und nicht mani­pu­liert wur­den. Um die Gefahr einer Anste­ckung zu mini­mie­ren, soll­ten bestimm­te Berufs­grup­pen wie Ärz­te und Kran­ken­pfle­ger beson­ders sorg­sam mit poten­zi­ell anste­cken­dem Mate­ri­al umge­hen.

    Eine wei­te­re Risi­ko­grup­pe stel­len dro­gen­ab­hän­gi­ge Per­so­nen dar. Um die Anste­ckung durch das Tei­len von Spritz­be­steck zu ver­hin­dern, haben vie­le Städ­te inzwi­schen soge­nann­te Druck­kam­mern ein­ge­rich­tet. Dort kön­nen Betrof­fe­ne direkt vor Ort sau­be­res Spritz­be­steck ver­wen­den.

    Um die Wahr­schein­lich­keit der Über­tra­gung von Mut­ter auf Kind unter der Geburt so gering wie mög­lich zu hal­ten, ist eine kon­se­quen­te medi­ka­men­tö­se The­ra­pie erfor­der­lich. Das Ziel ist es, die Virus­last im Blut der Mut­ter zu mini­mie­ren. Damit sinkt das Risi­ko für das Kind.

    Ist man bereits mit dem Virus in Kon­takt gekom­men, zum Bei­spiel indem sich Kran­ken­haus­per­so­nal aus­ver­se­hen an einer blu­ti­gen Nadel eines HIV-posi­ti­ven Pati­en­ten gesto­chen hat, kann eine Post­ex­po­si­ti­ons­pro­phy­la­xe (PEP) durch­ge­führt wer­den. Dabei wer­den über einen bestimm­ten Zeit­raum anti­re­tro­vi­ra­le Medi­ka­men­te ein­ge­nom­men.

    Antivirale Medikamente

    Eine Hei­lung für HIV gibt es bis heu­te nicht. Mit anti­re­tro­vi­ra­len Medi­ka­men­ten lässt sich bei man­chen Betrof­fe­nen die Infek­ti­on jedoch so weit ein­däm­men, dass die Zahl der Viren im Blut dras­tisch abnimmt. Dadurch kann der Aus­bruch von AIDS oft um vie­le Jah­re hin­aus­ge­zö­gert wer­den. Lei­der ver­än­dern sich die Viren stark und kön­nen sich an die Medi­ka­men­te gewöh­nen, sodass im Lau­fe der Zeit bei den meis­ten Betrof­fe­nen ein Wech­sel der Medi­ka­men­te nötig ist. Des Wei­te­ren ver­ur­sa­chen besag­te Medi­ka­men­te bei vie­len Men­schen star­ke Neben­wir­kun­gen, wes­halb sie nicht immer regel­mä­ßig ein­ge­nom­men wer­den.