Hirndruck: Typische Symptome von erhöhtem Druck

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 05.07.2019 Lesezeit: 3 Minuten

Erfah­ren Sie in die­sem Arti­kel, was unter Hirn­druck ver­stan­den wird sowie die typi­schen Ursa­chen und Sym­pto­me für einen erhöh­ten Druck im Gehirn (Hirn­druck­zei­chen). Außer­dem: Dia­gnos­tik und die ärzt­li­che Behand­lung von erhöh­tem Hirn­druck.

Das Wich­tigs­te in Kür­ze:
  • Ver­let­zun­gen und Erkran­kun­gen kön­nen zu erhöh­tem Hirn­druck füh­ren, der auf das emp­find­li­che Ner­ven­ge­we­be drückt.
  • Typi­sche Hirn­druck­zei­chen sind Übel­keit, Erbre­chen, Kopf­schmer­zen und Bewusst­seins­stö­run­gen.
  • Durch ein CT oder Ver­fah­ren zur Mes­sung des Hirn­drucks wird eine Dia­gno­se gestellt und eine ent­spre­chen­de Behand­lung ein­ge­führt.
  • In eini­gen Fäl­len ist eine Ope­ra­ti­on (Kra­nio­to­mie) not­wen­dig, um Hirn­druck zu behan­deln.
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Hirndruck: Typische Symptome von erhöhtem Druck

Definition: Hirnwasser (Liquor) und Hirndruck

Das Gehirn ist nicht nur durch den umge­ben­den Kno­chen, son­dern auch durch das Hirn- bzw. Ner­ven­was­ser (Liquor) gut vor äuße­ren Gewalt­ein­wir­kun­gen geschützt.

Die kla­re Flüs­sig­keit befin­det sich sowohl im Gehirn als auch um das Hirn und das Rücken­mark her­um. Es wird direkt vor Ort pro­du­ziert und regel­mä­ßig erneu­ert.

Damit unser Ner­ven­sys­tem gut geschützt, jedoch nicht ein­ge­engt wird, herrscht nor­ma­ler­wei­se ein Druck von

  • 5–15 mmHg (Mil­li­me­ter Queck­sil­ber­säu­le) bzw.
  • 60–200 mmH2O (Mil­li­me­ter Was­ser­säu­le).

Jedoch kön­nen bestimm­te Erkran­kun­gen oder Ver­än­de­run­gen dazu füh­ren, dass die­ser Druck ansteigt und auf das emp­find­li­che Ner­ven­ge­we­be drückt. In die­sen Fäl­len spre­chen wir von Hirn­druck oder intra­kra­ni­el­lem Druck.

Ursachen von erhöhtem Hirndruck

Ein zu hoher Druck im Liquor­sys­tem kann ver­schie­de­ne Ursa­chen haben. Bei­spiels­wei­se kön­nen ursäch­lich sein:

  • Gut­ar­ti­ge oder bös­ar­ti­ge Hirn­tu­mo­re
  • Ent­zün­dun­gen und Infek­tio­nen
  • Ver­let­zun­gen
  • Spe­zi­el­le ana­to­mi­sche Gege­ben­hei­ten
  • Erb­krank­hei­ten
  • Ohne erkenn­ba­re Ursa­che (häu­fig bei über­ge­wich­ti­gen, jun­gen Frau­en)

Der Hirn­druck ent­steht dann auf­grund ver­schie­de­ner Mecha­nis­men wie zum Bei­spiel:

  • Einer Über­pro­duk­ti­on an Liquor
  • Einem gestör­ter Abfluss des Liquors
  • Einer Schwel­lung des Gehirns
  • Einer Raum­for­de­rung im Kopf

Hirndruckzeichen: Symptome für erhöhten Hirndruck

Tritt akut ein erhöh­ter Hirn­druck auf, so sind fol­gen­de Sym­pto­me mög­lich:

Zeichen eines chronischen Hirndrucks

Ein über einen län­ge­ren Zeit­raum bestehen­der Hirn­druck lässt sich häu­fig nicht so klar anhand der Sym­pto­me fest­ma­chen. Die Beschwer­den sind mit Antriebs­lo­sig­keit, Lust­lo­sig­keit und einer all­ge­mei­nen Ver­lang­sa­mung eher unspe­zi­fisch.

Soll­ten Sie die­se Sym­pto­me ver­mehrt über einen län­ge­ren Zeit­raum wahr­neh­men, soll­te ein Arzt kon­sul­tiert wer­den, um das Krank­heits­bild ein­zu­gren­zen und eine Dia­gno­se stel­len zu kön­nen.

Mögliche Komplikationen

Bei einem erhöh­ten intra­kra­ni­el­len Druck kann es dazu kom­men, dass Hirn­ge­we­be ver­drängt und in Öff­nun­gen der Schä­del­ba­sis ein­ge­klemmt wird. Zudem kann es zu Druck­schä­den der Ner­ven kom­men, da das Gehirn durch den fes­ten Schä­del­kno­chen kei­ne Mög­lich­keit zum aus­wei­chen hat.

Hier­durch sind blei­ben­de Schä­den mög­lich. Außer­dem besteht die Gefahr eines Wach­ko­mas oder sogar eines töd­li­chen Aus­gangs, wes­halb eine früh­zei­ti­ge Behand­lung drin­gend not­wen­dig ist.

Diagnostik

Weg­wei­send ist gera­de beim aku­tem Hirn­druck oft das Beschwer­de­bild. Eine kör­per­li­che Unter­su­chung kann Auf­schluss dar­über geben, ob bereits neu­ro­lo­gi­sche Sym­pto­me durch den Druck auf das Gehirn ent­stan­den sind.

Bei dem Ver­dacht auf Hirn­druck ist eine Bild­ge­bung mit­tels CT das Ver­fah­ren der Wahl, um das Aus­maß und mög­li­che Ursa­chen zu erken­nen.

Obwohl vie­le Erkran­kun­gen mit Hil­fe einer Lum­bal­punk­ti­on (Ent­nah­me von Hirn­was­ser) zu erken­nen sind, ist die­se Maß­nah­me bei Hirn­druck drin­gend zu unter­las­sen, da sonst die Gefahr einer Ein­klem­mung von Ner­ven­ge­we­be besteht.

Nur in Aus­nah­me­fäl­len bei bestimm­ten Erkran­kun­gen darf trotz eines erhöh­ten Drucks die­se Maß­nah­me durch­ge­führt wer­den und kann dann sogar als The­ra­pie zum Ein­satz kom­men (zum Bei­spiel beim “Pseu­do­tu­mor cere­bri”).

Messung des Hirndrucks

Um den Hirn­druck genau zu mes­sen, kom­men ver­schie­de­ne Ver­fah­ren zum Ein­satz. Bei Kopf­ver­let­zun­gen oder Hirn­er­kran­kun­gen kommt es meist zur Mes­sung, um den Pati­en­ten auf erhöh­ten Hirn­druck zu über­prü­fen.

Mög­lich­kei­ten der Mes­sung:

  • Mes­sung durch eine Hirn­druck­son­de, die in die Schä­del­höh­le ein­ge­führt wird
  • Sono­gra­phie des Ner­vus opti­cus
Tipp: Bei Pati­en­ten mit Blut­ge­rin­nungs­stö­run­gen kön­nen Mes­sungs­ver­fah­ren mit­tels Son­den nicht ange­wen­det wer­den. In die­sem Fall kommt meist die Sono­gra­phie zum Ein­satz.




Behandlung von Hirndruck

Je nach Ursa­che, kön­nen die The­ra­pie­mög­lich­kei­ten stark von­ein­an­der abwei­chen. In jedem Fal­le soll­te wenn mög­lich die Grund­er­kran­kung behan­delt wer­den. Des Wei­te­ren ist eine Sen­kung des Hirn­drucks wich­tig, um mög­li­che Kom­pli­ka­tio­nen und Fol­ge­schä­den zu ver­hin­dern.

Medi­ka­men­tös kann dafür Man­ni­tol zum Ein­satz kom­men, das gut ver­träg­lich ein Zuviel an Flüs­sig­keit aus dem Kör­per her­aus schwemmt. In man­chen Fäl­len ist es sinn­voll, über ope­ra­ti­ve Ver­fah­ren Liquor abzu­las­sen oder einen Teil des Schä­del­kno­chens vor­über­ge­hend zu ent­fer­nen, um dem Gehirn mehr Platz zu bie­ten.

In jedem Fall aber soll­te beim Ver­dacht auf erhöh­ten Hirn­druck und bei Auf­tre­ten der genann­ten Sym­pto­me zunächst der Haus­arzt auf­ge­sucht wer­den, wel­cher Sie dann zum ent­spre­chen­den Spe­zia­lis­ten über­weist.

Fazit und Tipps

Erhöh­ter Hirn­druck kann durch Kopf­ver­let­zun­gen, Hirn­tu­mo­re oder durch Ent­zün­dun­gen und Infek­tio­nen her­vor­ge­ru­fen wer­den. Soll­ten typi­sche Hin­druck­zei­chen auf­tre­ten, wird ein Arzt kon­sul­tiert, wel­cher den Hirn­druck misst und eine geeig­ne­te Behand­lung ein­lei­tet.

Las­sen Sie die Fin­ger von gefähr­li­chen Eigen­the­ra­pi­en. Es gibt kei­ne Haus­mit­tel zur Sen­kung des Hirn­drucks. Betrof­fe­ne soll­ten des­halb auf den Rat ihres Arz­tes hören und sich so gut es geht von Lärm, Unru­he, Stress und psy­chi­scher Belas­tung abschir­men, um den Kör­per nicht wei­ter zu belas­ten.

    • wikipedia.org/wiki/Hirndruck#Messung

 

    • degum.de (Deut­sche Gesell­schaft für Ultra­schall in der Medi­zin)

 

    • dgn.org (Deut­sche Gesell­schaft für Neu­ro­lo­gie)

 

    • apotheken.de/krankheiten/4719-hirndrucksteigerung

Quellen

Hirn­druck: Typi­sche Sym­pto­me von erhöh­tem Druck

4.3 (86.67%) 3 Stimme[n]



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