Heuschnupfen – auch im Sommer noch ein Problem

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    Vie­le von uns sind davon betrof­fen: Wenn im Früh­jahr die ers­ten Pflan­zen, Bäu­me oder Sträu­cher zu blü­hen begin­nen, geht auch die Heu­schnup­fen­sai­son los. Doch auch im Som­mer pla­gen die soge­nann­ten Spät­blü­her noch vie­le Men­schen.

    Das ist läs­tig und ohne die pas­sen­den Medi­ka­men­te häu­fig nicht zu über­ste­hen. In die­sem Arti­kel erfah­ren Sie, was Sie effek­tiv gegen den Heu­schnup­fen tun kön­nen.

    Das Wich­tigs­te in Kür­ze:
    • Heu­schnup­fen ist eine über­schie­ßen­de Reak­ti­on des Immun­sys­tems, die jedoch behan­delt wer­den kann.
    • For­scher ver­mu­ten, dass im Jahr 2050 rund die Hälf­te aller Deut­schen an einer Pol­len­all­er­gie lei­den wer­den.
    • Haus­mit­tel und Medi­ka­men­te kön­nen hel­fen, doch nur die spe­zi­fi­sche Immun­the­ra­pie ist wirk­lich effek­tiv.
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    Heuschnupfen – auch im Sommer noch ein Problem

    Was ist Heuschnupfen?

    Als Heu­schnup­fen wird eine all­er­gi­sche Reak­ti­on auf Pol­len bezeich­net. Genau­er gesagt han­delt es sich dabei um die Über­re­ak­ti­on des Kör­pers auf Eiwei­ße ver­schie­de­ner Pflan­zen­pol­len.

    Wie bei vie­len All­er­gien gilt auch in die­sem Fall, dass der mensch­li­che Orga­nis­mus in unter­schied­li­chem Maße auf die­sen Aus­lö­ser reagiert. Wäh­rend der Pol­len­flug eini­gen Men­schen nichts aus­macht, fan­gen ande­re hef­tig an zu nie­sen.

    Dabei ist es kei­nes­wegs nur das Heu, das die Beschwer­den her­vor­ruft. Auch Pol­len ande­rer Pflan­zen haben eine ent­spre­chen­de Wir­kung. Der Fach­aus­druck für den Heu­schnup­fen lau­tet All­er­gi­sche Rhi­ni­tis. Dabei han­delt es sich um eine Ent­zün­dung der Rhi­ni­tis (Nasen­schleim­haut).

    Das sind die Symptome von Heuschnupfen (Rhinitis allergica)

    Als Sym­pto­me gel­ten, neben dem Nie­sen, auch ein star­ker Juck­reiz im Hals sowie rote und trä­nen­de Augen. Gege­be­nen­falls kön­nen durch Pol­len auch­all­ergi­sche Reak­tio­nen in den unte­ren Atem­we­gen auf­tre­ten.

    In beson­ders schlim­men Fäl­len kann dies sogar noch zu einer aku­ten Atem­not füh­ren.

    Die häu­fi­gen Sym­pto­me im Über­blick:

    • gerö­te­te, jucken­de, trä­nen­de Augen
    • eine lau­fen­de Nase
    • ein­ge­schränk­te Nasen­at­mung
    • eine jucken­de Nase
    • Nies­reiz

    Die Sym­pto­me wer­den dadurch her­vor­ge­ru­fen, dass das Immun­sys­tem ver­sucht, die Eiwei­ße mit Anti­kör­pern zu bekämp­fen.

    Es nutzt somit die glei­che Abwehr­stra­te­gie, wie gegen Krank­heits­er­re­ger. Das Immun­sys­tem setzt in der Fol­ge unter ande­rem Hist­amin in den Schleim­häu­ten frei. Der Boten­stoff bewirkt das, was wir als Sym­pto­me einer All­er­gie aus­ma­chen. All­er­gien auf Pol­len, Tier­haa­re oder Haus­staub sind in der Wir­kungs­wei­se auf den mensch­li­chen Kör­per iden­tisch.

    Wenn Sie an einer star­ken Pol­len­all­er­gie lei­den, soll­ten Sie zum Arzt gehen und sich the­ra­pie­ren las­sen.

    Bei rund einem Vier­tel aller betrof­fe­nen All­er­gi­ker ent­steht durch die dau­er­haf­te Belas­tung des Immun­sys­tems im Lau­fe der Jah­re Bron­chi­al­asth­ma. Dem Fort­schrei­ten die­ser Krank­hei­ten soll­ten Sie vor­beu­gen.

    Wann beginnt und endet die Heuschnupfenzeit?

    In der Theo­rie gibt es kei­ne wirk­li­che Ein­gren­zung der Heu­schnupf­en­zeit. Denn nahe­zu stän­dig befin­den sich Pflan­zen in der Blü­te, auf die die Men­schen all­er­gisch reagie­ren kön­nen.

    Die Pra­xis zeigt aller­dings, dass bestimm­te Pflan­zen eine beson­ders star­ke Aus­wir­kung haben.

    Die Haupt­sai­son lässt sich somit auf die Zeit zwi­schen April und August begren­zen.

    Im April beginnt die Blü­te der Bir­ken, das stellt all­jähr­lich den Start­schuss in die Heu­schnupf­en­zeit dar. Danach schließt sich die inten­si­ve Blü­te von Grä­sern an. Sie erstreckt sich über den gesam­ten Ver­lauf der Heu­schnup­fen­sai­son und gilt somit als der Namens­ge­ber der All­er­gi­schen Rhi­ni­tis.

    Doch es sind weit­aus mehr Pflan­zen, die bei uns als Aus­lö­ser einer all­er­gi­schen Rhi­ni­tis gel­ten. Wäh­rend die Bir­ke zu den Früh­blü­hern zählt, setzt im Lau­fe des Früh­som­mers die Blü­te der Spät­blü­her ein.

    Rog­gen, Bei­fuß und Ambro­sia blü­hen zu unter­schied­li­chen Zei­ten und kön­nen All­er­gi­ker von Juni bis Sep­tem­ber beschäf­ti­gen. Da sich aber zum Ende der Heu­schnup­fen­sai­son die Anzahl der poten­ti­el­len Aus­lö­ser redu­ziert, fal­len die Aus­wir­kun­gen der Spät­blü­her nicht so stark ins Gewicht.

    Spä­tes­tens zu Beginn des Sep­tem­bers soll­te die Inten­si­tät des Pol­len­flugs spür­bar abneh­men.

    Aller­dings kön­nen gera­de wäh­rend der star­ken Win­de im Herbst die Pol­len von Pflan­zen noch ein­mal wei­ter­ge­tra­gen wer­den. Anschlie­ßend kann es schon im Dezem­ber wie­der zum Pol­len­flug von Hasel und Erle kom­men. Die Blü­te die­ser Früh­blü­her beginnt bereits im Febru­ar und geht bei­na­he naht­los in die Blü­te der Bir­ke über.

    Heuschnupfen Ursachen: Wodurch wird die Allergie hervorgerufen?

    Die Ursa­che des Heu­schnup­fens ist eine Fehl­re­gu­lie­rung des Immun­sys­tems. Es stuft die Eiwei­ße ver­schie­de­ner Pflan­zen­pol­len als schäd­lich ein und ver­sucht sie zu bekämp­fen. Dabei sind sie eigent­lich unschäd­lich für den Kör­per.

    Immer mehr Men­schen in Deutsch­land lei­den unter einer Pol­len­all­er­gie. Heu­te sind es rund 20 Pro­zent der Gesell­schaft. Laut einer Pro­gno­se des an der TU Mün­chen ange­sie­del­ten Zen­trums für All­er­gie und Umwelt wird die­se Zahl in der Zukunft stark anstei­gen.

    Kaum zu glau­ben: Die For­scher pro­gnos­ti­zie­ren, dass im Jahr 2050 etwa die Hälf­te aller Deut­schen an einer Pol­len­all­er­gie lei­den wer­den. Die­se enor­me Zunah­me ist aller­dings nicht dar­auf zurück­zu­füh­ren, dass immer mehr Men­schen eine Fehl­re­gu­lie­rung des Immun­sys­tems haben.

    Die For­scher machen in ers­ter Linie den Kli­ma­wan­del dafür ver­ant­wort­lich. Er ver­län­gert die Blü­te­zeit von Pflan­zen. Zugleich pro­du­zie­ren sie auf­grund eines höhe­ren CO2-Gehalts in der Luft mehr Pol­len.

    Die Wahr­schein­lich­keit eines fehl­re­gu­lier­ten Immun­sys­tems kann per Ver­er­bung an die Kin­der wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Laut Unter­su­chun­gen steigt die Wahr­schein­lich­keit an einer All­er­gie zu lei­den, wenn auch die Eltern bereits betrof­fen sind.

    Hat kein Eltern­teil eine aku­te All­er­gie, liegt das All­er­gie­ri­si­ko der Kin­der bei 5 bis 15 Pro­zent. Lei­den bei­de Eltern unter der glei­chen All­er­gie kann das All­er­gie­ri­si­ko der gemein­sa­men Kin­der auf bis zu 80 Pro­zent anwach­sen.

    Das hohe All­er­gie­ri­si­ko bedeu­tet nicht nur eine hohe Wahr­schein­lich­keit, an einer bestimm­ten All­er­gie zu lei­den. Mit einer Pol­len­all­er­gie kom­men häu­fig auch Anfäl­lig­kei­ten für

    Heuschnupfen bei Kindern

    Bei Kin­dern ist nicht nur die Ver­er­bung ein Fak­tor, der das All­er­gie­ri­si­ko beein­flusst, son­dern auch die soge­nann­te Hygie­ne­hy­po­the­se. Dabei ist davon aus­zu­ge­hen, dass das Immun­sys­tem von Kin­dern, die in sehr rei­nen und sau­be­ren Ver­hält­nis­sen auf­wach­sen, nicht aus­rei­chend gefor­dert und des­we­gen nicht inten­siv genug aus­ge­bil­det wird.

    Die­se Kin­der lei­den häu­fi­ger an einer All­er­gie. Auch Kin­der, die in einem Rau­cher­haus­halt auf­wach­sen, kön­nen stär­ker von All­er­gien betrof­fen sein. Die Schad­stof­fe in der Luft rei­zen die Atem­we­ge, wodurch die­se anfäl­li­ger gegen äuße­re Ein­flüs­se wer­den.

    Diagnostik: Habe ich Heuschnupfen?

    Dia­gnos­tisch kann man meist schon anhand der geschil­der­ten Beschwer­den eine Ver­mu­tung auf­stel­len. Um den Ver­dacht zu bestä­ti­gen, ist ein All­er­gie­test meist Mit­tel der Wahl.

    Die­ser soll­te jedoch erst durch­ge­führt wer­den, wenn die aku­te Reak­ti­on vor­über ist, also nicht in der All­er­gie-Sai­son.

    Zur All­er­gie-Tes­tung ver­wen­det man bei Ver­dacht auf Heu­schnup­fen meist den soge­nann­ten Prick-Test. Dabei tropft man Lösun­gen mit unter­schied­li­chen All­er­ge­nen sowie eine Posi­tiv- und eine Nega­tiv­lö­sung zum Ver­gleich auf einen Unter­arm.

    Mit einer spit­zen Lan­zet­te wird die Haut an die­sen Stel­len ober­fläch­lich auf­ge­ritzt, damit die Test-Lösun­gen in die Haut kom­men kön­nen. Die Aus­wer­tung des Tests erfolgt in der Regel nach fünf­zehn bis drei­ßig Minu­ten.

    Haben sich an man­chen Stel­len rote, jucken­de Quad­deln gebil­det, so war der Test für die­ses All­er­gen posi­tiv. Da wäh­rend der Tes­tung die Gefahr einer stär­ke­ren all­er­gi­schen Reak­ti­on bis hin zum all­er­gi­schen Schock (Ana­phy­la­xie) besteht, muss man nach dem Test noch eine kur­ze Zeit in der Pra­xis unter Beob­ach­tung blei­ben.

    Fer­ner kom­men oft Blut­tests zum Ein­satz, mit denen all­er­gie­ty­pi­sche Anti­kör­per nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen.

    Das sind die Therapiemöglichkeiten von Heuschnupfen

    Bei Heu­schnup­fen­pro­ble­men soll­te ein All­er­go­lo­ge kon­tak­tiert wer­den.

    Wenn sie eine all­er­gi­sche Rhi­ni­tis medi­zi­nisch the­ra­pie­ren, set­zen vie­le Men­schen bei einer sym­pto­ma­ti­schen Behand­lung an.

    Das heißt, sie neh­men All­er­gie­ta­blet­ten, Nasen­spray oder Augen­trop­fen ein. Damit bekämp­fen sie die Beschwer­den aber nicht die Ursa­chen. Somit ver­schaf­fen sie sich für den Moment eine Lin­de­rung, wel­che jedoch nicht lan­ge anhält.

    Um das Pro­blem bei der Wur­zel zu packen, ist die spe­zi­fi­sche Immun­the­ra­pie (SIT) aktu­ell die ein­zig effek­ti­ve Behand­lung gegen eine Pol­len­all­er­gie. Sie setzt direkt bei der Ursa­che an, näm­lich der über­mä­ßi­gen Reak­ti­on des Immun­sys­tems auf die Eiwei­ße der Pol­len.

    Bei der The­ra­pie gehen Medi­zi­ner so vor, dass sie den Kör­per schritt­wei­se an die unge­fähr­li­chen All­er­gie­aus­lö­ser gewöh­nen. Die­se Art der The­ra­pie wird auch als Desen­si­bi­li­sie­rung bezeich­net.

    Wirkungsvolle Hausmittel und Schüßler Salze

    Eben­falls kön­nen Haus­mit­tel gegen eine All­er­gie hilf­reich sein. Zunächst soll­ten Sie eine Nasen­spü­lung anwen­den. Sie spült die Pol­len von den Nasen­schleim­häu­ten. Anschlie­ßend kann ein Dampf­bad mit einer Koch­salz­lö­sung hel­fen. Denn dadurch wer­den die Nasen­schleim­häu­te ange­feuch­tet, was den Juck­reiz mil­dert.

    Gegen jucken­de und trä­nen­de Augen ist ein kal­tes und nas­ses Hand­tuch hilf­reich. Um die Atem­we­ge zu befrei­en, hel­fen äthe­ri­sche Öle. Sie sind schleim­lö­send und sor­gen dafür, dass Sie bes­ser durch­at­men kön­nen.

    Auch Schüß­l­er­sal­ze las­sen sich zur Heu­schnup­fen-Behand­lung ein­set­zen. Als wich­tigs­tes Salz hat sich Natri­um chlora­tum her­aus­ge­stellt. Es gibt Nasen­sprays und Augen­trop­fen, die die­ses Schüß­l­er­salz ent­hal­ten und effek­tiv gegen eine Pol­len­all­er­gie sind.

    Je nach den vor­lie­gen­den Beschwer­den kön­nen Sie wei­te­re Schüß­l­er­sal­ze ein­neh­men. Gegen all­er­gisch beding­ten Schnup­fen emp­feh­len The­ra­peu­ten Arsen­um ioda­tum, da es die All­er­gie­be­reit­schaft des Kör­pers redu­ziert.

    Fällt Ihnen die Atmung durch die Nase schwer, kann Kali­um chlora­tum eine Lin­de­rung der Sym­pto­me bewir­ken. Mit Cal­ci­um phos­pho­ri­cum kön­nen Sie den Abbau der Eiwei­ße, die die All­er­gie aus­lö­sen vor­an­trei­ben, wäh­rend Fer­rum phos­pho­ri­cum eine all­ge­mei­ne Stär­kung des Kör­pers in Zei­ten gro­ßer Anstren­gung bewirkt.

    Belieb­te Haus­mit­tel im Über­blick:

    • Nasen­spü­lun­gen und Dampf­bad mit Koch­salz­lö­sung
    • Nas­ses Hand­tuch (Lin­de­rung bei jucken­den Augen)
    • Äthe­ri­sche Öle
    • Schüß­l­er­sal­ze

    Um mög­lichst beschwer­de­frei leben zu kön­nen, soll­ten Sie eben­falls die Ursa­chen bekämp­fen. Schließ­lich kann eine lang­fris­ti­ge Belas­tung auf­grund einer Pol­len­all­er­gie schwer­wie­gen­de Fol­gen haben. Sind Sie weit­ge­henst desen­si­bi­li­siert, ver­rin­gert sich zudem die Gefahr, dass das All­er­gie­ri­si­ko ver­erbt wird.

    FAQ: Häufige Heuschnupfen-Fragen schnell beantwortet

    Wel­che Sym­pto­me tre­ten bei Rhi­ni­tis all­er­gi­ca auf?

    Zu den typi­schen Sym­pto­men gehö­ren gerö­te­te und jucken­de Augen, eine lau­fen­de Nase, Nies­at­ta­cken, geschwol­le­ne Augen­li­der sowie Juck­reiz der Schleim­häu­te in Mund und Rachen.

    War­um hat man eigent­lich Heu­schnup­fen?

    Die all­er­gi­sche Reak­ti­on ent­steht durch eine über­schie­ßen­de Reak­ti­on des Immun­sys­tems, wel­ches Eiwei­ße ver­schie­de­ner Pflan­zen­pol­len fälsch­li­cher­wei­se als schäd­lich ein­stuft und die­se ver­sucht zu bekämp­fen.

    Was kann man gegen Heu­schnup­fen tun?

    Die effek­tivs­te Behand­lung ist die spe­zi­fi­sche Immun­the­ra­pie (SIT), wel­che die Ursa­che bekämpft und nicht nur die Sym­pto­me.

    Wel­cher Arzt ist der rich­ti­ge bei Heu­schnup­fen?

    Bei Heu­schnup­fen soll­ten Sie einen All­er­go­lo­gen kon­tak­tie­ren.

    Wel­che Medi­ka­men­te hel­fen?

    Medi­ka­men­te zum Ein­neh­men (wie zum Bei­spiel Tablet­ten, Saft oder Trop­fen) kön­nen gegen die Sym­pto­me bei Heu­schnup­fen hel­fen. Auch Anti­hist­amin­ka wie Ceti­ri­zin und Lora­ta­din wer­den häu­fig ein­ge­setzt.

    Quellen

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    Stim­men

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