Liebstöckel – mögliche Anwendungsgebiete und Wirkungsweisen

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    Lieb­stö­ckel – Alles, was Du über ihre Wir­kung wis­sen solltest. 

    Als Gewürz ver­wen­det schmeckt Lieb­stö­ckel gut zu Sup­pen, Kräu­ter­but­ter oder Fleisch­ge­rich­ten. Auf­grund sei­nes inten­si­ven, wür­zi­gen Aro­mas ist er hier­zu­lan­de auch unter dem Begriff „Mag­gi-Kraut“ bekannt.

    Steckbrief

    Heilpflanzen-Steckbrief: Liebstöckel

    Wis­sen­schaft­li­cher Name: Levisti­cum officinale 
    Auch bekannt als: Bad­kraut, Gebär­mut­ter­kraut, Gicht­stock, Leib­stöck­le, Levestock, Liebs­ten­gel, Lust­stö­ckel, Mag­gi­kraut, Ner­ven­kräu­tel, Rübestö­ckel, Sau­kraut, Schluck­weh­rohr, Wasserkräutel 
    Ern­te­zeit: August bis September
    Anbau und Gewin­nung: Lieb­stö­ckel kann regio­nal in Deutsch­land ange­baut werden.
    Beson­de­re Nähr- und Inhalts­stof­fe: Äthe­ri­sches Öl, Ange­li­kasäu­re, Api­ol, Apfel­säu­re, Bit­ter­stof­fe, Gerb­stof­fe, Fet­te, Gum­mi, Har­ze, Invertzu­cker, Kamp­fer, Car­von, Isova­ler­insäu­re, Cuma­ri­ne, Myris­ti­cin, Umbelliferon
    Dar­rei­chungs­form: Bad, Extrakt, Tee, Tink­tur, Umschlag
    Heil­kraft: anre­gend, blut­stil­lend, harn­trei­bend, krampf­lö­send, schleim­lö­send, schweiß­trei­bend, stoff­wech­sel­an­re­gend, menstruationsfördernd
    Anwen­dung:
    Hus­ten Bron­chi­tis Ver­stop­fung Blä­hun­gen Ver­dau­ungs­schwä­che Magen­krämp­fe Ekze­me Rheu­ma Abma­ge­rung Appe­tit­lo­sig­keit Bla­sen­ent­zün­dung Bla­sen­stei­ne Hals­ent­zün­dung Herz­schwä­che Mens­trua­ti­ons­krämp­fe Mit­tel­ohr­ent­zün­dung Mund­schleim­haut­ent­zün­dung Nie­ren­lei­den Wun­den

    Über Liebstöckel

    Herkunft und Anbau

    Lieb­stö­ckel gehört wie Peter­si­lie und Sel­le­rie zur Fami­lie der Dol­den­blüt­ler. Es han­delt sich um eine krau­ti­ge win­ter­har­te Pflan­ze, die bis zu 2,5 Metern hoch wächst. Ver­mut­lich stammt der Lieb­stö­ckel aus dem Mitt­le­ren oder Nahen Osten und brei­te­te sich von dort im Mit­tel­meer­raum aus. Wild ist die Pflan­ze bevor­zugt an war­men Stand­or­ten anzu­tref­fen. Sie ist aber rela­tiv anspruchs­los, wes­halb sie auch gut im Kräu­ter­gar­ten ange­baut wer­den kann. Das Mag­gi­kraut, dass sei­nen Namen von der bekann­ten Mag­gi Wür­ze hat, obwohl das Rezept kei­nen Lieb­stö­ckel ent­hält, der Duft aller­dings an das Kraut erin­nert, wächst pro­blem­los in unse­ren hei­mi­schen Gär­ten, bevor­zugt an einem son­ni­gen oder halb­schat­ti­gen Platz. Die Stau­de ist mehr­jäh­rig, win­ter­hart und bevor­zugt locke­re Böden und ver­trägt kei­ne Stau­näs­se. Man soll­te sie im Früh­jahr deut­lich zurück­schnei­den, sodass nur noch eine Hand breit ste­hen­bleibt. Gut gepflegt, kön­nen Lieb­stö­ckel­pflan­zen bis zu 15 Jah­re alt werden.

    Lieb­stö­ckel lässt sich auch im Topf auf der Fens­ter­bank zie­hen. Im Som­mer mag er es warm und son­nig, im Win­ter eher kühl. Der Topf soll­te groß genug sein – min­des­tens 2 Liter Fas­sungs­ver­mö­gen – da die Pflan­zen rela­tiv groß werden.

    Sowohl die Lieb­stö­ckel­blät­ter als auch die Stie­le las­sen sich trock­nen. Die Ern­te soll­te vor der Blü­te­zeit zwi­schen Juli und August gesche­hen. Wer mehr als eine Pflan­ze hat, soll­te eine zur Gewin­nung von Samen blü­hen las­sen, da sich auch die­se, anders als die Blü­ten zum Ver­zehr eig­nen. Auch die Wur­zeln las­sen sich getrock­net ver­wen­den, soll­ten aller­dings wegen ihrer star­ken Würz­kraft spar­sam ver­wen­det werden.

    Verwendung des Liebstöckels in der Küche

    Die Heil­pflan­ze blüht von Juni bis August. Idea­ler­wei­se soll­ten die Blät­ter des Lieb­stö­ckels noch vor der Blü­te geern­tet wer­den. Außer­dem emp­fiehlt es sich die­se frisch zu ver­ar­bei­ten, da sonst wich­ti­ge Aro­men ver­lo­ren gehen. In der Küche kann das Gewürz ruhig spar­sam ein­ge­setzt wer­den, da der Geschmack sehr inten­siv ist. Das Würz­kraut lässt sich in der Küche viel­sei­tig ver­wen­den. Die jun­gen Blät­ter wür­zen nicht nur Fisch und Fleisch, son­dern auch Gerich­te wie Sala­te und Ein­töp­fe, die Stän­gel geben einer frisch gekoch­ten Brü­he Aro­ma und die Samen wür­zen selbst­ge­ba­cke­nes Brot. Die Wur­zeln des Lieb­stö­ckels fin­den in Wurst­wa­ren und Ver­dau­ungs­schnäp­sen ver­wen­dung. So las­sen sich die meis­ten Pflan­zen­tei­le spie­lend in der Küche verarbeiten.

    Liebstöckel in der Volksmedizin

    Dem Lieb­stö­ckel wird eine aphro­di­sie­ren­de und schön­heits­spen­den­de Wir­kung nach­ge­sagt. Des­halb gaben ihn die Müt­ter bereits im Mit­tel­al­ter in das Bad ihrer Töch­ter. Doch die Pflan­ze för­dert nicht nur die Schön­heit, son­dern vor allem die Gesund­heit. Die Abko­chun­gen der Wur­zel kön­nen äußer­lich als Bad oder Umschlag ange­wen­det wer­den. Dies soll gegen Haut­er­kran­kun­gen hel­fen. Außer­dem kann Lieb­stö­ckel in Form von Trop­fen gegen Ohren­ent­zün­dun­gen bei Kin­dern ver­ab­reicht werden.

    Der Pflan­ze wer­den harn­trei­ben­de, krampf­lö­sen­de1), mens­trua­tions- und ver­dau­ungs­för­dern­de Eigen­schaf­ten nach­ge­sagt. Zudem soll sie den Stoff­wech­sel anre­gen und eine herz­stär­ken­de Wir­kung besit­zen. Die Samen, Wur­zeln oder Blät­ter der Pflan­ze kön­nen für die inner­li­che Anwen­dung als Tee oder Tink­tur zube­rei­tet wer­den. In die­ser Dar­rei­chungs­form sol­len sie gegen Appe­tit­lo­sig­keit, Abma­ge­rung und Ver­dau­ungs­pro­ble­me2) hel­fen. Auf­grund die­ser ver­dau­ungs­för­dern­den Wir­kung sind die Wur­zeln oft Bestand­teil von Kräu­ter­schnäp­sen und Magen­eli­xie­ren. Die getrock­ne­ten Wur­zeln las­sen sich auch als Tee über­brüht gegen Harn­wegs­in­fek­te ver­wen­den. Men­schen mit ein­ge­schränk­ter Nie­ren­tä­tig­keit oder ver­min­der­ter Herz- und Nie­ren­funk­ti­on soll­ten dar­auf ver­zich­ten. Im Zwei­fels­fall soll­te man sei­nen Arzt befragen.

    Zudem wird Lieb­stö­ckel tra­di­tio­nell bei Harn­wegs­in­fek­ten3) und Nie­ren­lei­den ange­wen­det. Es wer­den ihm jedoch eben­falls wehen­för­dern­den Eigen­schaf­ten zuge­schrie­ben. Von einer Ein­nah­me wäh­rend der Schwan­ger­schaft ist daher abzuraten.

    Wissenswertes

    Wissenswertes
    Wie schon der Name „Lieb­stö­ckel“ besagt, wird die Pflan­ze auch als Aprho­di­sia­kum beschrie­ben. Ver­mut­lich erhielt sie die­sen Ruf vor allem auf­grund ihrer stär­ken­den und anre­gen­den Wirkung.

    Quellen

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