Vitaminmängel

Vitaminmängel

Wie können Vitaminmängel entstehen?

Vit­amin­män­gel kön­nen unter­schied­li­che Ursa­chen haben. Häu­fig steckt eine zu gerin­ge oder fal­sche Auf­nah­me der Vit­ami­ne über die Nah­rung dahin­ter. Es gibt sowohl was­ser- als auch fett­lös­li­che Vit­ami­ne, die unter­schied­li­che Vor­aus­set­zun­gen haben, um opti­mal vom Kör­per auf­ge­nom­men zu wer­den. Zudem kön­nen Vit­amin­män­gel durch unter­schied­li­che Erkran­kun­gen ent­ste­hen. Bei­spiels­wei­se kann die Auf­nah­me durch Darm­er­kran­kun­gen geschä­digt sein oder bestimm­te Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen erschwe­ren die Ver­wer­tung der Vit­ami­ne. Des Wei­te­ren ist es mög­lich, dass der Bedarf oder Ver­brauch von Vit­ami­nen in man­chen Lebens­si­tua­tio­nen erhöht ist, zum Bei­spiel bei dau­er­haf­tem Stress, schwe­ren Erkran­kun­gen oder in der Schwan­ger­schaft.

Wie äußert sich welcher Mangel?

Vit­amin­män­gel kön­nen sich ganz unter­schied­lich äußern, je nach­dem, wel­ches Vit­amin fehlt. Bei bestimm­ten Män­geln sind die Sym­pto­me eher unspe­zi­fisch, ande­re Män­gel erkennt man hin­ge­gen recht schnell.

Vitamin A (Retinol)

Das fett­lös­li­che Vit­amin A ist haupt­säch­lich für unse­re Seh­kraft von gro­ßer Bedeu­tung. Dane­ben spielt es noch eine wich­ti­ge Rol­le im Kör­per­ge­we­be. Es fin­det sich sowohl in pflanz­li­chen Nah­rungs­mit­teln wie Karot­ten und Spi­nat als auch in tie­ri­schen Lebens­mit­teln wie in Eiern oder Fisch.

Bei einem Man­gel kommt es in ers­ter Linie zur Nacht­blind­heit und einer Seh­schwä­che. Zudem kön­nen die Augen und Schleim­häu­te tro­cken sein und bei einem star­ken Man­gel im Kin­des­al­ter ist eine Stö­rung des Wachs­tums mög­lich.

Vitamin-B-Komplex

Unter den Ober­be­griff Vit­amin B fal­len ver­schie­de­ne Vit­ami­ne. Der Begriff Vit­amin-B-Kom­plex wird in der Regel bei Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln ver­wen­det und ent­hält im All­ge­mei­nen die Vit­ami­ne B1, B2, B6 und B12. Gemein ist allen B Vit­ami­nen ledig­lich, dass sie was­ser­lös­li­che Co-Enzy­me sind, die sich von der che­mi­schen Struk­tur und Wir­kung im Kör­per jedoch unter­schei­den.

Vitamin B1 (Thiamin)

Das Vit­amin B1 spielt vor allem in der Ver­stoff­wech­se­lung von Koh­len­hy­dra­ten eine wich­ti­ge Rol­le. Da gera­de das Gehirn vor­nehm­lich durch Zucker mit Ener­gie ver­sorgt wird, tre­ten bei einem Man­gel häu­fig neu­ro­lo­gi­sche Auf­fäl­lig­kei­ten auf. In Deutsch­land ent­steht der Man­gel oft durch Alko­hol­miss­brauch, kann jedoch auch diver­se ande­re Ursa­chen haben. Natür­li­cher­wei­se ist Thia­min in Lebens­mit­teln wie Schwei­ne­fleisch oder Hül­sen­früch­ten zu fin­den.

Mög­li­che Erschei­nungs­for­men eines Thia­min­man­gels sind die Wer­ni­cke-Enze­pha­lo­pa­thie, bei der es zu Ver­wirrt­heit und Koor­di­na­ti­ons­schwie­rig­kei­ten kom­men kann, das Kor­sa­kow-Syn­drom, bei dem die Merk­fä­hig­keit stark ein­ge­schränkt ist und eine Erkran­kung, bei der es zu unspe­zi­fi­schen all­ge­mei­nen sowie neu­ro­lo­gi­schen Sym­pto­men kom­men kann.

Vitamin B2 (Riboflavin)

Vit­amin B2 ist an vie­len Stoff­wech­sel­we­gen im mensch­li­chen Kör­per betei­ligt und kommt in der Natur in einer Viel­zahl von pflanz­li­chen und tie­ri­schen Lebens­mit­teln vor.

Durch die unter­schied­li­chen Auf­ga­ben die­ses Vit­amins kann ein Man­gel ganz unter­schied­li­che und häu­fig unspe­zi­fi­sche Sym­pto­me her­vor­ru­fen. Zum Bei­spiel sind Schleim­haut­ent­zün­dun­gen, Blut­ar­mut oder Ner­ven­schä­den mög­li­che Mani­fes­ta­tio­nen.

Vitamin B3 (Niacin)

Ähn­lich wie Vit­amin B2 ist auch Vit­amin B3 an unter­schied­li­chen Stoff­wech­sel­vor­gän­gen betei­ligt. Aller­dings kommt Nia­cin vor allem in tie­ri­schen Nah­rungs­mit­teln und sel­ten in Pflan­zen vor. In der Pflan­zen­welt ist das Vit­amin zum Bei­spiel in der gerös­te­ten Kaf­fee­boh­ne zu fin­den.

Bei einem schwe­ren Man­gel an Nia­cin kommt es nor­ma­ler­wei­se zu der Krank­heit Pel­la­gra. Die­se äußert sich durch Gedächt­nis­stö­run­gen, Durch­fall und ent­zünd­li­chen Haut­re­ak­tio­nen.

Vitamin B5 (Pantothensäure)

Auch Vit­amin B5 ist an diver­sen Stoff­wech­sel­vor­gän­gen betei­ligt. Jedoch fin­det es sich in fast jedem Nah­rungs­mit­tel und kann im mensch­li­chen Kör­per unter ande­rem von Darm­bak­te­ri­en her­ge­stellt wer­den. Dadurch ist ein Pan­to­then­säu­re­man­gel äußerst sel­ten.

Zu den mög­li­chen Sym­pto­men bei einem Man­gel zäh­len: Infekt­an­fäl­lig­keit, Depres­sio­nen, Schlaf­stö­run­gen, Mus­kel­schmer­zen, Bauch­schmer­zen und bren­nen in den Füßen.

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Das Vit­amin B6 ist bedeut­sam für den Eiweiß­stoff­wech­sel. Bei tie­ri­schen Pro­duk­ten ste­hen Inne­rei­en ganz oben auf der Lis­te, was den Gehalt von Pyri­do­xin angeht. Über­dies ist das Vit­amin in Getrei­de, Nüs­sen und Bana­nen zu fin­den.

Ein Man­gel ist sel­ten und führt häu­fig zu Magen-Darm-Beschwer­den, Schlaf­stö­run­gen, Depres­sio­nen, Blut­ar­mut und ent­zünd­li­chen Haut­re­ak­tio­nen.

Vitamin B7 (Biotin)

Bio­tin wird sowohl als Vit­amin B7 als auch als Vit­amin H bezeich­net und ist eben­falls Teil unter­schied­li­cher Pro­zes­se im Kör­per. Zu fin­den ist es in Lebens­mit­teln wie Milch- und Voll­korn­pro­duk­ten. Außer­dem kann Bio­tin von Darm­bak­te­ri­en selbst pro­du­ziert wer­den.

Ein Man­gel ist sel­ten, kann jedoch durch den Ver­zehr gro­ßer Men­gen roher Hüh­ner­ei­ern oder bei ange­bo­re­nen Stoff­wech­sel­stö­run­gen her­vor­ge­ru­fen sein. Bei ange­bo­re­nen Stö­run­gen des Bio­tin­stoff­wech­sels wird ein Zusam­men­hang zum plötz­li­chen Kinds­tod ver­mu­tet. Im Erwach­se­nen­al­ter kann sich ein Bio­tin­man­gel durch Magen­pro­ble­me, Müdig­keit, Depres­sio­nen, Haar­aus­fall sowie ent­zünd­li­che Reak­tio­nen der Haut oder der Zun­ge äußern.

Vitamin B9 (Folsäure)

Vit­amin B9 wird zur Ent­ste­hung von Zel­len benö­tigt und ist vor allem in grü­nem Gemü­se zu fin­den. Fol­säu­re­man­gel ist einer der häu­figs­ten Vit­amin­män­gel und soll­te gera­de in der Schwan­ger­schaft drin­gend aus­ge­gli­chen wer­den, da er zu Fehl­bil­dun­gen wie dem offe­nen Rücken beim unge­bo­re­nen Kind füh­ren kann.

Ein Man­gel zeigt sich oft durch eine Blut­ar­mut mit gro­ßen, über­la­de­nen roten Blut­kör­per­chen (mega­l­ob­la­stä­re Anämie).

Vitamin B12 (Cobalamin)

Ähn­lich der Fol­säu­re ist das Vit­amin B12 wich­tig für die Blut­bil­dung. Die Haupt­quel­le für Coba­l­a­min sind tie­ri­sche Pro­duk­te, wes­halb Vege­ta­ri­er und Vega­ner eher zu einem Man­gel nei­gen. Zudem benö­tigt die Auf­nah­me von Vit­amin B12 in den Kör­per den soge­nann­ten Intrin­sic-Fak­tor, der im Magen pro­du­ziert wird. Durch bestimm­te chro­ni­sche Magen- oder Darm­er­kran­kun­gen kann die Auf­nah­me die­ses Vit­amins gestört sein.

Ein Vit­amin-B12-Man­gel führt wie ein Fol­säu­re­man­gel meist zu einer mega­l­ob­la­stä­re Anämie.

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Das Vit­amin C dient der Her­stel­lung von Kol­la­gen. Die meis­ten Obst- und Gemü­se­sor­ten ent­hal­ten Ascor­bin­säu­re und ein Man­gel ist heut­zu­ta­ge sehr sel­ten.

Durch die ein­sei­ti­ge Ernäh­rung von See­fah­rern in frü­he­ren Zei­ten wur­de die Krank­heit Skor­but bekannt. Dabei kommt es zu punkt­för­mi­gen Haut­ein­blu­tun­gen, Zahn­fleisch­blu­ten, Zahn­aus­fall und einer Schwä­che von Bin­de­ge­we­be und Kno­chen.

Vitamin D (Cholecalciferol)

Für unse­re Kno­chen benö­ti­gen wir neben Cal­ci­um zudem aus­rei­chend fett­lös­li­ches Vit­amin D. Obwohl das Vit­amin auch in Nah­rungs­mit­teln vor­kommt, ist die häu­figs­te Ursa­che für einen Man­gel zu wenig Son­nen­licht. Unter der Ein­wir­kung von UV-Strah­len kann die mensch­li­che Haut Chole­cal­ci­fe­rol selbst pro­du­zie­ren.

Eben­falls einer der ver­brei­tetsen Vit­amin­män­gel: Ein Vit­amin-D-Man­gel macht sich bemerk­bar durch Kno­chen­schmer­zen, Mus­kel­schwä­che und einer Nei­gung zu Kno­chen­brü­chen. Im Kin­des­al­ter kann es bei einem Man­gel zu Fehl­bil­dun­gen der Kno­chen kom­men.

Vitamin E (Tocopherol)

Wie die Vit­ami­ne A und C zählt das Vit­amin E zu den Anti­oxi­dan­ti­en und schützt damit unse­re Zel­len vor Schä­den. Es ist fett­lös­lich und kann über vie­le Obst-, Gemü­se- oder Nuss­sor­ten auf­ge­nom­men wer­den.

Mit fol­gen­den Sym­pto­me kann man bei einem Man­gel rech­nen: Neu­ro­lo­gi­sche Auf­fäl­lig­kei­ten wie Gang­un­si­cher­heit, Infekt­an­fäl­lig­keit, Blut­ar­mut, Mus­kel­schmer­zen oder Seh­schwä­che.

Vitamin K (Phyllochinon)

Das eben­falls fett­lös­li­che Vit­amin K spielt sowohl in der Blut­ge­rin­nung als auch im Cal­ci­um­stoff­wech­sel eine bedeut­sa­me Rol­le. Zu fin­den ist es unter ande­rem in Hähn­chen­fleisch, Spi­nat, ver­schie­de­nen Kohl­sor­ten und Erb­sen.

Ent­steht eine Man­gel­ver­sor­gung, so kön­nen Wund­hei­lungs­stö­run­gen, Blu­tung, Blut­ar­mut, Gelenk­ent­zün­dun­gen, ver­kalk­te Gefä­ße sowie Osteo­po­ro­se auf­tre­ten.