Veneninsuffizienz

Haarentfernung

Definition

Die Venen­in­suf­fi­zi­enz oder auch chro­nisch-venö­se Insuf­fi­zi­enz ist eine Erkran­kung, bei der die Bein­ve­nen das Blut aus ver­schie­de­nen Ursa­chen nicht mehr aus­rei­chend gut zurück zum Her­zen trans­por­tie­ren kön­nen. Dadurch staut sich das Blut in den Bei­nen und ver­ur­sacht die typi­schen Sym­pto­me.

Im Gegen­satz zu den Arte­ri­en, die in der Tie­fe ver­lau­fen und das Blut vom Her­zen weg trans­por­tiert um den Kör­per mit Sauer­stoff zu ver­sor­gen, die­nen Venen dem Rück­trans­port des Blu­tes zum Her­zen. Da die Venen selbst nur eine dün­ne Mus­kel­schicht besit­zen und aus eige­ner Kraft das Blut nicht von den Füßen zurück zum Her­zen beför­dern kön­nen, gibt es unter­schied­li­che Mecha­nis­men für den venö­sen Rück­strom:

  • Die Mus­kel­pum­pe: Umlie­gen­de Mus­keln pres­sen durch Anspan­nung die Venen zusam­men und begüns­ti­gen den Rück­fluss
  • Die Arte­ri­en: Sie lie­gen häu­fig in der Nähe tie­fer Venen und wir­ken durch ihr Pul­sie­ren ähn­lich wie die Mus­kel­pum­pe auf den venö­sen Rück­strom
  • Das Herz: Es ist eine Saug-Druck-Pum­pe, die sich nicht nur ent­leert und dabei das Blut aus­wirft, um den Kör­per zu ver­sor­gen, son­dern  die sich auch anschlie­ßend wie­der mit Blut füllt und einen Sog auf die Venen aus­übt
  • Die Venen­klap­pen: Sie stel­len sicher, dass das Blut in die rich­ti­ge Rich­tung trans­por­tiert wird

Bis zu 5% der west­li­chen Bevöl­ke­rung sind von einer Venen­in­suf­fi­zi­enz betrof­fen. Frau­en ab dem 40. Lebens­jahr und Män­ner ab dem 70. Lebens­jahr sind am häu­figs­ten betrof­fen.

Woran erkenne ich eine Veneninsuffizienz?

Erfül­len die Venen nicht mehr aus­rei­chend ihre Funk­ti­on und staut sich das Blut in den Bei­nen, so kommt es meist zu typi­schen Beschwer­den. Bei­spiels­wei­se wei­ten sich die prall gefüll­ten Gefä­ße mit der Zeit und es kommt zu Krampf­adern (Vari­zen). Durch die­sen per­ma­nen­ten Druck tritt Flüs­sig­keit aus den Venen in das umlie­gen­de Gewe­be und es sam­melt sich Was­ser in den Bei­nen (Öde­me). Die Bei­ne wer­den ‘dick’. Dies ver­ur­sacht oft ein Span­nungs­ge­fühl und schwe­re Bei­ne. Da das Blut nicht mehr gut flie­ßen kann, sind oft Durch­blu­tungs­stö­run­gen die Fol­ge. Folg­lich kön­nen Emp­fin­dungs­stö­run­gen (Krib­beln, Bren­nen, Jucken) sowie Haut­ver­än­de­run­gen bis hin zu offe­nen Stel­len (Ulcus cru­ris) ent­ste­hen. Zudem kla­gen vie­le Betrof­fe­ne über wie­der­keh­ren­de Waden­krämp­fe.

Da auch das Herz an der kor­rek­ten Funk­ti­on der Venen betei­ligt ist, muss bei die­sen Sym­pto­men auch immer dar­an gedacht wer­den, dass eben­so ein Herz­lei­den dahin­ter ste­cken könn­te.

Risikofaktoren

Es gibt unter­schied­li­che Risi­ko­fak­to­ren, die die Leis­tung unse­rer Venen beein­träch­ti­gen kön­nen. Beson­ders gefähr­det sind Men­schen, die auf­grund von man­geln­der Bewe­gung ihre Mus­kel­pum­pe nicht ein­set­zen und so den Rück­trans­port des Blu­tes erschwe­ren. Bewe­gungs­man­gel führt zudem häu­fig zu Über­ge­wicht, das den Druck auf unse­re Bei­ne ver­stärkt und es den Venen so schwie­ri­ger macht, ihre Auf­ga­be zu erfül­len.  Zudem ist das Risi­ko für eine Venen­in­suf­fi­zi­enz erhöht, wenn bereits Fami­li­en­mit­glie­der an die­sem Lei­den erkrankt sind. Außer­dem spielt das Lebens­al­ter eine Rol­le, denn auch unse­re Gefä­ße altern mit uns. Des Wei­te­ren kön­nen sys­te­mi­sche Erkran­kun­gen oder Ent­zün­dun­gen der Gefä­ße die Venen­klap­pen schä­di­gen und somit eine chro­nisch-venö­se Insuf­fi­zi­enz bedin­gen. Schwa­ches Bin­de­ge­we­be und eine Schwan­ger­schaft sind eben­falls Risi­ko­fak­to­ren.

Einteilung und Diagnostik

Meist kann der Arzt anhand der Sym­pto­me recht gut ein­schät­zen, um wel­ches Pro­blem es sich han­delt. Mit einem Ultra­schall kann man zudem ein­schät­zen, in wel­cher Ver­fas­sung sich die Gefä­ße befin­den. Könn­te eine Herz­er­kran­kung hin­ter den Sym­pto­me ste­cken, wer­den wei­ter­füh­ren­de Unter­su­chun­gen und gege­be­nen­falls der Besuch beim Kar­dio­lo­gen not­wen­dig.

Wur­de eine Venen­in­suf­fi­zi­enz fest­ge­stellt, kann die­se je nach Schwe­re­grad in drei Sta­di­en ein­ge­teilt wer­den:

Stadium 1

In die­sem Sta­di­um tre­ten oft bläu­li­che Ver­fär­bun­gen an den Fuß­rän­dern auf. Außer­dem bil­den sich Öde­me, die jedoch wie­der ver­schwin­den kön­nen.

Stadium 2

Die Unter­schen­kel und Füße sind bläu­lich ver­färbt und die Öde­me kön­nen sich nicht zurück­bil­den. Es fal­len Haut­ver­än­de­run­gen auf.

Stadium 3

Die Durch­blu­tungs­stö­run­gen sind so fort­ge­schrit­ten, dass es zu einem offe­nen Bein (Ulcus cru­ris) kommt.

Therapie

Zu Beginn der The­ra­pie steht die posi­ti­ve Beein­flus­sung des Lebens­stils durch mehr Bewe­gung, Gewichts­re­duk­ti­on und dem Ver­mei­den von Fehl­be­las­tung wie lan­gem Ste­hen. Die­se Ver­än­de­run­gen allei­ne füh­ren oft schon dazu, dass sich das Krank­heits­bild nicht ver­schlech­tert und die Betrof­fe­nen von Kom­pli­ka­tio­nen wie schwer hei­len­den Wun­den ver­schont blei­ben.

Ein wei­te­res wich­ti­ges Stand­bein der Behand­lung einer Venen­in­suf­fi­zi­enz ist die Kom­pres­si­ons­the­ra­pie. Dabei hel­fen spe­zi­el­le Kom­pres­si­ons­strümp­fe dabei, dass das Blut nicht in den Bei­nen ver­sackt. Da die Strümp­fe für eine gute Behand­lung weder zu weit noch zu eng sein dür­fen, ist eine aus­führ­li­che Bera­tung uner­läss­lich. Neben Kom­pres­si­ons­strümp­fen kön­nen auch Kom­pres­si­ons­ver­bän­de zum Ein­satz kom­men. Bei bett­lä­ge­ri­gen Pati­en­ten wer­den Man­schet­ten um die Bei­ne gelegt, die sich mit Luft fül­len las­sen und so die ursprüng­li­che Funk­ti­on der Venen ein Stück weit über­neh­men.

Wich­tig zu wis­sen ist noch, dass die bereits ent­stan­de­nen Schä­den oft nur schwer und unzu­rei­chend wie­der beho­ben wer­den kön­nen. Sind die Venen bereits gewei­tet und die Venen­klap­pen kaputt, kann häu­fig nur ein Vor­an­schrei­ten der Erkran­kung ver­hin­dert wer­den und es steht im Vor­der­grund, Kom­pli­ka­tio­nen zu ver­hin­dern. Dar­um soll­te bei begin­nen­den Sym­pto­men schnell gehan­delt und Gegen­maß­nah­men wie die Ände­rung des Lebens­stils getrof­fen wer­den.

Venen­in­suf­fi­zi­enz

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