Schwindel (Vertigo)

Was ist Schwindel?

Der Schwin­del — auch “Ver­ti­go” genannt, was aus dem Latei­ni­schen stammt und so viel wie “her­um­dre­hen” bedeu­tet — ist kei­ne eige­ne Krank­heit, son­dern ein Sym­ptom. Die­ses kann unter­schied­li­che Ursa­chen haben und sowohl allei­ne als auch in Kom­bi­na­ti­on mit ande­ren Sym­pto­men auf­tre­ten. Zudem gibt es ver­schie­de­ne Arten von Schwin­del. Bei­spiels­wei­se gibt es die häu­fi­gen Arten: Dreh-, Schwank- oder Lift­schwin­del. Außer­dem kann ein Gefühl der Unsi­cher­heit beim Gehen auf einen unge­rich­te­ten Schwin­del zurück­zu­füh­ren sein.

Welche Ursachen gibt es?

Man unter­schei­det die Ursa­chen von Ver­ti­go grob danach, wo im Kör­per der Ursprung für die­ses Sym­ptom liegt. Um schwin­del­frei durch das Leben zu gehen, ist ein gutes Zusam­men­spiel von Augen, Gleich­ge­wichts­or­gan, Gehirn und Tast­sinn not­wen­dig. Anders aus­ge­drückt: Wird eines die­ser Sys­te­me beein­träch­tigt, kann es zu der Ent­ste­hung eines Schwin­del­ge­fühls kom­men. Im Fol­gen­den sind eini­ge mög­li­che Ursa­chen auf­ge­lis­tet:

Erkrankungen des Gleichgewichtorgans:

  • Gut­ar­ti­ger Lage­rungs­schwin­del
  • Mor­bus Menié­re
  • Neu­ri­tis Ves­ti­bu­la­ris
  • Kom­pli­ka­tio­nen nach Erkran­kun­gen des Ohres, da das Innen­ohr direkt neben dem Gleich­ge­wichts­or­gan liegt (bspw. durch eine Mit­tel­ohr­ent­zün­dung)

Bei Erkran­kun­gen des Gleich­ge­wichts­or­ga­nes ist der Schwin­del (in vie­len Fäl­len Dreh­schwin­del) oft ein Haupt­sym­ptom. Zudem kön­nen wei­te­re Sym­pto­me wie Übel­keit und Erbre­chen auf­tre­ten.

Erkrankungen des Zentralen Nervensystems:

  • Schlag­an­fall
  • Hirn­blu­tun­gen
  • Infek­tio­nen des Gehirns
  • Gut­ar­ti­ge oder bös­ar­ti­ge Hirn­tu­mo­re
  • Mul­ti­ple Skle­ro­se

Tritt bei die­sen Erkran­kun­gen das Sym­ptom auf, han­delt es sich häu­fig um einen dif­fu­sen Schwank­schwin­del in Ver­bin­dung mit ande­ren neu­ro­lo­gi­schen Sym­pto­men (Läh­mun­gen, Seh­stö­run­gen, Sprach­stö­run­gen, Taub­heits­ge­füh­le etc.)

Andere Erkrankungen:

  • Herz­er­kran­kun­gen
  • Blut­hoch­druck
  • Kreis­lauf­pro­ble­me (Hit­ze, Infek­te, zu nied­ri­ger Blut­druck)
  • Chro­ni­sche oder aku­te Ver­gif­tun­gen (Alko­hol, Medi­ka­men­te, Dro­gen)
  • Poly­neu­ro­pa­thi­en z.B. durch einen lang­jäh­ri­gen oder schlecht ein­ge­stell­ten Dia­be­tes
  • Augen­er­kran­kun­gen
  • Ver­let­zun­gen (Kopf, Hals­wir­bel­säu­le)

Psychisch bedingter Schwindel:

  • Pho­bisch bei star­ker Angst/Panik
  • Sekun­där somato­form (nach einer Erkran­kung, die mit Schwin­del­at­ta­cken ein­her­ge­gan­gen ist, kann allei­ne die Angst vor die­sen Atta­cken erneut Schwin­del aus­lö­sen)

Welcher Arzt ist der Richtige?

Ers­ter Ansprech­part­ner ist häu­fig der Haus­arzt. Aller­dings soll­te ein über län­ge­re Zeit bestehen­der Schwin­del oder ein sol­cher mit zusätz­li­chen Sym­pto­men von einem Fach­arzt abge­klärt wer­den. Dazu soll­te man sowohl einen HNO-Arzt als auch einen Neu­ro­lo­gen auf­su­chen. Jedoch kann auch eine Behand­lung im Kran­ken­haus not­wen­dig sein. Ist das Sym­ptom von star­ker Übel­keit und Erbre­chen beglei­tet, sind mög­li­cher­wei­se Infu­sio­nen nötig.

Tre­ten außer Schwin­del plötz­lich neu­ro­lo­gi­sche Sym­pto­me wie Läh­mun­gen, Sprach­stö­run­gen, Taub­heits­ge­füh­le oder Seh­stö­run­gen auf, deu­tet dies auf einen Not­fall hin. In sol­chen Fäl­len ist es wich­tig, schnell zu han­deln und einen Ret­tungs­wa­gen zu rufen.

Schwin­del (Ver­ti­go)

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