Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz

Was bedeutet Laktoseintoleranz?

Der Milch­zu­cker Lac­to­se wird im mensch­li­chen Kör­per, genau­er gesagt im Dünn­darm, von dem Enzym Lak­ta­se gespal­ten und anschlie­ßend über die Darm­wand auf­ge­nom­men. Herrscht ein Man­gel an dem Enzym Lak­ta­se oder fehlt die­ses kom­plett, so spricht man von einer Lak­to­se­into­le­ranz. Außer­dem kann es sein, dass die Auf­nah­me der gespal­te­nen Lak­to­se über den Darm nicht rich­tig funk­tio­niert (Mal­ab­sorp­ti­on), obwohl das Enzym vor­han­den und intakt ist. Dabei kann eine sol­che Lak­to­se­into­le­ranz erb­lich bedingt sein oder sich im Lau­fe des Lebens im Rah­men von Darm­er­kran­kun­gen ent­wi­ckeln.

Symptome und Diagnostik

Sobald Lak­to­se nicht regel­recht im Dünn­darm gespal­ten und auf­ge­nom­men wer­den kann, wan­dert der Milch­zu­cker wei­ter in den Dick­darm. Dort ver­stoff­wech­seln Darm­bak­te­ri­en den Zucker und bil­den dabei Gase sowie Abfall­pro­duk­te. Dadurch kommt es zu den typi­schen Sym­pto­men der Lak­to­se­into­le­ranz:

  • Bauch­schmer­zen und -krämp­fe
  • Durch­fäl­le
  • Auf­ge­bläh­ter Bauch und Blä­hun­gen

Die­se Beschwer­den nach bestimm­ten Lebens­mit­teln wei­sen dia­gnos­tisch oft schon den Weg. Über­dies kann ein Ernäh­rungs­ta­ge­buch hel­fen, Zusam­men­hän­ge zwi­schen Nah­rungs­mit­teln und Beschwer­den aus­fin­dig zu machen. Wenn durch Weg­las­sen von lak­to­se­hal­ti­gen Lebens­mit­teln die Beschwer­den voll­stän­dig ver­schwin­den, ist eine wei­te­re Abklä­rung nicht zwin­gend not­wen­dig.

Möch­te man Gewiss­heit, so lässt sich die Lak­to­se­into­le­ranz meist auch mit einem der fol­gen­den Test nach­wei­sen:

Laktosetoleranztest

Bei die­sem Test nutzt man aus, dass die Lak­to­se in Glu­ko­se und Galak­to­se auf­ge­spal­ten wird. Über den Darm gelan­gen Glu­ko­se und Galak­to­se anschlie­ßend in das Blut. Die Glu­ko­se kann man als Blut­zu­cker mes­sen. Dazu wird vor Beginn des Tests der Nüch­tern-Blut­zu­cker bestimmt. Anschlie­ßend muss der Betrof­fe­ne eine Lak­to­se-Lösung trin­ken und der Blut­zu­cker­spie­gel wird nach 30, 60, 90 und 120 Minu­ten erneut gemes­sen. Steigt die Glu­ko­se im Blut nicht an und tre­ten zusätz­lich noch Darm­be­schwer­den auf, deu­tet dies auf eine Lak­to­se­into­le­ranz hin.

Wasserstoff-Atemtest

Eben­falls mög­lich ist ein Atem­test. Aller­dings muss auch hier auf nüch­ter­nen Magen eine Lak­to­se-Lösung getrun­ken wer­den. Im Gegen­satz zum ers­ten Test wird hier jedoch kein Blut abge­nom­men, son­dern der Was­ser­stoff in der Aus­atem­luft gemes­sen. Bei einer Lak­to­se­into­le­ranz ent­ste­hen über die Bak­te­ri­en im Dick­darm Gase, wel­che auch in das Blut auf­ge­nom­men und über die Lun­ge abge­at­met wer­den.

Gentest

Ist die Into­le­ranz erb­lich bedingt, kann auch ein Gen­test Auf­schluss brin­gen. Jedoch kön­nen erwor­be­ne Arten damit nicht nach­ge­wie­sen wer­den. Zudem über­nimmt die Kas­se den Test in der Regel nicht.

Ernährung bei Laktoseintoleranz

Bei einer Unver­träg­lich­keit gegen Lak­to­se ist die ein­zi­ge lang­fris­ti­ge Lösung meist eine Ernäh­rungs­um­stel­lung. Je nach Schwe­re­grad kann ent­we­der eine lak­to­se­ar­me oder eine lak­to­se­freie Ernäh­rungs­form sinn­voll sein. Ergän­zend gibt es das Enzym Lak­ta­se in Form von Tablet­ten. Damit kann man die Ernäh­rung zusätz­lich anpas­sen.

Prin­zi­pi­ell fin­det sich Lak­to­se in Milch­pro­duk­ten und Milch­zu­be­rei­tun­gen. Aller­dings ist dar­auf zu ach­ten, das je nach Art und Her­stel­lung sol­cher Pro­duk­te der Lak­to­se­ge­halt stark vari­ie­ren kann. Inzwi­schen fin­det man in Super­märk­ten aber auch fast alle Pro­duk­te in lak­to­se­frei­er Form.