Kopfschmerzen

Kopfschmerzen

Kopf­schmerz (Ceph­al­gie) ist nicht nur läs­tig und schmerz­haft, in man­chen Fäl­len ver­birgt sich dahin­ter ein grö­ße­res Pro­blem. In die­sem Arti­kel erfah­ren Sie, wel­che Ursa­chen die ver­schie­de­nen Kopf­schmerz­ar­ten haben und wie Sie die­se in den Griff bekom­men.

Definition

Kopf­schmerz tritt in ver­schie­de­nen For­men auf – für die einen ist es ein Pochen, ande­re emp­fin­den einen dau­er­haf­ten Druck oder gar einen ste­chen­den Schmerz. Doch die Ursa­che ist im Grun­de immer die­sel­be: Eine Rei­zung von schmerz­emp­find­li­chen Schä­del­par­ti­en. Was genau die­se Rei­zung aus­löst, ist von Fall zu Fall unter­schied­lich. Ins­ge­samt gibt es cir­ca 250 ver­schie­de­ne Kopf­schmerz­ar­ten, wel­che sich jedoch sehr genau grup­pie­ren las­sen.

Kopfschmerzarten

Grund­sätz­lich unter­schei­det man zwi­schen pri­mä­rem und sekun­dä­rem Kopf­schmerz. Ers­te­rer tritt ohne kon­kre­te Ursa­che auf, wäh­rend sekun­dä­re Kopf­schmer­zen als sym­pto­ma­ti­scher Schmerz, bei­spiels­wei­se in Fol­ge von Krank­hei­ten oder Ver­let­zun­gen auf­tre­ten.

Primärer Kopfschmerz

Die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit aller Kopf­schmerz­pa­ti­en­ten lei­den an pri­mä­rem Kopf­schmerz, meist in Form eines Span­nungs­kopf­schmer­zes oder einer Migrä­ne. Die­se dau­ern meist von weni­gen Stun­den bis zu meh­re­ren Tagen an. Bei pri­mä­rem Kopf­schmerz stellt der Kopf­schmerz selbst die Erkran­kung dar. Die Ursa­chen sind so viel­fäl­tig, dass sie oft gar nicht bekannt oder erklär­bar sind.
Zum pri­mä­ren Kopf­schmerz zäh­len auch unan­ge­neh­me­re For­men wie Clus­ter-Kopf­schmer­zen, wel­che die Lei­den­den oft mehr­mals täg­lich mit extre­men Schmerz­at­ta­cken heim­su­chen.

Sekundärer Kopfschmerz

Weit­aus sel­te­ner ist der sekun­dä­re Kopf­schmerz, wel­cher immer in Fol­ge einer Krank­heit oder Ver­let­zung auf­tritt. Häu­fig tre­ten sekun­dä­re Kopf­schmer­zen als Fol­ge von Stür­zen auf den Kopf auf. Aber auch eine Ent­zün­dung der Hirn­haut, Gefäß­ent­zün­dun­gen, Pro­ble­me mit der Hals­wir­bel­säu­le, Augen­er­kran­kun­gen und vie­les mehr kön­nen Kopf­schmer­zen aus­lö­sen. Grund­sätz­lich unter­schei­den sich die Sym­pto­me bei sekun­dä­rem Kopf­schmerz jedoch stark von­ein­an­der, und die Vor­ge­schich­te (Unfall oder Ähn­li­ches) und Begleit­sym­pto­me kön­nen oft­mals weg­wei­send bei der Dia­gnos­tik sein.

Symptome

Die Sym­pto­me unter­schei­den sich je nach Kopf­schmerz­art. Gene­rell emp­fin­den Betrof­fe­ne einen drü­cken­den, pul­sie­ren­den oder gar ste­chen­den Schmerz in der Schä­del­re­gi­on. Die Sym­pto­me der ein­zel­nen Kopf­schmerz­ty­pen fin­den Sie im fol­gen­den Abschnitt:

Spannungskopfschmerzen

Cha­rak­te­ris­tisch für Span­nungs­kopf­schmer­zen sind eher drü­cken­de und pres­sen­de Schmer­zen an bei­den Schlä­fen und der Stirn. Auch kann es zu einer Ver­span­nung der Nacken- und Schul­termus­ku­la­tur kom­men. Betrof­fe­ne beschrei­ben häu­fig das Gefühl, ein sehr enges Stirn­band zu tra­gen. Von der Inten­si­tät wer­den die­se Schmer­zen als leicht bis mit­tel­stark ange­ge­ben. Die Sym­pto­me las­sen aber meist nach spä­tes­tens eini­gen Stun­den oder einer medi­ka­men­tö­sen Behand­lung wie­der nach.

Cluster-Kopfschmerzen

Sym­pto­ma­tisch beson­ders unan­ge­nehm ist der Clus­ter-Kopf­schmerz. Anders als Span­nungs­kopf­schmer­zen ist der Schmerz teil­wei­se kaum mehr aus­zu­hal­ten. Er ist also kein ner­vi­ger Beglei­ter im All­tag, son­dern macht die Bewäl­ti­gung des All­tags bei­na­he unmög­lich. Clus­ter-Kopf­schmer­zen kön­nen von weni­gen Minu­ten bis hin zu meh­re­ren Stun­den anhal­ten und einen enor­men Schmerz aus­lö­sen, der als bren­nend oder ste­chend beschrie­ben wird. Die Schmer­zen sind ein­sei­tig im Bereich des Auges und der Schlä­fe loka­li­siert.
Bei einer Atta­cke tre­ten neben der Schmer­zen beim Clus­ter-Kopf­schmerz Sym­pto­me wie ein trä­nen­des oder gerö­te­tes Auge, eine ein­sei­tig lau­fen­de oder ver­stopf­te Nase, Schwel­lun­gen oder Rötun­gen um das Auge oder ein her­ab­hän­gen­des Augen­lid auf.

Wäh­rend der Schmerz­at­ta­cken sind die Betrof­fe­nen oft unru­hig, lau­fen her­um und haben das Bedürf­nis, an die fri­sche Luft zu gehen.

Migräne

Migrä­ne löst einen mode­ra­ten bis star­ken Kopf­schmerz aus, wel­cher sich oft wie ein Pochen oder Pul­sie­ren anfühlt. Sie tritt ein­sei­tig auf, wobei die betrof­fe­ne Sei­te von Anfall zu Anfall wech­seln kann.
Bei Migrä­ne rufen Lärm, Licht, Bewe­gung und Stress eine Ver­stär­kung der Sym­pto­me her­vor­ruft – unan­ge­nehm beson­ders auf der Arbeit.

Eine wei­te­re Form der Migrä­ne ist die Migrä­ne mit Aura. Die Aura beginnt noch vor Ein­set­zen der Kopf­schmer­zen und dient als frü­her Indi­ka­tor. Dabei sehen Betrof­fe­ne oft Licht­blit­ze oder ein soge­nann­tes Flim­mer­s­ko­tom – ein klei­ner Punkt, der mit der Zeit vor dem Auge her­an­wächst. Die Kan­ten des Sko­toms wer­den als flim­mernd und gezackt emp­fun­den. Auch ande­re Sym­pto­me wie Krib­bel­ge­fühl, Unwohl­sein oder Läh­mun­gen kön­nen auf­tre­ten.

Ursachen

Beson­ders bei pri­mä­ren Kopf­schmer­zen kön­nen die Ursa­chen enorm viel­fäl­tig sein. Sehr oft sind jedoch psy­cho­lo­gi­sche Fak­to­ren invol­viert. So ist Stress einer der Haupt­grün­de für das Lei­den. Aber auch beein­fluss­ba­re Fak­to­ren wie Flüs­sig­keits-, Schlaf- und Bewe­gungs­man­gel, Rau­chen oder Alko­hol­kon­sum kön­nen Kopf­schmerz aus­lö­sen oder för­dern. Grund­sätz­lich nimmt die Häu­fig­keit der Beschwer­den mit einer gesün­de­ren Lebens­wei­se ab.

Die Ursa­che des sekun­dä­ren Kopf­schmer­zes hin­ge­gen ist oft nur durch einen Arzt zu dia­gnos­ti­zie­ren. Die häu­figs­ten Ursa­chen sind unter ande­rem Kopf­ver­let­zun­gen, Infek­tio­nen, Ent­zün­dun­gen oder Blut­hoch­druck. Der sekun­dä­re Kopf­schmerz ist weit­aus sel­te­ner und ver­geht meist wie­der, sobald die Krank­heit behan­delt wird.

Diagnose

Tritt der Kopf­schmerz beson­ders stark, zum ers­ten Mal oder sehr häu­fig auf bezie­hungs­wei­se min­dert die Lebens­qua­li­tät der Betrof­fe­nen, so ist ein Besuch beim Arzt rat­sam. Die­ser beginnt zunächst mit einer Ana­mne­se. Dabei sind fol­gen­de Fra­gen beson­ders wich­tig:

  • Seit wann lei­den Sie bereits unter den Beschwer­den?
  • Wie fühlt sich der Kopf­schmerz an?
  • Wie stark ist der Schmerz?
  • Wo ist der Kopf­schmerz loka­li­siert?
  • Gibt es Begleit­sym­pto­me wie Übel­keit oder Erbre­chen?
  • Wann tritt der Schmerz auf, gibt es spe­zi­el­le Aus­lö­ser?
  • Was ver­bes­sert den Schmerz?

Hilf­reich ist es, wenn Sie sich bereits vor dem Arzt­be­such mög­lichst detail­liert mit den Fra­gen aus­ein­an­der­set­zen. So kann der Arzt höchst­wahr­schein­lich nach einem kur­zen Gespräch die Ursa­che des Kopf­schmer­zes erken­nen und wei­ter ver­fah­ren. Gege­be­nen­falls wer­den wei­te­re Unter­su­chun­gen wie eine Bild­ge­bung vom Kopf oder eine Blut­un­ter­su­chung ver­an­lasst, um mög­li­che Grund­er­kran­kun­gen abzu­klä­ren.

Therapie

Hat der Arzt eine Dia­gno­se gestellt, so folgt die The­ra­pie der Kopf­schmer­zen oder der zugrun­de lie­gen­den Krank­heit.
Im Fal­le eines Span­nungs­kopf­schmer­zes wer­den meist prä­ven­ti­ve Maß­nah­men emp­foh­len und zur Not Schmerz­mit­tel wie Aspi­rin oder Ibu­pro­fen ver­ord­net.

Migrä­ne lässt sich eben­falls sehr gut pro­phy­lak­tisch the­ra­pie­ren, da bei­na­he die­sel­ben Ursa­chen von Span­nungs­kopf­schmer­zen auch Migrä­ne­at­ta­cken aus­lö­sen. Dies bedeu­tet also: Viel trin­ken, Stress, Schlaf- und Bewe­gungs­man­gel ver­mei­den. Aber auch ein aku­ter Migrä­ne­an­fall kann gelin­dert wer­den. Zunächst soll­te auf­grund der Über­sen­si­bi­li­tät gegen­über Lärm und Licht ein ruhi­ger, dunk­ler Raum auf­ge­sucht wer­den. Das hilft meist schon enorm. Zudem hel­fen frei ver­käuf­li­che Schmerz­mit­tel, sofern sie zeit­nah ein­ge­nom­men wer­den. In schwe­ren Fäl­len kann der Arzt soge­nann­te [tool­tip tip=“Sind Arz­nei­mit­tel zur Behand­lung von Migrä­ne und Cluster-Kopfschmerzen.”]Triptane[/tooltip] ver­ord­nen, wel­che eben­falls für Lin­de­rung sor­gen.

Clus­ter-Kopf­schmer­zen hin­ge­gen sind weit­aus schwie­ri­ger zu the­ra­pie­ren. Sind die Aus­lö­ser (Trig­ger) für die Anfäl­le bekannt, so soll­ten die­se defi­ni­tiv ver­mie­den wer­den, um die Gefahr eines Anfalls zu mini­mie­ren. Bekann­te Trig­ger sind bei­spiels­wei­se der Kon­sum von Alko­hol, Geschmacks­ver­stär­ker mit der [tool­tip tip=“Ist ein Code, womit sich bestimm­te Stof­fe in Lebens­mit­teln iden­ti­fi­zie­ren lassen.”]E-Nummer[/tooltip] 620 bis 625 und fla­ckern­des Licht. Beson­ders hilf­reich zur Ver­mei­dung eines Anfalls ist das Füh­ren eines Tage­buchs, in wel­ches nach jedem Clus­ter-Kopf­schmerz mög­li­che Trig­ger, die Inten­si­tät und Dau­er ein­ge­tra­gen wer­den kön­nen. So lernt man den Schmerz bes­ser ken­nen und kann ihm aus dem Weg gehen.
Kommt es den­noch zu einem Clus­ter-Kopf­schmerz, so kann eine Lin­de­rung durch Inha­la­ti­on von purem Sauer­stoff und der Ein­nah­me von Trip­taten erzielt wer­den. Eine Clus­ter-Kopf­schmerz-The­ra­pie soll­te jedoch immer indi­vi­du­ell auf den Pati­en­ten zuge­schnit­ten sein.

Bei sekun­dä­ren Kopf­schmer­zen erfolgt eine Behand­lung der jewei­li­gen Kopf­schmerz­ur­sa­che.

Fazit

Kopf­schmerz ist zwar unan­ge­nehm und schmerz­haft, doch mit den rich­ti­gen Mit­teln kön­nen Sie bei den meis­ten Kopf­schmerz­for­men effek­tiv vor­beu­gen. Gene­rell soll­ten Sie fol­gen­des ver­mei­den:

  • Flüs­sig­keits­man­gel
  • Schlaf- und Bewe­gungs­man­gel
  • Stress
  • unge­sun­de Ernäh­rung
  • über­mä­ßi­ger Alko­hol­kon­sum

Auch bestimm­te Lebens­mit­tel kön­nen Kopf­schmerz­at­ta­cken aus­lö­sen. Am bekann­tes­ten sind hier Rot­wein und Käse, die den Stoff Tyra­min ent­hal­ten. Wel­che Nah­rungs­mit­tel gut oder schlecht ver­tra­gen wer­den, ist von Per­son zu Per­son unter­schied­lich.

Soll­ten Sie den­noch vom Kopf­schmerz heim­ge­sucht wer­den, so kann eine medi­ka­men­tö­se Behand­lung in Abspra­che mit einem Arzt enorm hilf­reich für Sie und Ihr Wohl­be­fin­den sein.