Impingement-Syndrom

Impingement-Syndrom

Definition: Impingement-Syndrom

‘Impinge­ment’ kommt aus dem eng­li­schen und bedeu­tet über­setzt ‘Zusam­men­stoß’. Das Impinge­ment-Syn­drom beschreibt das Zusam­men­sto­ßen von Seh­nen oder ande­ren Weich­tei­len mit har­ten, knö­cher­nen Struk­tu­ren in einem Gelenk­spalt. Dem­entspre­chend kann ein Impinge­ment-Syn­drom unter­schied­li­che Gelen­ke betref­fen. Durch Ein­klem­mung wird die Bewe­gung im Gelenk ein­ge­schränkt und schmerz­haft neben dem am häu­figs­ten betrof­fe­nen Ort — der Schul­ter — sind das Hüft- oder Sprung­ge­lenk wei­te­re typi­sche Loka­li­sa­tio­nen.

Wie kommt es zu einem Impingement-Syndrom?

Ein Impinge­ment kann unter­schied­li­che Ursa­chen haben. Bei­spiels­wei­se füh­ren ana­to­mi­sche Eng­stel­len, Ver­än­de­run­gen am Kno­chen (‘Sporn’), Ver­let­zun­gen oder Ver­schleiß dazu, dass die Weich­tei­le nicht aus­rei­chend Platz im Gelenk haben und mit den ande­ren Tei­len des Gelenks zusam­men­sto­ßen bezie­hungs­wei­se ein­ge­klemmt wer­den. Infol­ge­des­sen kommt es meist zu schmerz­haf­ten Ent­zün­dun­gen und Rei­zun­gen.

Der schmerzhafte Bogen — Symptome und Diagnostik

Es gibt unter­schied­li­che Tests, um ein Impinge­ment-Syn­drom zu dia­gnos­ti­zie­ren. Je nach­dem, wel­ches Gelenk betrof­fen ist, gibt es ver­schie­de­ne ortho­pä­di­sche Unter­su­chun­gen. Typi­scher­wei­se ist das Gelenk in sei­ner Beweg­lich­keit ein­ge­schränkt und vor allem Bewe­gun­gen in einem bestimm­ten Radi­us füh­ren zu Schmer­zen — dem soge­nann­ten schmerz­haf­ten Bogen oder pain­ful arc genannt. Wird das Gelenk nur unter­halb die­ses Berei­ches oder über die­sen Bereich hin­aus bewegt, tut es dem Betrof­fe­nen meist nicht oder nicht mehr weh.

Neben die­ser kör­per­li­chen Unter­su­chung soll­te immer noch eine Bild­ge­bung erfol­gen. Zur Beur­tei­lung der Weich­tei­le im Gelenk ist häu­fig ein MRT das Mit­tel der ers­ten Wahl. Außer­dem kann ein Ultra­schall des Gelenk­spal­tes einen ers­ten Ein­druck über das Pro­blem geben.

Therapie des Impingement-Syndroms

Je nach­dem, wel­che Ursa­che zugrun­de liegt und wel­ches Gelenk betrof­fen ist, kann eine pas­sen­de Behand­lung gewählt wer­den. In vie­len Fäl­len ist eine kon­ser­va­ti­ve The­ra­pie ohne Ope­ra­ti­on aus­rei­chend, man­che wer­den die Schmer­zen jedoch nur mit­hil­fe einer Ope­ra­ti­on wie­der los.

Mit Geduld gegen die Schmerzen

Eine kon­ser­va­ti­ve The­ra­pie zeigt meist gute Erfol­ge. Aller­dings benö­tigt es viel Geduld und Dis­zi­plin. Vor allem die Mus­ku­la­tur spielt eine gro­ße Rol­le. Durch geziel­ten Mus­kel­auf­bau und Phy­sio­the­ra­pie kann das Gelenk wie­der in eine bes­se­re Posi­ti­on ‘gerückt’ wer­den und die Weich­tei­le haben mehr Platz. Jedoch muss das Trai­ning lang­sam begon­nen und schritt­wei­se auf­ge­baut wer­den, um den Rück­schlag durch star­ke Schmer­zen oder wei­te­re Ver­let­zun­gen zu ver­mei­den. Eben­falls haben sich Behand­lungs­me­tho­den wie die manu­el­le The­ra­pie, Wär­me- oder Käl­te­be­hand­lun­gen sowie Behand­lun­gen mit Ultra­schall oder Elek­tro­the­ra­pie durch­ge­setzt. Zusätz­lich ist die Ein­nah­me von schmerz- und ent­zün­dungs­hem­men­den Medi­ka­men­ten oder die Gabe von cor­ti­son­hal­ti­gen Sprit­zen bei vie­len Betrof­fe­nen sinn­voll, um eine gewis­se Schmerz­frei­heit zu erlan­gen und die The­ra­pie durch­füh­ren zu kön­nen.

Operative Möglichkeiten

Falls kon­ser­va­ti­ve Behand­lun­gen kei­ne Erfol­ge zei­gen oder die Sym­pto­me sich trotz­dem ver­schlech­tern, bleibt oft nur noch eine Ope­ra­ti­on. Eben­so wie bei Per­so­nen, für die eine kon­ser­va­ti­ve The­ra­pie über vie­le Wochen nicht durch­führ­bar ist. Die Ope­ra­ti­on wird meist im Rah­men einer mini­mal-inva­si­ven Gelenk­spie­ge­lung (Arthro­sko­pie) durch­ge­führt. Anschlie­ßend hilft Kran­ken­gym­nas­tik dabei, das Gelenk inner­halb weni­ger Wochen voll belas­tungs­fä­hig zu machen.