Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Was ist FSME?

Die Früh­som­mer-Menin­go­en­ze­pha­li­tis (FSME) ist eine kom­bi­nier­te Gehirn- und Hirn­haut­ent­zün­dung. Die Erre­ger der Erkran­kung sind Viren.

Wie wird die Krankheit übertragen?

Die Viren kom­men vor allem in klei­nen Säu­ge­tie­ren vor und ver­viel­fa­chen sich dort. Die Über­tra­gung fin­det jedoch nicht über die Säu­ge­tie­re direkt, son­dern über eine Zwi­schen­sta­ti­on statt: Die Zecke. Befällt eine Zecke zuerst bei­spiels­wei­se eine Maus, die das Virus in sich trägt, und anschlie­ßend einen Men­schen, kann es zur Infek­ti­on kom­men. Trägt eine Zecke den Virus in sich, muss die­ser nicht zwin­gend auf den Men­schen über­tra­gen wer­den. Jedoch erhöht sich die Wahr­schein­lich­keit zu erkran­ken, je län­ger die befal­le­ne Zecke an einem Men­schen saugt. Zudem soll­ten Haus­mit­tel (Öl auf die Zecke o.ä.) gemie­den wer­den. Es ist wahr­schein­li­cher, dass die Zecke im Todes­kampf den Virus auf den Men­schen über­trägt. Dies gilt für alle von Zecken über­tra­ge­nen Krank­hei­ten, wes­halb es sinn­voll ist, eine Zecke in jedem Fall schnell und mit spe­zi­el­len Zecken­zan­gen oder Zecken­kar­ten zu zie­hen.

In sel­ten Fäl­len ist es auch mög­lich, dass das Virus über unver­ar­bei­te­te Lebens­mit­tel wie Zie­gen- oder Schafs­milch über­tra­gen wird. Eine Über­tra­gung von Mensch zu Mensch ist nicht mög­lich.

Symptome und mögliche Komplikationen

Kommt es zu einer Infek­ti­on mit FSME, bricht die Krank­heit in der Regel etwa zwei Wochen nach­dem das Virus in den Kör­per gelangt ist aus. Meist kommt es am Anfang zu grip­pe­ähn­li­chen Sym­pto­men, die eini­ge Tage anhal­ten und danach von allei­ne wie­der ver­schwin­den. Nach einer Pha­se von ca. zwei-drei Wochen, in denen die Betrof­fe­nen sym­ptom­frei sind, kommt es bei unge­fähr 10% der Infi­zier­ten zu einem erneu­ten Aus­bruch von Sym­pto­men. In die­ser Pha­se ist meist das Ner­ven­sys­tem betrof­fen und es kommt zu Ent­zün­dun­gen des Gehirns, der Hirn­häu­te und manch­mal auch des Rücken­marks. Außer­dem kön­nen wei­te­re Orga­ne von der Erkran­kung betrof­fen sein.

Tre­ten eini­ge Wochen nach einem Zecken­biss Sym­pto­me wie Fie­ber, star­ke Kopf­schmer­zen, Nacken­stei­fig­keit, Wesens­ver­än­de­run­gen, Bewusst­seins­stö­run­gen, Sprach­stö­run­gen oder Krampf­an­fäl­le auf, kann dies auf eine FSME hin­deu­ten. Zur Abklä­run­gen kön­nen Blut­tests und eine Rücken­marks­punk­ti­on durch­ge­führt wer­den.

Nach einer durch­ge­mach­ten Infek­ti­on kann es sein, dass nicht alle Schä­den wie­der voll­stän­dig aus­hei­len und Ein­schrän­kun­gen wie Läh­mun­gen oder eine Epi­lep­sie zurück­blei­ben. Zudem ver­läuft die Erkran­kung in etwa 2% der Fäl­le töd­lich.

Impfung und Risikogebiete

Sowohl in Deutsch­land als auch in ande­ren Län­dern gibt es Risi­ko­ge­bie­te. In die­sen Risi­ko­ge­bie­ten tra­gen vie­le Zecken das Virus in sich und die Wahr­schein­lich­keit bei einem Zecken­biss zu erkran­ken ist erhöht. Im Inter­net oder bei den meis­ten Haus­ärz­ten kann man sich aus­führ­lich dar­über infor­mie­ren, wo die­se Risi­ko­ge­bie­te lie­gen.

Um sich effek­tiv zu schüt­zen, soll­te eine Imp­fung erfol­gen. Die soge­nann­te “Zecken-Imp­fung” schützt zwar nicht vor dem Biss der klei­nen Spin­nen­tie­re, jedoch mit einer hohen Wahr­schein­lich­keit vor einer Erkran­kung mit FSME. Zu der Grund­im­mu­ni­sie­rung gehö­ren drei Imp­fun­gen mit einem Tot­impf­stoff, die mit eini­gen Wochen bis Mona­ten Abstand geimpft wer­den müs­sen. Etwa alle drei Jah­re soll­te man die Imp­fung auf­fri­schen.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine geziel­te Behand­lung gegen FSME gibt es der­zeit noch nicht. Trotz­dem ist nor­ma­ler­wei­se eine Behand­lung im Kran­ken­haus, manch­mal sogar auf der Inten­siv­sta­ti­on not­wen­dig. Dabei steht die The­ra­pie der Sym­pto­me und die Auf­recht­erhal­tung lebens­wich­ti­ger Kör­per­funk­tio­nen im Vor­der­grund.