Fibromyalgie

Fibromyalgie

Was ist Fibromyalgie?

Die Fibro­my­al­gie ist eine chro­ni­sche Schmerz­er­kran­kung. Dabei lei­den Betrof­fe­ne unter anhal­ten­den Schmer­zen in meh­re­ren Kör­per­re­gio­nen. Die genau­en Ursa­chen für die Erkran­kung sind bis heu­te unbe­kannt. Aller­dings schei­nen ver­schie­de­ne Fak­to­ren das Risi­ko einer Fibro­my­al­gie zu erhö­hen. Dar­un­ter zäh­len: über­mä­ßi­ger Stress, sehr belas­ten­de oder trau­ma­ti­sche Erleb­nis­se, Fibro­my­al­gie bei engen Ver­wand­ten, rheu­ma­ti­sche Erkran­kun­gen und ein unge­sun­der Lebens­stil mit wenig Bewe­gung, fal­scher Ernäh­rung, Über­ge­wicht oder Niko­tin­kon­sum. Frau­en sind häu­fi­ger betrof­fen als Män­ner. In vie­len Fäl­len tritt die Erkran­kung das ers­te Mal um das 50. Lebens­jahr auf. Obwohl das Lei­den die Lebens­er­war­tung nicht beein­träch­tigt, ist häu­fig nur eine Lin­de­rung der Sym­pto­me, jedoch kei­ne voll­kom­me­ne Hei­lung mög­lich und es kommt oft zur Früh­be­ren­tung. In vie­len Fäl­len bil­det sich die Krank­heit im Lau­fe des Lebens von allei­ne wie­der zurück.

Im Gegen­satz zur land­läu­fi­gen Mei­nung han­delt es sich bei der Fibro­my­al­gie nicht um ein Weich­teil­rheu­ma.

Mögliche Begleitsymptome

Neben cha­rak­te­ris­ti­schen Schmer­zen lei­den vie­le Betrof­fe­ne noch unter wei­te­ren Begleit­sym­pto­men. Zu den mög­li­chen Beschwer­den, die noch auf­tre­ten kön­nen, zäh­len:

Wie wird Fibromyalgie diagnostiziert?

Die Fibro­my­al­gie ist eine Aus­schluss­dia­gno­se und kann nicht ein­fach mit­tels eines Blut­wer­tes oder einer Bild­ge­bung nach­ge­wie­sen wer­den. Um die Erkran­kung fest­zu­stel­len, ist eine aus­führ­li­che Unter­su­chung von gro­ßer Bedeu­tung. Mit­tels Ana­mne­se­ge­spräch kann man her­aus­fin­den, ob die Sym­pto­me die Kri­te­ri­en einer Fibro­my­al­gie erfül­len. Die­se Kri­te­ri­en sind:

  • anhal­ten­de Schmer­zen über min­des­tens 3 Mona­te
  • in min­des­tens 3 unter­schied­li­chen Kör­per­re­gio­nen
  • auf Druck aus­lös­bar an min­des­tens 11 typi­schen Druck­punk­ten
  • mit einem oder meh­re­ren zusätz­li­chen Begleit­sym­pto­men

Sind die­se Kri­te­ri­en erfüllt, muss man zuerst schau­en, ob die Beschwer­den even­tu­ell durch ande­re Erkran­kun­gen aus­ge­löst wer­den. Dar­um fol­gen eine aus­führ­li­che kör­per­li­che Unter­su­chung und eine Blut­un­ter­su­chung. Fin­den sich Hin­wei­se auf ande­re Erkran­kun­gen, müs­sen die­se fach­ärzt­lich wei­ter abge­klärt wer­den. Gibt es kei­ne ande­re Grund­er­kran­kung, wel­che die Sym­pto­me voll­stän­dig erklä­ren kann, spricht man von einer Fibro­my­al­gie.

Therapieoptionen

Es gibt nicht die eine Pil­le oder Sprit­ze gegen Fibro­my­al­gie. Jedoch gibt es heu­te vie­le Behand­lungs­mög­lich­kei­ten, wel­che die Lebens­qua­li­tät meist deut­lich ver­bes­sern. Manch­mal ist es nötig, unter­schied­li­che The­ra­pi­en aus­zu­pro­bie­ren, bis eine betrof­fe­ne Per­son das Rich­ti­ge für sich fin­det. Meist hilft vor allem eine Kom­bi­na­ti­on auf meh­re­ren The­ra­pie­an­sät­zen.

Sport- und Physiotherapie

Leich­tes Aus­dau­er­trai­ning wie Aqua­fit­ness, Fahr­rad­fah­ren oder Wal­ken ist ein wich­ti­ger Bestand­teil der Behand­lung des chro­ni­schen Schmerz­syn­droms. Vie­le Pati­en­ten berich­ten von einer deut­li­chen Ver­bes­se­rung der Schmer­zen und weni­ger Schü­ben, wenn sie regel­mä­ßig mode­rat Sport betrei­ben. Aller­dings kann schwe­re kör­per­li­che Arbeit die Sym­pto­me ver­schlim­mern, dar­um ist von exzes­si­vem Sport abzu­ra­ten. Des Wei­te­ren kann Phy­sio­the­ra­pie eine sinn­vol­le Ergän­zung dar­stel­len, um die Bewe­gungs­fä­hig­keit und Belast­bar­keit zu erhal­ten.

Entspannungsmethoden

Ent­span­nung und Locke­rung der Mus­ku­la­tur stel­len ein wei­te­res wich­ti­ges Stand­bein der Behand­lung dar. Hier­zu eig­net sich bei­spiels­wei­se Medi­ta­ti­on, auto­ge­nes Trai­ning oder die pro­gres­si­ve Mus­kel­ent­span­nung sehr gut und kön­nen regel­mä­ßig ange­wandt die Beschwer­den vie­ler Betrof­fe­nen lin­dern. Zudem soll­te man den Stress im All­tag redu­zie­ren, da Stress­si­tua­tio­nen zu Schmerz­schü­ben füh­ren kön­nen.

Psychotherapie

Da bei vie­len Betrof­fe­nen zu den Schmer­zen noch psy­chi­sche Sym­pto­me kom­men oder trau­ma­ti­sie­ren­de bezie­hungs­wei­se stark belas­ten­de Situa­tio­nen in der Ver­gan­gen­heit zu fin­den sind, kann eine Gesprächs- oder Ver­hal­tens­the­ra­pie hel­fen. Selbst wenn bei­des nicht der Fall ist, muss man immer beden­ken, dass andau­ern­de star­ke Schmer­zen auch eine psy­chi­sche Belas­tung dar­stel­len. Hier­zu kann beglei­tend eine The­ra­pie zur Schmerz­be­wäl­ti­gung sinn­voll sein. Neben den The­ra­pi­en wird beglei­tend in vie­len Fäl­len medi­ka­men­tös behan­delt. Eini­ge Anti­de­pres­si­va fin­den auch in der The­ra­pie chro­ni­scher Schmer­zen Anwen­dung und kön­nen den Schlaf deut­lich ver­bes­sern. Dar­um haben sie häu­fig auch in der The­ra­pie der Fibro­my­al­gie ihren berech­tig­ten Platz und zei­gen gute Erfol­ge.

Schmerzmittel und Schmerzbehandlung

Mit kon­ven­tio­nel­len Schmerz­mit­teln soll­te mit Bedacht umge­gan­gen wer­den. Die meis­ten frei ver­käuf­li­chen Medi­ka­men­te wie Par­acet­amol oder Ibu­pro­fen oft kaum Wir­kung und kön­nen bei län­ger­fris­ti­ger Ein­nah­me oder in gro­ßen Men­gen mehr scha­den als nut­zen. Auch stär­ke­re, ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Schmerz­mit­tel zei­gen meist kei­ne zufrie­den­stel­len­de Wir­kung und kön­nen im schlimms­ten Fall abhän­gig machen.

Eini­ge Betrof­fe­ne berich­ten von einer Bes­se­rung der Schmer­zen unter Aku­punk­tur. Eine wich­ti­ge Maß­nah­me zur Behand­lung der Schmer­zen ist außer­dem Wär­me. Dem­zu­fol­ge ver­schafft eine Ganz­kör­per-Wär­me­be­hand­lung oder die geziel­te Behand­lung der schmer­zen­den Stel­len vie­len Lin­de­rung.