Grippeimpfung – sinnvoll oder nutzlos?

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 12.07.2019 Lesezeit: 3 Minuten

Nicht nur bei der Grip­pe­imp­fung stellt sich die Fra­ge: imp­fen oder nicht? Die­se Fra­ge spal­tet die Men­schen. Die einen sagen, dass unser Immun­sys­tem selbst­stän­dig mit den Bedro­hun­gen fer­tig wird und dass Schutz­imp­fun­gen schwe­re Neben­wir­kun­gen haben kön­nen. Die ande­ren argu­men­tie­ren mit dem Aus­ster­ben gefähr­li­cher Infek­ti­ons­krank­hei­ten, die für tau­sen­de oder sogar für Mil­lio­nen von Toten ver­ant­wort­lich waren und die dank einer flä­chen­de­cken­den und auf natio­na­ler Ebe­ne bestehen­den Impf­pflicht aus­ge­rot­tet sind.

Grippeimpfung, Grippeschutzimpfung
Grippeimpfung – sinnvoll oder nutzlos?

Grippeschutzimpfung – Kostenfrage stellt sich nicht mehr

Die soge­nann­te ech­te Grip­pe unter­schei­det sich in wesent­li­chen Merk­ma­len von der land­läu­fi­gen Erkäl­tung. Für den erkrank­ten Lai­en sind die Unter­schie­de in der Anfangs­pha­se kaum von­ein­an­der zu unter­schei­den, wohl aber für den Medi­zi­ner. Ursa­che für die Grip­pe, auch Influ­en­za genannt, sind die Influ­en­za­vi­ren aus den bei­den Gat­tun­gen A und B. Sie lösen die Grip­p­e­in­fek­ti­on aus und in der Fol­ge die meis­tens mehr­wö­chi­ge Grip­pe­er­kran­kung.

Als ein grip­pa­ler Infekt wird, im Gegen­satz zur Grip­pe, eine Erkäl­tung bezeich­net. Sie hat eine Viel­zahl von Viren und Erre­gern zur Ursa­che. Das ist der Haupt­grund, aus dem eine Imp­fung gegen Erkäl­tung so gut wie kei­ne Wir­kung zeigt.

Impfung gegen Grippe, nicht gegen grippale Infekte

Geimpft wer­den kann immer nur ganz gezielt gegen das ein­zel­ne Virus. Wird das nicht „getrof­fen“, dann ist der Schutz nicht wie gewünscht. Aller­dings ähneln sich die unter­schied­li­chen (Grippe)Virenstämme so weit, dass das Immun­sys­tem schnel­ler reagie­ren und sich bes­ser auf das neue Virus ein­stel­len kann. Der Krank­heits­ver­lauf ist dann meist mil­der. Gegen die Grip­pe mit den Viren­gat­tun­gen A und B ist eine kon­kre­te Imp­fung mög­lich. Dazu wird der soge­nann­te „Vier­fach-Impf­stoff“ ver­wen­det; er beinhal­tet die jeweils aktu­el­len Anti­gen­kom­bi­na­tio­nen und ist eine Emp­feh­lung des Robert-Koch-Insti­tu­tes RKI mit Sitz in Ber­lin.

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Arzt und Apotheker geben Auskunft über den Impfstoff

Erst­mals für die „Impf­sai­son“ 2018/2019 haben sich die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen dazu ver­pflich­tet, die Kos­ten für den Vier­fach-Impf­stoff zu über­neh­men. Bis dahin galt die Kos­ten­zu­sa­ge ledig­lich für den Drei­fachimpf­stoff. Damit ver­blieb eine Impflü­cke als Risi­ko, dass es ein rei­nes Glück war, wenn von den vier Viren­gat­tun­gen [je 2 A und B] durch drei Impf­stof­fe der rich­ti­ge erfasst wur­de. Die­se Lücke wur­de auf Drän­gen des RKI jetzt für die Zukunft geschlos­sen.

Bis­lang muss­te sich der Pati­ent bei sei­nem Arzt oder Apo­the­ker danach erkun­di­gen, ob sei­ne Grip­pe­imp­fung den Drei- oder den Vier­fach-Impf­stoff beinhal­tet. Das war der über­wie­gen­den Zahl an GKV-Pati­en­ten so gar nicht bewusst. Sie lie­ßen sich grip­pe­imp­fen in der Gewiss­heit, jetzt lücken­los geschützt zu sein. Doch unge­ach­tet des­sen stellt sich die vor­ge­schal­te­te Fra­ge, ob und wie sinn­voll die Grip­pe­imp­fung als sol­che ist. Über das Für und Wider wird seit jeher viel dis­ku­tiert und gestrit­ten.

Ohne Grippeimpfung kein Schutz gegen Influenza

Ganz all­ge­mein lässt sich fest­hal­ten, dass die Grip­pe­imp­fung der ein­zig wirk­sa­me Schutz gegen die Influ­en­za ist und zu der es auch kei­ne Alter­na­ti­ve gibt. So gehört ein wenig Glück dazu, um wäh­rend der mona­te­lan­gen Grip­pe­sai­son einer Grip­pean­ste­ckung dau­er­haft zu ent­ge­hen. Für den­je­ni­gen, der sich in einer Grup­pe auf­hält, von der Kita über Kin­der­gar­ten, Schu­le und Arbeits­platz, in öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln sowie in Men­schen­grup­pen im Ein­zel­han­del und Ähn­li­ches, gibt es kaum ein Ent­kom­men vor der Grip­p­e­in­fek­ti­on. Deren Fol­gen kön­nen gra­vie­rend sein und den Erkrank­ten zu einem mehr­wö­chi­gen Auf­ent­halt im Kran­ken­bett zwin­gen.

Mit Vierfachschutzimpfung so gut wie auf der sicheren Seite

Die Grip­pe­imp­fung schützt zwar nicht vor einer Infek­ti­on mit der Grip­pe, jedoch bie­tet sie einen weit­ge­hen­den Schutz vor dem Aus­bruch der Erkran­kung. Emp­feh­lens­wert ist sie für alle Per­so­nen­grup­pen, deren Immun­sys­tem ohne­hin schon alters- oder krank­heits­be­dingt geschwächt ist und für Per­so­nen, die ein erhöh­tes Anste­ckungs­ri­si­ko haben. Wie es heißt, wer­den erst­ge­nann­te Grup­pen mit der Grip­pe schlech­ter fer­tig als jun­ge, fit­te und kern­ge­sun­de Men­schen.

Nichts­des­to­trotz kön­nen sich auch jun­ge und kern­ge­sun­de Men­schen mit der Grip­pe anste­cken und schlimms­ten­falls auch dar­an ster­ben. Inso­fern emp­fiehlt sich die Grip­pe­imp­fung auf jeden Fall für:

  • Klein­kin­der
  • älte­re Men­schen
  • chro­nisch Erkrank­te
  • Per­so­nen, die im Gesund­heits­we­sen arbei­ten

Ande­rer­seits muss berück­sich­tigt wer­den, dass die Grip­pe­imp­fung Neben­wir­kun­gen haben kann, aber nicht muss. Zu denen gehö­ren im Ein­zel­fall leich­te Haut­rei­zun­gen und Rötun­gen oder Schmer­zen an der Injek­ti­ons­stel­le. Wer die Grip­pe­imp­fung schlecht ver­trägt, der emp­fin­det Sym­pto­me von Abge­schla­gen­heit, leicht erhöh­te Kör­per­tem­pe­ra­tur oder Glie­der­schmer­zen bis hin zu Magen-Darm-Beschwer­den.

Die von vie­len durch die Imp­fung befürch­te­te Infek­ti­on mit der Grip­pe ist nicht mög­lich, da grund­sätz­lich mit einem Tot­impf­stoff geimpft wird. Mög­li­che Neben­wir­kun­gen sind auf die Akti­vie­rung des Immun­sys­tems zurück­zu­füh­ren. Das macht die Imp­fung auch für Schwan­ge­re und immun­ge­schwäch­te Per­so­nen mög­lich.



Pro & Kontra abwägen und dann entscheiden

Wie in so vie­len Situa­tio­nen des Lebens bleibt auch in die­sem Fall jedem Ein­zel­nen die Ent­schei­dung für oder gegen die Grip­pe­imp­fung selbst über­las­sen. Ab dem Herbst 2018 schei­tert ein Ja dazu nicht mehr an der Kos­ten­fra­ge. Wer sich gegen die Grip­pe­imp­fung ent­schei­det, der braucht neben einer star­ken Gesund­heit auch ein wenig Glück, um ohne Anste­ckung durch die Grip­pe­sai­son zu kom­men.

Im all­täg­li­chen Umgang mit ande­ren Men­schen, sei es auf der Arbeit oder beim Ein­kauf, lässt sich der Kon­takt mit Grip­pe­vi­ren kaum ver­mei­den. In die­sen Fäl­len kommt es dar­auf an, wie der Kör­per reagiert, zumal es in die­sem Sta­di­um für eine Grip­pe­imp­fung zu spät ist, da die Imp­fung etwa zwei Wochen benö­tigt, bis ein aus­rei­chen­der Schutz auf­ge­baut ist.

Grip­pe­imp­fung – sinn­voll oder nutz­los?

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