Grippeimpfung – sinnvoll oder nutzlos?

Grippeimpfung

Grippeimpfung – sinnvoll oder nutzlos?

Grippeschutzimpfung – Kostenfrage stellt sich nicht mehr

Die soge­nann­te ech­te Grip­pe unter­schei­det sich in wesent­li­chen Merk­ma­len von der land­läu­fi­gen Erkäl­tung. Für den erkrank­ten Lai­en sind die Unter­schie­de in der Anfangs­pha­se kaum von­ein­an­der zu unter­schei­den, wohl aber für den Medi­zi­ner. Ursa­che für die Grip­pe, auch Influ­en­za genannt, sind die Influ­en­za­vi­ren aus den bei­den Gat­tun­gen A und B. Sie lösen die Grip­p­e­in­fek­ti­on aus und in der Fol­ge die meis­tens mehr­wö­chi­ge Grip­pe­er­kran­kung. Als ein grip­pa­ler Infekt wird, im Gegen­satz zur Grip­pe, die Erkäl­tung bezeich­net. Sie hat eine Viel­zahl von Viren und Erre­gern zur Ursa­che. Das ist der Haupt­grund, aus dem eine Imp­fung gegen Erkäl­tung so gut wie kei­ne Wir­kung zeigt. Geimpft wer­den kann immer nur ganz gezielt gegen das ein­zel­ne Virus. Wird das nicht „getrof­fen“, dann ver­pufft die Impf­wir­kung. Gegen die Grip­pe mit den Viren­gat­tun­gen A und B ist eine kon­kre­te Imp­fung mög­lich. Dazu wird der soge­nann­te „Vier­fachimpf­stoff“ ver­wen­det; er beinhal­tet die jeweils aktu­el­len Anti­gen­kom­bi­na­tio­nen und ist eine Emp­feh­lung des Robert-Koch-Insti­tu­tes RKI mit Sitz in Ber­lin.

Arzt und Apotheker geben Auskunft über den Impfstoff

Erst­mals für die „Impf­sai­son“ 2018/2019 haben sich die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen dazu ver­pflich­tet, die Kos­ten für den Vier­fachimpf­stoff zu über­neh­men. Bis dahin galt die Kos­ten­zu­sa­ge ledig­lich für den Drei­fachimpf­stoff. Damit ver­blieb eine Impflü­cke als Risi­ko, dass es ein rei­nes Glück war, wenn von den vier Viren­gat­tun­gen [je 2 A und B] durch drei Impf­stof­fe der rich­ti­ge erfasst wur­de. Die­se Lücke wur­de auf Drän­gen des RKI jetzt für die Zukunft geschlos­sen. Bis­lang muss­te sich der Pati­ent bei sei­nem Arzt oder Apo­the­ker danach erkun­di­gen, ob sei­ne Grip­pe­imp­fung den Drei- oder den Vier­fachimpf­stoff beinhal­tet. Das war der über­wie­gen­den Zahl an GKV-Pati­en­ten so gar nicht bewusst. Sie lie­ßen sich Grip­pe­imp­fen in der Gewiss­heit, jetzt lücken­los geschützt zu sein. Doch unge­ach­tet des­sen stellt sich die vor­ge­schal­te­te Fra­ge, ob und wie sinn­voll die Grip­pe­imp­fung als sol­che ist. Über Für und Wider wird seit jeher viel dis­ku­tiert und gestrit­ten.

Ohne Grippeimpfung kein Schutz gegen Influenza

Ganz all­ge­mein lässt sich fest­hal­ten, dass die Grip­pe­imp­fung der ein­zig wirk­sa­me Schutz gegen die Influ­en­za ist; einen ande­ren ver­gleich­ba­rer Art gibt es nicht. So gehört viel Glück dazu, um wäh­rend der mona­te­lan­gen Grip­pe­sai­son einer Grip­pean­ste­ckung dau­er­haft zu ent­ge­hen. Für den­je­ni­gen, der sich in einer Grup­pe auf­hält, von der Kita über Kin­der­gar­ten, Schu­le und Arbeits­platz, in öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln sowie in Men­schen­grup­pen im Ein­zel­han­del und Ähn­li­ches, gibt es kaum ein Ent­kom­men vor der Grip­p­e­in­fek­ti­on. Deren Fol­gen kön­nen gra­vie­rend sein und den Erkrank­ten zu einem mehr­wö­chi­gen Auf­ent­halt im Kran­ken­bett zwin­gen.

Mit Vierfachschutzimpfung so gut wie auf der sicheren Seite

Die Grip­pe­imp­fung ist kei­ne Garan­tie, jedoch eine weit­ge­hen­de Chan­ce, nicht mit Grip­pe­vi­ren infi­ziert zu wer­den. Emp­feh­lens­wert ist sie für alle Per­so­nen­grup­pen, deren Immun­sys­tem ohne­hin schon alters- oder krank­heits­be­dingt geschwächt ist. Wie es genannt wird, wer­den sie mit der Grip­pe schlech­ter fer­tig als jun­ge, fit­te und kern­ge­sun­de Men­schen. Inso­fern emp­fiehlt sich die Grip­pe­imp­fung auf jeden Fall für

• Klein­kin­der

• älte­re Men­schen

• chro­nisch Erkrank­te

Ande­rer­seits muss berück­sich­tigt wer­den, dass die Grip­pe­imp­fung Neben­wir­kun­gen haben kann, aber nicht muss. Zu denen gehö­ren im Ein­zel­fall leich­te Haut­rei­zun­gen und Rötun­gen oder Schmer­zen an der Injek­ti­ons­stel­le. Wer die Grip­pe­imp­fung schlecht ver­trägt, der emp­fin­det Sym­pto­me von Abge­schla­gen­heit, leich­te Kör­per­tem­pe­ra­tur oder Glie­der­schmer­zen bis hin zu Magen-Darm-Beschwer­den.

Pro & Kontra abwägen und dann entscheiden

Wie in so vie­len Situa­tio­nen des Lebens bleibt auch in die­sem Fall jedem Ein­zel­nen die Ent­schei­dung für oder gegen die Grip­pe­imp­fung selbst über­las­sen. Ab dem Herbst 2018 schei­tert ein Ja dazu nicht mehr an der Kos­ten­fra­ge. Wer sich gegen die Grip­pe­imp­fung ent­schei­det, der braucht neben einer star­ken Gesund­heit auch For­tu­ne, um ohne Anste­ckung durch die Grip­pe­sai­son zu kom­men. Die Teil­nah­me am Lebens­all­tag hat fast auto­ma­tisch zur Fol­ge, mit Grip­pe­vi­ren in Berüh­rung zu kom­men; das lässt sich kaum ver­mei­den. Dann kommt es dar­auf an, wie der Kör­per reagiert, zumal es in die­sem Sta­di­um für eine Grip­pe­imp­fung zu spät ist.

Der eine geht auf Num­mer sicher, und der ande­re ver­lässt sich auf sein Glück!